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masseneinwanderungsinitiative
1.09.2017
Gastgewerbe ortet grossen Anpassungsbedarf bei der Umsetzung
Die in die Vernehmlassung geschickten Verordnungen zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sehen nach Ansicht von hotelleriesuisse und Gastrosuisse «realitätsfremde Bestimmungen» vor. Der Schwellenwert, der eine Meldepflicht auslöst, müsse mindestens auf 8 Prozent erhöht werden.

Die vorgesehenen Verordnungen würden der Wirtschaft, aber auch den Arbeitsvermittlungsämtern einen büroratischen Zusatzaufwand aufbürden, der in keinem vernfünftigen Verhältnis zum Nutzen stehe, schreiben hotelleriesuisse, Gastrosuisse und der Schweizerische Baumeisterverband in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Sie fordern mehrere Korrekturen.

So soll etwa der Schwellenwert, der eine Meldepflicht auslöst, auf mindestens 8 Prozent erhöht werden. Bei der vorgeschlagenen Schwelle von 5 Prozent käme gemäss Seco nicht einmal ein Stellensuchender auf eine meldepfichtige Stelle.

Die zur Berechnung der Arbeitslosenquote in den Berufsgattungen hinzugezogene Nomenklatura spiegle die Realität in den Branchen nicht annähernd wider und verfälsche die entsprechenden Arbeitslosenquoten. So würden in vielen Berufsgattungen Personen mit Berufsausbildung und Hilfskräfte nicht getrennt erfasst. In der Kategorie Maurer oder Küchenpersonal etwa seien von ungelernten Hilfskräften bis zu Berufsleuten mit EFZ oder mit einer Berufsprüfung alle zu finden, die jemals gemauert oder in der Küche gearbeitet haben. Qualifizierte Berufsleute seien jedoch genau in diesen handwerklichen Bereichen sehr gefragt und schwierig zu finden.

Die Sperrfrist, in der eine freie Stelle nicht öffentlich ausgeschrieben werden darf, muss nach Ansicht von hotelleriesuisse, Gastrosuisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband auf zwei Arbeitstage reduziert werden. Die vorgeschlagene Frist von fünf Arbeitstagen sei zu lang. Insbesondere über die Feiertage könnten sich so Fristen von bis zu 13 Tagen ergeben, was den Rekrutierungsprozess in den Unternehmen zu lange blockiere. Die vorgeschlagenen Ausnahmen müssten ergänzt werden. Kurze Einsätze müssten bis zu 30 Tagen ohne Stellenmeldepflicht möglich sein. Ebenso sollen Wiedereinstellungen von bewährten Mitarbeitenden, beispielsweise nach einem Mutterschaftsurlaub, nach Reisen oder nach einem saisonalen Unterbruch von begrenzter Zeit keine Stellenmeldepflicht auslösen.

Der Bundesrat wird die definitive Version der Umsetzungs-Verordnungen voraussichtlich am 10. Januar 2018 verabschieden. (htr/dst)

  
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