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gesundheit
28.03.2017
Medizintourismus-Projekt für reiche Ausländer in Luzern gescheitert
Luzerner Spitäler, die reiche Patienten aus dem Ausland für Behandlungen anlocken wollten, haben haben ihr umstrittene Projekt beerdigt. Der 2011 gegründete Verein «Lucerne Health» wurde mangels Patienten aufgelöst.

Das Projekt war 2011 als schweizweit einzigartig angepriesen worden. Nun löste sich der Verein an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 11. Mai 2016 auf. Die Geschäftsstelle mit vier Mitarbeitenden gibt es nicht mehr. Das SRF-Regionaljournal Zentralschweiz berichtete am Dienstag darüber.

Hinter dem Projekt, das 2011 angekündigt worden war, standen etwa das Luzerner Kantonspital, die Privatklinik Hirslanden sowie Luxushotels. Nach eigenen Angaben wurden jährlich rund 100 Personen behandelt. Gerechnet hatte man mit bis zu 300 reichen Patienten.

Die Klientel bestand rund zur Hälfte aus Russen. Daneben hatten die Promotoren auch Chinesen im Fokus. Aber auch Kriegsverletzte aus Libyen machten davon Gebrauch.

Das Projekt wurde von Stadt und Kanton Luzern mit bis zu 150'000 Franken als Anschubfinanzierung unterstützt. Es war von Beginn weg politisch umstritten.

Im Kantonsparlament wurde zu Beginn ein Vorstoss, der die Subventionen streichen wollte, nur knapp abgelehnt. SP, Grüne und die SVP befürchteten, dass die einheimische Bevölkerung zu kurz kommen könne, wenn reiche Ausländer in Luzern behandelt würden. Es sei stossend, wenn der Kanton gleichzeitig in der Gesundheitsversorgung für die Einheimischen spare.

Auf das Geschäftsmodell mit reichen Gesundheitstouristen setzt auch das 500 Millionen Franken teure Bürgenstock-Ressort, das demnächst eröffnet wird. In einem speziellen Hotel setzen die Betreiber auf Gesundheitstouristen, die sich im Resort behandeln lassen können. Angeboten werden dort medizinische Checks und Therapien. (sda/npa)

  
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