Der Anlass im «Baur au Lac» in Zürich diente hauptsächlich dem Zweck, auf das Thema Foodwaste aufmerksam zu machen und für das Problem zu sensibilisieren. Denn ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln in der gehobenen Gastronomie stelle keineswegs einen Widerspruch dar, schreibt das 5-Sterne-Superior-Haus in einer Mitteilung. Im «Baur au Lac» gehen Luxus und Achtsamkeit in Bezug auf Verschwendung Hand in Hand. So werden beispielsweise Lebensmittel täglich bestellt und geliefert, um flexibel auf die Nachfrage reagieren zu können.

Ein weiterer Schritt stellt das Projekt «Tasting not Wasting» dar, das 2017 bereits mit einer erfolgreichen Auftaktpremiere startete. Waren letztes Jahr noch rund 100 Gäste im Restaurant Rive Gauche geladen, so wurden die Spielregeln für dieses Jahr etwas verändert. Im Vorfeld bot die Schweizer Tafel ausgewählten Firmen einzelne Tische in den Banketträumlichkeiten des Baur au Lac zum Verkauf an, die diese danach mit ihren eigenen Gästen füllen konnten. Der Erlös von 28‘040 Franken aus dem Verkauf plus Spenden kommt der Schweizer Tafel zugute.

Im Rahmen des Events demonstrierte Maurice Marro, der hoteleigene Küchenchef des Baur au Lac, dass Lebensmittel die das Verkaufsdatum – nicht aber das Verfallsdatum – überschritten haben, absolut genussfähig und in qualitativ einwandfreiem Zustand sind. Er zauberte ein delikates Menü für die Gäste auf die Teller aus Lebensmitteln, die am Tag zuvor von der Schweizer Tafel angeliefert wurden. Darunter befanden sich unter anderem 30 Kilogrammm Spargeln, 15 Kilogramm Pilze sowie nahezu 10 Kilogramm Rhabarber und 10 Kilogramm Beeren. Die einzigartigen Gourmet-Kreationen beeindruckten die Gäste und verdeutlichten, dass Ware, die nicht mehr makellos ist, aber nach wie vor in einem guten Zustand, durchaus noch verwendet werden und zugleich geschmackvoll sein kann. (htr/og)


Die «Schweizer Tafel»
Die «Schweizer Tafel» ist ein Projekt der Stiftung Hoffnung für Menschen in Not mit Sitz in Kerzers. Sie ist nach dem amerikanischen Vorbild von City Harvest und der Berliner Tafel aufgebaut und organisiert. Die Idee, auch in der Schweiz überschüssige Lebensmittel an armutsbetroffene Personen zu verteilen, hatte Yvonne Kurzmeyer. Im Dezember 2001 eröffnete sie in Bern den ersten Standort der Schweizer Tafel. Heute ist die Schweizer Tafel in 12 Regionen der Schweiz aktiv, hat 38 Fahrzeuge und verteilt täglich etwa 18 Tonnen Lebensmittel.