Nachdem die britische Competition & Markets Auhority (CMA) eine Reihe von Hotelbuchungsportale geprüft hat, leitet sie gegen die Webseiten Durchsetzungsmassnahmen ein. Da deren Praktiken gegen den Konsumentenschutz verstossen könnten.

Bei Untersuchungen stiess die Wettbewerbs- und Marktbehörde auf irreführende Methoden der Portale. So beispielsweise bei den Suchergebnissen, wo untersucht wurde, wie Hotels aufgelistet, beziehungsweise Suchergebnisse von Faktoren beeinflusst werden, die für die Anforderungen der Nutzer nicht relevant sind. Dazu gehören etwa die Höhe der Provision, die ein Hotel an die Website zahlt.

Ein weiterer Punkt, der geprüft wurde ist der Verkaufsdruck, den die Buchungsplattformen auf die Gäste ausüben. So wurde untersucht, ob beispielsweise eine Aussage darüber, wie viele Personen sich für ein und dasselbe Zimmer interessieren, wie viele Zimmer noch frei sind oder wie lange ein Preis verfügbar ist, einen falschen Eindruck von der Zimmerverfügbarkeit erzeugt und den Gast dazu veranlasst, eine Buchungsentscheidung zu treffen.

Weiter klärte die CMA ab, ob die sogenannten «Discount Claims» der Portale den Kunden einen fairen Vergleich bieten. Beispielsweise könnte der Rabatt auf einem höheren Preis beruhen, der nur für einen kurzen Zeitraum verfügbar war oder für die Suchkriterien des Gastes nicht relevant ist.

Geprüft wurde auch, wie viele Buchungsplattformen dem Kunden versteckte Kosten nicht anzeigen, so dass dieser später mit unerwarteten Gebühren wie Steuern oder Buchungsgebühren konfrontiert wird.

Durchsetzungsmassnahmen eingeleitet
Zu den Untersuchungen äusserte sich Andrea Coscelli, Geschäftsführerin der CMA: «Buchungsplattformen können die Wahl eines Urlaubs so viel einfacher machen, aber nur, wenn die Leute den Portalen vertrauen können».

Die Feriengäste müssten sich sicher sein können, dass sie das Angebot erhalten, welches sie erwarten. Sei es, dass sie den versprochenen Rabatt bekommen oder zuverlässige Informationen über die Verfügbarkeit von Zimmern erhalten. Auch, dass sich niemand durch irreführende Aussagen zu einer Buchung gedrängt fühlt, erachtet Coscelli als wichtig.

Die CMA fordert, dass die Buchungsplattformen darüber nachdenken, auf welche Weise sie ihren Kunden Informationen präsentieren und sich damit an das Gesetz halten.

«Unser nächster Schritt ist es, alle notwendigen Massnahmen zu ergreifen – bei Bedarf auch durch die Gerichte –  um sicherzustellen, dass die Menschen einen fairen Deal bekommen», so die Geschäftführerin.

Zusätzlich zu ihren Durchsetzungsmassnahmen hat die CMA Warnschreiben an die Portale verschickt. Die Behörde verlangt, dass die Portale ihre Bedingungen und Praktiken überprüfen und gewährleisten, dass diese fair sind und dem Konsumentenschutzrecht entsprechen.

Die britischen Wettbewerbshüter äusserten auch Bedenken bezüglich der Preisgarantien und anderen Preiszusagen der Hotelreservierungsportale. Deshalb habe die CMA die Advertising Standards Authority (ASA) gebeten zu prüfen, ob Aussagen wie «Bestpreisgarantie» oder «Niedrigstpreis» die Kunden irreführen, und welche Bedingungen erfüllt sein müssten, damit Unternehmen solche Ansprüche geltend machen können.

htr/npa