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1.03.2017
Tourismusforum Berner Oberland: Innovation und Tradition
Digitalisierung und Storytelling – diese zwei Begriffe prägten das Tourismusforum Berner Oberland. In der Hotelfachschule Thun befassten sich rund 70 Teilnehmende mit dem Thema «Innovation und Tradition in Tourismus und Hotellerie».

Zum dritten Mal fand das Tourismusforum Berner Oberland statt. Wie verändert die Digitalisierung das Seminargeschäft? Woher erhalten Hotels und Tourismusdestinationen Inhalte für ihr reales und digitales Storytelling? Und welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Ausbildung in Hotellerie und Tourismus? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die sechs Referenten an der von der Volkswirtschaft Berner Oberland organisierten Veranstaltung.

Mehr digitale Sichtbarkeit
Der MICE-Profi Oliver Stoldt zeigte in einer kurzen Tour d’Horizon auf, wie wichtig digitale Buchungskanäle schon jetzt und auch in Zukunft für das Seminar- und Tagungsgeschäft sind. Nicht nur für den Individualreisenden gehören digitale Buchungskanäle zum Alltag. Auch im Tagungsgeschäft gehören übersichtliche, schnelle und kostensparende Buchungsplattformen längst zur Norm.

Wer mit seinem Betrieb nicht auf diesen Plattformen gelistet ist, wird nicht gesehen und dementsprechend nicht gebucht. «Wenn wir nicht aufpassen und uns anpassen, werden wir in der Schweiz abgehängt», so Stoldts Fazit. Mit seiner neu gegründeten MICE Service Group will Stoldt genau da ansetzen und auch dem schweizerischen – neben dem deutschen und österreichischen – MICE-Markt zu mehr digitaler Sichtbarkeit verhelfen.

Nicht viele Tourismusprojekte aus Bern eingegangen
Damit Angebote gebucht werden – egal ob im Bereich MICE oder für Individualreisende – müssen sie innovativ sein. Genau hier setzt Innotour, das Tourismusförderungsprogramm des Staatssekretariates für Wirtschaft Seco an. Christoph Schlumpf, Leiter Innotour, erklärte den Anwesenden die Funktionsweise des jüngsten Förderinstrumentes der Schweizer Tourismuspolitik.

Welche Projekte werden mit einer Anschubfinanzierung unterstützt? Wie muss man vorgehen, um sein Projekt einzureichen? Und welche Projekte wurden bereits umgesetzt? Dank dem nationalen Impulsprogramm fliessen zwischen 2016 und 2019 zusätzliche finanzielle Mittel in die Tourismusförderung. Insgesamt stehen so 30 Millionen Franken für innovative Tourismusprojekte mit nationaler Ausstrahlung oder Modellcharakter zur Verfügung.

Die Nachfrage war bisher gross, rund 14 Millionen Franken sind bereits vergeben. «Bislang sind aber noch nicht so viele Projekte aus Bern bei uns eingegangen», so Schlumpf. Er wünscht sich weitere innovative Ideen, die der Bund mit einer Anschubfinanzierung unterstützen darf.

Mitarbeitende als Marketinginstrument
Neben den beiden Hauptreferenten wurden die Themen Innovation und Tradition auch in drei kurzen Impulsreferaten im zweiten Teil der Veranstaltung aufgenommen. Daniel Mani und Adrian Tschanz brachten den Gästen das Hotel Restaurant Spedition Thun näher. Sie erklärten, wie sie in ihrem Betrieb Tradition und Innovation verbinden und warum für sie der Mitarbeiter das wichtigste Marketinginstrument ist.

Aus Bern angereist war Simon Klopfenstein, Mitbegründer der Newsroom Communication AG. Er stellte das Konzept des «Story Shakers» vor: Dank einem einfach zu bedienenden Programm, können auf unterschiedlichen Web-Plattformen digital Geschichten erzählt werden. Mit dem Story Shaker können Betriebe oder auch Event-Veranstalter auf einfache Weise Inhalte aus den verschiedensten Kanälen bündeln und verbreiten.

Was Innovation für die Fortbildung der Hotellerie bedeutet, zeigte Christoph Rohn, Direktor der Hotelfachschule Thun, auf. Die veränderten Bedürfnisse der verschiedenen Anspruchsgruppen – von den Ausbildungsbetrieben bis hin zu den Schülerinnen und Schülern – haben die Hotelfachschule Thun dazu bewogen, eine neue berufsbegleitende Ausbildung zum «diplomierten Hôtelier-Restaurateur HF» anzubieten. Das Pilotprojekt startet im Herbst dieses Jahres. (htr/og)

  
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