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Dossier: Treuhand & Steuern
Das Dossier zum Thema:

Treuhand & Steuern

Publiziert am 11. Januar 2018

Die Treuhand-Experten geben Auskunft

Die Spezialisten unseres langjährigen Partners, BOMMER + PARTNER ...
Publiziert am 03. Oktober 2019

So gelingt die Profit-Center-Rechnung

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 10. Juli 2019

Geschäftsauto steuerlich optimieren

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 13. Juni 2019

Konsequenz der neuen Steuerreform

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 18. April 2019

Die Vorsorgelücke optimal ausfüllen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 06. Februar 2019

Steuern sparen via Stammhaus

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 18. Dezember 2018

Die dritte Säule für Selbstständige

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 18. Oktober 2018

MWST-Abrechnung künftig online

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 06. September 2018

Im gegenseitigen Einvernehmen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 23. August 2018

Steuern rund um die Pensionierung

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 12. Juli 2018

Arbeiten hüben, wohnen drüben

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 03. Mai 2018

Vermögen im Ausland offenlegen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 08. März 2018

Aussendienst-Abzüge mit Tücken

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...
Publiziert am 11. Januar 2018

Steuern das ganze Jahr optimieren

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandge...

Dossier: Treuhand & Steuern

Die Treuhand-Experten geben Auskunft

Die Spezialisten unseres langjährigen Partners, BOMMER + PARTNER TREUHANDGESELLSCHAFT, beantworten regelmässig Fragen zu Treuhand, Rechnungswesen, Steuern und Wirtschaftsprüfung in der Hospitality Branche.

Die Hospitality Branche ist ein starkes Kundensegment und daher sind Hoteliers und Gastwirte gut betreut bei BOMMER + PARTNER. Konzentrieren Sie sich auf das Kerngeschäft und profitieren Sie vom rundum – sorglos – Paket, nehmen Sie Empfehlungen zur Ertragsoptimierung entgegen oder lassen Sie sich in den Bereichen Treuhand umfassend beraten. BOMMER + PARTNER hilft Ihnen, Strukturen optimal zu gestalten und keine unnötigen Mittel durch zu hohe Steuern zu verlieren.

Fachdossier

So gelingt die Profit-Center-Rechnung

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Für eine Profitcenter-Rechnung müssen Kosten sinnvoll aufgeteilt werden.
Für eine Profitcenter-Rechnung müssen Kosten sinnvoll aufgeteilt werden. Bild: Adobe Stock
Bild: Adobe Stock
Roger Siegrist ist dipl. Treuhandexperte und Mitglied der Geschäftsleitung. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Roger Siegrist ist dipl. Treuhandexperte und Mitglied der Geschäftsleitung. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Frage: Wir erweitern unser Hotel im Bereich der Restauration und fragen uns, ob wir eine Kostenstellenbuchhaltung einführen sollten, damit wir die Kosten im Griff haben und die Rentabilität der einzelnen Profit-Center beurteilen können?

Antwort: In einem ersten Schritt geht es darum, die aktuelle Situation zu beurteilen. Dabei stellen sich die nachfolgenden Fragen: [IMG 2]

▶ Über welche Struktur und welchen Detaillierungsgrad verfügt mein aktueller Kontenplan?

▶ Welches Frontoffice- und Kassensystem habe ich im Einsatz und über welche Auswertungen verfüge ich?

▶ Wie ist mein aktuelles Rechnungswesen organisiert? Wie sind die Prozesse aufgebaut und welche Personen sind involviert?

▶ Wie erfolgt die Warenbewirtschaftung nach Eingang der Lieferung?

▶ Über welches Zahlenmaterial verfüge ich und aufgrund welcher Unterlagen kann ich aktuell den Geschäftsgang beurteilen?

 

In einem zweiten Schritt sind die nachfolgenden Überlegungen denkbar bzw. sinnvoll:

▶ Welche Möglichkeiten bzw. Freiräume habe ich in der Ausgestaltung des aktuellen Kontenplans?

▶ Sind Anpassungen im Frontoffice- und Kassensystem möglich und notwendig?

▶ Welche Prozesse muss ich optimieren und welche Personen muss ich hinzuziehen?

▶ Wie wird die Warenverteilung auf die einzelnen Profit-Center gesteuert?

▶ Welche Kosten lassen sich eindeutig dem Profit-Center zuweisen?

▶ Wie sind die Verantwortlichkeiten der einzelnen Profit-Center geregelt und was sind die Kompetenzen der entsprechenden Führungspersonen?

▶ Welche Auswertungen benötige ich zukünftig und bis zu welcher Ergebnisstufe wäre eine Kostenaufschlüsselung auf die einzelnen Profit-Center sinnvoll?

Fazit: Ob und in welchem Umfang eine Profit-Center-Rechnung sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig erscheint jedoch, dass der Aufbau und die damit zusammenhängenden Prozesse sauber analysiert und allenfalls nachhaltig angepasst werden müssen. Durch den Einsatz einer Profit-Center-Rechnung ist es durchaus möglich, die einzelnen Profit-Center besser zu steuern, zu optimieren und damit die Rentabilität des gesamten Betriebes zu steigern.

Grundsätzlich gilt, dass ein hoher Detaillierungsgrad in Zwischenabschlüssen für die Analyse durchaus sinnvoll ist, solange die Kostenverteilung sachgerecht ist und der Aufwand dafür nicht in einem Missverhältnis zum effektiven Nutzen steht. Die Basis für detaillierte Auswertungen bildet stets der Kontenplan. Auch die Budgetierung bzw. Planung sollte denselben Detaillierungsgrad aufweisen, um den Soll-/ Ist-Vergleich zu ermöglichen.

Einzelne Kosten können direkt der Verbraucherstelle zugeordnet werden, andere Aufwendungen hingegen werden von sämtlichen Abteilungen beansprucht. So beispielsweise der Büromaterialeinkauf oder das Honorar des Treuhänders. Aus diesem Grund macht es wohl wenig Sinn, die Profit-Center-Rechnung bis auf Stufe Unternehmensergebnis zu führen. Manchmal kann es sinnvoll sein, dass die finanzielle Berichterstattung beispielsweise im Rahmen eines monatlichen Zwischenabschlusses so aufgebaut wird, dass die Kosten bis zur Bruttobetriebserfolgsstufe GOI (gross operating income) entweder effektiv – sofern möglich bzw. praktikabel – oder gewisse Positionen mittels einem vordefinierten Verteilschlüssel den einzelnen Profit-Centern zugewiesen werden.

Nehmen wir an, die Warenkosten werden linear auf die einzelnen Kostenstellen verteilt, jedoch weisen die einzelnen Profit-Center unterschiedliche Warenmargen auf. In einem solchen Fall wäre es sinnvoll, wenn in die bisherige lineare Kostenverteilung eine zusätzliche Gewichtung miteinfliesst, welche die unterschiedlichen Margen berücksichtigt.

Eine effektive und direkte Zuweisung der Warenkosten auf die einzelnen Profit-Center wäre möglich, wenn im Zeitpunkt der Verbuchung der Lieferantenrechnung die betreffende Kostenstelle direkt belastet würde oder stattdessen eine zentrale Warenausgabe vorhanden wäre. Ausserdem wäre pro Profit-Center eine eigene Wareninventur durchzuführen, würden die Kosten im Zeitpunkt der Verbuchung der Lieferantenrechnungen den entsprechenden Kostenstellen direkt zugewiesen.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
bommer-partner.ch

Fachdossier

Geschäftsauto steuerlich optimieren

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Die private Nutzung des Geschäftsautos ist steuerlich bedingt abzugsfähig.
Die private Nutzung des Geschäftsautos ist steuerlich bedingt abzugsfähig. Bild: 123RF
Bild: 123RF
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte
und Dipl. Wirtschaftsprüfer.
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte
und Dipl. Wirtschaftsprüfer.

Frage: In unserem Hotel möchten wir die Anschaffung und Nutzung von Fahrzeugen steuerlich optimal gestalten und haben deshalb folgende Frage: Worauf muss man dabei achten?

Antwort: Bei überwiegend privat genutzten Fahrzeugen, welche für die Ausübung des Berufes nicht erforderlich sind, handelt es sich bei Einzelunternehmungen um Privatfahrzeuge. Fahrzeug und Kosten sind dem Privatvermögen zuzuordnen. Zur Festlegung dieser sogenannten Präponderanz sind die gefahrenen Kilometer für den Arbeitsweg der privaten Nutzung zuzuschreiben. Bei den übrigen gängigen Rechtsformen (Kollektivgesellschaft, AG, GmbH) kann der Privatanteil bis auf 100% des Aufwandes angehoben werden. Faktisch können also bloss geschäftlich genutzte Fahrzeuge steuerlich wirksam abgezogen werden. [IMG 2]

Leasing erhöht die Liquidität

Während beim Leasing die einzelnen Raten als Aufwand geltend gemacht werden können, fallen beim Kauf gegen Bezahlung Abschreibungen an. Da Abschreibungen innerhalb der steuerlichen Maximalsätze durch das Unternehmen festgelegt werden können, besteht im Gegensatz zum Leasing in den ersten Jahren nach der Anschaffung erhöhter Planungsspielraum in der Ergebnisgestaltung. Leasing wird somit oftmals nicht aus steuerlichen Optimierungsgründen, sondern aus Gründen der Liquidität bevorzugt.

Zahlenbeispiel geldwerte Leistung FABI
Mitarbeitende mit Geschäftsfahrzeug ohne Aussendiensttätigkeit / 30 km Arbeitsweg x 2 Fahrten x CHF 0.70 pro km x 220 Arbeitstage = CHF 9 240, abzüglich FABI-Pauschale CHF 3 000 ergibt einen geldwerten Vorteil von CHF 6 240.

Privatanteil

Für Fahrzeuge, welche einer Person für den Privatgebrauch zur Verfügung stehen, sind Privatanteile auszuscheiden. Es 
reicht, wenn das Fahrzeug einfach nur 
zur Verfügung steht, auch wenn dieses beispielsweise wegen eines zweiten privaten Fahrzeuges selten genutzt wird. Dieser Privatanteil kann pauschal mit 9,6% pro Jahr auf dem Anschaffungswert oder dem im Leasing erwähnten Kaufpreis des Fahrzeuges abgerechnet werden. Alternativ kann dieser mit einem lückenlosen Bordbuch, welches die geschäftlichen Fahrten inkl. Arbeitsweg einerseits und die privat gefahrenen Kilometer andererseits aufweist, ermittelt werden. Jede einzelne Fahrt im Bordbuch nachzutragen, ist indessen für manchen eine zu akribische Arbeit. Handelt es sich indessen um Poolfahrzeuge (Fahrzeug im Gebrauch von diversen Mitarbeitenden) oder solche, die durch die Beschaffenheit nicht für den privaten Gebrauch geeignet sind (Personen- oder Sachtransporter, Foodtruck), wird kein Privatanteil erhoben, weil auch keine private Nutzung erfolgt.

Stolperstein FABI (Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur): Danach wurde der Fahrkostenabzug für den Arbeitsweg bei der Direkten Bundessteuer auf CHF 3000 pro Jahr limitiert. Die meisten Kantone kennen eine Begrenzung im Bereich zwischen CHF 3000 bis CHF 10'000. Es gilt die Faustregel, dass bei einem Arbeitsweg ab 10 Kilometer steuerbares Einkommen aufgerechnet wird.. Eine mögliche Alternative besteht darin, das Fahrzeug privat zu halten und die Geschäftsfahrten mit einem Ansatz von CHF 0.70 pro Kilometer zu entschädigen. Eine weitere Möglichkeit liegt darin, dass das Fahrzeug wohl dem Geschäft gehört, der Angestellte jedoch die Betriebskosten trägt. In diesem Fall ist ein Hinweis im Lohnausweis notwendig, und das Steueramt kalkuliert einen individuellen Privatanteil.

Aufgrund einer Motion der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen SR schlägt das EFD vor, dass die Ansätze um 0.1% bzw. 1.2% auf 0.9 % bzw. 10.80% erhöht werden - damit würden die Lohnaufrechnungen für den Arbeitsweg erfreulicherweise entfallen.

Luxusfahrzeuge: Präzedenzfall

Am 11. Februar 2019 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich einen bedeutenden Entscheid gefällt: Eine Treuhänderin hat für CHF 220'000 ein Auto erworben und geltend gemacht, diesen Wagen zu Repräsentationszwecken im Auftritt gegenüber ihrer zahlungskräftigen Kundschaft zu benötigen. Behörden und Gericht befanden indessen, die Treuhänderin hätte sich durchaus einen Wagen der Mittelklasse (Kaufpreis CHF 100'000 bis CHF 120'000) anschaffen können und die Kunden hätten ihre Professionalität dabei nicht mit minderwertigen Dienstleistungen assoziiert. Das Luxusfahrzeug diene ihrem persönlichen Wohlergehen. Dieses Urteil wird eine gewisse Ausstrahlung auf die künftige Handhabung von Luxusfahrzeugen haben.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
bommer-partner.ch

Fachdossier

Konsequenz der neuen Steuerreform

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Auch die Hotellerie ist betroffen, die Auswirkungen sind aber marginal.
Auch die Hotellerie ist betroffen, die Auswirkungen sind aber marginal. Bild: Pixabay
Bild: Pixabay
Markus Riesen ist Dipl. Wirtschaftsprüfer und Dipl. Steuerexperte. 
Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Markus Riesen ist Dipl. Wirtschaftsprüfer und Dipl. Steuerexperte. 
Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Frage: Vor einigen Wochen hat das Stimmvolk bekanntlich die Steuer- und AHV-Reform angenommen. Sofern ich das richtig verstanden habe, gelten die neuen Bestimmungen bereits ab 2020. Ich habe mich nie im Detail mit dieser Thematik befasst. Als Hotelier mit eigenem Betrieb in der Stadt Zürich (Rechtsform: AG) stellt sich aber die Frage nach einem allfälligen Handlungsbedarf. Bin ich überhaupt von diesen Änderungen betroffen, und wenn ja, was muss ich vorkehren?

Antwort: Bei der von Ihnen angesprochenen Volksabstimmung vom 19. Mai 2019 wurde das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung – kurz STAF – angenommen. Die neuen Bestimmungen werden ab 1. Januar 2020 in Kraft treten. Das ist relativ kurzfristig, und deshalb ist es richtig, dass Sie sich bereits heute über den Handlungsbedarf informieren und allfällig notwendige finanz- und steuerplanerische Massnahmen prüfen. Bevor wir ins Detail gehen, können wir Sie aber weitgehend beruhigen. Der Handlungsbedarf für Sie und Ihr Unternehmen ist überschaubar. Die Steuerreform betrifft alle Unternehmen mit einem kantonalen Steuerprivileg wie bspw. Holding-, Domizil- und Verwaltungsgesellschaften. Diese sog. Statusgesellschaften, die in der Schweiz eine Verwaltungstätigkeit aber keine oder nur eine untergeordnete Geschäftstätigkeit ausüben, haben bisher keine oder nur eine reduzierte Gewinnsteuer entrichtet. Mit der Steuervorlage werden diese Privilegien für überwiegend international tätige Unternehmen abgeschafft. Die Besteuerungsregeln für nationale und internationale Unternehmen werden vereinheitlicht. Es gibt einige Gegenmassnahmen, wie eine reduzierte Besteuerung von Gewinnen aus der Verwertung von Patenten oder zusätzliche Abzüge für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen im Inland. Das kann Ihnen aber egal sein – Sie haben bisher keine Privilegien beansprucht, und werden es auch in Zukunft nicht tun.

Sie sind aber trotzdem betroffen – nachfolgend drei Beispiele:

1. Mit der Steuerreform wurde der Ausgleich zwischen Bund und Kantonen neu geregelt. Der Anteil der Kantone an den Einnahmen aus der direkten Bundessteuer wird von 17,0 auf neu 21,2% erhöht. Mit diesen Mehreinnahmen haben die Kantone etwas mehr Spielraum, ihre Gewinnsteuersätze bei Bedarf (Stichwort: Standortwettbewerb) zu reduzieren. Sie sind im Kanton Zürich ansässig. Der aktuelle Gewinnsteuersatz beläuft sich auf rund 21% (je nach Gemeinde). Geplant ist eine Reduktion auf rund 18% (je nach Gemeinde) – die entsprechende kantonale Vorlage wird den Stimmberechtigten am 1. September 2019 zur Abstimmung unterbreitet. Auf Stufe AG können Sie also mittelfristig mit einer tendenziell leicht tieferen Steuerbelastung rechnen. Steueraufschiebende Massnahmen können sich somit bezahlt machen.
 [IMG 2]

2. Wir gehen davon aus, dass Sie 100% der Aktien Ihres Unternehmens im Privatvermögen halten. Wenn Sie sich heute eine Dividende auszahlen, wird dieses Einkommen bei der Bundessteuer mit 60% besteuert (sog. Teilbesteuerung). Diese Quote wird ab 1. Januar 2020 auf 70% erhöht. Im Kanton Zürich greift nach gültigem Recht ein sog. Teilsatzverfahren – die Dividende wird zur Hälfte des für das steuerbare Gesamt-Einkommen anwendbaren Steuersatzes besteuert. Das neue kantonale Steuergesetz sieht den Wechsel zur Teilbesteuerung vor, wobei an einer Quote von 50% festgehalten wird. Plus/minus wirkt sich mittelfristig also lediglich die leicht höhere Belastung bei der Bundessteuer aus. Eine bereits seit langem geplante (Substanz-) Dividende sollte nach Möglichkeit noch mit Fälligkeit 2019 ausgeschüttet werden.
3. Mit der Steuervorlage wurden auch zusätzliche Mittel für die AHV beschlossen, konkret CHF 2 Milliarden pro Jahr. Zu diesem Betrag müssen die Unternehmen und die Versicherten einen Anteil von 
CHF 1,2 Milliarden beisteuern. Das bedeutet: Die Lohnbeiträge steigen um 
0,3 Prozentpunkte, finanziert je zur Hälfte durch die Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Für Sie bedeutet das ab nächstem Jahr eine Mehrbelastung von 0,15% der Jahreslohnsumme. Die Auswirkungen auf Ihr Budget sind aber marginal: Die Mehrbelastung entspricht CHF 1500 auf CHF 1 Mio. Lohnsumme.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
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Die Vorsorgelücke optimal ausfüllen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Welcher «Vorsorgetopf» soll es sein? Einzahlen will gut überlegt sein.
Welcher «Vorsorgetopf» soll es sein? Einzahlen will gut überlegt sein. Bild: 123RF/Pixabay/Montage htr
Bild: 123RF/Pixabay/Montage htr
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte 
und Betriebsökonom FH. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte 
und Betriebsökonom FH. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Frage: Meine Frau und ich führen einen Hotelbetrieb mit Restaurant in Form einer GmbH. Da das Ergebnis in der Vergangenheit nicht den Erwartungen entsprach, konnten wir uns nur einen relativ tiefen Lohn auszahlen. Seit 3 Jahren aber sind die Ergebnisse sehr gut, weshalb wir uns entschlossen haben, unseren versicherten Lohn auf je CHF 150 000 festzusetzen. Jetzt haben wir den Vorsorgeausweis der Pensionskasse erhalten und gesehen, dass wir eine grosse «Lücke» haben bzw. grosses Einkaufspotenzial vorhanden ist. Um unsere Steuerlast zu reduzieren, überlegen wir, über die nächsten Jahre freiwillige Einkäufe in die 2. Säule vorzunehmen. Was halten Sie von diesem Vorgehen? Welchen Einfluss hat der Deckungsgrad der Vorsorgeeinrichtung von aktuell 98%? Was gibt es sonst noch zu berücksichtigen?

Antwort: Freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse sind begrenzt. Es muss eine «Vorsorgelücke» bestehen. Einkäufe sind so lange möglich, wie die Summe des bisher angesparten Alterskapitals geringer ist als das Kapital, das sich ergeben hätte, wenn der Versicherte vom frühestmöglichen Zeitpunkt an mit dem heutigen Lohn versichert gewesen wäre. BVG-Einkäufe sollten über mehrere Jahre in einer Steuerplanung berücksichtigt werden. Einzahlungen in die 2. Säule dürfen Sie grundsätzlich vollumfänglich von den Steuern abziehen. Allerdings müssen diese Einzahlungen später beim Kapitalbezug (z.B. Kauf Wohneigentum) versteuert werden – jedoch getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem verhältnismässig tiefen Satz. Bei einem Rentenbezug werden diese Einkünfte zusammen mit übrigen Einkünften normal besteuert. Prüfen sollten Sie bei einer freiwilligen Einzahlung in die Pensionskasse nicht nur die steuerplanerischen Elemente, sondern auch, ob sich dadurch die Risikoleistungen verbessern – also jene Leistungen der PK im Todesfall oder bei Invalidität. Falls möglich, ist es besser, wenn Sie in den obligatorischen Teil einzahlen, denn hier gilt nach wie vor der gesetzlich garantierte Mindestzins. Für die Versicherten hat dies zur Folge, dass ihre Gelder im Überobligatorium oft schlechter verzinst werden als das Kapital im Obligatorium. Auch der Umwandlungssatz fällt im Überobligatorium oft geringer aus.

Vor dem Einkauf gilt es, die Qualität und finanzielle Situation der Pensionskasse einzuschätzen. Dies ist anhand von Kennzahlen wie dem Deckungsgrad, dem technischen Zins oder dem Verhältnis von Aktiven zu Rentnern in der Pensionskasse möglich. Für den Durchschnittsbürger ist dies oft nicht einfach. So sind Recherchen nötig; Nachfragen beim Stiftungsrat der Vorsorgeeinrichtung oder eine Beratung können sich hier lohnen. Vorsicht ist in jedem Fall geboten bei Pensionskassen, die sich in Unterdeckung befinden. Sonst droht die Gefahr, dass man eine Sanierung mittragen muss und dass die Gelder davon betroffen sind. Eigentlich empfehle ich, freiwillige Einzahlungen tendenziell nur vorzunehmen, wenn sich der Deckungsgrad einer Kasse wenigstens bei 100% oder mehr bewegt. Der Deckungsgrad sagt aus, dass eine Kasse alle Verpflichtungen vollumfänglich wahrnehmen kann. Wenn der Deckungsgrad unter 100% liegt, ist diese Garantie derzeit nicht gegeben.

Überdies sollten Versicherte keine Einkäufe im Zeitraum von drei Jahren vor der Pensionierung tätigen, sofern ein Kapitalbezug aus dieser Vorsorgeeinrichtung angestrebt wird (Art. 79b Abs. 3 BVG). Diesfalls wird ein Abzug steuerlich nicht akzeptiert, und es erfolgt eine Korrektur durch die Steuerbehörde. Die dreijährige Sperrfrist für Kapitalbezüge aus der Pensi-
onskasse gilt indessen nicht für Einkäufe, die eine wegen einer Scheidung entstandene «Vorsorgelücke» auffüllen sollen. [IMG 2]

Ebenfalls würde ich überlegen, den Maximalbetrag von aktuell CHF 6826 statt in die Pensionskasse in die steuerbegünstigte Säule 3a einzuzahlen. Neu gibt es auch die Möglichkeit von sogenannten «1e-Lösungen». Einzahlungen in diesen «Vorsorgetopf» können ebenfalls steuerlich in Abzug gebracht werden. Vor allem 
aber diversifizieren Sie damit Ihre Risiken auch bei der Altersvorsorge, wozu ich unbedingt rate.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
bommer-partner.ch

Fachdossier

Steuern sparen via Stammhaus

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Der Gesellschaftsaufbau des Unternehmens ist bei Sanierungen steuerrelevant.
Der Gesellschaftsaufbau des Unternehmens ist bei Sanierungen steuerrelevant. Bild: htr
Bild: htr
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte
und Dipl. Wirtschaftsprüfer.
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte
und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Bild: Markus Beyeler
Bild: Markus Beyeler

Frage: Als schweizerische Hotelgruppe fragen wir uns, ob unsere Gesellschaftsstrukturen aus steuerlicher und wirt-schaftlicher Hinsicht ideal sind und 
ob die Verluste einiger sanierungsbedürftigen Betriebe die Steuerbelastung der Gruppe auch effektiv vermindern. Können Sie uns die dafür optimale Struktur aufzeigen?

Antwort: Die ideale Konzernstruktur hängt selbstverständlich von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Lassen Sie uns Vor- und Nachteile einiger Grundvarianten aufzeigen.

Sanierungen innerhalb des Konzerns sind steuerlich am wirksamsten mit einer Stammhausstruktur - es resultiert folgender doppelter Steuereffekt: Steuerlich abzugsfähiger Sanierungsaufwand beim Stammhaus und Nutzung der Verlust­vorträge der Untergesellschaften für sieben Jahre.

Eine Gesellschaft für alle Hotelbetriebe
Befinden sich alle Betriebe in der derselben juristischen Person, profitiert man von geringen administrativen Kosten und Verluste des einen Betriebes sind mit den Gewinnen anderer Betriebe verrechenbar – nur der Nettogewinn wird besteuert. Gewinne aus Betriebsverkäufen sind steuerbar und können den Konzern finanziell belasten. Die betrieblichen Organisationsstrukturen ergeben sich nicht aus dem Gesellschaftsrecht und müssen daher selber kreiert werden. Es ist empfehlenswert, den Erfolg jedes Betriebes mit eigener Profitcenter-Rechnung oder eigenem Reporting regelmässig zu ermitteln.

Individuelle Betriebsgesellschaften
Individuelle Betriebsgesellschaften können entweder einen (Hotel) Betrieb oder mehrere Betriebe umfassen, welche nach bestimmten Kriterien wie Regionen oder Ähnlichkeit der Betriebe in eine Gesellschaft zusammengefasst werden. Diese Struktur bringt wirtschaftlich Vorteile mit sich: eigene Organisationseinheit für jede Gesellschaft (Verwaltungsrat und im Handelsregister eingetragene Führungskräfte), eigene Buchhaltung und damit Erfolgskontrolle, eigene Bestimmungen über allfällige Gewinnverwendung, Schutz im Konkursfall einer anderen Konzern­gesellschaft. Bei einem Verkauf einer Gesellschaft ist im Normalfall mit keiner hohen Steuerbelastung zu rechnen.

Natürliche Person als Aktionär verschiedener Gesellschaften
Sanierungen unter Gesellschaften können steuerlich das Pulverfass zum Explodieren bringen, und zwar dann, wenn es sich beim Aktionär der sanierenden und zu sanierenden Gesellschaften um eine natürliche Person handelt. Der Fiskus erkennt nämlich darin nichts anderes als eine geldwerte Leistung, welche in der Höhe der Sanierung beim Aktionär als Beteiligungsertrag besteuert wird. Das kann diesen teuer zu stehen kommen.

Sanierung durch Holdinggesellschaft
Entgegen der oben beschriebenen Situation bei einer personengeführten Gruppenstruktur führt eine Sanierung in einer Holdingstruktur innerhalb der Schweiz nicht zu unangenehmen Steuerrisiken. Bei Holdingstrukturen fallen Sanierungsleistungen an Tochtergesellschaften steuerlich oft ins Leere, weil die sanierende Holdinggesellschaft aufgrund des Holdingstatus und des Beteiligungsabzuges weitgehend von Gewinnsteuern befreit ist. Die Steuervorlage 17 soll unter anderem das umstrittene Holdingstatut beseitigen, der Beteiligungsabzug im Konzern bleibt jedoch weiterhin bestehen und damit auch die Unwirksamkeit solcher Sanierungen. [IMG 2]

Sanierung durch Stammhaus
Ideal ist die Struktur, wenn ein rentables Stammhaus (Obergesellschaft mit gewinnträchtigen Betrieben) die Tochter- oder Enkelgesellschaften saniert. Einerseits schmälert der Sanierungsbeitrag den Gewinn des Stammhauses, andererseits wird diese Sanierung bei den Untergesellschaften als Kapitaleinlage betrachtet und schmälert somit den für sieben Jahre nutzbaren Verlustvortrag nicht.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung. bommer-partner.ch

Fachdossier

Die dritte Säule für Selbstständige

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Die gebundene Selbstvorsorge ist mit einem fixen Höchstbetrag begrenzt.
Die gebundene Selbstvorsorge ist mit einem fixen Höchstbetrag begrenzt. Bild: 123RF/ Andrey Popov
Bild: 123RF/ Andrey Popov
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte, 
Betriebsökonom FH und Mitglied der Geschäftsleitung.
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte, 
Betriebsökonom FH und Mitglied der Geschäftsleitung. Bild: zvg
Bild: zvg

Frage: Bis Ende Juni war ich als Vizedirektor in einem Hotel in Zürich angestellt. Als Angestellter war ich natürlich BVG-versichert, weshalb ich noch im Juni 2018 den Maximalbetrag für die Säule 3a ein-bezahlt habe. Ab Juli betreibe ich nun ein kleines Restaurant in Form einer Einzelfirma. Die ersten Monate liefen ausgezeichnet und ich kann voraussichtlich mit einem Gewinn von rund 100'000 Franken für die ersten sechs Monate rechnen. Ich habe entschieden, mich vorderhand nicht mehr dem BVG zu unterstellen. Nun habe ich etwas von einer «grossen Säule 3a» gehört. Wäre dies etwas für mich?

Nicht nur BVG-Einkäufe sondern auch Beiträge an die Säule 3a müssen richtig geplant werden, damit sie steuerlich akzeptiert werden. Ein Einkauf respektive eine nachträglich Einzahlung von Säule 3a Beiträgen ist nicht möglich.

Antwort: Im Gegensatz zu den Beiträgen, die an Einrichtungen der beruflichen Vorsorge geleistet werden (2. Säule), ist der Abzug der Beiträge an die gebundene Selbstvorsorge mit einem fixen Höchstbetrag begrenzt. Einkauf oder Nachzahlung von Beiträgen sind bei der Säule 3a – im Gegensatz zur 2. Säule – nicht möglich. 
Der Umfang der Abzugsberechtigung entspricht zugleich der Höhe der zulässigen Beiträge. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass die für anerkannte Vorsorgeformen geleisteten Beiträge nicht nur vom Einkommen in Abzug gebracht werden können, sondern auch von der Vermögenssteuer ausgenommen sind. Zusätzlich unterliegen die Zinserträge, die zum Vorsorgesparguthaben geschlagen werden, weder der Einkommens- noch der Verrechnungssteuer. Der Abschluss von Vorsorgevereinbarungen mit mehreren Bankstiftungen und Versicherungsgesellschaften ist zulässig. 


Für Arbeitnehmer und Selbstständigerwerbende, die einer Vorsorgeeinrichtung der 
2. Säule angehören, beträgt der maximale jährliche Abzug 8 Prozent des oberen Grenzbetrages gemäss Art. 8 Abs. 1 BVG. Für das Jahr 2018 beträgt dieser CHF 6768.

Erwerbstätige Steuerpflichtige, die keiner Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule angehören, können ihre Beiträge an die Säule 3a jährlich bis 20 Prozent des Erwerbseinkommens, jedoch höchstens bis 40 Prozent des oberen Grenzbetrages gemäss Art. 8 Abs. 1 BVG in Abzug bringen. Das ergibt für das Jahr 2018 den Höchstabzug von CHF 33'840. Bei einem Wechsel in der Abzugsberechtigung (mit/ohne 2. Säule) gelten die jeweiligen Maximalabzüge und der höchste zulässige Abzug insgesamt (keine Pro-rata-Berechnung).

Dies würde in Ihrem Fall bedeuten:
Arbeitnehmer bis 30.6.2018; ab 1.7.2018 Selbstständigerwerbender ohne 2. Säule, erster Geschäftsabschluss 31.12.2018, Gewinn CHF 100'000. 


geleistete Beiträge an Säule 3a:


Juni 2018                             CHF 6768

Dezember 2018              CHF 25'000

Total                                        CHF 31'768


rechnerische Abzüge maximal:


01.01.–30.06.2018        CHF 6768

01.07.–31.12.2018        CHF 20'000
                                                    (20% von CHF 100'000)

zulässiger Abzug maximal: CHF 26'768

Rückzahlungspflichtig CHF5000

Der Abzug ist in jedem Fall auf CHF 33'840 limitiert.

Beitragszahlungen, welche die im Einzelfall gegebene Abzugsberechtigung übersteigen, gelten als freie Sparleistungen. Sie werden deshalb beim Vermögen aufgerechnet. Eine Aufrechnung der entsprechenden Zinsen wird dagegen wegen Geringfügigkeit meist unterbleiben. [IMG 2]

Der Steuerpflichtige wird aber aufgefordert, das Vorsorgekonto bzw. die Vorsorgeversicherung berichtigen zu lassen. 
Der Vorsorgeträger muss somit eine Rückzahlung (oder Umbuchung) der zu viel bezahlten Beiträge vornehmen. Aufgrund einer steueramtlichen Bestätigung ist der Vorsorgeträger hierzu sowohl berechtigt als auch verpflichtet. Die erfolgte Berichtigung ist vom Vorsorgeträger ausdrücklich zu bestätigen.

Die Bommer+Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
bommer-partner.com

Fachdossier

MWST-Abrechnung künftig online

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
2019 sollte der Unternehmer auf Online-Abwicklung der MWST umstellen.
2019 sollte der Unternehmer auf Online-Abwicklung der MWST umstellen. Bild: Pexels/Montage htr
Bild: Pexels/Montage htr
Marc Aeschbacher.
Marc Aeschbacher.

Frage: Heute reiche ich die MWST-Abrechnung schriftlich und in Papierform ein. Geht das in Zukunft nicht mehr?

Antwort: Die Digitalisierung schreitet auch bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) voran. Das Einreichen der MWST-Abrechnung soll in Zukunft nur noch online möglich sein. Mit der endgültigen Umstellung wird allerdings nicht vor dem 01.01.2020 gerechnet. Bis dahin sollte die Einreichung in Papierform voraussichtlich noch möglich sein.

Wichtig ist, diese Umstellung als Chance zu erkennen und rechtzeitig wahrzunehmen. Die Online-MWST-Abrechnung wird in naher Zukunft zur Pflicht und soll für Sie und Ihr Unternehmen die Abwicklung der MWST vereinfachen. Wir empfehlen Ihnen, sich rechtzeitig auf die Umstellung vorzubereiten und im Laufe des kommenden Jahres auf das neue Online-Verfahren umzustellen.

Eine Online-MWST-Abrechnung bietet aber auch Vorteile und viele Funktionen:

• Vollelektronische Einreichung der MWST-
Abrechnungen ist jederzeit möglich 
(24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche).

• Nachträgliche Korrekturabrechnungen sind ebenfalls online möglich.

• Die MWST-Abrechnung kann im PDF heruntergeladen und mit Einzahlungsschein gedruckt werden.

• Die elektronische Benutzerverwaltung 
ermöglicht die Vergabe von Rechten an weitere Personen.

• Dank einer Abrechnungshistorie ist die Nachverfolgbarkeit der MWST-Abrechnungen jederzeit möglich.

• Die Daten für die elektronische MWST-Abrechnung können neu direkt aus der Buchhaltungs-Software hochgeladen werden. Die meisten Software-Anbieter unterstützen diese Funktion schon heute.

Ablauf der Online-Registrierung: Zur Einreichung der elektronischen MWST-­Abrechnung muss sich der Steuerpflichtige vorgängig unter dem Link www.gate.estv.admin.ch/suissetax/mwst online registrieren lassen. Auf den ersten Blick erscheint die Anmeldung aufwendig, ist jedoch durch die Hilfestellungen der ESTV unproblematisch durchführbar.

Flexibles Rollenmodell: Mit einem flexib
len Rollenmodell stehen verschiedene User-Rollen mit unterschiedlichen Vollmachten respektive Berechtigungen zur Verfügung:

• Der «Superuser» verfügt über sämtliche Berechtigungen. Er kann Formulare elektronisch ausfüllen und einreichen. Ausserdem kann er weitere Personen einladen und abmelden.

• Der «Einreicher» kann Formulare elektronisch ausfüllen und bei der ESTV einreichen.

• Der «Ausfüller» kann alle Formulare elektronisch ausfüllen, jedoch ohne diese einzureichen.

Oft werden die Erstellung der MWST-­Abrechnung und die vorangehende Überprüfung der Buchhaltungszahlen an einen externen Berater (z. B. Treuhänder) ausgelagert. Durch das vorangehend erwähnte Rollenmodell ist diese Zusammenarbeit weiterhin problemlos möglich. Mittels E-Mail-Nachricht wird das steuerpflichtige Unternehmen zudem laufend über die Aktivitäten des Treuhänders 
auf dem Laufenden gehalten. Es müssen keine zusätzlichen E-Mails zwischen dem Treuhänder und dem Kunden ausgetauscht werden.

Die Genehmigung und Einreichung der MWST-Abrechnung wird in der Regel durch die steuerpflichtige Unternehmung erfolgen. Bei Bedarf kann jedoch auch der Treuhänder entsprechend bevollmächtigt werden.

Vorteile für den Steuerpflichtigen
Das Online-Verfahren wird den kompletten MWST-Prozess vereinfachen und beschleunigen. Eine rasche, sichere und kostenlose Abwicklung ist rund um die Uhr möglich. Mittels elektronischer Benutzerverwaltung können Rechte an weitere Personen ver-­
geben werden, und ein flexibler Einbezug von Dritten ist möglich.


[IMG 2]Marc Aeschbacher ist dipl. Treuhandexperte und Mitglied der Geschäftsleitung. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
bommer-partner.ch

Fachdossier

Im gegenseitigen Einvernehmen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Aus Beweisgründen empfiehlt sich ein schriftlicher Aufhebungsvertrag.
Aus Beweisgründen empfiehlt sich ein schriftlicher Aufhebungsvertrag. Bild: Fotolia/Montage htr
Bild: Fotolia/Montage htr
Roger Siegrist ist dipl. Treuhandexperte und Mitglied der Geschäftsleitung. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Roger Siegrist ist dipl. Treuhandexperte und Mitglied der Geschäftsleitung. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen. Bild: Markus Beyeler
Bild: Markus Beyeler

Eine Aufhebungsvereinbarung ist dann sinnvoll, wenn beide Parteien einen Vorteil daraus erzielen. Schriftlichkeit ist nicht vorgeschrieben, doch aus Beweisgründen empfehlenswert.

Wir möchten mit einem unserer Serviceangestellten das bestehende Arbeits­verhältnis so rasch als möglich auflösen. Eine Branchenkollegin hat uns empfohlen, den Arbeitsvertrag mittels einer Aufhebungsvereinbarung im gegenseitigen Einvernehmen aufzulösen. Was sind die Risiken diesbezüglich bzw. was müssen und sollten wir beachten?

Antwort: Der Arbeitsvertrag kann grundsätzlich jederzeit im gegenseitigen Ein-
vernehmen auf ein beliebiges Datum hin aufgelöst werden. So steht es auch im Kommentar zu Art. 6 L-GAV. Eine gesetzliche Formvorschrift gibt es nicht (Art. 115 OR), doch empfiehlt sich aus Beweisgründen die Schriftlichkeit. Ein Aufhebungsvertrag kann aber auch, mündlich oder stillschweigend, durch konkludentes Verhalten rechtsgültig zustande kommen. Es sind aber folgende Aspekte zu berücksichtigen.

  • Ein Aufhebungsvertrag darf nicht dazu dienen, zwingende Gesetzesumgehungen zu verletzen oder zu umgehen.
     
  • Hierzu ist auch Art. 341 OR zu beachten, wonach ein Arbeitnehmer während der Dauer des Arbeitsverhältnisses und einen Monat nach dessen Beendigung nicht auf Forderungen verzichten kann, welche sich aus unabdingbaren Vorschriften des Gesetzes oder aus unabdingbaren Bestimmungen eines Gesamtarbeitsvertrages ergeben.
     
  • Die Rechtsprechung hält jedoch fest, dass ein Aufhebungsvertrag trotz Verzichtsverbot nach Art. 341 OR rechtsgültig sein kann, sofern die Arbeitgeberin als Ausgleich für die Nachteile des Arbeitnehmers, wie beispielsweise des entfallenden Sperr­fristenschutzes nach Art. 336c OR bei Krankheit, angemessene Ersatzleistungen gewährt.
     
  • Im Idealfall geht die Motivation zum Abschluss eines Aufhebungsvertrages stets von beiden Vertragsparteien aus, so zum Beispiel beim Wunsch des Arbeitnehmers zum frühzeitigen Antritt einer neuen Arbeitsstelle.
     
  • Neben den gegenseitigen Zugeständnissen und dem beidseitigen Interesse am Abschluss einer Aufhebungsvereinbarung kann eine angemessene Bedenkzeit ohne Druckausübung zur Unterzeichnung der Vereinbarung eine entscheidende Anforderung an die rechtliche Zulässigkeit sein.
     
  • Ein weiterer wichtiger Punkt ist die eindeutige Willensäusserung hinsichtlich der gewünschten Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
     
  • Auch bei einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen hat die Arbeitgeberin gewissen Informationspflichten gegenüber dem Arbeitnehmer nachzukommen – so beispielsweise zu den Möglichkeiten bezüglich Übertritt in die Einzelversicherung (KTG) oder dem Abschluss einer Abredeversicherung (UVG).

Die Rechtsfolge bei einer allfälligen Unzulässigkeit einer abgeschlossenen Aufhebungsvereinbarung ist nicht ganz klar. Einerseits ist es denkbar, dass Nichtigkeit angenommen wird, womit dem Aufhebungsvertrag jede Wirkung abgesprochen wird. Anderseits ist es durchaus möglich, dass das Arbeitsverhältnis gleichwohl als beendet anzusehen ist, dem Arbeitnehmer aber z. B. die umgangenen gesetzlichen oder gesamtarbeitsvertraglichen Ansprüche erhalten bleiben. [IMG 2]

Wird das Arbeitsverhältnis in einem solchen Fall als aufgelöst betrachtet, wäre dann möglicherweise noch zu klären, welche Vertragspartei die Kündigende ist und ob das Arbeitsverhältnis ordentlich oder fristlos zu beenden ist. In diesem Zusammenhang sind zusätzlich sicherlich auch die möglichen Folgen bei Missbräuchlichkeit (Art. 336a OR) und ungerechtfertigter fristloser Entlassung (Art. 337c OR) zu beachten.

Hinsichtlich der Arbeitslosenversicherung sei ausserdem erwähnt, dass auch eine teilweise selbstverschuldete Arbeitslosigkeit durch den Arbeitnehmer zu sogenannten Einstelltagen führen kann und dadurch abgeschlossene Aufhebungsvereinbarungen in der Praxis regelmässig angefochten werden. Eine Aufhebungsvereinbarung sollte nicht aufgrund eines schwierigen Arbeitsverhältnisses oder deshalb abgeschlossen werden, weil damit der zeitliche oder sachliche Kün
digungsschutz umgangen werden kann.

Ein Aufhebungsvertrag bietet sich vor allem in Fällen an, in denen beide Parteien einen Vorteil daraus ziehen können.

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FACHDOSSIER

Steuern rund um die Pensionierung

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Es gilt, ein paar Regeln zu beachten: Durch eine überlegte Planung der Vorsorgebezüge können je nach Wohnort massive Einsparungen erzielt werden.Pixabay, Fotolia/Montage htr
Es gilt, ein paar Regeln zu beachten: Durch eine überlegte Planung der Vorsorgebezüge können je nach Wohnort massive Einsparungen erzielt werden.Pixabay, Fotolia/Montage htr
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Meine Pension ist absehbar. Ich habe mich für Kapitalbezüge entschieden. Zudem erwarte ich Auszahlungen aus der Säule 3a. Meine Frau wird gleichzeitig pensioniert. Besteht bezüglich Steuern Handlungsbedarf?

Antwort: Meistens ja! Die Auszahlung von Vorsorgeguthaben wird gesondert besteuert, es werden aber für die Bestimmung der Steuerprogression alle Vorsorgebezüge desselben Kalenderjahres und auch beider Ehegatten zusammengerechnet.

Wohnen die Bezüger der Kapitalleistung in Appenzell, profitieren sie von einem sehr günstigen Steuertarif. Mit Vorsorgebezügen von CHF 2 280 000 beträgt die Steuer lediglich CHF 127 680, hingegen in Hütten (Kanton Zürich) CHF 440 044. Der Trick, den Wohnort vor der Auszahlung vorübergehend nach Appenzell zu verlegen, funktioniert meistens nicht, denn darin erkennt die Steuerbehörde eine Steuer­umgehung.

Durch eine überlegte Planung, in welcher die Auszahlung dieser Vorsorgeleistungen zeitlich verlegt werden (siehe Beispiel Vorsorgeplanung), können je nach Wohnort massive Einsparungen erzielt werden – so senkt sich die Steuerbelastung in Hütten von CHF 440 044 auf neu CHF 195 935. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:

• Die Pensionierung kann schrittweise erfolgen, indem das Pensum um die Hälfte und später vollumfänglich reduziert wird. Eine Pensionierung in drei Etappen wird von einigen Steuer­ämtern nicht anerkannt und sollte nur nach vorgängiger Absprache mit diesen erfolgen.

• Der Planungsspielraum beträgt grundsätzlich zehn Jahre, wobei sich dieser Zeitraum auf fünf Jahre vor und fünf Jahre nach dem Pensionsalter erstreckt.

• Gebunden ist eine Versicherung oder ein Bankkonto, wenn diese der Säule 3a angehören. Einlagen und Prämien sind steuerlich abziehbar, das Vermögen unterliegt nicht der Vermögenssteuer – dafür unterliegt die Auszahlung der Vorsorgebesteuerung.

• Versicherungen können oftmals nicht ohne finanzielle Nachteile vorbezogen werden, und die Verträge sind auf ein bestimmtes Jahr terminiert. Man muss die Steuerplanung um diese Fixpunkte bauen.

• Das Kapital von ungebundenen (nicht Säule 3a) Lebensversicherungen ist bei der Auszahlung nicht steuerpflichtig.

• Haben Sie ein oder mehrere Säule-3a-Konten, so können diese pro Konto einzeln bis zu fünf Jahre vor dem Pensionsalter bezogen werden. Die Säule 3a darf bis fünf Jahre nach dem Pensionsalter aufrechterhalten bleiben, und zudem dürfen Beiträge steuerwirksam einbezahlt werden. Dieser Aufschub setzt jedoch eine gewisse Erwerbstätigkeit voraus.

Das Beispiel der Vorsorgeplanung zeigt, dass bei einer überlegten Planung der Vorsorgebezüge massive Einsparungen erzielt werden können. Mit denselben Kapitalbezügen von CHF 2 280 000 betragen die Steuern in Hütten gerade noch CHF 195 935 (statt CHF 440 044). Im steuergünstigen Appenzell beträgt die Einsparung dieser Steuerplanung lediglich rund CHF 14 000, in Saanen rund CHF 70 000.

Eine detaillierte Planung der Vorsorgebezüge lohnt sich auf jeden Fall. Erfahrungsgemäss sind immer Planungsspielräume vorhanden. Teilen Sie die Bezüge auf und rechnen Sie auf dem Steuerrechner Ihres Wohnsitzkantons aus, ob sich die Vor- oder Nachverschiebung gewisser Vorsorge­leistungen lohnt.

Auf den Homepages der kantonalen Steuerverwaltungen befinden sich Steuerrechner, auch für Kapitalleistungen aus Vorsorge, und mithilfe der oben aufgezählten Regeln können Sie die ideale Planung selber vornehmen. Nicht jeder kann den Zeitpunkt seiner Pension frei von der Leber weg planen, doch ohne diese Voraussetzung bleibt aufgrund der anderen Vorsorgemittel noch ein beachtlicher Planungsspielraum.

Letztendlich sei erwähnt, dass die Steuerbelastung von Vorsorgebezügen durch den Sondertarif wesentlich günstiger ist als die Einkommenssteuer auf den jährlich anfallenden Renten der beruflichen Vorsorge. Der Bezug des Kapitals anstelle der Rente ist daher steuerlich attraktiv. Selbstverständlich ist beim Entscheid zwischen Rente und Kapital die Frage der Einkommenssicherung im Pensionsalter unbedingt zu berücksichtigen.

[IMG 2]Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte
 und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen: Bommer+Partner Treuhandgesellschaft h.schmid[at]bommer-partner.ch

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FACHDOSSIER

Arbeiten hüben, wohnen drüben

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Wer hierzulande ausschenkt, aber ennet der Grenze wohnt, muss einiges beachten.
Wer hierzulande ausschenkt, aber ennet der Grenze wohnt, muss einiges beachten. Bild: Stock/Montage
Bild: Stock/Montage
Markus Riesen ist dipl. Wirtschaftsprüfer und dipl. Steuerexperte. 
Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Markus Riesen ist dipl. Wirtschaftsprüfer und dipl. Steuerexperte. 
Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen. Bild: Markus Beyeler
Bild: Markus Beyeler

Wir betreiben ein Restaurant mit Bar in der Basler Altstadt. Die Bar ist am Freitag- und Samstagabend besonders gut besucht, weshalb wir für diese Tage einen zusätzlichen Barkeeper mit 40%-
Pensum suchen. Erstmals werden wir die Stelle nun mit einem Mitarbeiter mit Wohnsitz Deutschland besetzen. Er wird pendeln und gemäss ersten Abklärungen zum Grenzgänger. Was müssen wir in Bezug auf Steuern und Sozialversicherungen beachten? Es gibt widersprüchliche Aussagen: Unser Treuhänder meint, der einzige Unterschied sei ein reduzierter Quellensteuer-Abzug. Von anderer Seite wurden wir auf mögliche Probleme mit der AHV aufmerksam gemacht.

Bei grenzüberschreitenden Sachverhalten empfehlen wir dringend, die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Aspekte im Auge zu behalten. Die Krux liegt – wie so oft – im Detail und kann für den Arbeitgeber möglicherweise gravierende finanzielle Folgen haben.

Antwort: Damit wir Ihre Frage exakt beantworten können, müssen wir die Nationalität Ihres neuen Mitarbeiters kennen. Zudem ist es wichtig, ob er neben diesem 40%-Pensum eine weitere Erwerbstätigkeit ausübt und wenn ja, in welchem Status (d.h. unselbstständig oder selbstständigerwerbend), mit welchem Pensum und wo (Arbeitsort). Warum so viele Informationen? Das erfahren Sie gleich.

Nun aber der Reihe nach. Die steuerliche Situation ist verhältnismässig einfach. Ihr Treuhänder hat es bereits auf den Punkt gebracht. Grenzgänger ist nach dem schweizerisch-deutschen Doppelbesteuerungsabkommen jede in Deutschland wohnhafte Person, die in der Schweiz ihren Arbeitsort hat und von dort regelmässig an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Der neue Mitarbeiter muss beim Finanzamt in Lörrach eine sogenannte Ansässigkeits­bescheinigung beantragen und sie Ihnen bei Stellenantritt beziehungsweise spätestens vor der ersten Lohnzahlung übergeben. Auf diese Weise kann er nach-
weisen, dass er seinen steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in Deutschland hat. Diese Bescheinigung ist zunächst ein Jahr gültig und muss in der Folge erneuert werden. Wenn wir mit Blick auf das 40%-Pensum davon ausgehen, dass es sich um ein Nebenerwerbseinkommen handelt, müssen Sie als Arbeitgeber von seinem Bruttolohn eine Quellensteuer von pauschal 4,5% in Abzug bringen und der Steuerverwaltung des Kantons Basel-Stadt abliefern. Diese Quellensteuer wird auf dem Lohnausweis bescheinigt, und der Mitarbeiter kann diesen Betrag bei der Veranlagung seiner Einkommenssteuern 
in Deutschland anrechnen lassen.

[IMG 2]

Kommen wir zu den Sozialversicherungen – jetzt wird es kompliziert! Wir gehen davon aus, dass es sich bei Ihrem neuen Mitarbeiter um einen deutschen Staatsangehörigen handelt und dass er in Deutschland eine unselbstständige (Haupt-)Erwerbstätigkeit ausübt. Seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens regeln die EU-Verordnungen die Koordination der Systeme der sozialen Sicherheit. Diese Abkommen sehen vor, dass eine Person jeweils nur der Gesetzgebung eines einzigen Staates unterstellt wird (Ausschliesslichkeitsprinzip). Wenn nun ein Mitarbeiter mehrere Arbeitgeber hat und sowohl in Deutschland und in der Schweiz eine unselbstständige Erwerbstätigkeit ausübt, ist er ausschliesslich dem Sozialversicherungsregime in seinem Wohnsitzstaat unterstellt, sofern er dort zu mindestens 25% erwerbstätig ist (was vorliegend vermutet wird).

Haben Sie Fragen an Markus Riesen?
Schreiben Sie ein E-Mail
Bommer+Partner Treuhandgesellschaft:
m.riesen[at]bommer-partner.ch

Hätte er in seinem Wohnsitzstaat ein tieferes Pensum, verschiebt sich das Ganze in die Schweiz beziehungsweise er wäre trotz Wohnsitz 
in Deutschland aufgrund des 40%-Pensums in der Schweiz ausschliesslich dem Sozialversicherungsregime in der Schweiz unterstellt – auch für sein Einkommen in Deutschland. Mit anderen Worten: Sie müssen sich bei den Sozialversicherungsstellen in Deutschland melden zwecks Anschluss eines Mitarbeiters, welcher nach den aktuell gültigen Koordinations­regeln für sein in der Schweiz erzieltes Einkommen in Deutschland zu versichern ist. Koordiniert werden neben der AHV auch die IV, EO, Kranken- und Unfallversicherung, die berufliche Vorsorge im Bereich des Obligatoriums sowie alle Systeme der Familienzulagenordnung und die Arbeitslosenversicherung.

Die Bommer + Partner Treuhandgesellschaft ist ein Spezialist für Gastgewerbe und Tourismus und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, 
Wirtschafts- und Unternehmensberatung.
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fachdossier

Vermögen im Ausland offenlegen

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Ferienhaus im Ausland: Ab Ende September weiss die Steuerbehörde Bescheid.
Ferienhaus im Ausland: Ab Ende September weiss die Steuerbehörde Bescheid. Bild: Pixabay
Bild: Pixabay
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte und Betriebsökonom FH. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Mathias Keller ist Dipl. Steuerexperte und Betriebsökonom FH. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen. Bild: zvg
Bild: zvg

Wir wohnen in der Schweiz und betreiben ein mittelgrosses Hotel. Meine Frau hat vor einigen Jahren eine grössere Erbschaft erhalten, darunter ein Haus in Spanien. Seither haben wir in Spanien auch ein Bankkonto, um die laufenden Kosten zu bezahlen. Die Liegenschaft in Spanien haben wir in der Schweizer Steuererklärung stets deklariert, nicht aber das Bankkonto in Spanien. Die Steuererklärung 2017 wurde bisher noch nicht eingereicht und ich überlege mir, das Konto zu deklarieren. Was raten Sie mir?

Antwort: Der automatische Informationsaustausch (AIA) ist bereits seit 1. Januar 2017 in Kraft. Seither werden von der Schweiz und den am AIA teilnehmenden Staaten, zu denen auch Spanien gehört, wo Sie ein Konto unterhalten, die Daten gesammelt. Bis Ende September dieses Jahres müssen diese Daten unter den teilnehmenden Ländern spätestens ausgetauscht bzw. gemeldet werden. Ab dann ist die Eidgenössische Steuerverwaltung im Besitz Ihrer Daten aus Spanien.
Die hiesigen Steuerbehörden werden dann nicht nur die Nummer Ihres Kontos in Spanien, den Namen der Bank, Ihre persönlichen Angaben wie Namen, Adresse und Geburtsdatum, sondern auch den Kontostand und Zinsen sowie weitere Angaben kennen.

Im Klartext: Es gibt (fast) nichts mehr zu verstecken. Da Sie in der Schweiz ansässig und somit unbeschränkt steuerpflichtig sind, muss Spanien diese Daten im Rahmen der AIA-Vereinbarung zwingend der Schweiz übermitteln. Ihr (nicht deklariertes) Konto in Spanien ist gemäss den AIA-Bestimmungen unter den Staaten eine zwingend meldepflichtige Information.

Da mit den nun verfügbaren Daten der Beweis erbracht ist, dass Sie ein nicht deklariertes Konto im Ausland haben, müssen Sie nicht nur mit einer Nachsteuer, sondern allenfalls gar auch noch mit einer Busse rechnen. In der Schweiz hat jede steuerpflichtige Person einmal die Möglichkeit, sich wegen Steuerhinterziehung selbst straffrei anzuzeigen. Folgende Voraussetzungen müssen dabei kumulativ erfüllt sein:

  • Hinterziehung ist keiner Steuerbehörde bekannt,
  • vorbehaltlose Unterstützung durch die/den Steuerpflichtige/n bei der Festsetzung der Nachsteuer und
  • Bemühung um Bezahlung der Nachsteuer. [IMG 2]

Einige Kantone verlangen zusätzlich einen eigenen Antrieb der sich selbst anzeigenden Person. Was geschieht nun mit denjenigen Steuerpflichtigen Personen, welche sich noch vor Ende September 2018 im Sinne einer «straflosen Selbstanzeige» bei den Steuerbehörden melden? Ist der eigene Antrieb noch gegeben oder ist die Straflosigkeit nicht mehr gegeben? Hierüber herrscht in der Schweiz leider keine Einigkeit. Es gibt Kantone, welche bereits seit 1. Januar 2017 aufgrund des fehlenden eigenen Antriebs keine straflosen Selbstanzeigen für ausländische Vermögenswerte mehr akzeptieren. Andere wiederum vertreten die Ansicht, dass der AIA darauf keinerlei Einfluss hat. Nochmals andere Kantone haben ihre Praxis noch gar nicht festgelegt … Leider ist die Situation etwas unübersichtlich und entsprechend für den Steuerpflichtigen sowie dessen Berater unbefriedigend. Was allerdings sicher ist: Die Praxishandhabung von Selbstanzeigen von Vermögenwerten in AIA-Staaten werden wohl anders behandelt als solche, welche sich in der Schweiz befinden. Nichtsdestotrotz rate ich Ihnen, mit Ihrer Steuerbehörden Kontakt aufzunehmen und das Konto offenzulegen. Ob diese Anzeige im Sinne einer «straflosen Selbstanzeige» qualifiziert wird, hängt davon ab, in welchem Kanton Sie steuerpflichtig sind. Zudem zeigen unsere Praxiserfahrungen, dass einige Kantone «Kleinbeträge» im Sinne von Bagatellfällen sehr unkompliziert handhaben, ohne ein ordentliches Verfahren zu eröffnen.

Fazit: Der Automatische Informationsaustausch AIA ist in vollem Gange. Sollten Sie trotzdem nicht deklarierte Vermögens­werte im Ausland haben, so wird dringend empfohlen, diese der Steuerbehörde sobald als möglich offenzulegen.

Haben Sie Fragen an Mathias Keller?
Schreiben Sie ein E-Mail an Mathias Keller, Bommer+Partner Treuhandgesellschaft:
m.keller[at]bommer-partner.ch

fachdossier

Aussendienst-Abzüge mit Tücken

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Wann welche Steuerkosten abgezogen werden können, bedarf genauer Prüfung.
Wann welche Steuerkosten abgezogen werden können, bedarf genauer Prüfung. Bild: iStock
Bild: iStock
Markus Riesen ist Dipl. Wirtschaftsprüfer und Dipl. Steuerexperte. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Markus Riesen ist Dipl. Wirtschaftsprüfer und Dipl. Steuerexperte. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.

Ich arbeite seit Anfang 2017 als Sales & Marketing Manager bei einer Schweizer Hotelgruppe und bin für die Betriebe in der Stadt Zürich und der Flughafenregion zuständig. Mein Büro befindet sich am Sitz der Verwaltung in Zug. Bis vor kurzem wohnte ich in Spreitenbach AG, im Verlauf Januar 2018 bin ich nach Baar ZG umgezogen. Heute erhalte ich den Lohnausweis 2017 und dieser ist meines Erachtens teilweise falsch ausgefüllt.

  • Geschäftswagen – da ich oft unterwegs bin, stellt mir der Arbeitgeber ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung, welches ich auch privat verwenden darf. Unter der Ziff. 15 wird mein Anteil Aussendienst lediglich mit pauschal 25% bescheinigt. Das ist falsch – ich besuche mind. jeden zweiten Tag unsere Hotelbetriebe und habe auch sonst viele externe Termine.
  • Weiterbildungskosten – mein neuer Arbeitgeber hat mir bei Stellenantritt die Kosten für eine im 2016 abgeschlossene Weiterbildung mit pauschal CHF 10 000 entschädigt. Nun wird dieser Betrag unter Ziff. 2.3 als Gehaltsnebenleistung zum Nettolohn aufgerechnet. Das kann nicht sein – für diesen Zweck hat es ja extra eine Ziff. 13.3 «Beiträge an die Weiterbildung», und diese Beiträge sind nach meinem Verständnis nicht zu versteuern.
  • Bonus – für das erste Jahr 2017 wurde in einem Sideletter zum Arbeitsvertrag ein Signing Bonus von CHF 20 000 mit Auszahlungsdatum im Januar 2018 vereinbart. Dieser Betrag wird nun bereits im Lohnausweis 2017 unter der Ziff. 3 «Unregelmässige Leistungen» deklariert und zum Nettolohn aufgerechnet. Aber die Auszahlung erfolgt ja erst im 2018 und muss folglich auch erst im 2018 versteuert werden.

Ich möchte nicht wegen einem falschen Lohnausweis mehr Steuern bezahlen.

[IMG 2]Antwort: Geschäftswagen. Der Anteil Aussendienst ist wichtig für die Berechnung des sog. geldwerten Vorteils (= kostenlose Überlassung eines Geschäfts­wagens für den Arbeitsweg) im Zuge der Begrenzung der Fahrkosten-Abzüge. Ihr Arbeitsweg von Spreitenbach AG nach Zug beträgt rund 40 km, pro Tag also 80 km und für ein ganzes Jahr 17 600 km (= 220 Arbeitstage). Bei einem Aussendienstanteil von 25% reduziert sich der Arbeitsweg auf 13 200 km. Bei einem km-Ansatz von 70 Rappen ergibt das einen geldwerten Vorteil von CHF 9 240 und dieser wird nach Abzug der Fahrkostenpauschale von CHF 7 000 (Kanton AG) bzw. CHF 3 000 (Bund) zum steuerbaren Einkommen aufgerechnet. Je höher dieser Anteil ist, desto tiefer die Aufrechnung. Damit stellt sich die Frage, was überhaupt als Aussendienst qualifiziert. Wenn Sie am Morgen zuerst ins Büro fahren und erst dann zu einem externen Termin bzw. umgekehrt nach einem externen Termin zuerst wieder ins Büro zurückfahren, bevor Sie am Abend nach Hause gehen, gibt es richtigerweise keinen Aussendienstanteil zu bescheinigen. Das Gleiche gilt für die Fahrt von Ihrem Wohnort direkt in die Hotelbetriebe und umgekehrt – betriebseigene Standorte zählen zu den üblichen Arbeitsorten, und diese Fahrten qualifizieren deshalb als Arbeitsweg. Bitte überprüfen Sie die 25%-Pauschale nochmals unter Berücksichtigung dieser Hinweise. Und: Mit Ihrem Umzug nach Baar haben Sie dieses Problem ab der Steuerperiode 2018 beseitigt. Der Kanton Zug kennt keine Begrenzung, und beim Bund liegt der geldwerte Vorteil bei einem Arbeitsweg von unter 10 km im Rahmen des Maximalabzuges.

Weiterbildungskosten. Die Deklaration ist korrekt. Entschädigungen des neuen Arbeitgebers für Kosten von bereits abgeschlossenen Weiterbildungen stellen grundsätzlich steuerbare Einkünfte dar. Dies gilt unabhängig davon, ob der neue Arbeitgeber die von Ihnen im 2016 direkt geleisteten Kosten entschädigt oder allfällige bestehende Rückzahlungsverpflichtungen ausgleicht.

Bonus. Auch diese Deklaration scheint korrekt zu sein. Als Grundsatz gilt, dass eine Entschädigung im Lohnausweis der Referenzperiode (hier 2017) deklariert werden muss. Eine Deklaration im Lohnausweis der Auszahlungsperiode (hier 2018) wäre nur dann zulässig, wenn der Bonus am Ende des Jahres betragsmässig noch gar nicht beziffert werden kann (leistungsabhängig) und/oder der Anspruch noch ungewiss oder strittig ist.

Haben Sie Fragen an Markus Riesen? Schreiben Sie ein E-Mail an Markus Riesen, Bommer+Partner Treuhandgesellschaft: m.riesen[at]bommer-partner.ch

fachdossier

Steuern das ganze Jahr optimieren

Der Experte weiss Rat – Fachbeitrag von Bommer+Partner Treuhandgesellschaft.
Steigt der Gewinn, lohnt es sich steuertechnisch, Sanierungen vorzuziehen.
Steigt der Gewinn, lohnt es sich steuertechnisch, Sanierungen vorzuziehen.
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen.
Hugo Schmid ist Dipl. Steuerexperte und Dipl. Wirtschaftsprüfer. Er beantwortet an dieser Stelle regelmässig Ihre Fragen. Bild: Markus Beyeler
Bild: Markus Beyeler

Dank Touristenboom im zweiten Halbjahr schliesst das Geschäftsjahr 2017 recht gut ab. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird der Gewinn 2018 recht hoch ausfallen, damit auch die Steuerfolgen. Haben Sie Tipps zur Steueroptimierung?
Antwort: Es ist sinnvoll, schon zu Beginn eines guten Geschäftsjahres an die Steueroptimierung zu denken, denn so besteht mehr Spielraum. Hier einige Steueroptimierungsideen für Hoteliers:

Investitionsbereich und Unterhalt

  • Ausbauten von Hotels müssen laufend erneuert werden. Diese Investitionen können erfolgswirksam abgeschrieben werden, Sanierungen können oftmals direkt als Unterhalt berücksichtigt werden. Sie könnten einen Teil der Investitionen oder Sanierungen ins 2018 vorziehen.
  • Profitieren Sie von Sofortabschreibungen, aber achten Sie auf allfällige kantonale Erschwernisse.
  • Sie können Abschreibungen nachholen, die infolge schlechten Geschäftsgangs in früheren Jahren nicht (vollständig) getätigt werden konnten und Geschäftsverluste der letzten sieben Jahre anrechnen.
  • Rückstellungen für Grossreparaturen von Immobilien dürfen meist im Rahmen von 1 bis 2 Prozent des Gebäudeversicherungswertes, bis zu einer definierten Grenze oder innerhalb eines definierten Zeitraums gebildet werden.

Optimierung mittels Vorsorge

  • Viele Hoteliers verfügen über BVG-Minimalleistungen. Mit einer Leistungserhöhung oder Kadervorsorge können Sie bewirken, dass Sie und Ihre Kadermitarbeitenden steueroptimiert sparen können.
  • Sind Sie selbstständig erwerbend, können Sie sich freiwillig der beruflichen Vorsorge Ihrer Mitarbeitenden anschliessen oder eine Kadervorsorge einrichten. Dabei verlangt das Kollektivitätsprinzip, dass mindestens eine Drittperson mitversichert wird.
  • Mit den geschilderten Massnahmen sollten hohe Einkaufsbeträge für Sie geschaffen werden, die Sie mit Gehaltsbezügen finanzieren können. Das Gehalt ist wohl privat als Einkommen steuerpflichtig, der Einkauf aber abzugsfähig.
  • Sind ausreichende freie Reserven vorhanden, ist eine Dividende reizvoll, da diese nur teilweise mit der Einkommenssteuer belangt wird, der Einkauf jedoch voll abzugsfähig ist. Die Gesellschaft muss auf der Dividende zwar 35 Prozent Verrechnungssteuer bezahlen, welche aber an Ihre privaten Steuern angerechnet oder zurückerstattet wird.
  • In guten Jahren dürfen Sie den drei- bis fünffachen Betrag des jährlichen Arbeitgeberbeitrages steuerwirksam einzahlen und in schlechten Zeiten an Ihre Prämien anrechnen lassen.
  • Jährlich dürfen erwerbstätige Steuerpflichtige, die einer beruflichen Vorsorge angehören, einen Betrag von CHF 6 768.– unter dem Titel Säule 3a steuerwirksam einzahlen. Erwerbstätige ohne Anschluss an eine Pensionskasse dürfen 20 Prozent, maximal CHF 33 840.–, einzahlen.  [IMG 2]

Abgrenzungen und Rückstellungen

  • Bilden Sie per Bilanzstichtag Abgrenzungen für Ferien-, Ruhetags-, Überstunden- oder Bonusguthaben ihrer Mitarbeitenden und grenzen Sie die Sozialkosten darauf zusätzlich ab. Die erstmalige und idealerweise grosszügig berechnete Abgrenzung führt zu einer Ergebnis­reduktion.
  • Handelsrechtlich notwendige Rückstellungen müssen steuerlich immer anerkannt werden (zum Beispiel Schadenersatzforderungen Dritter, Schäden an mobilen oder immobilen Anlagen etc.). Prüfen Sie also das Vorhandensein von Verpflichtungen oder Schulden, deren Ursachen im alten Geschäftsjahr liegen.
  • Gefährdete Forderungen und schwer verkäufliche Vorräte dürfen individuell nach Notwendigkeit wertberichtigt werden. Zusätzlich dürfen auf inländischen Forderungen in Schweizer Franken 5 Prozent pauschal wertberichtigt werden (Auslandforderungen bis 15%), und auf den Vorräten darf ein Drittel des Bestandes als privilegierte Warenreserve abgezogen werden.

Haben Sie Fragen an Hugo Schmid?
Schreiben Sie ein E-Mail an Hugo Schmid,
Bommer+Partner Treuhandgesellschaft:
h.schmid[at]bommer-partner.ch