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zürcher volksfest
12.07.2017
Züri Fäscht zahlt Geld an Stadt und Kanton zurück
Der kantonale Lotteriefonds und die Stadt Zürich erhalten 200'000 Franken zurück: Das Züri Fäscht 2016 hat mit einem Gewinn abgeschlossen - allerdings nur dank den einmaligen finanziellen Zustüpfen der öffentlichen Hand. Wegen hohen Sicherheitskosten bestehe ein strukturelles Defizit, sagen die Festorganisatoren.

Der Verein Zürcher Volksfeste und das Organisationskomitee des Züri Fäschts sah sich im vergangenen Jahr mit grossen finanziellen Herausforderungen konfrontiert - es musste den alle drei Jahre stattfindenden Grossanlass neu konzipieren.

1,45 Millionen Franken Mehrausgaben
Nach verschiedenen Vorkommnissen im In- und Ausland musste das Sicherheitskonzept angepasst werden. Alleine das sogenannte Crowd Management, das Lenken der Besuchermassen, schlug mit Kosten von 600'000 Franken zu Buche. Zudem musste das Züri Fäscht dem Zürcher Verkehrsverbund neu 850'000 Franken als Entschädigung für das Nachtnetz überweisen.

Diese neuen, zusätzlichen Kosten hätten das Budget gesprengt, sagte der neue OK-Präsident Albert Leiser am Mittwoch, als er vor den Medien eine Bilanz des letzten Züri Fäschts zog. Ohne zusätzliche finanzielle Beiträge der öffentlichen Hand hätte der Verein sein Vermögen aufgebraucht, es wäre der letzte Grossanlass gewesen, so Leiser.

Doch Stadt und Kanton Zürich halfen einmalig aus. Der Kanton erhöhte seinen Beitrag aus dem Lotteriefonds um 395'000 auf 800'000 Franken. Die Stadt genehmigte für das Volksfest ebenfalls für einmal zusätzliche 300'000 Franken. Und das OK und der Verein Zürcher Volksfeste schossen selber 250'000 Franken ein.

Neue Kosten werden bleiben
Der Lotteriefonds und die Stadt Zürich erhalten nun je 200'000 Franken zurück, wie Leiser ankündigte. Denn das Züri Fäscht 2016 schloss bei einem Umsatz von 8,5 Millionen Franken mit einem Gewinn von 650'000 Franken ab.

Leiser sprach von «einem stolzen Gewinn», relativierte ihn aber gleich wieder: Ohne die Zusatzgelder sowie einer Entnahme aus dem Vereinsvermögen hätten ein Minus von rund 200'000 Franken resultiert. Dieses strukturelle Defizit müsse für die nächsten Ausgaben beseitigt werden.

Denn die Mehrausgaben - etwa im Bereich des Crowd Managements - werden auch inskünftig anfallen. Diese Massnahmen hätten sich bewährt und müssten beibehalten werden, sagte Leiser diesbezüglich. Und: Würde etwas passieren, wären die Kosten höher.

Gedränge am Ende des Feuerwerks
Im Jahr 2013 war es am Züri Fäscht im Gedränge zu Ansätzen von Massenpanik gekommen. Auf 2016 wurden verschiedene Massnahmen getroffen. So wurde - um die Besucherspitzen zu brechen - insbesondere ein drittes Feuerwerk ins Programm integriert.

Daten von 2013 hätten gezeigt, dass vor dem Feuerwerk innert einer halben Stunde die Besucherdichte am Seebecken um das Sechsfache angestiegen sei, sagte Adrian Zemp, Leiter der Fachstelle Crowd Management bei der Stadtpolizei Zürich.

Zu einem Problem werde dies jeweils am Ende des Feuerwerks, wenn die Lichter wieder angingen: «Die Leute drehen sich um und wollen weg.» Es kommt an verschiedenen Orten zum Gedränge. So entpuppte sich etwa der Bahnhof Stadelhofen als Hot Spot.

Drittes Feuerwerk und Alternativangebote
Das Ziel, die Besucherspitzen zu brechen, sei erreicht worden, sagte Zemp. Er verwies dabei nicht nur auf das dritte Feuerwerk, sondern auch darauf, dass im erweiterten Festgelände zusätzliche Alternativangebote geschaffen wurden. «Während den Feuerwerken hielten sich 25'000 bis 30'000 Personen in anderen Zonen auf.»

Das OK hält deshalb für die Ausgabe 2019, die vom 5. bis 7. Juli stattfinden wird, an drei Feuerwerken fest. Das dritte soll aber nicht mehr erst um 1.30 Uhr in der Nacht auf Samstag, sondern eine halbe Stunde früher gezündet werden, wie Leiser sagte.

Auch an den anderen Neuerungen - etwa an der kompletten Sperrung des Seebeckens und der Innenstadt bereits ab 6 Uhr am Freitag - will das OK ebenfalls nicht rütteln. «Das Züri Fäscht 2019 wird grosso modo wie 2016 ausfallen», kündigte Geschäftsleiter Roland Stahel an. (sda/pt)

  
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