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detailhandel
2.05.2017
Dufry startet mit starkem Wachstum ins neue Jahr
Der Basler Reisedetailhändler Dufry startete stark ins neue Jahr: Das Wachstumstempo steigerte sich im traditionell schwachen ersten Quartal deutlich. Dabei profitierte der Zollfreiladenbetreiber von kauffreudigen Reisenden in einem vielerorts verbesserten wirtschaftlichen und politischen Umfeld.

Der Umsatz wuchs um 4,7 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken. Das Wachstum wurde gebremst von Wechselkurseffekten - diese Effekte sowie eine Devesition ausgeklammert wuchs Dufry organisch in den ersten drei Monaten 2017 um 7,2 Prozent, wie das Basler Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Mit dem Wachstum hat Dufry die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen und das Tempo hochgeschraubt. Vor einem Jahr schrumpfte der Konzern organisch noch um 5,2 Prozent. 2015 und 2016 war Dufry nur dank Grossübernahmen kräftig gewachsen. Ende des letzten Jahres begannen die Geschäfte jedoch auch organisch an Fahrt aufzunehmen: Das Unternehmen wuchs aus eigener Kraft um 5,6 Prozent.

Die Anstrengungen und Massnahmen, um das organische Wachstum zurückzubringen, hätten endlich einen signifikanten Einfluss auf die Verkäufe gezeigt, sagte Dufry-Chef Julian Diaz in der Mitteilung. Rückenwind habe es zudem von besseren ökonomischen und politischen Bedingungen in mehreren Märkten gegeben.

Zweistellige Wachstumsraten
Zunehmend wieder besser läuft es in den Schwellenländern. Nach Rückschlägen setzen Märkte wie Russland, Brasilien und Türkei zur Erholung an.

Mit 415,5 Millionen Franken steuert die Region Grossbritannien, Zentral- und Osteuropa am meisten zum Umsatz bei. Das organische Wachstum dort betrug 8,8 Prozent, während in Berichtswährung ein Minus verzeichnet wurde. Insbesondere in Grossbritannien lockt das schwache Pfund viele Touristen, wovon Dufry profitiert.

Zweitgrösste Region nach Umsatz ist Lateinamerika mit 400,2 Millionen Franken Einnahmen. Dort betrug das organische Wachstum 12,7 Prozent. Auch in Nordamerika konnte Dufry mit 4,8 Prozent kräftig zulegen. In Südeuropa und Afrika schaute ein Plus von 2,8 Prozent heraus, während es in Asien, im Nahen Osten und Australien ein Minus von 0,4 Prozent gab.

Synergien verbessern Profitabilität
Dufry konnte nicht nur stärker wachsen, sondern auch profitabler, wobei Analysten aber mehr erwartet hatten. Die Bruttomarge verbesserte sich dank Synergien im Zuge der Übernahme von World Duty Free von 58,6 Prozent im ersten Quartal 2016 auf 59,6 Prozent im ersten Quartal 2017.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen erhöhte sich um 5,6 Prozent auf 154,7 Millionen Franken. Nach Abschreibungen und Amortisationen schreibt Dufry wegen Sondereffekten allerdings rote Zahlen: Der Betriebsverlust auf Stufe EBIT belief sich auf 22,5 Millionen Franken, fiel damit allerdings deutlich kleiner aus als noch im Vorjahresquartal mit 39,5 Millionen Franken.

Unter dem Strich schrieb Dufry einen Verlust von 60,8 Millionen Franken, nach 85,6 Millionen Franken vor einem Jahr.

Saisonalität verstärkt
Das erste Quartal ist saisonal jeweils das schwächste für den Reisedetailhändler. Durch die jüngsten Zukäufe habe sich die dem Geschäft zugrundeliegende Saisonalität weiter verstärkt, schreibt Dufry. Da die meisten Läden auf der Nordhalbkugel lägen, fänden die grössten Passagierströme im Sommer statt. Gegenüber dem Vorjahr gab es zudem im ersten Quartal einen Verkaufstag weniger als im Februar und Ostern verschob sich ins zweite Quartal.

Im Gesamtjahr 2016 war Dufry nach kostspieligen Grossübernahmen wieder in die Gewinnzone gekommen: Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 45,8 Millionen Franken nach einem Verlust von 36,9 Millionen Franken im Vorjahr.

Dufry stemmte mit der ehemaligen Swissair-Tochter Nuance und WDF in den vergangenen beiden Jahren zwei Grossübernahmen. Unterdessen betreibt der Konzern in Bahnhöfen, Flughäfen, Häfen, auf Kreuzfahrtschiffen und in städtischen Touristenzentren rund 2200 Shops mit 29'000 Angestellten. Der Konzern ist in 63 Ländern präsent.

Im laufenden Jahr will Dufry mit der Eröffnung neuer Ladenflächen weiter wachsen, die Effizienz verbessern und Schulden abbauen. Keine Angaben machte Dufry in der Mitteilung in Bezug auf den neuen Grossaktionär aus China. Im April war bekannt geworden, dass sich der chinesische Beteiligungsriese HNA mit 16,79 Prozent bei Dufry eingekauft hat. (sda/pt)

  
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