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meinung
9.02.2017
Hoffen auf den grossen Wurf
Die Delegiertenversammlung der Bündner Hoteliers stand im Zeichen der Olympischen Winterspiele 2026.
Daniel Stampfli / htr hotel revue vom 9. Februar 2017

«Der Kluge reist im Zuge.» Mit diesem Satz leitete Ernst «Aschi» Wyrsch, Präsident der Bündner Hoteliers, die 98. Delegiertenversammlung von hotellerie­suisse Graubünden mit rund 200 An-

wesenden ein. Er spielte dabei auf die Probleme der Rhätischen Bahn bei der Beförderung von Hoteliers und Gästen ab Chur nach Arosa an. Wegen zu vieler Bahnwagen und somit zu viel Gewicht blieb der Zug unterwegs stecken und traf erst mit gut 40 Minuten Verspätung in Arosa ein. «Wenn dies von der DV in Erinnerung bleibt, habe ich ein Problem», so Wyrsch.

Doch die Sorge ist unbegründet. Denn viel mehr Raum an der DV – zeitlich und räumlich – beanspruchte das Thema «Olympische Winterspiele 2026 Graubünden und Partner». Dass für die Abstimmung vom 12. Februar die Werbetrommel gerührt wurde, war schon beim Eintritt ins Kongresszentrum nicht zu übersehen. Banner, Fahnen und Pins mit dem Aufdruck «Kandidatur Olympia 2026 – Ja» waren omnipräsent. «Uns fehlt der grosse Wurf», brachte es Ernst Wyrsch auf den Punkt. Dies, obwohl die Bündner ­Hoteliers ihre qualitativen Aufgaben gemacht hätten. Im Kanton herrsche die grösste «Auszeichungsdichte» der Schweiz. Keine andere Region habe auf so engem Raum und gemessen an den Einwohnerzahlen so viele von «Gault Millau» ausgezeichnete Restaurants, so viele Hotel-Award-Gewinner, so viele mit Auszeichnungen geschmückte Köche, Sommeliers, Concierges und Hausdamen. Trotzdem verliert Graubünden Gäste. «Wir machen vieles richtig, möchten aber bessere Ergebnisse haben», so Wyrsch. Die Olympischen Winterspiele 2026 könnten einen Wandel bringen. Und können bewirken, «dass man in allen 150 Bündner Tälern wieder zusammen statt gegeneinander arbeitet».

Aber er registriere bezüglich Abstimmung eine gewisse Lethargie, so Wyrsch. Dies sei wohl dem Wohlstand geschuldet. Alle Branchenvertreter müssten sich fragen, welchen Effort sie in den verbleibenden Tagen bis zur Abstimmung tun könnten. «Stellen Sie sich vor, das Wallis gewinnt. Ich will dann kein Gejammer hören. Also lassen wir es nicht so weit kommen», rief Wyrsch den Anwesenden ins Gewissen.

Als Gastreferent warb auch Andreas Wieland für ein Ja am 12. Februar. Der Chef der amerikanischen Medtech-Unternehmung Hamilton ist Verfasser des Konzepts für «Olympia 2026». Bei der Kandidatur 2022 war Wieland noch auf der Gegnerseite. Damals habe man mit zu vielen temporären Bauten geplant und die Kosten seien zu hoch gewesen. Beim aktuellen Konzept würden bestehende Anlagen genutzt und der ganze Kanton Graubünden werde miteinbezogen.

Mit den versammelten Hoteliers und den eingeladenen Vertretern aus der Tourismusbranche waren die Befürworter unter sich. Den Entscheid über die erste Hürde auf dem Weg zu den Olympischen Winterspielen fällt aber nicht die Branche, sondern die gesamte Bündner Bevölkerung. Wie deren Plazet am kommenden Wochenende ausfallen wird, lässt sich noch schlecht erahnen.

Wie der Entscheid auch ausfallen wird, positiv war im Anschluss an die DV von hotelleriesuisse Graubünden: Die Rückfahrt mit der Rhätischen Bahn verlief ohne Panne.

  
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