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12.01.2017
Naturhistorisches Museum Bern verzeichnet neuen Besucherrekord
Das Naturhistorische Museum der Burgergemeinde Bern verzeichnet einen neuen Besucherrekord: 2016 konnte es rund 131'000 Eintritte verbuchen. Das sind über 20'000 Eintritte mehr als im Vorjahr.

Dementsprechend zufrieden war Museums-Direktor Christoph Beer bei der Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag. Dass man das beste Ergebnis der 180-jährigen Museumsgeschichte erzielt habe, sei umso erstaunlicher, da im letzten Jahr nur eine kleine Ausstellung eröffnet worden sei, sagte Beer.

Die besagte Ausstellung handelte vom Twannberg-Meteorit: Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums und der Universität Bern haben mit einer Gruppe von Meteoritensammlern das erste Meteoriten-Streufeld der Schweiz entdeckt. Die Ausstellung dazu wird voraussichtlich noch bis im August 2017 zu sehen sein.

Für den Besucherrekord verantwortlich machte Beer aber in erster Linie «unkonventionelle Anlässe, die ein heterogenes Publikum ins Haus lockten». Am Publikumswirksamsten ist wohl die Bar der toten Tiere, welche 2016 in der Altjahreswoche für einen grossen Andrang junger Besucher sorgte.

Expo-Heller zeigt Weltuntergang
Optimistisch zeigte sich Beer auch mit Blick in die Zukunft. So machte er bekannt, dass sein Museum bis 2018 die Ausstellungsfläche um 1200 Quadratmeter erweitern wird. Noch in diesem Jahr wird die Ausstellungsfläche in der Grösse von 600 Quadratmetern frei, welche bisher fremdvermietet war.

«Das erlaubt uns, unsere Strategie der Sonderausstellungen konsequenter zu verfolgen», sagte Beer. Bisher sei dies aus Platzgründen nur bedingt möglich gewesen.

Den Raum entjungfern wird Martin Heller, der als künstlerischer Direktor der Expo 02 Bekanntheit erlangte. Im November findet die Vernissage der Ausstellung Weltuntergang statt, welche Heller derzeit in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum entwickelt. Was für ein Fokus die Ausstellung haben wird, ist noch unklar. Heller möchte das Thema aber nicht auf «sektiererische Eiferer» beschränken, die alle paar Jahre einen neuen Termin für den endgültigen Weltuntergang ausrufen. «Es gibt auch einen individuellen Weltuntergang in der Form von Tod oder Demenz.»

Generell löse der Weltuntergang viele – auch unterschiedliche – Bilder aus. Das zeige sich etwa an der Breite der filmischen Darstellungen zum Thema Apokalypse.

Einblicke in die Göldi-Sammlung
Ein weiterer Schwerpunkt für 2017 bildet der Amazonas. Februar und März finden im Rahmen eines Themen-Monats mehrere Veranstaltung über das Einzugsgebiet des wasserreichsten Flusses der Erde statt – von einem Bilder-Vortrag bis hin zu einer Schnitzeljagd für Kinder.

Der Amazonas sei eine der artenreichsten Gegenden der Welt, sagte Manuel Schweizer, ein Kurator des Naturhistorischen Museums. In einem Gebiet von der halben Fläche des Bremgartenwalds fände man dort 50'000 verschiedene Insektenarten. Zum Vergleich: In der ganzen Schweiz seien bloss 25'000 verschiedene Insektenarten bekannt. Im Zentrum des Themenmonats Amazonas stehen aber nicht Insekten, sondern die Sammlung von Emil August Göldi. Der Schweizer Naturforscher führte um 1900 das Museum für Naturkunde und Volkskunde im brasilianischem Belém. Ein Teil der Sammlung des Brasilianischen Museums, rund 14'000 Tierpräparate, gab Göldi am Ende seiner Amtszeit in die Obhut des Naturhistorischen Museums Bern.

Dies weil er fürchtete, dass das warm-feuchte Klima den Exponaten auf Dauer schaden würde, wie Schweizer sagte. Beim Transfer sei denn auch alles mit rechten Dingen zu und her gegangen. «Die brasilianischen Behörden genehmigten die Dauerleihgabe – sämtliche Dokumente liegen bei uns im Tresor.» (sda/mma)

  
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