Ferienwohnungen, Lodges, Chalets und bewirtschaftete Zweitwohnungen sind typische Vertreter der Parahotellerie. Gerade in Zeiten von Corona sind diese Beherbergungsarten sehr beliebt, da sie Unabhängigkeit, Privatsphäre und die Möglichkeit zur jederzeitigen Selbstverpflegung bieten. Dementsprechend stark sind auch die Preise für diese Domizile gestiegen. 

Ein eminenter Unterschied der Parahotellerie zur klassischen Hotellerie ist jedoch die Wertschöpfungstiefe. Während die Hotellerie Nebenleistungen, wie Gastronomie, Spa, Wellness oder Fitness integriert, beschränkt sich die Parahotellerie meist nur auf die Unterbringungsleistung. Dies eröffnet Service-Dienstleistern und Hotels die Möglichkeit interessante Zusatzumsätze mit Concierge Services und dem Facility Management zu erzielen. Die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wird zunehmen. Grund dafür ist unter anderem die Steigerung der Nutzungsfrequenzen der Parahotellerie, was wiederum auf die Ausbreitung multilokaler Lebensstile in der Bevölkerung zurückzuführen ist. Die Schaffung solcher Bewirtschaftungsangebote und Austauschformate für die Menschen vor Ort bietet die Gelegenheit, dass periphere Gebiete vom Trend zum Rückzugsort in den Bergen stärker profitieren können, persönliche Bindungen entstehen und sich Einwohner und Zweitheimische besser vernetzen.

Das für Graubünden und weitere Bergkantone wichtige Thema der Parahotellerie wird durch das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) der Fachhochschule Graubünden auch eventtechnisch aufgegriffen: Das 14. Tourismus Trendforum findet dieses Jahr während sieben Abenden zwischen Dienstag, 26. Oktober bis Mittwoch, 10. November online statt und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Das ITF der FH Graubünden hat für die diesjährige Ausgabe eng mit der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) zusammengearbeitet. Die Veranstaltungsreihe wird bilingual gehalten, was nicht nur der Sprachenvielfalt der Schweiz Ausdruck verleiht, sondern auch auf die interkantonale Zusammenarbeit zwischen zwei bedeutenden Tourismuskantonen hinweist. 

Den Auftakt zur Veranstaltung machen zwei Kurz-Inputs: Der Bündner Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft und Soziales, Marcus Caduff sowie der Staatsrat und Vorsteher des Finanz- und Volkswirtschaftsdepartements des Kantons Tessin, Christian Vitta, kontextualisieren in ihren Reden die Wichtigkeit der Aktivierung von Zweit- und Ferienwohnungen für Graubünden und das Tessin. Im Anschluss daran beleuchten die Rednerinnen und Redner die neuen Stars im Aufenthaltstourismus von verschiedenen Blickwinkeln und zeigen, inwiefern Zweit- und Ferienwohnungen momentan eine Renaissance erleben und welche Geschäftsgelegenheiten sich daraus für Leistungsträger und Destinationen ergeben.

Anmeldung und weitere Informationen unter www.fhgr.ch/trendforum