Internationale Wirtschaftsführer, hochrangige Politiker, Akademiker und Journalisten trafen vom 5. bis 6. März in Aserbaidschans Hauptstadt Baku zusammen, um sich im Rahmen eines zweitätigen Think Tanks über die Zukunft des weltweiten Tourismus auszutauschen.

Um den globalen Tourismus zu fördern und als sozialwirtschaftliches System zu etablieren, hatten die Verantwortlichen der interdisziplinären Plattform World Tourism Forum Lucerne (WTFL) 30 international anerkannte Tourismusexperten eingeladen, darunter Persönlichkeiten wie Taleb Rifai (Generalsekretär der World Tourism Organization, UNWTO), Gerald Lawless (designierter Vorsitzender World Travel and Tourism Council, WTTC), Isabel Hill (Director U.S Department of Commerce) und Mario Hardy (CEO Pacific Asia Travel Association, PATA).

Der Fokus des diesjährigen «Think Tanks» lag auf der Ausarbeitung eines ganzheitlichen Konzeptes zur Förderung der weltweiten touristischen Entwicklung. Denn gerade in Schwellenländern, die sich heute zunehmend touristisch entwickeln, sei ein blosses Reagieren auf Probleme nicht mehr zeitgemäss, wird von den Organisatoren festgehalten. Obwohl sich der Tourismus als Instrument zur Erhaltung der lokalen Lebensgrundlagen etabliert habe, würden die gegensätzlichen Interessen der involvierten Akteure die touristische Entwicklung hemmen – gerade im heute schnelllebigen Umfeld.

«Die Experten des ‹Think Tanks› streben ein gemeinsames Ziel an: einen gesunden Ausgleich zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit. Dadurch kann die Authentizität der touristischen Destinationen und ihrer Kulturen geschützt und erhalten werden», sagt Professor Martin Barth, General Manager des WTFL.

Keynote-Referent Sean Cleary, (Vorsitzender Strategic Concepts) richtete in Baku die globalen Trends in Zentrum, welche die Welt in den nächsten zehn Jahren beeinflussen werden. Er betonte die Notwendigkeit für die Reiseindustrie, unvorhersehbaren und wachstumsgefährdenden Faktoren auch in Zukunft agil und flexibel gegenüberzutreten.

Der Minister für Tourismus und Kultur von Aserbaidschan, Abulfas Garayev, bezeichnete das Gleichgewicht zwischen Mensch, Umwelt und Rentabilität als unumgänglich, um ein rundum optimales Tourismus-Erlebnis zu schaffen.

Dieses Erlebnis sowie der Drang, etwas zu lernen, seien heute laut Helena Egan (Global Head of industry relations Tripadvisor) nach wie vor die Hauptgründe für eine Reiseentscheidung. Die Technologie diene dabei lediglich als Hilfsmittel, die das Reisen erleichtere.

Ein spezifisches Augenmerk auf die Entscheidungsträger der Tourismusindustrie richtete UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai. Die Verantwortlichen müssen demnach in Entscheidungsprozessen eine klare Rolle einnehmen, um das touristische Verständnis der verschiedenen Akteure sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Tourismusbranche zu formen und zu fördern.

Das World Tourism Forum Lucerne mit seinen alternierend stattfindenden Veranstaltungen in Luzern und in Guizhou/Gui’an (China) bietet Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Finanzwelt jedes Jahr einen Überblick über aktuelle Themen und Trends der Tourismusindustrie.

Der alljährlich stattfindende Think Tank ist ein Teil der Expansionsstrategie vom WTFL. Der Anlass ergänzt die jährlich alternierend stattfindenden Veranstaltungen in Luzern und in Guizhou/Gui’an (China). Die «Denkfabrik» soll Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Finanzen, Wissenschaft sowie «Young Talents» zusammenbringen und den Austausch sowie die Lösungsfindung zu den weltweiten Herausforderungen im Tourismus fördern. Das Forum wird von einem internationalen Fachbeirat unter der Leitung von ex-Kempinski-Chef Reto Wittwer begleitet.

Das 1. World Tourism Forum Lucerne in Guizhou/Gui’an findet vom 23.-24. September 2016 statt und das 5. World Tourism Forum Lucerne in Luzern vom 4.–5. Mai 2017.