Barbara Gisi, was ist Ihr persönliches Highlight vom Jahr 2018?

Die Wahl von zwei Frauen in den Bundesrat.

Barbara Gisi ist seit Juli 2013 Direk­torin beim Schweizer Tourismus-­Verband STV. Zuvor war die Juristin mit einem Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft für Nonprofit-Organisationen (NPO) stellvertretende General­sekretärin des Kaufmännischen Verbandes Schweiz. Die 51-Jährige ist in Olten aufgewachsen und wohnt inzwischen in Bern und Basel.

Was sind Ihre Vorsätze für das Jahr 2019?

Ehrlich gesagt habe ich die Vorsätze fürs Neue Jahr schon vor einer Weile abgeschafft, weil ich mich spätestens Ende Januar sowieso nicht mehr daran halte. Rund zweimal pro Woche zu Fuss ins Büro zu gehen, mache ich auch ohne Vorsatz, weil es schön ist, am Morgen am Bärengraben vorbei durch die erwachende Berner Altstadt zu spazieren und mir Zeit zu nehmen, mit einem etwas anderen Blick auf das vertraute Stadtbild zu schauen.

Wie verbringen Sie die Festtage?

Zusammen mit Familie, Bekannten und Freunden. Mal drinnen bei einem Glas Wein, mal draussen auf einem Spaziergang oder auch mit Musik und einem guten Buch bei Kerzenschein.

Wie erholen Sie sich nach einem anstrengenden Tag?

Mit einem ausgiebigen Schaumbad, in das ich immer wieder heisses Wasser nachlaufen lasse, bis meine Finger weiss und schrumpelig sind.

Wenn Sie ein Jahr lang frei hätten, was würden Sie dann machen?

Ich würde die berühmte Weltreise nachholen, von der ich jahrelang gesprochen, die ich aber immer nur stückchenweise umgesetzt habe. Dabei würde ich nicht zwingend dem Jakobsweg folgen, wie das gerade ziemlich «in» ist. Ein bisschen Bequemlichkeit muss sein. Dazu gehört auch die Langsamkeit. Nicht von Ort zu Ort hetzen, sondern innehalten, mit Menschen in Kontakt kommen, abwechselnd Füsse und Seele – oder auch beides zusammen – baumeln lassen und vielleicht ein Tagebuch schreiben.

Wo haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht?

In Kirgistan und Usbekistan.

Was darf auf keinen Fall fehlen, wenn Sie auf Reisen gehen?

Ein Schweizer Taschenmesser.

Welches ist Ihr Lieblingshotel?

Wäre das nicht schon geradezu fahrlässig undiplomatisch, hier einen Namen zu nennen? Hotels, die hell und vom Raum her grosszügig gestaltet sind, idealerweise in dezent-warmen Farben, und Aussicht auf ein Gewässer bieten, punkten bei mir mit Garantie immer.

Wenn Sie als Gast ein Hotelzimmer betreten, worauf achten Sie am meisten?

Auf die Lage im Gebäude. Liegt es strassenseitig, hat es einen Hof mit lauten Lüftungen, oder bietet es eine schöne Aussicht. In den ersten beiden Fällen versuche ich freundlich, das Zimmer zu wechseln.

Welche besondere Fähigkeit würden Sie gerne beherrschen – und warum?

Ein – oder noch besser mehrere – Musikinstrumente so gut zu beherrschen, dass ich frei und spontan spielen könnte, ohne zuvor lange «an den Noten zu kleben». Zum Beispiel eine Gruppe netter Leute am Lagerfeuer mit Gitarre oder «Schnuuregyygeli» zu begleiten. Warum? Weil so die gute Stimmung garantiert ist.

Mit welcher historischen Persönlichkeit würden Sie gerne Nachtessen?

Mit Ötzi die Pilze, Wurzeln und Kräuter aus seinem Lederbeutel an einem Höhlenfeuerchen teilen.

Was bringt Sie auf die Palme?

Wenn jemand versucht, mich über den Tisch zu ziehen (natürlich nur, wenn ich es merke).

Wem würden Sie gerne einmal Ihre Meinung sagen?

Konstruktiver als jemandem die Meinung zu sagen, scheint es mir, gute Leistungen zu loben.

Wen bewundern Sie und warum?

Angela Merkel. Ihre kluge, zielstrebige Hartnäckigkeit, Diplomatie und Geduld in einem oft sehr engstirnigen Umfeld.

Welches Buch liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?

Abraham trifft Ibrahim – Streifzüge durch Bibel und Koran, von Sibylle Lewitscharoff und Najem Wali.

Was möchten Sie unbedingt noch erleben?

Teilnahme an einem Sandskulpturen-Wettbewerb.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Flying Doctor in Alice Springs oder Karikaturistin.

Wenn Sie heute Gäste empfangen, was würden Sie für sie kochen?

Szegediner Gulasch (eines der wenigen Rezepte, das mir einigermassen gelingt). Kochen gehört nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten, essen hingegen schon.

Mit wem möchten Sie nie im Lift stecken bleiben?

Mit dem Liftmonteur. Reparieren von innen stelle ich mir schwierig vor.

Was empfinden Sie als stillos?

Notsituationen auszunützen; letztlich Zynismus in jeglicher Form. (npa/og)