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branchen-echo
16.05.2017
Touristiker reagieren auf Jürg Schmids Abgang
Mit dem angekündigten Abgang von Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid geht eine Ära zu Ende. Das Fazit der Branche fällt äusserst positiv aus.
(htr/pt)

Andreas Züllig, Präsident hotelleriesuisse
«Es ist natürlich bedauerlich, dass Jürg Schmid als begnadeter Verkäufer und überzeugender Kommunikator für das Ferienland Schweiz seinen Posten verlässt. Aber ein Neuanfang bietet auch wieder die Chance um mit neuen Perspektiven und Ideen den Schweizer Tourismus weiter voranzubringen.

Als Hotelier, als Präsident von hotelleriesuisse aber auch als Vizepräsident von Graubünden Ferien habe ich die letzten Jahre die Arbeit und die Impulse von Jürg Schmid und seinem Team immer als best oder sogar next Practice wahrgenommen. Von unseren direkten Mitbewerbern wurde der touristische Auftritt der Schweiz immer als gutes Beispiel erwähnt. Das spricht für eine solide und professionelle Arbeit.

Ich freue mich natürlich sehr auf die Zusammenarbeit mit Jürg an der Spitze von Graubünden Ferien. Jürg Schmid ist mit seiner Erfahrung und seinem Netzwerk ein Gewinn für die Ferienregion Graubünden.»

Barbara Gisi, Direktorin Schweizer Tourismus-Verband STV
«Ich bin erstaunt und habe dies eigentlich nicht erwartet. Dass sich Jürg Schmid irgendeinmal neu orientieren würde, habe ich schon gedacht. Aber eigentlich habe ich damit gerechnet, dass er das diesjährige Jubiläumsjahr 100 Jahre Schweizer Landesmarketing ohne eine derartige Mitteilung begehen würde.

Nachvollziehbar ist es insofern, dass man sich in diesem Alter überlegen muss, ob man einen Wechsel vornehmen will oder dann bis zur Pensionierung bleiben will. Vom Alter und der Karriereplanung her ist der Schritt Jürg Schmids nicht atypisch.»

Stefan Engler, Bündner CVP-Ständerat
«Jürg Schmid hat dem Tourismus ein Gesicht gegeben und sich glaubwürdig für die Bewerbung des Standorts Schweiz stark gemacht. Neue Märkte und Reisetrends hat er früh erkannt und dafür die entsprechenden Produkte gesucht.

Seine reiche Erfahrung, das Netzwerk und das Gespür dafür, was unsere Gäste bei uns anzutreffen wünschen, werden uns helfen, Graubünden und seinen touristischen Reichtum noch gezielter und effektiver zu bewerben.»

Martin Bachofner, Präsident des Verbands Schweizer Tourismusmanager VSTM
«Ich bin überrascht. Aber irgendwann geht jede Ära zu Ende, und es ist gut, wenn man den Zeitpunkt selbst wählen kann. Jürg Schmid hat Schweiz Tourismus durch schwierige Zeiten geführt. Die Zusammenarbeit mit ihm war stets sehr gut. Für seine Leistung gebührt ihm Respekt und Anerkennung.

Für Schweiz Tourismus ist sein Weggang schade. Wenigstens bleibt er dem Tourismus in der Schweiz erhalten. Für den Kanton Graubünden, der in den letzten Jahren arg gebeutelt wurde, ist eine erfahrene Person wie Jürg Schmid ein Glücksfall. Sein Innovationsgeist wird ungemein wertvoll für die Zukunft sein.»

Ueli Stückelberger, Direktor Verband öffentlicher Verkehr und Seilbahnen Schweiz
«Ich habe Jürg Schmid äusserst geschätzt. Er wirkte immer sehr glaubwürdig und setzte sich mit grossem Engagement und Erfolg für den Schweizer Tourismus ein. Schweiz Tourismus wurde dank ihm sichtbar. Dass er die grosse Bedeutung der Berge schätzte und ins Zentrum stellte, freute die Bergbahnen natürlich besonders. Für Graubünden Ferien ist Jürg Schmid ein Glücksfall.»

Marcel Perren, Luzerner Tourismusdirektor
«Der Abgang von Jürg Schmid ist einerseits überraschend, andererseits ist es auch gut nachvollziehbar, dass sich Jürg Schmid nach 18 Jahren an der Schweiz-Tourismus-Spitze beruflich nochmals neu orientieren will.

Unter Jürg Schmid hat Schweiz Tourismus speziell in den Themenbereichen der internationalen Marktbearbeitung und Digitalisierung in den vergangenen Jahren eine erfolgreiche Leader-Rolle übernommen, welche auch im Vergleich zu anderen Alpenländern sehr positiv ist.

Jürg Schmid kann als neuer Präsident von Graubünden Ferien mit seiner Erfahrung und seinem grossen Tourismus-Know-how bestimmt einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen strategischen Ausrichtung der ‹Ferienecke der Schweiz› leisten.»

Harry John, Direktor BE! Tourismus AG
«Nach 18 Jahren im Amt und als Mitfünfziger ist es sicher verständlich, dass sich Jürg Schmid nochmals neu orientieren will. Ich sehe seinem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen.

Jürg Schmid ist eine charismatische Persönlichkeit mit viel Flair für Kommunikation und Motivation. Wir hatten stets ein offenes und faires Verhältnis zueinander und ich schätzte sein Entgegenkommen zu meiner Zeit als Präsident der Swiss Cities, die zu einer der Hauptkampagnen von Schweiz Tourismus wurden. Auch als grösster Regionen-Partner können wir uns aktuell für den Tourismuskanton Bern stark einbringen und stossen auf ein offenes Ohr bei ihm. Punkto Digitalisierung spielt Schweiz Tourismus im Tourismus sicher in der Champions League, und auch die zahlreichen Partner konnten immer wieder eingebunden werden. Im internationalen Vergleich schneidet Schweiz Tourismus als Marketingorganisation sehr gut ab. Wenn man sich exponiert, erntet man nicht nur Lob und Applaus, und Neid muss man sich erarbeiten. Insbesondere die Diskussionen in den letzten Monaten hinterlassen einige Bremsspuren, dennoch gilt es den Hut zu ziehen und beim Adieu ‹un grand Merci› zu sagen.

Der Wechsel zu Graubünden Ferien ist wenig überraschend. Somit wird der Ferientag in Davos zu einem Heimspiel für ihn… sein Flair und seine Liebe zum Steinbock-Kanton waren ja ein offenes Geheimnis. Mit seinem Netzwerk ist er sicher ein Mehrwert für Graubünden. Der Wechsel ändert aber nichts an unserer Vision mit dem Kanton Bern zum wichtigsten Tourismuskanton der Schweiz aufzusteigen (aktuell die Nr. 2 nach Zürich). Wir freuen uns auf einen spannenden Wettbewerb bei dem wir uns gerne vom SCB-Spirit inspirieren lassen…»

Martina Stadler, Direktorin der Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair AG
«Wir haben vom Rücktritt Jürg Schmids heute Morgen Kenntnis genommen. Als Destination in Graubünden war dies verbunden mit der Nachricht, dass Jürg Schmid sein grosses Wissen und seine Erfahrung künftig als Präsident von Graubünden Ferien einbringen wird und wir hier in Graubünden dadurch noch stärker von seinem Knowhow und Netzwerk profitieren können.

Schweiz Toursimus konnte in den vergangenen Jahren unter der Leitung von Jürg Schmid zahlreiche Herausforderungen erfolgreich anpacken, sich den sich laufend verändernden Anforderungen des Markts anpassen und unsere nationale Vermarktungsorganisation positiv und mit Weitblick weiterentwickeln.

Die DMO Engadin Scuol Samnaun Val Müstair pflegt traditionsgemäss eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Graubünden Ferien als Sparringpartner. Wir freuen uns, diese Partnerschaft unter der strategischen Führung von Jürg Schmid weiter zu vertiefen.»

Thomas Steiner, Direktor von Bulliard Immobilien und ehemaliger Fribourger Tourismusdirektor
«Es gibt glückliche Momente im Leben, in denen Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Ich durfte dies kürzlich persönlich erleben und freue mich für Jürg, dass er das realisieren kann.

Jürg und sein Team haben den Tourismus in die New Economy geführt, zu einer Zeit in der niemand anderes dieses Leadership übernehmen konnte oder wollte. In der Landeswerbung ist Schweiz Tourismus Spitze und das Image des Schweizer Tourismus ist ausgezeichnet.»

Zum Wechsel zu Graubünden Ferien: «Touristiker bleibt man auf Lebzeiten! Ein ehemaliger CEO kann einem Vorstand umfangreiches operatives Wissen und ein unschätzbares Netzwerk bringen. Graubünden Ferien wird davon zweifellos profitieren.»

Marco Solari, Präsident Filmfestivals Locarno und Milestone-Preisträger
«Jürg Schmids Entscheid ist nachvollziehbar. Er hat viel gegeben, ging weg und kam zurück, weil er der Beste war. Aber es ist der Moment, eine weitere Runde zu ziehen.

Es gibt zwei Sätze aus der theoretischen Nationalökonomie meiner Uni-Zeit an die ich nicht glaube: ‹Strucure before people› und ‹jeder ist ersetzbar›. Sie sind falsch. Mein ganzes Leben habe ich erfahren, dass in Wahrheit auch grosse Unternehmen nach dem Prinzip funktionieren ‹people before structure›, und genau so war es auch bei Schweiz Tourismus, 20 Jahre lang. Jürg Schmid war die Person um die sich alles drehte.

Die Banalität, dass jeder ersetzbar sei, ist ebenso unrichtig. Es gibt Persönlichkeiten, die mit ihrer Kompetenz, ihrem Charisma, ihrer Intelligenz und ‹feu sacré› ein Unternehmen, eine Institution prägen. So einer ist Jürg Schmid. Man kann sie nicht einfach wie einen mechanischen Teil auswechseln.

Jürg eckte auch an, hatte Kanten und Charakter, und gleichzeitig hat er eine enorme Kreativität und Schaffenskraft bewiesen. Grazie Jürg anche dal Ticino!»

Hanna Rychener Kistler, Direktorin der IST Zürich und Lausanne
«Jürg Schmids Rücktritt kommt heute als überraschende Meldung. Aber es überrascht grundsätzlich nicht, dass er sich nochmals einer neuen Herausforderung stellen möchte. Und dazu ist es richtig, dass er nicht länger wartet. Zudem kann ich mir vorstellen, dass ihm auch die jüngsten – völlig unangebrachten Diskussionen über sein Salär, welche gross und breit in der Presse herumgetragen wurden – seinen Entscheid gerade noch bekräftigten.

Jürg Schmid hat einen herausragenden Leistungsausweis und hat Schweiz Tourismus in einer Form geprägt, wie es zuvor keiner getan hat. Die Ausstrahlung hat weltweite Wirkung gezeigt.

Wo ich eine Herausforderung für Jürg Schmid sehe, ist in seiner neuen Funktion als Verwaltungsratspräsident von Graubünden Ferien. Er ist ein Vollprofi und hat 18 Jahre die oberste operative Führung von Schweiz Tourismus gehabt. Als Präsident muss er eine strategische Aufgabe wahrnehmen. Das verlangt andere Kompetenzen.

Als selbständige Unternehmerin seit 25 Jahren wünsche ich ihm von Herzen viel Freude, Erfolg und Erfüllung mit seinem Projekt, sich ebenfalls selbständig zu machen. Und ebenso wünsche ich ihm spannende weitere Mandate, die er bereit ist anzutreten.»

  
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