Selina Döringer, ab Anfang September 2018 übernehmen Sie die ­Geschäftsführung in der neu organisierten Tourismusregion Moosalp. Was führt eine gebürtige Zürcherin ins Wallis?

Die fabelhafte Bergwelt, die Leidenschaft für den alpinen Tourismus und die Suche nach neuen Herausforderungen. Die Walliser Berge und der unverwechselbare Walliser Dialekt faszinieren mich seit meiner Kindheit. Ich war mit meiner Familie jedes Jahr im Wallis in den Ferien. Nach meinem Studium im Engadin freue ich mich nun unheimlich, ins schöne Wallis zu ziehen und die Region aktiv mitgestalten zu dürfen.

Wie wird in den nächsten Monaten Ihr Arbeitsalltag aussehen?

Es wird rasant losgehen! Bis zur Wintersaison sind es noch knapp vier Monate, da gibt es einiges zu tun. Ich bin selber sehr gespannt, was mich erwartet. Ich rechne damit, dass kein Tag dem anderen gleicht.

Was haben Sie sich für persönliche Ziele gesetzt bei Ihrer neuen Arbeitsstelle?

Ich möchte auf jeden Fall Schwung in die Region bringen und Leistungs­träger, Zweitwohnungsbesitzer und Einheimische motivieren, ihren Beitrag zum touristischen Erfolg zu leisten.

Wie möchten Sie die Destination mittelfristig positionieren?

Zur künftigen Ausrichtung der Desti-
nation kann ich derzeit leider noch nichts sagen. Wir sind da noch in der Anfangsphase.

Selina Döringer (26) absolvierte die Ausbildung zur dipl. Tourismusfachfrau an der HFT Graubünden und ist im Abschlussjahr vom «Bachelor of Science in Tourism» an der HTW Chur. Während des Studiums war die gebürtige Zürcherin unter anderem im Marketing, als Projektleiterin und als selbstständige Event-­Organisatorin tätig. Die diplomierte Tourismusfachfrau übernimmt nun die operative Geschäftsführung der Walliser Destination Moosalp. Gleichzeitig wird ihr Partner Fabrizio Gull (26) die Funktion des Tourismusleiters in der Moosalpregion übernehmen.

Wo sehen Sie die Stärken der Moosalpregion? Wie hebt sie sich von anderen Walliser und Schweizer Destinationen ab?

Ich sehe die Stärke im Standort der Destination. Von Visp aus sind wir die am schnellsten zu erreichende Destination. Für einen Gast aus Bern sind wir sogar in derselben Reisezeit zu erreichen wie die Destinationen im Berner Oberland. Und dann ist da natürlich noch die wunderbare Sicht aufs Bietschhorn!

Wo sehen Sie noch ungenutztes Potenzial?

Potenzial gibt es im Bereich der Digitalisierung. Wer bei diesem Trend nicht mitmacht, ist nicht konkurrenzfähig. Da gibt es sicher noch einiges aufzuholen.

Haben Sie persönlich eine Person oder eine Destination, die Ihnen als Vorbild dient?

Es gibt viele Schweizer Destinationen, die sehr gute Arbeit leisten. Die Weisse Arena in Laax inspiriert mich mit ihrer strategischen Denk- und Handlungsweise aber immer wieder besonders. Sie ist für mich definitiv eine Vorbild-Destination.

Wann und warum haben Sie sich für einen Beruf in der Tourismusbranche entschieden?

Als ich mich für mein Tourismusstudium im Engadin entschieden habe. Die Ausbildung hat mir die Türen zum Tourismus und zum Marketing geöffnet. Die Vielseitigkeit und die Abwechslung im Beruf gefallen mir dabei sehr gut.

Was zeichnet für Sie eine gute Touristikerin, einen guten Touristiker aus?

Durchhaltewillen, Kreativität und Leidenschaft für den Beruf. Ich denke, dass gerade die momentane Situation im Schweizer Tourismus eine besondere Ausdauer erfordert. Nicht aufgeben und die Dinge anpacken, lautet die Devise.

Was schätzen Sie an Ihren Mitarbeitenden?

Wenn sie Freude und Engagement bei der Arbeit zeigen.

[IMG 2] Wenn Sie als Reisende eine Feriendestination auswählen, worauf achten Sie am meisten?

Auf ein abwechslungsreiches Angebot. Ich mag die Kombination von Sport, Entspannung und gutem Essen.

Was darf auf keinen Fall fehlen, wenn Sie auf Reisen gehen?

Mein Notizbuch. Im Urlaub kommen mir immer die besten Ideen und Gedankenanstösse. Diese muss man festhalten, um sie weiterverfolgen zu können.

Wie erholen Sie sich nach einem anstrengenden Tag?

Bei einem feinen Abendessen – ich esse und koche leidenschaftlich gern.

Mit welcher historischen Person würden Sie gerne einmal Nacht­essen?

Mit Adolf Ogi. Er war mir schon immer sympathisch. Er hat Dinge angepackt und die Schweiz in verschiedenen Bereichen weitergebracht.

Welche besondere Fähigkeit würden Sie gerne beherrschen – und warum?

Den 24-Stunden-Tag verlängern zu können. Die Tage sind schlicht zu kurz!

Was verärgert Sie?

Dinge, die aufgeschoben werden.

Wem würden Sie gerne einmal Ihre Meinung sagen?

Jeglichen Tierquälern – ich bin ein Tierfan!

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Stewardess. Schon damals wollte ich die Welt bereisen und den Tourismus leben.

Welches Buch/Lektüre liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?

Zurzeit keines – aber ich habe viele ungelesene Bücher im Schrank! Ich sollte wohl wiedermal eines davon auf dem Nachttisch platzieren … (og)