Wegen des beispiellosen Nachfragerückgangs und der weit verbreiteten Reisebeschränkungen aufgrund der Cornavirus-Pandemie verbuchten die Destinationen weltweit im Jahr 2020 1 Milliarde weniger internationale Ankünfte als im Vorjahr.

Laut dem jüngsten UNWTO-Welttourismusbarometer bedeutet der Einbruch des internationalen Reiseverkehrs einen geschätzten Verlust von 1,3 Billionen US-Dollar an Exporteinnahmen – mehr als das 11-fache des Verlustes, der während der Weltwirtschaftskrise 2009 verzeichnet wurde. Die Krise hat zwischen 100 und 120 Millionen direkte Arbeitsplätze im Tourismus gefährdet, viele davon in kleinen und mittleren Unternehmen.  

Alle Weltregionen betroffen
Asien und der Pazifik (-84%) – die erste Region, die unter den Auswirkungen der Pandemie leidet und diejenige, in der derzeit die meisten Reisebeschränkungen gelten – verzeichnete den grössten Rückgang der Ankünfte im Jahr 2020 (300 Millionen weniger). Der Mittlere Osten und Afrika verzeichneten jeweils einen Rückgang von 75 Prozent.

Europa verzeichnete einen Rückgang von 70 Prozent bei den Ankünften, trotz einer kleinen und kurzlebigen Belebung im Sommer 2020. Die Region erlitt den grössten Rückgang in absoluten Zahlen, mit über 500 Millionen weniger internationalen Touristen im Jahr 2020. Nord- und Südamerika verzeichnete einen Rückgang der internationalen Ankünfte um 69 Prozent, nach etwas besseren Ergebnissen im letzten Quartal des Jahres.

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UNWTO-Generalsekretär Zurab Pololikashvili sagte: «Obwohl viel getan wurde, um sicheres internationales Reisen zu ermöglichen, sind wir uns bewusst, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist. Die Harmonisierung, Koordination und Digitalisierung von COVID-19 reisebezogenen Risikominderungsmassnahmen, einschliesslich Tests, Rückverfolgung und Impfbescheinigungen, sind wesentliche Grundlagen, um sicheres Reisen zu fördern und sich auf die Erholung des Tourismus vorzubereiten, sobald die Bedingungen es erlauben.»

Wann wird in welcher Region ein Aufschwung im internationalen Tourismus erwartet?
Die jüngste Umfrage des UNWTO-Expertenpanels zeigt einen gemischten Ausblick für 2021. Fast die Hälfte der Befragten (45%) sieht für das laufende Jahr bessere Aussichten als im Jahr 2020, während 25 Prozent eine ähnliche Entwicklung erwarten und 30 Prozent mit einer Verschlechterung der Ergebnisse rechnen.

Die Aussichten auf einen Aufschwung im Jahr 2021 scheinen sich insgesamt verschlechtert zu haben. 50 Prozent der Befragten erwarten nun einen Aufschwung erst im Jahr 2022, verglichen mit 21 Prozent im Oktober 2020. Die verbleibende Hälfte der Befragten sieht immer noch einen potenziellen Aufschwung in diesem Jahr, wenn auch unterhalb der Erwartungen, die in der Umfrage vom Oktober 2020 gezeigt wurden (79% erwarteten eine Erholung im Jahr 2021). 

Wenn es mit dem Tourismus wieder aufwärts geht, prognostiziert das UNWTO-Expertengremium eine wachsende Nachfrage nach Freiluft- und naturbasierten Tourismusaktivitäten, wobei der Inlandstourismus und «Slow Travel»-Erfahrungen an Interesse gewinnen.

 

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Einen vollständigen Überblick über die neuesten globalen, regionalen und subregionalen Daten finden sich beim UNWTO World Tourism Barometer und dem UNWTO Tourism Recovery Tracker. (htr/npa)