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15.05.2017
TUI fährt im Winterhalbjahr mehr Verlust ein
Europas grösster Reisekonzern TUI rutscht im traditionell reiseschwachen Winterhalbjahr tiefer in die Verluste. In den ersten sechs Monaten des im März endenden Geschäftsjahrs 2016/17 lag der operative Verlust (bereinigtes EBITA) bei 214 Millionen Euro. Positiv zu Buche schlugen die Sparten Hotels & Resorts und Kreuzfahrten.

Im Vorjahr betrug das Minus bei TUI im ersten Semester 206 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie TUI am Montag mitteilte.

Einer der Gründe war, dass das umsatzstarke Osterreisegeschäft dieses Jahr in den April fiel und der Effekt sich nicht in den Halbjahreszahlen niederschlägt. Negativ zu Buche geschlagen haben aber auch massenhafte Krankmeldungen bei der Fluglinie Tuifly, die den Flugbetrieb im Oktober 2016 zeitweise lahmgelegt hatten.

Viele Piloten und Flugbegleiter legten die Arbeit nieder, nachdem bekanntgeworden war, dass Tuifly unter Führung der arabischen Fluglinie Etihad mit der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki in eine Holding integriert werden soll. Die Flugausfälle kosteten den Reisekonzern 24 Millionen Euro.

Beim Umsatz konnte der Reisekonzern jedoch um 3,3 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zulegen. Das Plus erreichte Tui jedoch nur dank den Sparten Hotels & Resorts und Kreuzfahrten. Tui verlagert den Schwerpunkt weg vom umkämpften Veranstalter- und Fluggeschäft hin zu lukrativeren Hotel- und Kreuzfahrtangeboten: Tui Cruises, Thomson Cruises und Hapag-Lloyd-Cruises steigerten denn auch das bereinigte operative Ergebnis (EBITA) um mehr als 50 Prozent auf 75 Millionen Euro. Hotels & Resort schreiben ein Plus von 122,8 Millionen Euro.

Im Reisegeschäften dagegen sanken die Umsätze deutlich. Das geringste Minus verzeichnet der Reisekonzern in der Region Zentral, zu der neben Deutschland, Österreich und Polen auch die Schweiz gehört. Ausser diesen Regionszahlen macht TUI keine Angaben über Ländergesellschaften wie zum Beispiel TUI Schweiz.

Beim Buchungsstand für die wichtige Sommersaison meldet TUI, dass sie den Erwartungen entspreche. Die Zahl der Gäste liege vier Prozent höher als im Vorjahr. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern und den Fernreisezielen wie der Karibik gleiche die niedrigeren Buchungen für die Türkei und Ägypten aus.

Im laufenden Geschäftsjahr will der Reisekonzern das operative Ergebnis weiterhin um mindestens zehn Prozent steigern. TUI fusionierte vor gut zwei Jahren mit dem britischen Ableger TUI Travel. (sda/npa)

  
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