Christian Strieder ist Ansprechpartner für Kunden und Interessenten von STR in der Schweiz, Österreich und Deutschland. In dieser Rolle vertritt er STR auch auf Veranstaltungen und präsentiert regelmässig die aktuellen Entwicklungen der Hotelmärkte.

Die drei Monate Dezember bis Februar sind aus Sicht der Stadt-Hoteliers oft «Saure-Gurken-Zeit» mit der niedrigsten Nachfrage während des gesamten Jahres. An diese nachfrageschwache Zeit schloss sich dieses Jahr im Monat März die Corona-Krise an, welche zu stark fallenden Umsätzen und Betriebsschliessungen führte. Wie sahen die Ergebnisse bei Zimmerauslastung und RevPAR (Revenue Per Available Room, also die Durchschnittsrate aller verfügbaren Zimmer) nun konkret aus?

Die Ergebnisse der vergangenen Wintermonate stellten sich in den grösseren Städten unterschiedlich dar. Stärkste Gewinner mit einem RevPAR-Zuwachs von 14 Prozent waren die Hotels der Stadt Basel. Hauptsächliche Gründe dafür waren die guten Ergebnisse während der nur alle zwei Jahre stattfindenden Messe Swissbau Mitte Januar. Insgesamt schlugen über den Zeitraum der drei Monate gegenüber dem Vorjahr bei der Auslastung ein Plus von 5 Prozent und eine Netto-Logisrate pro Zimmer (ADR) von +9 Prozent zu Buche. Mit CHF 92 lag der RevPAR-Wert sogar deutlich über dem Durchschnittswert der zurückliegenden zwölf Monate von CHF 121.

Zürich und Genf erzielen gleich hohen Zimmerertrag
Auch der Hotelmarkt in Zürich konnte gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen. So stiegen Auslastung und ADR moderat um jeweils ein Prozent. Unter den fünf betrachteten Städten konnte hier die höchste Auslastung (63,8 Prozent) festgestellt werden. Der erreichte RevPAR von CHF 140 lag in den Wintermonaten auch hier deutlich unter dem 12-Monats-Schnitt von CHF 171.

Die Umsätze der Berner Hotels lagen konstant auf Vorjahresniveau. Eine leicht steigende Auslastung mit unmerklich steigenden Preisen führte zu einem RevPAR-Ergebnis von CHF 96. Im Vergleich dazu lag der rollierende 12-Monats-Wert um CHF 30 höher bei CHF 126.

In Genf machte sich die erstmals fehlende Uhren- und Schmuckmesse Watches & Wonders (SIHH) bemerkbar, welche von Januar auf April verschoben und dann ganz abgesagt wurde. Dies war vor allem durch die fallenden Preise spürbar, welche über die drei Monate gesehen im Schnitt um 7 Prozent tiefer lagen als im Vorjahr. Die dadurch auch fehlenden Übernachtungen konnten jedoch gut aufgefangen werden, sodass mit knapp über 60 Prozent Auslastung der Vorjahreswert sogar leicht übertroffen wurde. Auch hier lag in den betrachteten Monaten der RevPAR von CHF 139 deutlich unter dem Jahresschnitt von CHF 187.

Luzern musste schon im Winter ein grosses Minus verkraften
Grösster Verlierer unter den fünf Städten mit 10 Prozent beim RevPAR war Luzern. Hier fehlten im Vergleich zum Vorjahr die Messe BAUMAG und das Branchentreffen für den Digitaldruck, die Hunkeler Innovationdays. Bereits über die Monate Dezember bis Februar verzeichnete der Luzerner Hotelmarkt mit CHF 81 den schwächsten RevPAR, welcher auch relativ am deutlichsten unter dem Schnitt von CHF 143 der letzten zwölf Monate lag. Zudem spürten die in den letzten Jahren an gute Ergebniszahlen gewöhnten Hotels ab Ende Januar sehr früh die Auswirkungen der Corona-Krise. Hier fehlten die sonst zahlreichen Gäste aus Asien, welche in den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest dieses Jahr grösstenteils nicht verreisen konnten.

Mit Einsetzen der staatlich verordneten Einschränkungen und der medialen Berichterstattung entwickelte sich ab Ende Februar bereits überall eine stark fallende Nachfrage nach Übernachtungen. In der Woche nach dem 24. Januar standen die Auslastungswerte noch auf dem üblichen Niveau. Doch schon in der Woche ab dem 2. März waren die Werte auf teils unter 40 Prozent gefallen. In der Woche ab dem 16. März dominierten in den Schweizer Städten überwiegend schon einstellige Auslastungswerte, was bis dato anhält.

Da immer mehr Betriebe keine Gäste mehr aufnahmen und die Türen vorübergehend schliessen mussten, wurde das Zimmerangebot bei der Ermittlung der Durchschnittswerte immer geringer, was statistisch die teils wieder leichten Anstiege ab Ende März erklärt.

Während die Hotelmärkte in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt derzeit weiterhin stark unter den Einschränkungen leiden, zeigen sich in einigen Ländern schon wieder Erholungstendenzen. Erste vorsichtige Hotelmarktanalysen in China zeigen beispielsweise, dass die zurückkehrende Nachfrage dort vor allem durch einheimische Kurzurlauber an den Wochenenden getrieben wird und auch besonders Hotels im Economy- und Midscale-Segment davon als erste profitieren.

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Laufend neue Zahlen zur Entwicklung der internationalen Märkte unter: str.com

Der Benchmark für die Hotel-Positionierung
STR ist Marktführer im Benchmarking. Dafür stellen Hoteliers STR zwei Zahlen zur Verfügung: die Anzahl verkaufter Zimmer und den Nettologisumsatz. Im Austausch erhalten die Teilnehmer einen Bericht mit den Kennzahlen Zimmerpreis, Auslastung, RevPAR und Marktanteil für das eigene Hotel sowie selbst gewählte Mitbewerber. In der Schweiz nutzen das bereits über 450 Hotels. Für HotellerieSuisse-Mitglieder ist die Nutzung des STR-Benchmarkings kostenlos.
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Christian Strieder