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Hospitality Summit
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Dossier: Hospitality Summit 2023
Das Dossier zum Thema:

Hospitality Summit 2023

Publiziert am 01. März 2023

Gemeinsam die Zukunft gestalten am Hospitality Summit

Unter dem Motto «Gemeinsam die Zukunft gestalten» fand am 14. und…
Publiziert am 17. Mai 2024

«Ich werde meine Zuhörer motivieren, ihren Weg zu gehen»

Junghotelière und HotellerieSuisse-Verbandsleitungsmitglied Carol…
Publiziert am 16. Dezember 2023

Nr. 11: Griff nach den Sternen

Hinter Türchen 11 inspiriert ein Grosser die nächste Generation.
Publiziert am 03. Dezember 2023

Nr. 23: Auf dem roten Teppich

Hinter Türchen 23 feiern wir mit der Branche.
Publiziert am 15. Juni 2023

Das war Tag zwei

Der zweite Tag des Hospitality Summit hat mit dem neuen Format Ed…
Publiziert am 15. Juni 2023

Digitale Touchpoints und Marketingkanäle für Hotels

Mike Schwede zeigt am Hospitality Summit anhand konkreter Beispie…
Publiziert am 15. Juni 2023

Zahlen und Fakten zum Vegie-Markt

In seinem Referat spricht Rolf Hiltl darüber, welchen Mehrwert ei…
Publiziert am 15. Juni 2023

Ist nachhaltige Mobilität ein Mythos?

Für Stadthotels ist nachhaltige Mobilität wichtig. Was kommt mit …
Publiziert am 15. Juni 2023

Alan Frei im Talk presented by Swisscom

Amorana-CMO Alain Frei spricht im Talk in der Netzwerkarena über …
Publiziert am 15. Juni 2023

«Mir hilft es immer, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten»

Der ehemalige Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen hält ni…
Publiziert am 15. Juni 2023

Die Zukunft der Branche im Fokus bei HotellerieSuisse

Die Delegierten von HotellerieSuisse beschliessen eine Statutenre…
Publiziert am 15. Juni 2023

Steffi Burkhart im Talk presented by Swisscom

Die Expertin New Work, Gen Y & Z, Changemanagement Steffi Burkhar…
Publiziert am 15. Juni 2023

«Angestellte sind der Schlüssel»

Christian Eckert vom Boutique-Hotel Omnia in Zermatt ist Hotelier…
Publiziert am 15. Juni 2023

Keynote von Florian Bauer

Der Preisexperte Prof. Dr. Florian Bauer begründet in seinem Refe…
Publiziert am 15. Juni 2023

Frauen sind das Rückgrat der Hotellerie

Tausende skandierten am feministischen Streik für die Rechte der …
Publiziert am 15. Juni 2023

Trois professionnels aguerris disent leurs visions de l'hôtel de demain

La directrice du Lausanne Palace, le CEO d'Althoff Hotels et un s…
Publiziert am 15. Juni 2023

«Menschen reagieren auf Preise irrational»

Florian Bauer spricht am Hospitality Summit über die grossen Irrt…
Publiziert am 15. Juni 2023

Hotelier des Jahres 2023 im Talk presented by Swisscom

Christian Eckert vom Boutique-Hotel «Omnia» in Zermatt ist frisch…
Publiziert am 15. Juni 2023

Posieren, promenieren und parlieren

Der Beherbergungskongress ist wie ein grosses Familientreffen. Ne…
Publiziert am 14. Juni 2023

Christian Eckert ist Hotelier des Jahres 2023

Mit der Auszeichnung an der Gala «Hotelier des Jahres» würdigt di…
Publiziert am 14. Juni 2023

Der erste Tag in Bildern

Der erste Tag des Beherbergungskongresses neigt sich bereits dem …
Publiziert am 14. Juni 2023

Preis für aussergewöhnlich nachhaltige Leistungen verliehen

Das Schweizer Nachhaltigkeitslabel Ibex Fairstay verleiht anlässl…
Publiziert am 14. Juni 2023

Daniel Schneider im Talk presented by Swisscom

Daniel Stracke von Monopol AG spricht im Talk in der Netzwerkaren…
Publiziert am 14. Juni 2023

Konjunkturprognose von Aymo Brunetti

Prof. Dr. Aymo Brunetti spricht bei seiner Keynote am Hospitality…
Publiziert am 14. Juni 2023

Jan Starcke im Talk presented by Swisscom

Jan Stracke von Meta, ehemals Facebook, spricht Talk in der Netzw…
Publiziert am 14. Juni 2023

1485 Gäste am Gipfel der Gastfreundschaft

Am Hospitality Summit wird genetzwerkt, ausgetauscht und diskutie…
Publiziert am 14. Juni 2023

3 Projekte, 5 Tage, 22 junge Köpfe

Die nächste Generation übernimmt und weist die Zukunft. Am dies­j…
Publiziert am 14. Juni 2023

Le courage politique, condition pour un tourisme alpin durable

Face au réchauffement climatique, il existe des solutions pour ré…
Publiziert am 14. Juni 2023

Carsten K. Rath im Talk presented by Swisscom

Entrepreneur Carsten K. Rath spricht im Talk in der Netzwerkarena…
Publiziert am 14. Juni 2023

«Die Branche hat in den letzten Jahren gut gearbeitet»

Peter Gloor, Direktor der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelk…
Publiziert am 14. Juni 2023

«Gemeinsam die Zukunft gestalten und Potenzial entdecken»

Der diesjährige Hospitality Summit bietet der Branchenfamilie ein…
Publiziert am 14. Juni 2023

«Ohne Männer geht Frauenförderung nicht»

Die Staatssekretärin für Wirtschaft Helene Budliger Artieda wollt…
Publiziert am 14. Juni 2023

Der Hospitality Summit 2023 ist eröffnet

Die Beherbergungsbranche trifft sich heute und morgen am dritten …
Publiziert am 18. Mai 2023

Manchmal braucht es nur ein paar clevere Kniffe zum Erfolg

Der Education Day am Hospitality Summit fördert den Wissensaustau…
Publiziert am 19. April 2023

Die Arbeitswelt von morgen fängt bereits heute an

Die deutsche Autorin und Speakerin Steffi Burkhart ist das Sprach…
Publiziert am 06. April 2023

Spannende Themen, hochkarätige Referenten

Wüest Partner präsentiert am Finanzforum des Hospitality Summit 2…
Publiziert am 09. März 2023

«Der Hospitality Summit hat All-Inclusive-Charakter»

Ein hochkarätiges Speaker-Line-up, viel Zeit zum Networken und ei…
Hospitality Summit
Bild: Susanne Keller

Dossier: Hospitality Summit 2023

Gemeinsam die Zukunft gestalten am Hospitality Summit

Unter dem Motto «Gemeinsam die Zukunft gestalten» fand am 14. und 15. Juni 2023 in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon der dritte Schweizer Beherbergungskongress Hospitality Summit statt.

Am 14. Juni 2023 hiess es Türen auf zum grössten Beherbergungskongress der Schweiz.  Während zwei Tagen trafen sich rund 1500 engagierte Führungskräfte, innovative Gastgeber, motivierte Fachleute und starke Partner in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon zum Hospitality Summit.

Die htr hotelrevue begleitet den Hospitality Summit mit Bildern, Videos und Beiträgen. 

Career Day

«Ich werde meine Zuhörer motivieren, ihren Weg zu gehen»

Junghotelière und HotellerieSuisse-Verbandsleitungsmitglied Carole Hauser spricht am Career Day am 13. Juni in Zürich über Passion, gute Beziehungen und wie sich Mut bezahlt macht.
Blanca Burri
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Carole Hauser
Junghotelière und HotellerieSuisse Verbandsleitungsmitglied Carole Hauser
Junghotelière und HotellerieSuisse Verbandsleitungsmitglied Carole Hauser Bild: zvg
Bild: zvg

Carole Hauser, wie wollen Sie am Career Day von HotellerieSuisse mehr junge Menschen für einen Beruf im Gastgewerbe begeistern?
Ich möchte aufzeigen, wie bunt und interessant es ist, in der Hotellerie und Gastronomie zu arbeiten. 

Sie finden die Hotellerie so attraktiv, dass Sie den elterlichen Betrieb übernommen haben. Seit diesem Jahr wirken Sie sogar in der Verbands­leitung von HotellerieSuisse. Wie kam das?
Nach vier Jahren in London kam ich nach Hause, um mit meinem Bruder Philip den Betrieb zu übernehmen. Eines Tages, als ich auf Linkedin durch den Feed scrollte, sah ich die Ausschreibung für die Verbandsleitung von HotellerieSuisse. Ich bin froh, dass ich in dem Moment den Mut hatte, mich für diese Position zu bewerben. Nie hätte ich mir erträumen lassen, wie stark diese Nomination mein Leben zum Positiven beeinflussen würde.

Als 32-Jährige haben Sie bereits wichtige Karriereschritte gemacht. Wie können Jungtalente ihre Karriere in Schwung bringen?
Sich selbst und ihren Interessen treu bleiben. Nur wer das macht, wofür das Herz brennt, wird sich morgens auf die Arbeit freuen. Das spüren auch die Arbeitgeber und werden die Mitarbeitenden entsprechend fördern. Man sollte auch networken. Hotellerie und Gastronomie sind ein «people’s business». Man weiss nie, wer einem irgendwann bei einem Job oder bei einer anderen Gelegenheit behilflich sein kann. Wichtig ist aber, dass man authentisch bleibt.

Was können die Teilnehmenden des Career Day von Ihnen erwarten?
Es geht um einen ehrlichen Austausch über Ideen und Gedanken, die stark durch meine Zeit in London geprägt sind. Ich werde meine Zuhörerinnen und Zuhörer motivieren, ihren Weg zu gehen. Wir alle finden ihn, jede Person auf ihre eigene Weise, und genau das ist das Schöne daran, denn wir sind alle unique.

Sie bringen eine Mitarbeiterin aus Ihrem Hotel in Grindelwald mit. Welche Absicht steckt dahinter?
Roxane Otti machte in unserem Hotel die Ausbildung zur Hotelkommunikationsfachfrau. Sie hat sich Schritt für Schritt hochgearbeitet und wird diesen Sommer Head of Frontoffice and Reservations. Sie steht in ihrem jungen Alter von 22 Jahren einem beachtlichen Team von insgesamt 13 Personen vor. Ich möchte zeigen, dass die universitäre Ausbildung nicht der einzige Weg für eine Karriere ist.

Was unterscheidet die Karriere von Roxanne Otti von anderen?
Einige denken vielleicht, dass es für sie ein Rückschritt war, nach der gymnasialen Ausbildung eine Lehre statt eines Studiums zu machen. Aber mit dieser Lehre ist Roxanne ihrer Leidenschaft gefolgt und wird im Leben um einiges glücklicher sein, als wenn sie beispielsweise ein BWL-Studium gemacht hätte, das ihr möglicherweise nicht gefallen hätte.

Wie unterstützen Sie Junge in Ihrem Betrieb?
Wir bilden in allen Departementen Lernende aus. Darüber hinaus fördern und fordern wir sie, etwa durch die Organisation der Silvesterfeier. Dabei können sie sich zusätzliche Kompetenzen aneignen und sich über den Erfolg der Party freuen. Gemeinsam mit ihnen eruieren wir ihre Leidenschaft und setzen sie ihren Fähigkeiten entsprechend ein.

Werden Sie bitte konkreter.
Unser Réceptionist Kimo Zurlinden ist in seiner Freizeit ambitionierter Fotograf. Wir haben ihn deshalb kürzlich ins Social-Media-Team eingearbeitet, wo er nun zu 50 Prozent seines Pensums seine Kreativität walten lassen kann.

Worauf freuen Sie sich am Career Day persönlich?
An Universitäten kennt man Career Days bereits. Umso schöner ist es, dass unsere Branche gleichzieht und den jungen Menschen die Chance zum Networking bietet. Ich freue mich auf die Zeit mit so vielen jungen Talenten, die motiviert für unsere Branche arbeiten. Ich möchte herausfinden, was sie am Gastgewerbe interessiert und wo sie Stolpersteine sehen. Ganz besonders wünsche ich mir einen ehrlichen Austausch und dass jede Person etwas Positives mitnehmen kann. Sei dies ein neuer Kontakt, eine bessere Vorstellung davon, in welche Richtung sich ihre Karriere entwickeln soll, oder einfach eine Bestätigung, dass sie echte Leidenschaft für das Gastgewerbe empfindet.

Welchen Programmpunkt werden Sie nicht verpassen?
Das Podium mit Dirk Hany zum Thema «Mut als Erfolgskonzept». Ich bin sehr gespannt, was er uns erzählen wird. Ich finde nämlich auch, dass wir mutig sein müssen, wenn wir erfolgreich sein wollen.

Career Day für Jungtalente
Melden Sie Ihre Nachwuchskräfte jetzt für den kostenlosen Career Day an! Unterstützen Sie sie dabei, sich weiterzuentwickeln und investieren Sie in die Zukunft der Hospitality-Branche. Am Career Day vom 13. Juni haben Nachwuchstalente die Möglichkeit, mit führenden Arbeitgebern zu Netzwerken, einzigartige Karrierechancen zu entdecken und die Faszination der Hotelbranche hautnah zu erleben. So fördern Sie die nächste Generation von Fachkräften. [IMG 2]

Die Teilnahme am Career Day vom 13. Juni 2024, Halle Stage One, Zürich-Oerlikon ist kostenlos.

hospitality-summit.ch/careerday 

Adventskalender

Nr. 11: Griff nach den Sternen

Hinter Türchen 11 inspiriert ein Grosser die nächste Generation.
Thomas Zurbuchen
Als ehemaliger Forschungsdirektor der Nasa gehört Thomas Zurbuchen zu den einflussreichsten Schweizer Wissenschaftlern.
Als ehemaliger Forschungsdirektor der Nasa gehört Thomas Zurbuchen zu den einflussreichsten Schweizer Wissenschaftlern. Bild: René Ruis
Bild: René Ruis

Hospitality Summit 2023

«Mir hilft es immer, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten»

Der ehemalige Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen hält nicht viel von festgefahrenen Führungsstrukturen. Er plädiert für mehr Selbstreflexion in den Chefetagen. Am Hospitality Summit spricht er über Leadership.

Nora Devenish

Leadership: Gemeinsam nach den Sternen greifen
Dr. Thomas H. Zurbuchen gilt als einer der einflussreichsten Schweizer Wissenschaftler. In den USA war er 7 Jahre lang als Wissenschaftsdirektor bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa und schickte Satelliten ins All oder suchte nach den Ursprüngen des Lebens. In seinem Vortrag spricht er über Leadership und seinen Weg zum Erfolg durch interkulturelles Management, wertschätzende Führung und Teamwork:

Hier gehts zur Video-Zusammenfassung des Referates

Als Forschungsdirektor bei der Nasa verantwortete der gebürtige Berner Oberländer Astrophysiker Thomas Zurbuchen das gesamte Forschungsprogramm der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde. Er verfügte über ein Budget von rund 8 Milliarden US-Dollar und leitete um die 10 000 Forschende. Vergangenen Dezember räumte er den Chefposten bei der Nasa. Seither ist er international als Redner und Berater tätig. Auf Einladung von HotellerieSuisse spricht Thomas Zurbuchen am 15. Juni am Hospitality Summit in Zürich-Oerlikon zum Thema Leadership.

Im Gespräch mit der htr hotelrevue sagt er, warum er seinen Chefposten räumte, was Führungskräfte von der Lebens- und Arbeitseinstellung der Gen Z lernen können und wohin seine nächste Reise führen könnte.

Herr Zurbuchen, wo würden Sie im Weltall Ferien machen?
Ich würde gerne auf den Mars fliegen. Der Mars ist ein interessantes Reiseziel, weil wir dort viel über die Erde lernen können. Vor drei Milliarden Jahren glich der Mars der Erde noch viel mehr als heute. Es gab dort Ozeane und vielleicht auch Leben.

Was zeigt die Postkarte, die Sie an die Erde verschicken?
Eine wunderschöne Wüstenumgebung, die noch Spuren von Wasser aufweist, mit Bergen im Hintergrund.

Wann schicken Sie die Karte ab?
Das kann noch dauern. Die ersten Menschen werden Ende der 2030er- oder in den 2040er-Jahren zum Mars reisen. Wann ich hindarf, weiss ich noch nicht.

Ist Weltraumtourismus nur für die Superreichen?
Weltraumreisen wird für alle möglich werden. Die Luftfahrt war anfangs auch nur den Reichen vergönnt. Innert weniger Dekaden hat sich das geändert, und wir profitieren alle von diesen Innovationen.

Über Fehler zu sprechen, ist unglaublich motivierend und inspirierend.

Sind Reisen ins All erstrebenswert?
An fremde Orte zu reisen, ist immer erstrebenswert. Tourismus fördert das Verständnis für fremde Kulturen und ist völkerverbindend. Reisen verschiebt die Grenzen, die man sich selbst setzt.

Als Wissenschaftler sind Sie von Natur aus neugierig. Wie wichtig ist diese Neugierde als Führungsperson?
Neugierde ist absolut wichtig! Um sich zu verbessern, müssen zwei auf den ersten Blick gegensätzliche Dinge beachtet werden. Die Geschichte darf nicht vergessen werden. Sie bildet das Fundament. Auf ihr muss gebaut werden. Wer baut, muss aber auch den Mut haben, Dinge zu verändern. Um herauszufinden, was verändert werden soll und darf, um die richtigen Fragen zu stellen, braucht es Neugierde.

Ein Leben im Dienst der Wissenschaft
Thomas Zurbuchen wuchs als Sohn einer strenggläubigen freikirchlichen Familie in Heiligenschwendi im Berner Oberland auf. 1996 promovierte er an der Universität Bern in experimenteller Astrophysik. Danach wanderte er in die USA aus und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Michigan tätig. 2016 wurde er Wissenschaftsdirektor der Nasa. Bis Ende 2022 verantwortete Thomas Zurbuchen 91 Nasa-Missionen, darunter das James-Webb-Teleskop sowie die Mars-Mission mit dem Rover «Perseverance» und dem Kleinhelikopter «Ingenuity». Der 55-Jährige ist mit einer Musikerin verheiratet und Vater zweier Kinder. nde

Warum räumten Sie Ende 2022 Ihren Chefsessel bei der Nasa?
Es kommt der Moment, wo sich jede Führungsperson fragen muss, ob sie die richtige Besetzung für den Job ist. Wer diese Frage nicht mit Ja beantwortet und bleibt, dient der Organisation nicht mehr so wie eigentlich nötig. Das Team ist wichtiger als jede einzelne Person, und auch wichtiger als der Chef.

Manch ein alteingesessener Patron denkt da anders.
Es hat auch Raum für erfahrene, ältere Leute. Sie sind wichtige Teammitglieder. Wenn aber nur sie die Führungsstellen innehaben, können die Teams ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Dann sind nicht genug Ideen vorhanden. Jede Organisation muss prüfen, ob genügend diverse Meinungen im Raum sind. Eine Echokammer, in der seit Jahren dieselben Meinungen zu hören sind, ist meines Erachtens beängstigend.

Ihre Arbeitsphilosophie widerspiegelt die Einstellung der Gen Z.
Mir hilft es immer, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Zu meinen Mentoren gehören auch Gen Zer. Jede Generation hat viel zu sagen. Aber Weisheit kommt nicht nur von einer einzelnen Meinung. Weisheit kommt vom Willen und Mut, herauszufinden, was man wie ändern muss. Ich stelle fest, dass ich mehr Werte mit der Gen Z teile als einige meiner Altersgenossen.

Zum Beispiel?
Dass sich die erste Frage immer um den Zweck drehen muss. Gen Zer fragen zuerst warum, nicht wie viel oder wo. Wer das Warum beantworten kann, vereinfacht sich das Leben und die Arbeit.

Wer das Warum beantworten kann, vereinfacht sich Leben und Arbeit.

Die Nasa inspiriert Menschen auf der ganzen Welt. Wie gelingt Inspiration?
Indem man das Unmögliche wagt. Im Fall der Nasa gelingt Inspiration durch Transparenz. Natürlich könnten wir nur unsere Erfolge feiern. Das ist aber nicht inspirierend. Die Nasa erklärt zuerst ihre Vorhaben, geht auch auf die Schwierigkeiten ein. Sie zeigt die Menschen, die hinter dem Projekt stehen, keineswegs nur die Chefs. Während einer Nasa-Mission läuft die Kamera – ohne dass man weiss, ob die Mission gelingt oder nicht. Das inspiriert.

Eine wünschenswerte Fehlerkultur.
Sie zeigt den Teammitgliedern, dass ihre Meinung zählt. Über Fehler zu sprechen, ist unglaublich motivierend und inspirierend.

Sind Hierarchien noch zeitgemäss?
Überall, wo schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen, sind sie notwendig. Hierarchien ordnen die Verantwortung klar zu. Sie können somit für viele entlastend sein. Es braucht aber weise Chefs, die dem ganzen Team zuhören, bevor sie eine Entscheidung treffen. Wenn man den Grund für die Hierarchie nicht nennen kann, muss man sie hinterfragen.

Mit Donald Trump hatten Sie es mit einem resistenten Vorgesetzten zu tun. Wie nahmen Sie diese Zeit wahr?
Zu Beginn der Trump/Pence-Administration schien die Wissenschaft in Gefahr zu sein. Darum war ich vielleicht die richtige Person für den Job. Durch meine früheren Tätigkeiten bin ich politisch auf beiden Seiten gut vernetzt. Rückblickend hat die Trump/Pence-Administration der Nasa geholfen. Ihre Strategie wurde klarer. Und es war wichtig, ihren Umgang mit amerikanischen Steuergeldern zu hinterfragen.

Was legen Sie als Wissenschaftler den Touristikern ans Herz?
So wie Tourismus der Völkerverständigung dient, nützt er zur Wertschätzung der Natur. Ich wünsche den Touristikern Mut, die Folgen von Veränderungen wie der Gletscherschmelze aufzuzeigen. Niemand kennt alle Antworten. Die Vergangenheit zeigt aber: Wer während einer Veränderung handelt, ausprobiert und experimentiert, geht als Gewinner hervor.

Adventskalender

Nr. 23: Auf dem roten Teppich

Hinter Türchen 23 feiern wir mit der Branche.
Hotelier des Jahres
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 Christian Eckert und Special-Award-Gewinner Franz-Xaver Leonhardt (Mitte) eröffnen den roten Teppich am Hospitality Summit 2023. Flankiert werden sie von «Hotelier des Jahres»-Gründer und Organisator Fiorenzo Fässler, Jurypräsident André Witschi und Jury-Vizepräsidentin Anne Cheseaux und Rainer M. Willa, CEO at Hotelpartner Revenue Management (v.l.).
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 Christian Eckert und Special-Award-Gewinner Franz-Xaver Leonhardt (Mitte) eröffnen den roten Teppich am Hospitality Summit 2023. Flankiert werden sie von «Hotelier des Jahres»-Gründer und Organisator Fiorenzo Fässler, Jurypräsident André Witschi und Jury-Vizepräsidentin Anne Cheseaux und Rainer M. Willa, CEO at Hotelpartner Revenue Management (v.l.). Bild: Beat Baschung
Bild: Beat Baschung

Hospitality Summit 2023

Posieren, promenieren und parlieren

Der Beherber­gungs­kon­gress ist wie ein grosses Famili­en­treffen. Neuigkeiten werden ausgetauscht, über alte Zeiten geplaudert und Zukunfts­pläne geschmiedet.

Farah Choudry

Der rote Teppich ist ausgerollt

[GALLERY 1]

Hospitality Summit 2023

Das war Tag zwei

Der zweite Tag des Hospitality Summit hat mit dem neuen Format Education Day noch einmal interessante Referate und hilfreiche Inputs. Die Branche kann sich bereits auf die vierte Ausgabe des Schweizer Beherbergungskongresses freuen.
Bild
Bild: Susanne Keller
Bild: Susanne Keller

Rund 1500
Besucherinnen und Besucher haben sich für den zweitägigen Hospitality Summit 2023 angemeldet.

über 100
Unternehmen präsentieren sich in der Netzwerkarena, wo es um Austausch und Inspiration geht.

4500 Quadratmeter
gross ist die Netzwerkarena für Ideen, Konzepte und branchenrelevante Lösungen.

95
Referentinnen, Referenten und Podiumsgäste treten am Kongress auf.

in 22
praxisorientierten Sessions können sich operative Kaderleute am Education Day weiterbilden.

18 Deep Dives, 12 Experteninterviews und 9 Podiumsdiskussionen
stehen auf dem hochkarätigen Programm.

Nach der Delegiertenversammlung von HotellerieSuisse, steht am zweiten Tag des Schweizer Beherbergungskongresses die Weiterbildung im Mittelpunkt. Im Rahmen des erstmals stattfindenden Education Day vermittelten Profis aus verschiedenen Schwerpunktgebieten ihr Wissen in praxisorientierten Formaten an das operative Management. Ausgewiesene Expertinnen und Experten beraten mit praktischen Tipps und Know-how in den jeweiligen Themenfelder:

Bei Food & Beverage können die Kongressteilnehmerinnen unter anderem Wissen von Spitzenkoch Sven Wassmer und Vegie-Spezialist Rolf Hiltl einholen.

Im Gebiet der Berufsbildung, Gesundheit und Performance geben zum Beispiel Claudia Meier, Beraterin für die berufliche Eingliederung bei der Stiftung IPT und Anne-Julie Ansermet, Psychologin und Ausbildnerin IPT Nordwestschweiz und Jura, ihr Wissen weiter.

Mike Schwede bietet einen Hands-on-Qualitätscheck für Sales & Marketing und erklärt die Finessen der digitalen Touchpoints und Marketingkanälen für Hotels.

Keynotes für Entscheidungsträgerinnen und -träger
Im vollbesetzten Plenum werden auch am zweiten Tag branchenrelevante Themen aufgegriffen. Die Keynotes von Florian Bauer zum Thema «Die Wirkung der Verhaltensökonomie auf die Preisgestaltung»,  Steffi Burkhart zur Zukunft der Arbeit und den gesellschaftlichen Wertewandel bei der Generation Y und Z und schliesslich Thomas H. Zurbuchen zum Thema Leadership stossen auf grosses Interesse bei den Branchenfachpersonen.

HotellerieSuisse zeigt sich zufrieden mit der dritten Ausgabe des Beherbegungskongresses und teilt mit, dass die vierte Ausgabe im kommenden Jahr stattfinden wird.


Impressionen vom zweiten Tag des Kongresses der Beherbergungsbranche

[GALLERY 1]

Hospitality Summit 2023

Digitale Touchpoints und Marketingkanäle für Hotels

Mike Schwede zeigt am Hospitality Summit anhand konkreter Beispiele, How-tos und Praxistipps die wichtigsten Online-Marketing-Disziplinen, um digitale Kanäle und Prozesse effizienter zu steuern und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

Mike Schwede ist Unternehmer, Digital Marketing Stratege sowie Dozent für Digitales Marketing und Social Media. Er hat die letzten 20 Jahren die Schweizer Digital-Marketing-Szene mitgeprägt und Strategien und Projekte für Unternehmen wie Axa, BLKB, McDonald's, SBB, Swisscom, Migros, Tui, Ringier, UBS oder Vontobel entwickelt und umgesetzt. Er gehört zu den Top 50 Digital Leader der Handelszeitung.

Als Gründer von Goldbach Interactive (eh. Orange 8 interactive) entwickelte er zwischen 1998 und 2011 mit seinen Partnern das Unternehmen zu einer der führenden Onlineagenturen der Schweiz und Europa. Mit seinem Team berät Mike Schwede Firmen im In- und Ausland, entwickelt und implementiert Digital Marketing Strategien, kreiert Inhalte, plant und managed Online-Kampagnen, entwickelt Shopify Shops und berät Firmen im Bereich Künstliche Intelligenz.

Hospitality Summit 2023

Zahlen und Fakten zum Vegie-Markt

In seinem Referat spricht Rolf Hiltl darüber, welchen Mehrwert eine pflanzliche Küche bietet und wie es gelingt, Mitarbeitende und Gäste für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern.

Rolf Hiltl ist Inhaber des laut Guinness World Records ältesten vegetarischen Restaurants der Welt in vierter Generation und hat mit seinen vegetarischen Kochbüchern und Schulungen für Profis schon manchen Gastronomen zum Umdenken bewegt. In seinem Referat spricht er darüber, welchen Mehrwert eine pflanzliche Küche bietet und wie es gelingt, Mitarbeitende und Gäste für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern.

Nach absolvierter Kochlehre im Dolder Gand und der Hotelfachschule in Lausanne übernahm Rolf Hiltl 1998, zum 100-jährigen Jubiläum, die Geschäftsleitung. Dieses Jahr feiert Hiltl sein 125-jähriges Bestehen und möchte die pflanzliche Gastronomie noch für viele weitere Jahre als Pionier mitgestalten.

E-Autos

Ist nachhaltige Mobilität ein Mythos?

Für Stadthotels ist nachhaltige Mobilität wichtig. Was kommt mit der Elektromobilität auf die Branche zu? Und sind Elektroautos tatsächlich nachhaltig? Darum ging es unter anderem am zweiten Tag des Hospitality Summit.
Abt Ueli
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Innovation und Nachhaltigkeit waren auch am zweiten Kongresstag wichtige Themen. Unter anderem ging es in einer der zahlreichen Talks und Vorträge am Hospitaltiy Summit auch um Elektromobilität. Fabian Bauer, Product Manager bei Mercedes, präsentierte Zukunftstrends aus Firmensicht. In seinem Ausblick zeigte er auf, welche Trends auf Hotelbetriebe zukommen und was dies für eine nachhaltige Unternehmensführung bedeuten könnte. Dabei warf er auch die Frage auf, ob bei der Nachhaltigkeitsoptimierung im Hotel bis auf den letzten Meter Elektromobilität die nachhaltigste Wahl sei.

Livestream

Alan Frei im Talk presented by Swisscom

Amorana-CMO Alain Frei spricht im Talk in der Netzwerkarena über das Thema «Durch Trial-and-Error zur erfolgreichen E-Commerce Plattform».

Alan Frei ist der Mitbegründer von amorana.ch, einer E-Commerce-Plattform für Sexspielzeug und Dessous. Bevor er Amorana gründete, hatte er nach eigenen Aussagen in den letzten 18 Jahren 50 Geschäftsideen und acht Firmen in den Sand gesetzt. Im Gespräch verrät er, weshalb er nach dem Verkauf von Amorana in ein Hotel zog und wie es sich anfühlt, mit einem Besitz von nur 70 Gegenständen zu leben und wieso er jetzt an die Olympiade will.


  • Wann: 15. Juni 2023 – von 15.10 bis 15.30 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Durch Trial-and-Error zur erfolgreichen E-Commerce Plattform

Hospitality Summit 2023

«Mir hilft es immer, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten»

Der ehemalige Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen hält nicht viel von festgefahrenen Führungsstrukturen. Er plädiert für mehr Selbstreflexion in den Chefetagen. Am Hospitality Summit spricht er über Leadership.
Nora Devenish
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Thomas Zurbuchen
Als ehemaliger Forschungsdirektor der Nasa gehört Thomas Zurbuchen zu den einflussreichsten Schweizer Wissenschaftlern.
Als ehemaliger Forschungsdirektor der Nasa gehört Thomas Zurbuchen zu den einflussreichsten Schweizer Wissenschaftlern. Bild: René Ruis
Bild: René Ruis

Leadership: Gemeinsam nach den Sternen greifen
Dr. Thomas H. Zurbuchen gilt als einer der einflussreichsten Schweizer Wissenschaftler. In den USA war er 7 Jahre lang als Wissenschaftsdirektor bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa und schickte Satelliten ins All oder suchte nach den Ursprüngen des Lebens. In seinem Vortrag spricht er über Leadership und seinen Weg zum Erfolg durch interkulturelles Management, wertschätzende Führung und Teamwork:

Hier gehts zur Video-Zusammenfassung des Referates

Die htr hotelrevue hat im Vorfeld zum Hospitality Summit Thomas H. Zurbuchen, längster kontinuierlich amtierender Forschungsdirektor der NASA von 2016-2022, getroffen und mit ihm ein Interview geführt.

Als Forschungsdirektor bei der Nasa verantwortete der gebürtige Berner Oberländer Astrophysiker Thomas Zurbuchen das gesamte Forschungsprogramm der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde. Er verfügte über ein Budget von rund 8 Milliarden US-Dollar und leitete um die 10 000 Forschende. Vergangenen Dezember räumte er den Chefposten bei der Nasa. Seither ist er international als Redner und Berater tätig. Auf Einladung von HotellerieSuisse spricht Thomas Zurbuchen am 15. Juni am Hospitality Summit in Zürich-Oerlikon zum Thema Leadership. [IMG 2]

Im Gespräch mit der htr hotelrevue sagt er, warum er seinen Chefposten räumte, was Führungskräfte von der Lebens- und Arbeitseinstellung der Gen Z lernen können und wohin seine nächste Reise führen könnte.

Herr Zurbuchen, wo würden Sie im Weltall Ferien machen?
Ich würde gerne auf den Mars fliegen. Der Mars ist ein interessantes Reiseziel, weil wir dort viel über die Erde lernen können. Vor drei Milliarden Jahren glich der Mars der Erde noch viel mehr als heute. Es gab dort Ozeane und vielleicht auch Leben.

Was zeigt die Postkarte, die Sie an die Erde verschicken?
Eine wunderschöne Wüstenumgebung, die noch Spuren von Wasser aufweist, mit Bergen im Hintergrund.

Wann schicken Sie die Karte ab?
Das kann noch dauern. Die ersten Menschen werden Ende der 2030er- oder in den 2040er-Jahren zum Mars reisen. Wann ich hindarf, weiss ich noch nicht.

Ist Weltraumtourismus nur für die Superreichen?
Weltraumreisen wird für alle möglich werden. Die Luftfahrt war anfangs auch nur den Reichen vergönnt. Innert weniger Dekaden hat sich das geändert, und wir profitieren alle von diesen Innovationen.

Über Fehler zu sprechen, ist unglaublich motivierend und inspirierend.

Sind Reisen ins All erstrebenswert?
An fremde Orte zu reisen, ist immer erstrebenswert. Tourismus fördert das Verständnis für fremde Kulturen und ist völkerverbindend. Reisen verschiebt die Grenzen, die man sich selbst setzt.

Als Wissenschaftler sind Sie von Natur aus neugierig. Wie wichtig ist diese Neugierde als Führungsperson?
Neugierde ist absolut wichtig! Um sich zu verbessern, müssen zwei auf den ersten Blick gegensätzliche Dinge beachtet werden. Die Geschichte darf nicht vergessen werden. Sie bildet das Fundament. Auf ihr muss gebaut werden. Wer baut, muss aber auch den Mut haben, Dinge zu verändern. Um herauszufinden, was verändert werden soll und darf, um die richtigen Fragen zu stellen, braucht es Neugierde.

Ein Leben im Dienst der Wissenschaft
Thomas Zurbuchen wuchs als Sohn einer strenggläubigen freikirchlichen Familie in Heiligenschwendi im Berner Oberland auf. 1996 promovierte er an der Universität Bern in experimenteller Astrophysik. Danach wanderte er in die USA aus und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Michigan tätig. 2016 wurde er Wissenschaftsdirektor der Nasa. Bis Ende 2022 verantwortete Thomas Zurbuchen 91 Nasa-Missionen, darunter das James-Webb-Teleskop sowie die Mars-Mission mit dem Rover «Perseverance» und dem Kleinhelikopter «Ingenuity». Der 55-Jährige ist mit einer Musikerin verheiratet und Vater zweier Kinder. nde

Warum räumten Sie Ende 2022 Ihren Chefsessel bei der Nasa?
Es kommt der Moment, wo sich jede Führungsperson fragen muss, ob sie die richtige Besetzung für den Job ist. Wer diese Frage nicht mit Ja beantwortet und bleibt, dient der Organisation nicht mehr so wie eigentlich nötig. Das Team ist wichtiger als jede einzelne Person, und auch wichtiger als der Chef.

Manch ein alteingesessener Patron denkt da anders.
Es hat auch Raum für erfahrene, ältere Leute. Sie sind wichtige Teammitglieder. Wenn aber nur sie die Führungsstellen innehaben, können die Teams ihr volles Potenzial nicht ausschöpfen. Dann sind nicht genug Ideen vorhanden. Jede Organisation muss prüfen, ob genügend diverse Meinungen im Raum sind. Eine Echokammer, in der seit Jahren dieselben Meinungen zu hören sind, ist meines Erachtens beängstigend.

Ihre Arbeitsphilosophie widerspiegelt die Einstellung der Gen Z.
Mir hilft es immer, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Zu meinen Mentoren gehören auch Gen Zer. Jede Generation hat viel zu sagen. Aber Weisheit kommt nicht nur von einer einzelnen Meinung. Weisheit kommt vom Willen und Mut, herauszufinden, was man wie ändern muss. Ich stelle fest, dass ich mehr Werte mit der Gen Z teile als einige meiner Altersgenossen.

Zum Beispiel?
Dass sich die erste Frage immer um den Zweck drehen muss. Gen Zer fragen zuerst warum, nicht wie viel oder wo. Wer das Warum beantworten kann, vereinfacht sich das Leben und die Arbeit.

Wer das Warum beantworten kann, vereinfacht sich Leben und Arbeit.

Die Nasa inspiriert Menschen auf der ganzen Welt. Wie gelingt Inspiration?
Indem man das Unmögliche wagt. Im Fall der Nasa gelingt Inspiration durch Transparenz. Natürlich könnten wir nur unsere Erfolge feiern. Das ist aber nicht inspirierend. Die Nasa erklärt zuerst ihre Vorhaben, geht auch auf die Schwierigkeiten ein. Sie zeigt die Menschen, die hinter dem Projekt stehen, keineswegs nur die Chefs. Während einer Nasa-Mission läuft die Kamera – ohne dass man weiss, ob die Mission gelingt oder nicht. Das inspiriert.

Eine wünschenswerte Fehlerkultur.
Sie zeigt den Teammitgliedern, dass ihre Meinung zählt. Über Fehler zu sprechen, ist unglaublich motivierend und inspirierend.

Sind Hierarchien noch zeitgemäss?
Überall, wo schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen, sind sie notwendig. Hierarchien ordnen die Verantwortung klar zu. Sie können somit für viele entlastend sein. Es braucht aber weise Chefs, die dem ganzen Team zuhören, bevor sie eine Entscheidung treffen. Wenn man den Grund für die Hierarchie nicht nennen kann, muss man sie hinterfragen.

Mit Donald Trump hatten Sie es mit einem resistenten Vorgesetzten zu tun. Wie nahmen Sie diese Zeit wahr?
Zu Beginn der Trump/Pence-Administration schien die Wissenschaft in Gefahr zu sein. Darum war ich vielleicht die richtige Person für den Job. Durch meine früheren Tätigkeiten bin ich politisch auf beiden Seiten gut vernetzt. Rückblickend hat die Trump/Pence-Administration der Nasa geholfen. Ihre Strategie wurde klarer. Und es war wichtig, ihren Umgang mit amerikanischen Steuergeldern zu hinterfragen.

Was legen Sie als Wissenschaftler den Touristikern ans Herz?
So wie Tourismus der Völkerverständigung dient, nützt er zur Wertschätzung der Natur. Ich wünsche den Touristikern Mut, die Folgen von Veränderungen wie der Gletscherschmelze aufzuzeigen. Niemand kennt alle Antworten. Die Vergangenheit zeigt aber: Wer während einer Veränderung handelt, ausprobiert und experimentiert, geht als Gewinner hervor.

Nora Devenish

Delegiertenversammlung

Die Zukunft der Branche im Fokus bei HotellerieSuisse

Die Delegierten von HotellerieSuisse beschliessen eine Statutenrevision sowie das politische Leitbild 2024 - 2027.
Delegiertenversammlung HotellerieSuisse
Zwei Mal stimmen die Delegierten von HotellerieSuisse über die Verbandsangelegenheiten ab.
Zwei Mal stimmen die Delegierten von HotellerieSuisse über die Verbandsangelegenheiten ab. Bild: Philipp Schmidli
Bild: Philipp Schmidli

(Medienmitteilung) Im Rahmen des Hospitality Summits in Zürich Oerlikon trafen sich rund 150 Delegierte, Partner und weitere Gäste zur Sommer-Delegiertenversammlung von HotellerieSuisse.  Die Delegierten haben dabei den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung 2022 genehmigt, eine Statutenrevision beschlossen und das politische Leitbild 2024 – 2027 verabschiedet.  

Branche mit guten Rahmenbedingungen stärken 
In diesem Jahr verabschiedeten die Delegierten das politische Leitbild für die Jahre 2024 – 2027 auf nationaler Ebene. Die Publikation dient dem Verband als Grundlage für seine politische Arbeit in der neuen Legislatur. Diese zielt darauf ab, gute Rahmenbedingungen für die Mitglieder von HotellerieSuisse zu schaffen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Damit dies gelingt, muss die schweizerische Politik in den kommenden Jahren zahlreiche Herausforderungen angehen. Die Publikation präsentiert in diesem Kontext die zentralen Forderungen und Werte aus Sicht der Beherbergungsbranche in zehn Kerndossiers.  

Touristische Vertretung im Parlament stärken 
Im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen im Herbst setzt sich HotellerieSuisses dafür ein, die Vertretung aus der Branche im Parlament zu stärken. Dazu wird der Verband mit einer Kampagne ab Ende August die Anliegen der Beherberungsbranche ins Zentrum stellen und die Bevölkerung mobilisieren, tourismusfreundlich zu wählen. Als direkter Vertreter der Branche unterstützt HotellerieSuisse die Nationalratskandidatur von Daniel Grünenfelder (Kantonsrat Die Mitte, SG).  

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Livestream

Steffi Burkhart im Talk presented by Swisscom

Die Expertin New Work, Gen Y & Z, Changemanagement Steffi Burkhart spricht im Talk in der Netzwerkarena über das Thema «Talente sind der Rohstoff der Zukunft».

Die Rekrutierung als Marketinginstrument wird in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger, um zukünftige junge Talente zu finden, motivieren und binden. Wie gelingt es, positive Assoziationen aus Sicht der Bewerbenden zu schaffen? Dr. Steffi Burkhart erklärt, wie sich Unternehmen attraktiv im Arbeitsmarkt positionieren können. 


  • Wann: 15. Juni 2023 – von 13.00 bis 13.20 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Talente sind der Rohstoff der Zukunft

Hotelier des Jahres

«Angestellte sind der Schlüssel»

Christian Eckert vom Boutique-Hotel Omnia in Zermatt ist Hotelier des Jahres. In der 5-Sterne-Mountain-Lodge ist er selbst sehr präsent – und gibt seinen Angestellten viel Freiheit. Die familiäre Atmosphäre des Hauses lässt Gäste immer wieder zurückkehren. Was laut dem erfolgreichen Managing Director zu «Luxusproblemen» führt.
Abt Ueli
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Christian Eckert
Der gebürtige Thurgauer und Wahl-Zermatter Christian Eckert ist Hotelier des Jahres 2023.
Der gebürtige Thurgauer und Wahl-Zermatter Christian Eckert ist Hotelier des Jahres 2023. Bild: zvg
Bild: zvg

Eine kleine Lobby als grosses Wohnzimmer, eingerichtet mit europäischen Designklassikern, regionale Kulinarik auf höchstem Niveau – das ist die Grundidee des 5-Sterne-Boutique-Hotel Omnia in Zermatt. Seit bald acht Jahren führt es Managing Director Christian Eckert – und dies äusserst erfolgreich. «Wir wollen Gästen ein unglaubliches Erlebnis bieten», sagt der 38-Jährige.

Nun hat ihn die Jury am Hospitality Summit zum Hotelier des Jahres gekürt. «Hotelier Eckert erzielt mit seiner Mountain Lodge Traumzahlen. Die Gäste waren und sind offensichtlich bereit, für die gebotenen Dienstleistungen Höchstpreise zu bezahlen», heisst es in der Würdigung der Jury (siehe Box). Die Auszeichnung habe ihn total überrascht. «Ich fühle mich geehrt. Es bestätigt mich, auf dem richtigen Weg zu sein, und ermutigt mich, ihn weiter zu gehen.»

Bester Arbeitgeber 2019
General Manager ist Eckert seit 2017. Und Auszeichnungen gab es für das «Omnia» seither viele. «Switzerland’s Leading Boutique Hotel» von 2017 bis 2022. Einen Michelin-Stern für das Restaurant The Omnia, «Bestes kleines 5-Sterne-Hotel 2020». Und der Betrieb erhielt 2019 die Auszeichnung als bester Schweizer Arbeitgeber. Für Eckert ist denn auch die Mitarbeitendenführung zentral, um als Hotel exzellent zu sein. «Ein starkes, zufriedenes Team ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich sehe mich als Regisseur, der für das Final Picture zuständig ist», sagt Eckert. Dabei sei er einerseits sehr präsent im Betrieb, lasse den Mitarbeitenden aber auch «enorm viele Freiheiten».

Eckert absolvierte zunächst eine Lehre als Restaurationsfachmann im Kempinski Grand Hotel des Bains in St. Moritz. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in der Hotelgruppe besuchte er die Hotelfachschule in Luzern. Es folgten diverse Positionen im Bereich Food & Beverage im Hotel Beau-Rivage Palace in Lausanne wie auch im Bereich Frontoffice im Relais & Château Hotel Le Vieux Manoir am Murtensee.

In den Bergen habe ich mich immer wohl­gefühlt.

Danach machte Eckert einen Abstecher in Richtung Sales & Marketing als Management Trainee bei der Genossenschaft Migros Basel. «Es war ein interessanter Einblick bei einem grossen Unternehmen. Aber es war ein Nine-­­­­to-five-Job», sagt Eckert rückblickend. Schliesslich habe ihn die Sehnsucht nach der Hotellerie gepackt. «In den Bergen habe ich mich immer wohlgefühlt.» So habe er 2015 seinen Weg nach Zermatt gefunden, wo er im «Omnia» zunächst stellvertretender Direktor war. Seine Fähigkeit, sich sehr gut in Gäste hineinversetzen zu können, trage dazu bei, diese zu begeistern. «Für mich ist Hotelier zu sein, eine Berufung», sagt Eckert. «Ich freue mich jeden Tag über meine Aufgabe zusammen mit tollen Mitarbeitenden und bin leidenschaftlicher Gastgeber.»

Zeitlos schlichtes Design
Eckerts Leidenschaft und Empathie als Gastgeber sowie die familiäre und freundschaftliche Atmosphäre lassen die Gäste immer wieder ins «Omnia» zurückkehren. Eckert schätzt, dass der Stammgästeanteil bei etwa 60 Prozent liegt. Das führe insofern zu «Luxusproblemen», als man immer wieder neue Gäste aus Kapazitätsgründen auf die Warteliste setzen müsse. Da die Stammgäste zudem oftmals ihre gewohnten Zimmer wünschten, gleiche die Belegungsplanung «einem Tetris-Spiel». Alles miteinander zu vereinbaren, gelinge in der Regel allerdings sehr gut. Auch in der Kulinarik betont das Haus mit dem «Alpine-Excellence-­Konzept» – mit Fokus auf Regionalität – die familiäre Atmosphäre. «Wir sind von den 4-Gang-Menüs weggekommen und geben den Gästen mehr Freiheiten», sagt Eckert. Die etwas kleinere A-la-carte-Auswahl habe zu massiv weniger Verschwendung von Lebensmitteln geführt. «Darauf sind wir sehr stolz.» Dabei gehen die Köche auch auf individuelle Wünsche der Gäste ein, welche diese zu Beginn ihres Aufenthalts beziehungsweise mit einem Tag Vorlaufzeit anbringen können. Meist gehörten gute, einfache Gerichte wie Spaghetti bolognese oder Piccata alla milanese zu den Wünschen. «Die Gäste kennen uns sehr gut und wir sie. Dieser individuelle Service macht uns einzigartig.»

Entsprechend der Philosophie des Hauses hält sich Eckert bei der Digitalisierung der Gästekommunikation eher zurück. «Viele kommen zu uns und machen Digital Detox. Sie schätzen den persönlichen Kontakt mit den Mitarbeitenden, unterhalten sich in der Lobby mit anderen Gästen und freuen sich über jede Minute, die sie nicht vor einem Bildschirm verbringen.»

Gemäss Konzept ist das «Omnia» eine europäische Interpretation der amerikanischen Mountain Lodge. «Lodge» bedeutet «Hütte» – eine kleine Untertreibung für ein 5-Sterne-Superior-Hotel. Gebaut wurde das «Omnia» nach den Plänen des New Yorker Architekten Ali Tayar und wurde 2006 eröffnet. Schlicht, elegant und zeitlos. So könnte man die Innenraumgestaltung des «Omnia» bezeichnen. Architekt Tayar liess den grössten Teil der Inneneinrichtung speziell anfertigen, inspiriert von europäisch beeinflusstem Design im Stil des amerikanischen Modernismus. Dass Möbel von USM die Einrichtung ergänzen, ist kein Zufall: Das Hotel ist im Besitz der Familie Schärer, der auch das Möbelbauunternehmen gehört.

In Zermatt spürt Christian Eckert einen «besonderen Zusammenhalt»

Die im Hotel verwendeten natürlichen Materialien stammen in erster Linie aus der Schweiz, einheimische Firmen verarbeiteten sie. An den Wänden hängen Fotos von Schweizer Fotografen wie Bruno Augsburger, Simon P. Opladen und anderen. Die Zimmer tragen keine Zahlen, sondern Buchstaben. «Manche Gäste wollen ein Zimmer mit dem Anfangsbuchstaben ihres Namens», sagt Eckert und lacht.

Erfolgreich durch Zusammenarbeit
Eckert stammt ursprünglich aus Schlatt bei Diessenhofen TG. Längst ist er in Zermatt bestens in der lokalen Hotellerie integriert, hat viele Kontakte geknüpft und fühlt sich mit dem Dorf eng verbunden. Vor zwei Jahren kam die Anfrage, sich im Vorstand des Hoteliervereins zu engagieren, ein Jahr später übernahm er die jeweils ein Jahr dauernde Präsidentschaft. «Es ist eine tolle Aufgabe, die Hotellerie zu repräsentieren, man hat viele Anlässe. Es ist sehr gut fürs Networking.» In der Zermatter Hotellerie fühlt Eckert einen ganz besonderen Zusammenhalt, noch stärker als an anderen Orten.

«Natürlich muss jeder Betrieb für sich einen Gewinn erwirtschaften. Aber wir helfen einander. Wenn ein Hotel in der Zwischensaison kurzfristig zusätzliche Zimmer braucht, öffnet ein anderes eine stillgelegte Etage.» Überhaupt mache die kollegial-professionelle Zusammenarbeit Zermatt sehr erfolgreich. «Wenn es um die Vermarktung geht, ziehen alle am gleichen Strang. Zermatt nach aussen als Destination zu präsentieren, beherrscht man hier sehr gut.»

Bezahlte Zwischensaison
Doch die bekannten Herausforderungen gibt es auch am Fuss des Matterhorns. Der Fachkräftemangel sei zweifellos aktuell das grösste Problem. «Wir stehen in Konkurrenz zu den Städten», sagt Eckert. Der Ort zuhinterst im Tal, «an der Endstation beim schönsten Berg der Welt» spreche der Freizeitmöglichkeiten wegen vor allem auch sportbegeistertes Personal an. Mit der Staff-Card habe Zermatt ein Mittel geschaffen, um für Arbeitnehmende attraktiv zu sein. Damit können Mitarbeitende von Vergünstigungen profitieren, welche die teilnehmenden Partner in Zermatt anbieten. Die Staff-Card werde rege genutzt. Das Patentrezept sei sie indessen nicht.

Im eigenen Betrieb gibt es laut Eckert viele Mitarbeitende, die seit Jahren angestellt sind. Diese Unternehmenstreue erreicht Eckert unter anderem mit handfesten vertraglichen Bedingungen, die beiden Seiten entgegenkommen: Trotz längeren Betriebsferien im Frühling stellt das «Omnia» direkt Jahresverträge aus. Die Mitarbeitenden erhalten damit knapp acht Wochen bezahlten Urlaub beziehungsweise bauen damit Überzeit ab. «Unsere Angestellten schätzen das sehr», sagt Eckert. Wenn es den Mitarbeitenden gut gehe und sie glücklich seien bei der Arbeit, sei allen gedient. «Es ist mir immens wichtig, wirklich einen Draht zu meinen Mitarbeitenden zu haben – und ihr Feedback zeigt mir, dass diese Verbindung zwischen uns tatsächlich besteht.»


Das sagt die Jury

«Höchst rentabler 5-Sterne-Betrieb»

Die Jury der Auszeichnung «Hotelier des Jahres» würdigt den General Manager des «Omnia» wie folgt: «Bei Christian Eckert überzeugt das Gesamtpaket. Der Markt honoriert dies mit einer hohen Zahl an Stammgästen und mit entsprechenden Onlinebewertungen. Stichworte wie ‹Liebe zum Detail›, ‹Berufung als Gastgeber› oder ‹Innovation› fallen immer wieder. Seine Herzlichkeit, Offenheit und Authentizität kommen nicht nur den Gästen zugute, sondern auch seinen Mitarbeitenden.»

Zur Mitarbeiterführung lobt die Jury weiter: «Er ist ein nahbarer Leader, der seine Ziele, Vorstellungen und Prinzipien klar kommuniziert. Gleichzeitig schafft er enorme Freiräume, erlaubt jedem, kreativ zu sein, und verlangt sogar, die eigene Persönlichkeit in den Betrieb einzubringen. Daraus resultiert eine selbst in der Luxusklasse selten anzutreffende Harmonie. Die Grosszügigkeit, welche von den Gästen so oft gelobt wird, spüren auch die Mitarbeitenden über das ganze Jahr.»

Mitentscheidend war für die Jury auch der wirtschaftliche Erfolg: «Das ‹Omnia› ist eines der rentabelsten 5-Sterne-Hotels der Schweiz. Hotelier Eckert erzielt mit seiner Mountain Lodge Traumzahlen. Die Gäste waren und sind offensichtlich bereit, für die gebotenen Dienstleistungen Höchstpreise zu bezahlen.»

Christian Eckert repräsentiere die junge Generation der General Manager. Er führe sein Haus nicht als «Patriarch oder Machtmensch», sondern setze auf Teamgeist und kooperativen, neuzeitlichen Führungsstil und sei sich bewusst, dass ein Hotel ohne hervorragendes Team kaum führbar sei.


Special Award

«Man sollte sich freuen, wenn Junge wenigstens mittelfristig bleiben»

Wie in den Vorjahren hat die Jury der Gala «Hotelier des Jahres» auch dieses Jahr einen «Special Award» vergeben. Dieser geht an Franz-Xaver Leonhardt, CEO der Basler Krafft Gruppe, zu welcher die Hotels Krafft und Nomad gehören.

In der Begründung der Jury heisst es: «Franz-Xaver Leonhardt ist ein grossartiges Beispiel mit Vorbildcharakter, wie die Bedürfnisse der jungen Generation ernst zu nehmen

sind, ohne den Erfolg der Unternehmen aufs Spiel zu setzen. Franz-Xaver Leonhardt zeichnet sich durch ein hohes soziales Engagement aus, welches über die Hotellerie und den Tourismus hinausgeht. Als Mitte-Politiker setzt er sich für die Anliegen im Bereich der Nachhaltigkeit ein.» Mit der Auszeichnung wolle die Jury das Zeichen setzen, «dass auch gestandene und erfolgreiche Hoteliers sich ständig neu erfinden müssen, zeitweise auch unkonventionell». 

Franz-Xaver Leonhardt, mit dem «Special Award» würdigt Sie die Jury als Pionier der 4-Tage-Woche. Wie leicht lassen sich Bedürfnisse der Betriebe und der Mitarbeitenden unter einen Hut bringen?
Für uns standen zunächst die Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Vordergrund. Das war die Ausgangslage. Damals fanden wir fast keine Leute, insbesondere keine Mitarbeitenden für die Küche. In einer Befragung stellte sich heraus, dass sich Angestellte nicht mehr Lohn, sondern mehr Freizeit wünschen. Kaum hatten wir die 4-Tage-Woche in Stellenausschreibungen propagiert, fanden wir Mitarbeitende für die Küche. Wir sind noch daran, herauszufinden, wie wir das neue Modell finanziell abfedern können.

Wie setzt die Krafft Gruppe die 4-Tage-Woche konkret um? 
Wir beschäftigen das Küchenpersonal zu 100 Prozent, die Angestellten arbeiten 42 Stunden an vier Tagen. Für die jüngeren Mitarbeitenden sind die längeren Arbeitszeiten kein Problem. Schon früher waren sie elf Stunden auf den Beinen. Der Unterschied ist, dass nun die Zimmerstunde wegfällt. Zum einen bieten wir im «Nomad» nun durchgängig warme Küche an, auch wenn die Nachfrage dafür sich erst allmählich entwickelt. Andererseits produzieren die Mitarbeitenden mehr für den Abend vor. In der Hauswirtschaft können Angestellte zwischen 4- und 5-Tage-Woche wählen. Besonders für ältere Mitarbeitende kann es zu streng sein, elf Stunden Zimmer zu reinigen.

Worauf muss man achten, wenn man die jüngere Generation langfristig als Mitarbeitende gewinnen will?
Hotels sollten nicht versuchen, sie längerfristig zu gewinnen, sondern sich darüber freuen, wenn sie mindestens mittelfristig bleiben. Man sollte sie gehen lassen und daran glauben, dass manche mit ihren Erfahrungen zurückkommen. Die junge Generation will frei sein, und das verstehe ich.

Mit der Historic Hotels AG wollen Sie das Weiterbestehen von historischen Hotels sichern. Warum ist Ihnen das wichtig?
Der Ursprung war das Hotel Krafft – das Gebäude ist 150 Jahre alt. Das heisst aber nicht, dass es altbacken geführt werden muss. Meine Idee ist, diesen Hotels eine zukunftsträchtige Perspektive zu geben. Diese Hotels waren meist Pioniere und haben somit eine hervorragende Lage, ich bin Fan von solchen Hotels. Ich wollte ein Gefäss schaffen, um solche Häuser zu erhalten und sie der Spekulation zu entziehen. Für mich gehören die historischen Hotels zum Kulturgut. Dieses sollte der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Auch wenn es etwas patriotisch ist: Ich finde, sie sollten in Schweizer Besitz bleiben. Das «Waldhaus» in Flims gehört heute einer amerikanischen Investmentfirma. Das tut meinem Herz weh.

Was bedeutet Ihnen der «Special Award»?
Die Auszeichnung macht mich stolz und freut mich – auch für alle Mitarbeitenden, die Teil des Erfolgs sind. Die Wertschätzung für unsere Arbeit finde ich cool. Je bewusster mir die Anerkennung wird, umso mehr freue ich mich darüber. Es ist schön für unserer Gruppe und auch für mich als Person.

Hospitality Summit 2023

Keynote von Florian Bauer

Der Preisexperte Prof. Dr. Florian Bauer begründet in seinem Referat die innovativen Ansätze der Preisforschung.

Die Wirkung der Verhaltensökonomie auf die Preisgestaltung: Wie kann man unterschiedliche Preisakzeptanzen ausschöpfen? Welchen Einfluss hat der Preis auf das Kaufverhalten? Wie lässt sich durch strategische Preisoptimierung der Umsatz steigern?  Die Antworten liefert Prof. Dr. Florian Bauer in seiner Keynote am Hospitality Summit.

Zur Person
Florian Bauer studierte Psychologie und Wirtschaftswissenschaften an der TU Darmstadt, am MIT und an der Harvard University. Danach arbeitete er mehrere Jahre als Strategieberater bei Booz, Allen & Hamilton. Nach seiner Promotion über die „Psychologie der Preisstruktur“ gründete er 1999 mit zwei Kollegen das Beratungsunternehmen Vocatus AG in München, wo er heute als Vorstand tätig ist.

Die Vocatus AG beschäftigt sich mit der Entwicklung von Preis- und Vertriebsstrategien für B2C und B2B Unternehmen weltweit und nutz dabei gezielt und systematisch die neuesten Erkenntnisse der Verhaltensökonomie. Das Team der Vocatus AG gewann dafür in den letzten Jahren zahlreiche nationale und internationale Preise für ihre innovativen Pricingansätze und wurde unter anderem von der Zeitschrift Brand Eins sieben Mal in Folge als «Beste Berater» ausgezeichnet.

Die persönlichen Beratungsschwerpunkte von Dr. Bauer liegen vor allem bei den Themen Preisstrategie und Preisdurchsetzung. Dazu hat er Bücher sowie zahlreiche Artikel veröffentlicht. Zu den Auszeichnungen, die er persönlich in diesem Themenbereich in den letzten Jahren erhalten hat, gehört auch der Esomar Best Paper Award sowie zweimal der Esomar «Research Effectivenes Awards» für das Projekt mit dem weltweit höchsten Return-on-invest. Florian Bauer ist zudem Honorarprofessor an der TU München und lehrt an der TUM School of Management das Thema «Behavioral Pricing & Selling»

Frauenstreik

Frauen sind das Rückgrat der Hotellerie

Tausende skandierten am feministischen Streik für die Rechte der Frauen. Im Gastgewerbe bleiben die Frauen immer noch allzu oft im Hintergrund, sind aber erfolgstreibend.
Blanca Burri
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Auch in der Küche sind Hauben- und Sterneköchinnen auf dem Vormarsch.
Auch in der Küche sind Hauben- und Sterneköchinnen auf dem Vormarsch. Bild: Markus Kirchgessner/laif
Bild: Markus Kirchgessner/laif

Laut BFS-Besta-Statistik lag der Frauenanteil in der Schweizer Beherbergungsbranche vergangenes Jahr bei 54 Prozent. Trotz des Gleichstellungsgesetzes vom 14. Juni 1981 finden Mann und Frau heute nach wie vor unterschiedliche Anstellungsbedingungen vor. Frauen verdienen weniger für gleiche Arbeit, erhalten weniger Rente, leisten mehr Care-Arbeit im privaten Umfeld und sind öfter von Diskriminierungen und Belästigungen betroffen. Deshalb gingen am 14. Juni in der Schweiz Tausende auf die Strasse, um für die Rechte der Frauen einzustehen.

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Bessere Bezahlung und Renten
Die Streikenden fordern eine gezielte Lohnerhöhung in Branchen wie der Hotellerie und Gastronomie mit tiefen und mittleren Löhnen sowie hohem Frauenanteil. Sie wollen monatliche Mindestlöhne – 4500 Franken ohne und 5000 Franken mit abgeschlossener Berufslehre – sowie existenzsichernde Renten. Ebenso soll der Staat mehr Zeit und Geld für private Betreuungsarbeit und für Kinderkrippen zur Verfügung stellen. Die Streikenden verlangen Prävention von sexueller Belästigung und Sexismus am Arbeitsplatz. Zudem soll die ILO-Konvention 190 gegen sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz durch die Schweiz ratifiziert und umgesetzt werden.

Hospitality 4.0

Trois professionnels aguerris disent leurs visions de l'hôtel de demain

La directrice du Lausanne Palace, le CEO d'Althoff Hotels et un spécialiste d'architecture d'intérieur débattent avec passion des questions technologiques et éthiques intimement liées aux nouveaux comportements des hôtes et des employés.
Alexandre Caldara
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Hospitality Summit
Hospitality 4.0: nouveaux concepts, idées et innovations avec Frank Marrenbach, CEO & Managing Partner, Althoff Hotels, Isabelle von Burg, General Manager, Lausanne Palace et Daniel Schneider, fondateur, Monoplan AG f5
Hospitality 4.0: nouveaux concepts, idées et innovations avec Frank Marrenbach, CEO & Managing Partner, Althoff Hotels, Isabelle von Burg, General Manager, Lausanne Palace et Daniel Schneider, fondateur, Monoplan AG f5 Bild: Susanne Keller
Bild: Susanne Keller

La question posée en ce premier jour du Hospitality Summit à trois professionnels aguerris de l’hôtellerie et de son design peut donner le vertige: «A quoi pourra bien ressembler la notion d’hospitalité 4.0, à travers quels nouveaux concepts, idées et innovations va-t-elle s’incarner?» Isabelle von Burg, toute jeune quarantenaire à la tête du mythique, urbain et décomplexé Lausanne Palace ose d’emblée une provocation: «L’hôtel du futur ne sera peut-être pas un hôtel…» Mais que veut-elle dire exactement, elle poursuit: «On voit bien l’évolution de nos établissements dans le segment du luxe, nos lobbys se transforment pour devenir des lieux de partage, de réflexion, de vie. Nos hôtes ne se contentent pas d’un bon lit et d’un bon service.» Frank Marrenbach , CEO d’Althoff Hotels, pense qu’en vieillissant, l'humain considère de moins en moins le luxe comme en lien avec le matériel, mais qu’il recherche des expériences de qualité, qui nécessitent de prendre son temps.

Les débats formels évoluent rapidement
Alors il faut, selon Isabelle von Burg, de l’imagination: «Un hôtelier peut proposer son propre vin, comme notre clos du Palace, issu des vignes de l’hôtel entre le garage et la terrasse de notre établissement. Le miel sur les toits des hôtels devient aussi un formidable produit dérivé. Le vin et le miel font partie intégrante de l’expérience.» Daniel Schneider, fondateur de Monoplan, société spécialisée dans l’architecture, le design d’intérieur et le positionnement de marque dans le domaine de l’hospitalité renchérit dans le même sens en proposant d’envisager l’hôtel du futur comme un centre de tests, un laboratoire d’expérimentations: «Si on apprécie son matelas, on peut partir avec, mais il permet aussi d’analyser de nouvelles formes de travail dans de nouveaux espaces avec des communautés différentes.» Frank Marrenbach, CEO d’Althoff Hotels, oriente le débat sur les lignes qui bougent beaucoup depuis 15 ans en termes de formalité, d’étiquette: «On voit de moins en moins d’hommes qui portent des cravates par exemple et nos nouveaux modes de voyage reflètent des pratiques influencées par un mode multiculturel.»

«L’hôtellerie doit engagersa responsabilité sociale»
Daniel Schneider ose questionner avec douceur l’incontournable classification hôtelière: «Le mode de classification avec des étoiles ne va évidemment pas disparaître, mais peut-être que cela deviendra un peu moins pertinent; le goût pour une marque, la notion de devenir fan d’un concept hôtelier devient lui aussi capital», explique-t-il. Isabelle von Burg renchérit: «La surenchère d’étoiles, comme on le voit à Dubaï avec des établissements sept étoiles, ne peut plus suffire. Je ne dois pas vouloir posséder un hôtel, mais bien le découvrir en y vivant quels que soient mes moyens, cela peut durer une journée, une semaine, un mois, mais je dois pouvoir en profiter pleinement.»

Pour Marrenbach, il ne faut pas à tout prix vouloir cultiver une vision romantique de l’hôtellerie: «On peut véritablement se demander qui a encore besoin d’une réception dans un hôtel de ville et réfléchir à libérer des espaces de vie comme dans notre concept Urban Loft.» La journaliste Maria Victoria Haas, qui assure la modération du débat, donne son avis: «Je n’aimerais pas que la réception et la conciergerie disparaissent, j’ai besoin de contact quand j’arrive dans un hôtel…» Isabelle von Burg pense qu’un hôtelier peut s’adapter en fonction du besoin de chacun: «Nos équipes peuvent ressentir si un client business a besoin de trente secondes d’attention ou si, au contraire, il fréquente notre hôtel depuis 30 ans à la recherche d’un service personnel sans faille.»

La surenchère d'étoiles, comme on le voit à Dubaï, ne peut plus suffire
Isabelle von Burg, Directrice de l'emblématique Lausanne Palace

Pour Daniel Schneider, l’hôtel de demain devra aussi s’engager clairement dans sa responsabilité sociale, il insiste sur les moyens que possède l’hôtellerie de luxe pour ne pas uniquement se concentrer sur ses chambres mais investir de l’énergie et consacrer une part de son budget à ces questions de gouvernance. Frank Marrenbach insiste aussi sur l’intégration sociale des clients, qui doit correspondre à celle qu’il propose à ses 2000 collaborateurs: «On doit mettre l’humain au centre de tous nos processus et cela passe aussi par la qualité du restaurant d’entreprise.»

L’hôtel 4.0 ne peut pas seulement se contenter de devenir une bombe de technologie, il doit rester connecté à l’âme des hôtes. Un hôtel humain, trop humain…

Hospitality Summit 2023

«Menschen reagieren auf Preise irrational»

Florian Bauer spricht am Hospitality Summit über die grossen Irrtümer in der Preisstrategie: Weder die Kosten noch die Auslastung sollten Preise stark beeinflussen.
Blanca Burri
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Florian Bauer
Bild: zvg
Bild: zvg

Pricing? Pricing!
Florian Bauer referiert am Hospitality Summit zum Thema Pricing. Wie wirkt die Verhaltensökonomie auf die Preisgestaltung? Wie kann man unterschiedliche Preisakzeptanzen ausschöpfen? Welchen Einfluss hat der Preis auf das Kaufverhalten? Wie lässt sich durch strategische Preisoptimierung der Umsatz steigern? Der international gefragte Preisexperte begründet in seinem Referat die innovativen Ansätze der Preisforschung.

Hier gehts zur Video-Zusammenfassung des Referates

Die htr hotelrevue hat im Vorfeld zum Hospitality Summit mit Florian Bauer, Vorstandsmitglied des Beratungsunternehmen Vocatus AG, Honorarprofessor an der TU München und Dozent TUM School of Management «Behavioral Pricing & Selling», ein Interview geführt.

Florian Bauer, was dürfen wir von Ihrem Auftritt am Hospitality Summit erwarten?
Ich werde zeigen, wie man sich das eigentliche Problem der Erarbeitung einer Preisstrategie vorstellen kann. Welche Glaubenssätze sind vielleicht falsch? Wo liegt das Potenzial, wenn Menschen nicht so rational entscheiden, wie das im Lehrbuch steht. Worauf muss man bei der Preisstrategie achten?

Worauf muss man achten?
Leider glauben viele Unternehmen, dass alle Kunden perfekt informiert sind und immer rational entscheiden. Weil sie sich die Gäste falsch vorstellen, ergreifen sie oft falsche strategische Massnahmen. Ich erkläre, wie die Gäste Buchungsentscheide treffen und wie Unternehmer durch die Gestaltung der Strategie die Preisakzeptanz steigern können.

Welchen Fehler machen die Hoteliers?
Viele beschäftigen sich unprofessionell mit dem Preismanagement. Sie arbeiten unregelmässig am Thema und setzen selten Preiserhöhungen durch. Viele gehen nicht segementspezifisch genug vor und geben zu schnell unnötige Rabatte. Die meisten entwickeln die Preise aus den Kosten. Das ist falsch.

Weshalb sollte man die Preise nicht aus den Kosten entwickeln?
Weil den Kunden die Kosten egal sind! In vielen europäischen Ländern sind in den vergangenen Jahren die Kosten drastisch gestiegen. Das nahmen viele als Grund, die Preise zu steigern. Das hat zwar oft gut geklappt, war aber eigentlich der falsche Anlass! Man kann die Preise nur steigern, wenn die Kunden bereit sind, mehr zu bezahlen. Die Kunden zahlen nicht für die Kosten, sondern für einen Wert, den sie erhalten. Das heisst, eigentlich sollte die Frage der Preissteigerung zu jedem Zeitpunkt auf der Tagesordnung stehen und nicht nur, wenn die Kosten steigen.

Wie schätzen Sie die Schweizer Hotellerie in Bezug auf Pricing ein?
Die Hotellerie und der Tourismus sind sich stark schwankende Preise gewöhnt. Die Branche weiss schon, wie mit diesem Hebel umzugehen ist. Ich glaube aber, dass manchmal etwas gar übertrieben wird: Über den Preis nur kurzfristig die Auslastung zu optimieren, verkennt die langfristig negativen Folgen. Aus Kundensicht sind schwankende Preise nicht immer nachvollziehbar.

Sie sprechen das Yield-Management an.
Der reine Yield-Fokus ist ein Problem für die Preisakzeptanz. Die Algorithmen des klassischen Yield-Managements optimieren kurzfristig und vernachlässigen dabei die langfristigen Auswirkungen auf die allgemeine Preisakzeptanz. Menschen mögen Gewohnheiten. Wenn mein Lieblingshotel ein bisschen mehr kostet als alle anderen, habe ich mich daran gewöhnt. Wenn dieses Hotel aber plötzlich anfängt, die Zimmer zu verramschen, gewöhne ich mich als Gast auch wieder daran und bin nicht mehr bereit, den höheren Preis zu bezahlen. Die Preise erodieren langsam und langfristig.

Kann die Hotellerie von den dynamischen Preisen der Bergbahnen lernen?
Man darf es nicht von der technischen Seite her betrachten, sondern man muss wissen, woran Kunden in einer Branche gewöhnt sind und was sie dementsprechend akzeptieren: Preisakzeptanz hat mehr mit Gewohnheit und Fairness als mit harter Logik und Zahlungsbereitschaft zu tun. Es geht also weniger um Logik als um Psycho-Logik. Da kann man viel falsch machen. Die Deutsche Bahn hat beispielsweise einmal ein neues Preissystem eingeführt, das lediglich die Ideen übernahm, die bei Fluggesellschaften schon lange üblich waren. Die enorm negativen Kundenreaktionen haben nicht nur dazu geführt, dass sich Mitglieder des Managements verändert haben, sondern auch, dass die Bahn das Preismodell wieder weitgehend zurückgenommen hat.

Was ist die Grundlage guten Pricings?
Sie müssen die Rolle des Preises im Entscheidungsprozess wirklich verstehen. Wer entscheidet, wer bezahlt und welche Rolle spielt der Preis? Ist es der Trigger oder die letzte Hürde? Bepreisen wir gegen Budget, Preisakzeptanz, Wettbewerber oder Fairness? All das sind Fragen, deren Beantwortung uns bei der Entwicklung besserer Preisstrategien hilft. Diese Fragen können Algorithmen alleine nicht beantworten. Je mehr ich mich davor drücke, diese Fragen zu beantworten, je mehr ich sie an Glaubenssätze oder ans Bauchgefühl delegiere, desto höher wird das Risiko, Potenziale zu verpassen.

Gibt es im Referat Überraschungen?
Sie werden staunen, dass Menschen auf Preise in vorhersagbarer Art irrational reagieren und welche Chancen sich dahinter verbergen.


Zur Person

Florian Bauer studierte Psychologie und Wirtschaftswissenschaften an der TU Darmstadt, am MIT und an der Harvard University. Nach seiner Promotion über die «Psychologie der Preisstruktur» gründete er 1999 mit zwei Kollegen das Beratungsunternehmen Vocatus AG in München, wo er heute als Vorstandsmitglied tätig ist. Er ist zudem Honorarprofessor an der TU München und lehrt an der TUM School of Management «Behavioral Pricing & Selling».

Livestream

Hotelier des Jahres 2023 im Talk presented by Swisscom

Christian Eckert vom Boutique-Hotel «Omnia» in Zermatt ist frischgebackener Hotelier des Jahres. Im Talk in der Netzwerkarena spricht er über das Thema Führung und Mitarbeitende, aber auch wie er die Gala am Vorabend erlebt hat.

Im Interview spricht der frisch gekürte «Hotelier des Jahres 2023» über das Abenteuer Hospitality und seine Erfahrungen in Zusammenhang mit der Führung des Unternehmens und der Mitarbeitenden. Dazu verrät er, wie er die Abendveranstaltung erlebt hat und was ihm dieser Preis bedeutet.


  • Wann: 15. Juni 2023 – von 09.30 bis 09.50 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Hotelier des Jahres 2023

Roter Teppich

Posieren, promenieren und parlieren

Der Beherbergungskongress ist wie ein grosses Familientreffen. Neuigkeiten werden ausgetauscht, über alte Zeiten geplaudert und Zukunftspläne geschmiedet.
Hotelier des Jahres
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 Christian Eckert und Special-Award-Gewinner Franz-Xaver Leonhardt (Mitte) eröffnen den roten Teppich am Hospitality Summit 2023. Flankiert werden sie von «Hotelier des Jahres»-Gründer und Organisator Fiorenzo Fässler, Jurypräsident André Witschi und Jury-Vizepräsidentin Anne Cheseaux und Rainer M. Willa, CEO at Hotelpartner Revenue Management (v.l.).
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 Christian Eckert und Special-Award-Gewinner Franz-Xaver Leonhardt (Mitte) eröffnen den roten Teppich am Hospitality Summit 2023. Flankiert werden sie von «Hotelier des Jahres»-Gründer und Organisator Fiorenzo Fässler, Jurypräsident André Witschi und Jury-Vizepräsidentin Anne Cheseaux und Rainer M. Willa, CEO at Hotelpartner Revenue Management (v.l.). Bild: Beat Baschung
Bild: Beat Baschung

Der rote Teppich ist ausgerollt

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Awardverleihung

Christian Eckert ist Hotelier des Jahres 2023

Mit der Auszeichnung an der Gala «Hotelier des Jahres» würdigt die Jury den Erfolg von Christian Eckert vom Boutique-Hotel Omnia in Zermatt. Überzeugt hat er mit dem wirtschaftlichen Erfolg seines Hauses und seinen «offensichtlichen Managementfähigkeiten».
Hotelier des Jahres
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 mit Moderatoring Maria Victoria Haas.
Der frisch gebackene Hotelier des Jahres 2023 mit Moderatoring Maria Victoria Haas. Bild: Beat Baschung
Bild: Beat Baschung
Franz-Xaver Leonhardt
Franz-Xaver Leonhardt
Franz-Xaver Leonhardt Bild: Archiv
Bild: Archiv

(Medienmitteilung) Christian Eckert, seit 2017 Managing Director des Hotel The Omnia Mountain Resort in Zermatt, ist «Hotelier des Jahres 2023». Anlässlich der zum achten Mal durchgeführten Hoteliers-Gala in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon am Hospitality Summit kürte die Fachjury den 38-Jährigen zum Besten seines 
Fachs.

Den Ausschlag gaben die «offensichtlichen Managementfähigkeiten», die Online-Reputation, die Innovationsfähigkeit sowie der herausragende wirtschaftliche Erfolg. Rund 750 Hoteliers und Branchen-Insider wohnten der Award-Gala am Hospitality Summit bei.

Zweiter Hotelier des Jahres aus Luxussegment
Die Auszeichnung «Hotelier des Jahres» wird jährlich Persönlichkeiten verliehen, die sich innerhalb der Branche durch Erfolg, Kreativität und Innovation profiliert haben und dadurch für die nationale Hospitality von besonderem Interesse sind. Beim diesjährigen Hospitality-Event durfte sich der in Schlatt bei Diessenhofen im Kanton Thurgau aufgewachsene Hotelier Christian Eckert über den Titel freuen.

«Mit dieser Auszeichnung will die Jury die Führungsstärke und den Erfolg des Hotelmanagers Christian Eckert honorieren», betonte Jurypräsident André Witschi. Dieser habe bewiesen, dass auch ein kleineres Luxushotel effizient und nachhaltig erfolgreich geführt werden könne. Mit Christian Eckert ist 
erst zum zweiten Mal ein Hotelier aus der Luxusklasse geehrt worden.

Special Award geht an Franz-Xaver Leonhardt
Der Special Award 2023 geht an Franz-Xaver Leonhardt, CEO und Mitinhaber der Basler Krafft Gruppe, für seine herausragenden Verdienste im Bereich des sozial verantwortlichen Unternehmertums. «Die Krafft Gruppe führte ab 1. Mai 2022 als eines der ersten KMU die Viertagewoche ein», sagte Anne Cheseaux in ihrer Laudatio. «Die Betriebe sind wahre Talentschmiden, weil jungen Mitarbeitenden schon früh viel Vertrauen und Verantwortung geschenkt wird.»[IMG 2]

Darüber hinaus bestärke das Engagement mit der Historic Hotels AG, welche das Weiterbestehen alter, traditionsreicher Hotels sichert und sie der Spekulation entzieht, die Jury nur zusätzlich darin, die richtige Wahl getroffen zu haben, so Cheseaux weiter.

Erste Impressionen von der Gala

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Begründungen der Jury - Hotelier des Jahres 2023
Bei Christian Eckert überzeugt das Gesamtpaket. Der Markt honoriert dies mit einer hohen Zahl an Stammgästen und mit entsprechenden Online-Bewertungen. Stichworte wie «Liebe zum Detail», «Berufung als Gastgeber» oder «Innovation» fallen immer wieder. Seine Herzlichkeit, Offenheit und Authentizität kommen nicht nur den Gästen zugute, sondern auch seinen Mitarbeitenden. Er ist ein nahbarer Leader, der seine Ziele, Vorstellungen und Prinzipien klar kommuniziert. Gleichzeitig schafft er uns enorme Freiräume, erlaubt jedem kreativ zu sein und verlangt sogar, die eigene Persönlichkeit in den Betrieb einzubringen. Daraus resultiert eine selbst in der Luxusklasse selten anzutreffende Harmonie. Die Grosszügigkeit, welche von den Gästen so oft gelobt wird, spüren auch die Mitarbeitenden über das ganze Jahr.


Mit entscheidend für die Jury ist auch der wirtschaftliche Erfolg: «The Omnia» ist eines der rentabelsten Fünfsterne-Hotels der Schweiz. Hotelier Eckert erzielt mit seiner «Mountain Lodge» Traumzahlen. Die Gäste waren und sind offensichtlich bereit, für die gebotenen Dienstleistungen Höchstpreise zu bezahlen. Christian Eckert repräsentiert die junge Generation der General Manager. Er setzt auf Teamgeist und kooperativen, neuzeitlichen Führungsstil und ist sich bewusst, dass ein Hotel ohne hervorragendes Team kaum führbar und im Markt erfolgreich sein kann. 

Christian Eckert
Christian Eckert, geboren 1984, absolvierte eine Lehre als Restaurationsfachmann im Kempinski Grand Hotel des Bains in St. Moritz. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in der Hotelgruppe Kempinski in Food & Beverage, Catering und Event-Management absolvierte er die Hotelfachschule in Luzern (SHL). Es folgten diverse Positionen im Bereich Food & Beverage im Hotel Beau-Rivage Palace in Lausanne wie auch im Bereich Front Office im Relais & Château Hotel Le Vieux Manoir. Danach besetzte er die Position als Management Trainee bei der Genossenschaft Migros Basel. Nachdem er 2015 vorerst als Deputy Director zum Team des Hotel The Omnia stiess, übernahm er im Sommer 2017 den Posten des Managing Directors.

«The Omnia»
Das Hotel The Omnia, welches 2006 eröffnet wurde, ist die zeitgemässe Interpretation der klassischen Mountain Lodge. Der New Yorker Architekt Ali Tayar verband das ursprünglich amerikanische Lodge-Konzept mit seinem europäischen Umfeld. Der Dialog dieser beiden Kulturen war der Ausgangspunkt für das Interior Design: Während die Materialien und das handwerkliche Können auf die Tradition des Wallis verweisen, ist der Innenausbau und die Möblierung von der Ästhetik des amerikanischen Modernismus inspiriert.

Das The Omnia in Zermatt gehört Alexander Schärer und seiner Schwester Judith Stuber-Schärer. Die Schärers besitzen die Firma und Weltmarke USM Haller, welche Designmöbel herstellt und unter anderem auch im New Yorker Museum of Modern Art vertreten ist.

Hospitality Summit 2023

Der erste Tag in Bildern

Der erste Tag des Beherbergungskongresses neigt sich bereits dem Ende zu. Nebst fachlichen Inputs durch Referate, Podiumsdiskussionen und Breakout-Sessions stand der Austausch mit Branchenkolleginnen und -kollegen im Mittelpunkt.
Bild
Bild: Philipp Schmidli
Bild: Philipp Schmidli

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Nach dem ereignisreichen Tag in der Halle 550 in Oerlikon begeben sich die Gäste ins Plenum für die Verleihung des Awards «Hotelier des Jahres». Die htr hotelrevue berichtet live über die Preisverleihung und die Gala.

Hospitality Summit 2023

Preis für aussergewöhnlich nachhaltige Leistungen verliehen

Das Schweizer Nachhaltigkeitslabel Ibex Fairstay verleiht anlässlich des Hospitality Summit 2023 den «Best of ibex fairstay 2023»-Preis an vier Mitgliedsbetriebe, die sich durch herausragende Leistungen in Sachen Nachhaltigkeit hervorgetan haben.
Preisverleihung Best of Ibex Fairstay 2023
Die Gewinner «Best of Ibex Fairstay» flankiert von Roland Zegg und Anita Gschwind: Philipp Estermann, Director Operation Schweizer Jugendherbergen (stellevertretend für Chantal Anthamatten, Wellness Hostel 4000 Saas Fee), Tatjana Jaggy und Monika Holzegger, Fafleralp – Hideaway Resort, Philipp Roggensinger, Martina Vögeli und Ulrike Bruhn, Das Breite Hotel Basel, Benjamin Dietsche, Cervo Mountain Resort Zermatt (v.l.).
Die Gewinner «Best of Ibex Fairstay» flankiert von Roland Zegg und Anita Gschwind: Philipp Estermann, Director Operation Schweizer Jugendherbergen (stellevertretend für Chantal Anthamatten, Wellness Hostel 4000 Saas Fee), Tatjana Jaggy und Monika Holzegger, Fafleralp – Hideaway Resort, Philipp Roggensinger, Martina Vögeli und Ulrike Bruhn, Das Breite Hotel Basel, Benjamin Dietsche, Cervo Mountain Resort Zermatt (v.l.). Bild: Susanne Keller
Bild: Susanne Keller

(Medienmitteilung) Hotel Fafleralp, Wellness Hostel 4000 und Cervo Mountain Resort, so heissen die drei Gewinner der diesjährigen «Best of Ibex Fairstay 2023»-Preise. Der Sonderpreis für vorbildliches soziales Engagement geht an das Das Breite Hotel in Basel. Ibex Fairstay ist ein Schweizer Gütesiegel für Nachhaltigkeit in der Beherbergungsbranche und vergibt jedes Jahr Preise für überdurchschnittliches Engagement in den Kategorien «Beste Performance», «Beste regionale Verankerung» und «Beste Gesamtwertung», sowie in Einzelfällen einen zusätzlichen Sonderpreis.

Bewertet werden alle Betriebe, die sich in den vorangegangenen zwölf Monaten zertifiziert haben. Präsident Roland Zegg und Geschäftsführerin Anita Gschwind überreichen die Preise im Rahmen der Breakoutsession «Made in Switzerland» am Hospitality Summit 2023. 

Beste regionale Verankerung: Hotel Fafleralp – Hideaway Resort
Das Hotel Fafleralp sticht bei der Erstzertifizierung durch seine engagierte, regionale Verankerung hervor. Tatjana Jaggy und ihr Team arbeiten mit wenigen grossen Lieferanten zusammen, die weitere Ware kommt von Kleinproduzenten im Umkreis von 100 Kilometern in das abgelegene Tal, wo sich das Haus befindet. «Von dieser Dienstleistung nach Absprache profitieren alle Beteiligten», ist Jaggy überzeugt. Auch die Produzenten der hervorragenden Weinauswahl sprechen sich untereinander ab, damit die Transportwege reduziert werden können. «Ein wichtiger, ökologischer und wirtschaftlicher Faktor, der uns die Vielfalt des Angebots erst ermöglicht und die Zukunft der lokalen Produzenten stärkt». 

Beste Gesamtleistung: Wellness Hostel 4000 Saas-Fee
Der «Best of Ibex Fairstay 2023»-Preis für die beste Gesamtleistung geht an das Wellness Hostel 4000 in Saas-Fee. Der «Vorzeigebetrieb der Schweizer Jugendherbergen» wird seit Beginn von Chantal Anthamatten geführt. Ihre Aufgabe besteht aus der Leitung eines Hostel- und Wellnessbetriebes mit öffentlichem Hallenbad und Restaurant. Mit der kontinuierlichen Verfolgung der Nachhaltigkeitsziele schaffe es das Team, den Betrieb sowohl für Gäste als auch für Einheimische vorbildlich zu führen. «Ein hervorragendes Beispiel, wie ein touristischer Leistungsträger auch ein Mehrwert für die einheimische Bevölkerung sein kann.» 

Beste Performance: Cervo Mountain Resort Zermatt
Zwei Jahre nach der Erstzertifizierung kann das Cervo Mountain Resort zahlreiche und innovative Verbesserungen der Nachhaltigkeitsleistung vorweisen. Der Betrieb in Zermatt nutzt unter anderem den Massnahmenkatalog von Ibex Fairstay als Management-Tool, um Verbesserungspotenzial aufzuspüren und konkrete Massnahmen zu definieren, die mit Begeisterung und Engagement umgesetzt wurden.

So konnte beim Einkauf von regionalen Lebensmitteln eine Steigerung von bis zu 40 Prozent verzeichnet werden, was sich positiv auf die Wertschöpfung in der Region auswirkt. Weiter sticht die grosse Auswahl an vegetarischen und veganen Menus sowie die aktive Förderung und Weiterbildung von jungen Talenten hervor. Seinen Ressourcenverbrauch konnte das Cervo Mountain Resort mit baulichen Massnahmen stark reduzieren, was sich für den Betrieb auch finanziell auszahlt. Zur internen Motivation der Verantwortlichen ist die Umsetzung des Massnahmenplans an ein Bonus-System gekoppelt und macht so die Mitarbeitenden zu Mitwirkenden. 

Sonderpreis für starkes soziales Engagement: Das Breite Hotel Basel
Im Das Breite Hotel in Basel stehen die Menschen im Mittelpunkt: Es bietet Personen mit Beeinträchtigung einen Arbeitsplatz. Dass Nachhaltigkeit von der Gesellschaft oft nur mit Ökologie in Verbindung gesetzt wird, stört den Direktor, Philipp Roggensinger. Er schätzt es, dass bei Ibex Fairstay nebst dem Sozialen Engagement und der Ökologie auch die Dimensionen Regionalität, Management und Ökonomie aufgenommen und entsprechend gewürdigt werden.

«Für die erfolgreiche Umsetzung von neuen Massnahmen benötigen die Mitarbeitenden verständliche Informationen, einen klaren Zeitplan und das Aufzeigen des Mehrwertes», sagt Martina Vögeli, stellvertretende Direktorin. Natürlich sollte dies auch in einem herkömmlichen Team nicht anders sein, fügt sie schmunzelnd hinzu. Aber was in der Theorie schon längst klar ist, greift in den einzelnen Bevölkerungsschichten erst nach und nach. Grund genug, Das Breite Hotel mit dem Sonderpreis für ein starkes soziales Engagement auszuzeichnen. 

Livestream

Daniel Schneider im Talk presented by Swisscom

Daniel Stracke von Monopol AG spricht im Talk in der Netzwerkarena über das Thema «Architektur 4.0: Balance zwischen Design, Branding und Vermarktung».

Daniel Schneider, Co-Gründer der Monoplan AG mit Fokus auf Hospitality Projekte, ist ein anerkannter Experte der Schweizer- sowie der Europäischen Hospitality- und Immobilien-Szene. Im Interview spricht er darüber, wie und weshalb die Innenarchitektur sinnvoll mit der Architektur korrespondieren sollte, und teilt seine Erfahrung in Sachen Branding, Positionierung und Vermarktung von Immobilien.


  • Wann: 14. Juni 2023 – von 15.40 bis 16.00 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Architektur 4.0: Balance zwischen Design, Branding und Vermarktung

Hospitality Summit 2023

Konjunkturprognose von Aymo Brunetti

Prof. Dr. Aymo Brunetti spricht bei seiner Keynote am Hospitality Summit über die aktuelle Wirtschaftslage sowie die nationalen und internationalen Aussichten.

Aymo Brunetti ist ordentlicher Professor am Departement Volkswirtschaftslehre der Universität Bern. Zudem ist er an der gleichen Universität geschäftsführender Direktor des Volkswirtschaftlichen Instituts. Zuvor arbeitete er in verschiedenen Funktionen beim Staatssekretariat für Wirtschaft, zuletzt als Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik. Auch seit seinem Wechsel an die Universität ist er weiterhin in der wirtschaftspolitischen Beratung tätig, insbesondere im Bereich der Finanzmarktregulierung, wo er in den vergangenen Jahren verschiedene Expertengruppen des Bundes präsidierte.

Livestream

Jan Starcke im Talk presented by Swisscom

Jan Stracke von Meta, ehemals Facebook, spricht Talk in der Netzwerkarena über das Thema «Hospitality im Metaverse: The future is now».

Das Metaverse wird verändern, wie wir kommunizieren, Freunde treffen, Meetings halten und miteinander arbeiten. Was ist das Metaverse und welche Chancen ergeben sich dort für Hoteliers? Jan Starcke erzählt im Interview wie Meta das Metaversum zum Leben erweckt und wie die Hospitality das Metaverse in Zukunft nutzen kann.


  • Wann: 14. Juni 2023 – von 13.30 bis 13.50 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Hospitality im Metaverse: The future is now

Hospitality Summit 2023

1485 Gäste am Gipfel der Gastfreundschaft

Am Hospitality Summit wird genetzwerkt, ausgetauscht und diskutiert – getreu dem Motto des Anlasses «Gemeinsam die Zukunft gestalten».
Hospitality Summit
Hospitality Summit 23 VDH für RB-Magazin vlnr Fotograf: Anna Wiman; Wimanphotography
Hospitality Summit 23 VDH für RB-Magazin vlnr Fotograf: Anna Wiman; Wimanphotography Bild: Anna Wiman
Bild: Anna Wiman

Insgesamt 1485 Branchenexperten, Fachpersonen und Interessierte treffen sich heute und morgen am Hospitality Summit in Zürich Oerlikon. Auf Einladung von HotellerieSuisse und seinen Partnern wird genetzwerkt, ausgetauscht und diskutiert.

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In der Halle 550 präsentieren sich über 100 Aussteller. Den Gästen wird ein diverses Programm mit Podiumsdiskussionen, Referaten und Keynotes geboten. Für die Verpflegung sorgen unter anderem die Hotels The Dolder Grand Zürich, The Living Circle Zürich, Grand Resort Bad Ragaz, 7132 Hotel Vals.

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Branchennachwuchs

3 Projekte, 5 Tage, 22 junge Köpfe

Die nächste Generation übernimmt und weist die Zukunft. Am dies­jährigen NextGen. Hospitality Camp tüftelte die engagierte Jugend an Lösungsansätzen für die Herausforderungen der Hotellerie. Die Case Studies präsentieren sie am zweiten Hospitality-Summit-Tag.
Nora Devenish
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NextGen Hospitality Camp 2023
Das NextGen. Hospitality Camp von HotellerieSuisse und Swiss Economic Forum fand in St. Moritz statt.
Das NextGen. Hospitality Camp von HotellerieSuisse und Swiss Economic Forum fand in St. Moritz statt. Bild: zvg
Bild: zvg
NextGen Hospitality Camp 2023 Teilnehmerin Paloma
Bild: zvg
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NextGen Hospitality Camp 2023 Teilnehmer Luca
Bild: zvg
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NextGen Hospitality Camp 2023 Teilnehmer Tim
Bild: zvg
Bild: zvg
NextGen Hospitality Camp 2023 Teilnehmerin Nina
Bild: zvg
Bild: zvg

NextGen Hospitality Camp
Am zweiten Tag des Hospitality Summit präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des NextGen. Hospitality Camp ihre Pitches:
am 15. Juni von 12.00 bis 12.30 Uhr im Plenum
Sie geben Einblick in ihre Lösungsansätze, berichten von ihren Erfahrungen und sagen, was sie motiviert und wie aus einer Aufgabe eine innovative Idee und ein erfolgreiches Konzept entstehen.

Nebst der Auszeichnung «Hotelier/Hotelière des Jahres» gehören die NextGen.-Pitches zu den bestgehüteten Geheimnissen vor dem Hospitality Summit. Junge engagierte Fachkräfte präsentieren am zweiten Eventtag den Entscheidungsträgern ihre Lösungsvorschläge für die Herausforderungen der Beherbergungsbranche. Das Publikumsinteresse an den NextGen.-Präsentationen ist jeweils gross.

Nach zwei erfolg­reichen Durchführungen wissen die anwesenden Hotelièren und Hoteliers, dass es sich bei den Business Cases der Lernenden um durchaus realisierbare Szenarien mit Potenzial handelt. Ausgearbeitet wurden diese am NextGen. Hospitality Camp von Hotellerie­Suisse und dem Swiss Economic Forum. 22 Nachwuchsfachkräfte – darunter Köche, Hotelkommunikationsfachleute und Restaurantfachleute –  trafen sich in der Jugendherberge St. Moritz und entwarfen dort im Auftrag von Your Career Group, SV Group und Schweizer Jugendherbergen in Gruppen verschiedene Business Cases.

Die NextGen. Hospitality Camps erreichen gleich mehrere Ziele. Zentral ist nach wie vor die Nachwuchsförderung. Nebst dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und Networking tauchen die jungen Berufsleute in die Welt des Unternehmertums ein. Sie lernen während des Camps, welche Arbeitsmethoden sie zur Erarbeitung der Lösungen anwenden können, beispielsweise Design Thinking oder Rapid Prototyping. Und der motivierte Branchennachwuchs erhält die Möglichkeit, seine berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten. Für die Entscheidungsträger wiederum liefern die Antworten der Jungen wichtige Erkenntnisse zur Denk- und Arbeitsweise der Gen Z und im besten Fall zeitgemässe, kompatible und umsetzbare Geschäftsideen.

Impressionen aus dem Camp

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NextGen.-Projekte werden erfolgreich in die Praxis umgesetzt
Zwei Beispiele aus den ersten beiden NextGen. Hospitality Camps zeigen das Potenzial und die Reichweite der Case Studies. So ist das 2021 präsentierte Mitarbeitenden-Feedback-Tool Feed-O von den NextGen.-Teilnehmenden Luca Seematter, Lael Hänni und Chiara Stutz kurz vor der Pilotphase. Mittels QR-­Codes können Mitarbeitende mit Feed-O Rückmeldungen an ihre Vorgesetzten geben. Die Vorgesetzten wiederum werden regelmässig daran erinnert, sich bei ihren Mitarbeitenden für deren Einsatz zu bedanken. Die Pilotphase von Feed-O wird unter anderem durch den Hospitality Booster von HotellerieSuisse finanziert.

Das letztjährige NextGen.-Projekt um ein Hotelcamp für 12- bis 15-Jährige in Begleitung ihrer Eltern wurde unter dem Motto «Schweizerhof – behind the scenes» vergangenen Herbst erfolgreich im Hotel Schweizerhof Lenzerheide ausgetragen. Während Berufserkundungsangebote wie «Please Disturb» oder «Rock your Future» jungen Menschen stundenweise einen Einblick in die Branche und in Betriebe geben, setzte man dieses Mal auf mehrtägige Praxiserfahrung. Ein Wochenende lang erhielten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, in jeder Betriebsabteilung des Hotels mit anzupacken, interessante Einblicke in die Branche zu gewinnen und ihre Fähigkeiten während des laufenden Betriebs Gästen und Branchenprofis zu präsentieren. Das Angebot stiess auf viel Resonanz. «Schweizerhof – behind the scenes» findet im kommenden Herbst wiederum statt.

Trotz des einschlägigen Erfolgs des NextGen. Hospitality Camp verzeichnen die Organisatoren dennoch einen Wermutstropfen. Das Verständnis der Lehrbetriebe für die Teilnahme am Camp fällt trotz Einsatzwille der jungen Mitarbeitenden unterschiedlich aus. Während einige Lernende die Teilnahme als Arbeitszeit verbuchen können, müssen andere dafür ihre Frei- und Ferienzeit opfern.

So tickt die NextGen.

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Als Gymnasiastin war eine Ausbildung in der Hotellerie bislang nicht auf meinem Radar.

Paloma C. Spiess besucht die Kantonsschule Baden. Nach der Matura liebäugelt sie mit einem Wirtschaftsstudium. Da eine Hotelfachschule den erwünschten Praxisbezug ermöglicht, kann sie sich ein Studium an der EHL in Lausanne vorstellen – auch der Internationalität wegen. Die 18-Jährige will für ihre Träume hart arbeiten. Geld spielt eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist ihr die Wertschätzung der Vorgesetzten und der Teamkollegen.


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Jeder Vorgesetzte sollte Erfahrung und Einblick in die Basis haben.

Luca Kunz besucht derzeit die EHL Passugg. Der 24-Jährige ist gelernter Koch und absolvierte anschliessend die Berufsmatura. «Ich wollte die Hotellerie von der Pike auf lernen.» Eines Tages schwebt ihm die Selbstständigkeit vor. Dass der Branchennachwuchs fehlt, führt er auf mangelnde Innovation innerhalb der Branche zurück. Den Weg über die Berufslehre findet er richtig. Als künftiger Arbeitgeber will er aus eigener Erfahrung wissen, wie es an der Basis läuft. Den Begriff Hierarchie mag Kunz nicht, Strukturen findet er aber wichtig und notwendig.


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Ich wünsche mir Fairness, Offenheit und Toleranz am Arbeitsplatz.

Tim Lerch ist ausgebildeter Restaurantfachmann und hat soeben seine Weiterbildung als Hotelkommunikationsfachmann im Romantik-Hotel Bären in Dürrenroth BE abgeschlossen. Er will der Hotellerie weiterhin treu bleiben und sieht sich eines Tages in einer Kaderposition. Der 24-Jährige liebt den Umgang mit Menschen und ist gerne Gastgeber. Sollte er eines Tages ein Team führen, wäre er in erster Linie ein fairer und toleranter Vorgesetzter. Wenn er etwas an seinem Beruf ändern könnte, dann die Arbeitszeiten. Mehr Toleranz für die Freizeit der Mitarbeitenden ist möglich.»


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Der kon­struktive Austausch auf Augenhöhe ist wichtig.

Nina Gwerder ist ausgebildete Kauffrau Hotel-Gastro-Tourismus. Die 19-Jährige arbeitet zurzeit im Front­-office in ihrem ehemaligen Lehrbetrieb, dem Wellness-Hotel Stoos, und absolviert berufsbegleitend die Berufsmatura. Sie liebt die Abwechslung und die Multikulturalität an ihrem Beruf, aber auch die täglichen Herausforderungen im Team zu meistern, empfindet sie als erfüllend. Von den Entscheidungsträgern in der Beherbergungsbranche wünscht sie sich als junge Fachkraft vermehrt den Austausch auf Augenhöhe mit der jüngeren Generation.

Durabilité

Le courage politique, condition pour un tourisme alpin durable

Face au réchauffement climatique, il existe des solutions pour réduire les émissions carbone de l'économie de montagne. «Mais les décideurs politiques sont pusillanimes», regrette Laurent Vanat, intervenant ce jeudi du Hospitality Summit.
Alain-Xavier Wurst
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Tourisme durable dans les Alpes
Le tourisme 4 saisons et des infrastructures réduisant les émissions carbone, piliers de l'économie alpine à venir: téléphérique de Beckenried à Nidwald.
Le tourisme 4 saisons et des infrastructures réduisant les émissions carbone, piliers de l'économie alpine à venir: téléphérique de Beckenried à Nidwald. Bild: ldd
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Laurent Vanat
Laurent Vanat
Laurent Vanat Bild: ldd
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C'est l'hiver ou quoi?
Jeudi 15 juin à 15h30, en salle plénière, le thème de la table ronde «C’est l’hiver ou quoi?» portera sur l’avenir du tourisme alpin face au changement climatique. Avec Reto Knutti (EPF Zurich), Norbert Patt (CEO TITLIS Bergbahnen) et Laurent Vanat.

Le htr hotelrevue a interviewé Laurent Vanat en amont de l'Hospitality Summit.

Le tourisme 4 saisons et des infrastructures réduisant les émissions carbone, piliers de l'économie alpine à venir: restaurant panoramique de Bettmeralp en Valais et téléphérique de Beckenried à Nidwald.

Le réchauffement climatique bouleverse les écosystèmes. Etes-vous inquiet pour l’avenir du ski alpin en Suisse?
Sans nullement relativiser les effets du réchauffement climatique dans nos montagnes, je pense que les principales stations de ski suisses seront dans les vingt prochaines années relativement épargnées du manque d’enneigement. D’un point de vue purement statistique, on peut fermer 50% des stations de ski suisses, on aura toujours 95% de la fréquentation globale des skieurs dans notre pays. Il y a en Suisse une centaine de stations de ski qui ne comptent qu’à la marge pour l’économie touristique.

Le modèle économique du tourisme alpin d’hiver sera selon vous valable à l’horizon 2040?
Oui, même s’il est très difficile de faire des prévisions à cette échelle, je pense que cela fait du sens pour les grandes stations de ski suisses d’investir dans les remontées mécaniques.

Pourriez-vous définir ce qu’on appelle la durabilité du tourisme alpin?
C’est une bonne question. Une grande partie des émissions carbone du tourisme est liée à la mobilité des touristes eux-mêmes. Au niveau des émissions des stations, on se focalise sur les remontées mécaniques et l’exploitation du ski. La principale source de pollution sur les pistes sont les dameuses, mais on fait déjà des efforts en changeant les carburants qui réduisent de 80 à 90% les émissions de CO₂. Le chauffage des bâtiments est un grand poste d’émissions carbone, mais celui-ci concerne tout le monde. Si l’on arrivait à réduire les émissions de CO₂ liées au chauffage dans les stations de ski et à orienter la mobilité des clients vers le train, on aurait un bilan carbone du tourisme d’hiver assez satisfaisant.

Les études montrent en effet que plus de 50% de l’impact carbone en montagne provient du trafic automobile. Ne faudrait-il pas privilégier massivement les transports publics?
En effet, nous avons de la chance en Suisse: sur les 20 plus grandes stations de ski, 16 sont accessibles en train. Soit la gare est située directement dans la station, soit les remontées mécaniques relient la gare à la station de ski. Malheureusement, le train est très peu utilisé. Je dirais presque qu’il est scandaleux de disposer d’infrastructures si bonnes et de les utiliser si peu. Une station comme Verbier propose certes des forfaits incluant un trajet direct en train reliant Genève Aéroport et Le Châble, mais on pourrait faire beaucoup plus. On a un problème de mentalité des touristes, suisses ou étrangers. Et bien sûr un problème de coût et de logistique: pour une famille de 4 personnes, prendre le train est plus cher et plus compliqué que de prendre la voiture.

Les ascenseurs valléens pour décarboner la montagne, est-ce encore un sujet de réflexion?
C’est une approche qui hélas a souvent été enterrée. On parle actuellement de débloquer 9,5 milliards de francs pour construire une troisième voie sur des tronçons de l'autoroute A1, alors qu’on a tous les éléments matériels pour dire que la mobilité individuelle n’est pas pérenne. A côté de cela, quelques centaines de millions de francs permettraient de connecter la plupart des villages valaisans en montagne aux vallées, sans émettre de carbone. Mais c’est une utopie, pour des raisons inexplicables. Heureusement que certains de ces projets ont vu le jour il y a une cinquante d’années, les gens étaient plus visionnaires qu’aujourd’hui. Il suffit de penser à la région d'Aletsch, avec connexion télécabine-téléphérique de Riederalp, Bettmeralp et Fiesch, Crans-Montana avec le funiculaire ou encore Mürren avec 2 téléphériques.

On parle beaucoup de durabilité, mais les changements sont très lents.
C’est assez paradoxal, d'autant que construire un ascenseur valléen ne laisserait pas de grande empreinte CO₂. Il suffit de trouver quelques endroits pour planter les pylônes, la technologie des remontées mécaniques est aujourd'hui super performante. Il faut oser sortir du cadre.

Que faire de l'aspect paysager?
On n’est pas choqué par le viaduc construit au-dessus du château de Chillon, qui me semble beaucoup plus problématique du point de vue paysager  que d'installer des télécabines ou des téléphériques.

Nos politiques et nos administrations manquent-elles de courage?
On est devenu très timoré. Les gens qui ont réalisé les grands projets suisses il y a un siècle dans les Alpes, comme le Jungfraujoch ou même les Rochers-de-Naye, seraient qualifiés aujourd’hui de complètement fous. Le gouvernement valaisan pourrait très bien investir 500 millions ou même 1 milliard de francs pour raccorder les villages d’une certaine taille à des gares de plaine grâce à des remontées mécaniques. Comparées aux 9,5 milliards budgétés pour un bout d'autoroute, ces sommes représentent un investissement qui me semble beaucoup plus durable. Ce ne serait pas difficile de le mettre en œuvre, mais on ne fait rien. Cela me laisse très dubitatif.

A quoi pourrait ressembler le tourisme alpin dans une quinzaine d’années?
Je vois, malgré tout, la poursuite du ski en hiver et davantage de tourisme en été. Certaines stations parviendront peut-être à doubler leur fréquentation estivale d’ici à 2040, avec environ 40% du volume des clients en été et 60% en hiver. Le ski n’est pas mort en Suisse. Mais parallèlement, on observera une augmentation de l’attractivité de la montagne en été, car il y a un besoin de fraîcheur avec le réchauffement climatique. Pour le moment, cet atout important de la montagne en été ne se traduit pas encore de façon significative sur le plan économique.

On n’a pas encore trouvé le moyen d’amener les jeunes générations urbaines à l’apprentissage du ski...
Effectivement, surtout que cette génération voit aussi le ski comme une activité non-durable. Mais on a tellement fait de ski-bashing que cette réaction n'est pas étonnante. Alors que c'est un sport merveilleux et qu'il a été un extraordinaire créateur de richesses pour les régions. Mais son potentiel n'est pas épuisé et sur le plan touristique, il y a encore beaucoup à faire pour améliorer la qualité de l’expérience-client, surtout pour les débutants.

La crise du Covid a-t-elle changé la donne pour le tourisme estival?
Le Covid a incité les gens à regarder de nouveau dans leur pays, ce qui est sans doute bénéfique. On voit qu'on s’interroge un peu plus qu’avant sur l’opportunité de partir loin à cette époque de l'année. Il faut espérer que cette tendance s’inscrira dans la durée.


Portrait

Economiste de l'industrie du ski

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Laurent Vanat, né en 1961 à Genève, est consultant indépendant spécialisé en gestion d'entreprise. Expert international de l’économie des stations de ski, il publie chaque année, depuis 2005, un rapport annuel sur l’économie du ski en Suisse, et depuis 2009 pour son rapport international. Aujourd'hui, le rapport international sur le tourisme de neige et de montagne est reconnu dans le monde entier comme la référence pour les chiffres de l'industrie du ski.

Livestream

Carsten K. Rath im Talk presented by Swisscom

Entrepreneur Carsten K. Rath spricht im Talk in der Netzwerkarena über das Thema «Service Excellence und Hotelrankings – Vom Know-how zum Do-how».

Carsten K. Rath, blickt auf eine eindrucksvolle Karriere von über 30 Jahren in der Luxushotellerie zurück. Er gehört zu den einflussreichsten Hoteliers Deutschlands und hat unter anderem das Hotel Kameha Grand Zürich erfolgreich konzipiert und eröffnet. Im Interview spricht der Autor und erfahrene Speaker über Service-Excellence und seine Erfahrungen in Zusammenhang mit Leadership und verrät, wie er das Ranking 101 Beste Hotels Deutschland erfolgreich positioniert hat.


  • Wann: 14. Juni 2023 – von 12.10 bis 12.30 Uhr

  • Wo: Netzwerkarena, Talk Stage presented by Swisscom

  • Thema: Service Excellence und Hotelrankings – Vom Know-how zum Do-how

Hospitality Summit 2023

«Die Branche hat in den letzten Jahren gut gearbeitet»

Peter Gloor, Direktor der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH), geht von konstanten Kreditmargen für die Hotellerie aus. Am SGH-Finanzforum des Hospitality Summit thematisiert er die aktuellen Herausforderungen der Hotelfinanzierung.
Abt Ueli
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Peter Gloor
Nachhaltigkeit könne die Rentabilität eines Hotelbetriebs verbessern, sagt SGH-Direktor Peter Gloor.
Nachhaltigkeit könne die Rentabilität eines Hotelbetriebs verbessern, sagt SGH-Direktor Peter Gloor. Bild: zvg
Bild: zvg

Finanzforum der SGH
Das Finanzforum widmet sich kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungsfragen in der Beherbergungsbranche. Dabei tauschen sich Branchenvertreter zusammen mit Experten über die aktuellen Herausforderungen aus und stellen Projekte mit ihren Finanzierungsherausforderungen vor.

Die htr hotelrevue hat im Vorfeld zum Hospitality Summit mit Peter Gloor, Leiter Finanzierung und stellvertretender Direktor der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH), ein Interview geführt.

Herr Gloor, mit der Zwangsübernahme der Credit Suisse verringert sich die Zahl der Kreditgeber. Werden damit die Kredite für die Hotels teurer?
Es gibt neben den Grossbanken verschiedene Kreditgeber wie Kantonalbanken, Raiffeisenbanken oder auch regionale Banken. Damit bleibt der Wettbewerb bestehen. Die Zinsen für Finanzierungen setzen sich aus den Kosten für die Refinanzierung sowie kundenindividuellen Margenzuschlägen für das Risiko zusammen. Die Zinsen sind in den letzten Monaten insgesamt gestiegen, was einen direkten Einfluss auf die Kreditkosten hat. Die Kreditmargen dürften keine Veränderung erfahren, da die Branche in den letzten Jahren – trotz bekannten Einschränkungen – aus unserer Sicht gut gearbeitet hat.

Im Juni treten Sie am SGH-Finanzforum des Hospitality Summit auf. Wird die Bankenkrise dann auch ein Thema sein?
Wir gehen Stand heute davon aus, dass das Bankensystem in der Schweiz  weiterhin stabil bleiben und damit keine direkten Auswirkungen auf die Hotellerie haben wird. Themen wie Inflation und Zinserhöhungen werden am Forum sicher angesprochen. 

Was sind aktuell die grössten Herausforderungen in der Hotelfinanzierung?
Die Kostenstruktur eines Beherbergungsbetriebes wird stark von Fixkosten – Personal, Waren et cetera – getrieben. Die resultierenden Margen sind bekanntermassen eher gering und müssen dennoch ausreichen für die Bedienung der Fremdkapitalkosten sowie für Ersatzinvestitionen und Unterhaltskosten in die Liegenschaft. Diese Voraussetzungen bedingen ein klares Geschäftsmodell, das auch der Gästenachfrage entspricht. Betriebe müssen Prozesse optimieren, allenfalls durch Digitalisierung und Unterstützung von Robotik. Auch Kooperationen können Synergien bringen und Kosten einsparen. Mit all diesen Vorkehrungen sollte die Rentabilität verbessert werden können. Dies würdigen auch die Finanzierungspartner, womit im Grundsatz eine Finanzierung immer möglich sein sollte. 

Auch Kooperationen können Synergien bringen.

Was hat es mit dem diesjährigenMotto «Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor» auf sich?
Nachhaltigkeit besteht aus den drei Dimensionen Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Gesellschaft. Alle diese Aspekte vereinen sich auch in einem Beherbergungsbetrieb, und alle haben im Wesentlichen das Ziel, die Rentabilität des Betriebes zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass in diesem Bereich gerade in der Hotellerie noch einiges an Potenzial vorhanden ist. Aus diesem Grund haben wir das diesjährige Motto gewählt. Die SGH kann dabei Investitionen in allen drei Nachhaltigkeitsdimensionen mitfinanzieren. Sei es beispielsweise bei Personalunterkünften für die Hotellerie oder bei Investitionen, welche die Energieeffizienz verbessern.

Alle Aspekte der Nachhaltigkeit sollen die Rentabilität verbessern.

Dies wird am Forum am Beispiel der Stoos Lodge deutlich werden...
Die Stoos Lodge verbindet mit einem modernen Konzept die traditionellen Werte eines Bergdorfes. Der Gast bestellt nur das, was er benötigt. Das schont Ressourcen, und das Hotel kann den Betrieb effizienter planen. Eine Kooperation mit der Bergbahn macht Energie aus dem Bahnbetrieb verfügbar, was jährlich rund 41 000 Liter Heizöl einspart.

Welche weiteren Schwerpunkte können die Teilnehmenden erwarten?
Zusammen mit Wüest Partner werden wir einen Hospitality-Report präsentieren, welcher sich unter anderem auch der Nachhaltigkeit als Mehrwert für den Hotelier widmet und aktuelle Zahlen aus dem Hotelimmobilienmarkt zeigt. Ein Podiumsgespräch mit Experten, unter anderem aus der Bankenbranche, der Schweizer Berghilfe und der Hotelbranche, rundet das Forum ab.

Wer sollte am Finanzforum unbedingt teilnehmen?
Alle, die sich in irgendeiner Form für Investitionen und Optimierungen in der Hotelbranche interessieren.

Worauf freuen Sie sich persönlich?
Auf das Zusammentreffen der Branche in diesen zwei Tagen im Allgemeinen sowie auf das Finanzforum im Speziellen. Für mich hat der Anlass etwas von Weihnachten: Die Vorfreude ist riesig, die zwei Tage mit vielen Höhepunkten und Erlebnissen gehen wie immer viel zu schnell vorbei. Aber dann beginnt ja schon wieder die Vorfreude.

Seit 2021 SGH-Direktor
Peter Gloor absolvierte eine Banklehre beim Schweizerischen Bankverein. Danach arbeitete er als Finanzierungsberater bei verschiedenen Banken. Zuletzt war er bei der Aargauischen Kantonalbank als Direktionsmitglied für das Grossfirmen-Kundengeschäft verantwortlich. Bei der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) begann er als Leiter Finanzierung und stellvertretender Direktor. Seit 2021 ist er Direktor. Gloor ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er engagiert sich seit vielen Jahren als Funktionär für den FC Aarau. 

sgh.ch

 

Hospitality Summit 2023: Grusswort

«Gemeinsam die Zukunft gestalten und Potenzial entdecken»

Der diesjährige Hospitality Summit bietet der Branchenfamilie eine Plattform des Austauschs, der Innovation und des Blicks in die Zukunft. Mit dem Ziel, die Vision einer innovativen und nachhaltigen Beherbergungsbranche Realität werden zu lassen
Claude Meier
Claude Meier
Andreas Züllig
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Claude Meier und Andreas Züllig
Claude Meier (l.), Direktor HotellerieSuisse, und Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse, wollen vermehrt Ideen- und Innovations­förderung.
Claude Meier (l.), Direktor HotellerieSuisse, und Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse, wollen vermehrt Ideen- und Innovations­förderung. Bild: zvg
Bild: zvg

Der Hospitality Summit ist der Anlass, an dem wir als Branchenfamilie zusammenkommen, uns austauschen, Ideen und Zukunftsaussichten diskutieren sowie konkrete Themen vertiefen. Er bietet aber auch Grund, sich zu freuen, denn am Hospitality Summit sehen wir unzählige Branchenkolleginnen und -kollegen wieder, lassen langjährige Freundschaften aufleben und vernetzen uns mit der Branche und darüber hinaus.

Als Verband sind wir stolz darauf, diesen einzigartigen Anlass ins Leben gerufen zu haben. Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder und die gesamte Branche dabei zu unterstützen, die Vision einer innovativen und nachhaltigen Beherbergungsbranche Wirklichkeit werden zu lassen. Gemeinsam mit unseren Regionalverbänden und den zahlreichen Partnern setzen wir uns dafür ein, unserer Vision jeden Tag einen Schritt näherzukommen, indem wir den Austausch von Ideen und Innovation stetig fördern.

Gemeinsam mit unseren Regionalverbänden und den zahlreichen Partnern setzen wir uns dafür ein, unserer Vision jeden Tag einen Schritt näherzukommen.
Claude Meier, Direktor HotellerieSuisse

Es sind Plattformen wie der Hospitality Summit, die helfen, diesen Weg als Branche gemeinsam zu gehen. Denn durch aktiven Austausch und Diskussionen entstehen Innovationen, die den Wandel begleiten und gestalten. Viele Trends und Megatrends sind zu komplex, um sie allein anzugehen. Doch was verstehen wir eigentlich unter diesem viel verwendeten Begriff «Megatrend»? Megatrends werden nicht «erfunden» oder «lanciert». Vielmehr sind sie das Ergebnis der Untersuchung und Beobachtung gesellschaftlicher Entwicklung, die das Potenzial aufweisen, sich langfristig auf Branchen, Unternehmen, Märkte und schlussendlich auch auf einzelne Individuen auszuwirken.

Zu Beginn sind dies schwache Signale, und erst die Zeit zeigt, ob sie sich zu echten Trends oder gar Megatrends entwickeln. Dies geschieht, wenn sich Phänomene und Innovationen – seien dies gesellschaftliche, wirtschaftliche oder technische – von Randbereichen der Gesellschaft in deren Mitte bewegen. Oder aber, wenn Phänomene eine hohe Relevanz erreichen und eine Avantgarde, also eine Gruppe von Vorreitern, dieses Potenzial nutzt, um den sogenannten Mainstream zu verändern.

Gemeinsam über den Tellerrand schauen am Hospitality Summit
Als Unternehmerinnen und Unternehmer müssen wir also regelmässig über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um die neusten Trends, Lösungen und Möglichkeiten tatsächlich kennenzulernen. Und wir freuen uns, diese Plattform am diesjährigen Hospitality Summit bieten und auch nutzen zu können sowie – stellvertretend für HotellerieSuisse – inspirierende, lachende und glückliche Gesichter an den unterschiedlichsten Programmpunkten treffen zu dürfen.

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Die Welt dreht sich immer schneller, und die Beherbergungsbranche sowie der gesamte Tourismus haben prägende Jahre hinter sich. Die drohende Energiemangellage hat die Bevölkerung und unterschiedlichste Branchen in kürzester Zeit stark verunsichert, die Inflation hat die Finanzmärkte aufgewühlt, und es herrscht Krieg in Europa. Wir haben in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die Pandemie gelernt, dass sich das Verhalten von Menschen und Organisationen mit einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit verändern kann. Das vergangene Jahr hat aber auch gezeigt, wie resilient unsere Branche ist – auch wenn wir das Vorkrisenniveau 2022 noch nicht erreicht haben, schauen wir auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Wintersaison 2022/23 schloss sogar als Rekordsaison ab. Dies zeigt, dass die Gäste das Bedürfnis haben zu reisen, Neues zu entdecken und ihren Horizont zu erweitern.

Am Education Day, der am diesjährigen Hospitality Summit zum ersten Mal stattfindet, widmen wir uns spezifisch den Bedürfnissen der Mitarbeitenden des operativen Managements. Im NextGen. Hospitality Camp befassen sich die jungen Fachkräfte während fünf Tagen mit spezifischen Themen, deren Lösungen sie uns im Rahmen des Hospitality Summit vorstellen. So vermischen wir die Herangehensweise an Probleme der verschiedenen Generationen und profitieren von einer einzigartigen Möglichkeit des konstruktiven Austausches untereinander.

Als Verband den Puls der Zeit spüren
Nach den turbulenten letzten Jahren konnten wir uns im letzten Jahr endlich wieder vollkommen auf unser Kerngeschäft – die Gastfreundschaft – fokussieren. Zufriedene Gäste, unvergessliche Erlebnisse und bereichernde Emotionen sind unser Ansporn dabei und unsere Mitarbeitenden das wichtigste Gut, um diese Ziele zu erreichen. Der Wandel, der unsere Gäste und Mitarbeitenden betrifft, bewegt schlussendlich auch uns – er ist also unausweichlich. Wir könnten abwarten und zusehen, bis der Wandel an uns vorbeigezogen ist. Doch das liegt nicht in unserer Natur. Denn die Beherbergungsbranche und der gesamte Tourismus sind anpassungsfähig, vorausschauend und proaktiv.

Wir müssen über den eigenen Tellerrand hinausschauen, um die neusten Trends, Lösungen und Möglich-keiten tatsächlich kennenzulernen.
Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse

Und genau hier liegen die Chancen für uns alle. Am diesjährigen Hospitality Summit haben wir bereits zum dritten Mal die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Er bietet uns die Gelegenheit, gemeinsam die Zukunft unserer Branche zu gestalten und den Bedürfnissen der Gäste und Mitarbeitenden der Zukunft auf bisher ungeahnte Art und Weise zu begegnen.

Mit Fach- und Führungskräften, welche die Werte und Anliegen der jungen Generationen antizipieren und ernst nehmen, können wir die nächste Generation für die schönste Branche der Welt bereits heute begeistern und langfristig halten. Es gilt, Trends und ihre langfristigen Auswirkungen zu verstehen, Chancen der Digitalisierung und neuer Technologien in unseren Betrieben zu testen und die Möglichkeit der sich verändernden Gästebedürfnisse – beispielsweise im Bereich Nachhaltigkeit – umzusetzen und nach aussen zu tragen. Denn nur durch den mutigen Schritt aus der Komfortzone heraus und den Willen, den Wandel aktiv anzugehen und mitzugestalten, können wir innovative Massnahmen ergreifen.

Am Hospitality Summit bringen wir Impulsgeberinnen und Change-Maker auf die Bühne, die uns als Inspira­­­­tionsquelle dienen. Sie sind aber nicht diejenigen, die unsere Branche verändern. Sie motivieren uns, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und mit innovativen Lösungen auf Veränderungen zu reagieren. In Zeiten des Wandels ist es wichtig, den Puls der Zeit zu spüren und neue Wege zu gehen. Nutzen wir also die Chance, um uns während dieser beiden Tage und auch darüber hinaus gemeinsam den Herausforderungen der Branche anzunehmen und Lösungen zu diskutieren: Und wer weiss: Vielleicht schlagen unsere kleinen Signale und Ideen in Zukunft grosse gesellschaftliche Wellen und gelten für zukünftige Generationen als Megatrends!

Das Gespräch

«Ohne Männer geht Frauenförderung nicht»

Die Staatssekretärin für Wirtschaft Helene Budliger Artieda wollte eigentlich Hotelière werden, entschied sich dann aber doch für die Politik. Im Gespräch verrät sie, wo sie als Berufsfrau, Wirtschaftsförderin und Politikerin die Schwerpunkte setzt und warum die Branche auf das Seco zählen darf.
Nora Devenish
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taatssekretärin für Wirtschaft Helene Budliger Artieda
Staatssekretärin für Wirtschaft, Helene Budliger Artieda bestimmt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Schweizer Tourismus massgeblich mit.
Staatssekretärin für Wirtschaft, Helene Budliger Artieda bestimmt die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen des Schweizer Tourismus massgeblich mit. Bild: zvg
Bild: zvg

Tourismusziele des Bundes
Helene Budliger Artieda, die neue Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco, erläutert in ihrem Referat mit welcher Strategie es gelingt, den Tourismusstandort Schweiz im internationalen Wettbewerb attraktiv und leistungsfähig zu positionieren. Sie spricht darüber, welche Ziele die Tourismuspolitik des Bundes verfolgt, damit Rahmenbedingungen verbessert werden können, Unternehmertum gefördert wird sowie nachhaltige Entwicklungen und Chancen der Digitalisierung genutzt werden, um die Angebotsattraktivität und den Marktauftritt zu stärken. 

Die htr hotelrevue hat im Vorfeld zum Hospitality Summit mit der Staatsekretärin für Wirtschaft ein schriftliches Interview geführt.

Seco-Chefin Helene Budliger Artieda vergibt hierfür im internationalen Vergleich gute Noten. Damit das Performancelevel weiterhin erfolgreich bleibt, setzt sie auf den Austausch mit der Branche, wie am Hospitality Summit.

Helene Budliger Artieda, Sie waren viele Jahre als Diplomatin im Ausland tätig und sind bekennende Weitwanderin – weshalb zieht es Sie in die Ferne?
Andere Kulturen haben mich schon immer interessiert, unter anderem deshalb machte ich ursprünglich ein Praktikum in Hotels in Muralto und Genf. Meine erste Stelle beim Eidgenössischen Amt für Auswärtige Angelegenheiten EDA als Sekretärin war in Lagos, der damaligen Hauptstadt Nigerias. Später war ich Botschafterin in Südafrika und zuletzt in Thailand – wo ich zwei ganz unterschiedliche Lebensweisen kennen und schätzen gelernt habe. Ich empfinde diese Erfahrungen als sehr bereichernd. Das Weitwandern mit meinem Mann ist eine etwas andere Geschichte. Da geht es zwar auch um kulturelle Bereicherung – vor allem ist es eine körperliche Anstrengung und eine Reduktion im Kopf aufs Wesentliche. Wir wanderten beispielsweise auf der Via Francigena von Lausanne nach Rom oder auf historischen Auswandererwegen von Solothurn nach Colmar. Manchmal waren und sind wir bis über 30 Kilometer am Tag und drei Wochen am Stück mit dem Rucksack unterwegs.

Sie sagten einmal, Sie seien eine Mischung zwischen Bünzli und bürokratischem Punk. Das müssen Sie erklären.
Das habe ich mal so gesagt, ja. Damit meine ich, dass ich durchaus gerne geregelte Verhältnisse habe und immer im Detail beispielsweise meine Spesenabrechnungen kontrolliere, um ja nicht einen Franken zu viel abzurechnen. Die Punkerin in mir – wenn Sie so wollen – will sich nicht immer an die Spielregeln halten und kann sich nicht mit übertriebener Bürokratie abfinden.

Sie sind nach Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch die zweite weibliche Staatssekretärin für Wirtschaft in Folge. Wie ordnen Sie diesen Umstand ein?
Ich empfinde es in Bezug auf die berufliche Gleichstellung als schönes Ausrufezeichen. Es ist sicherlich für junge Frauen eine Motivation und ein klares Signal dafür, dass Frauenkarrieren inzwischen auf jeder Ebene möglich sind. Selbstverständlich sind diese jedoch noch immer nicht.

Wie wichtig ist Frauenförderung?
Die berufliche Gleichstellung der Frauen muss nach wie vor verbessert werden muss – denken wir nur an das Lohngleichheitsprinzip, die viele meist von Frauen geleistete, unbezahlte Arbeit in der Familie oder die nach wie vor mangelhafte Vertretung von Frauen in Führungspositionen. Hier muss unsere Gesellschaft sich noch bewegen. Auch im Seco liegt es mir am Herzen, die Gleichstellung durchzusetzen. Frau Alt Bundesrätin Calmy-Rey ernannte mich zur ersten Amtsdirektorin überhaupt im Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten. Ich war es also gewohnt, an vielen Sitzungen als einzige Frau im Raum zu sein. 2023 muss dies nicht mehr sein. In meiner beruflichen Entwicklung haben übrigens Männer, die mich förderten, eine grosse Rolle gespielt. Ohne sie geht Frauenförderung nicht.

Die berufliche Gleichstellung der Frauen muss nach wie vor verbessert werden.

Werden Sie am Frauenstreik teilnehmen?
Nein. Obwohl ich die Anliegen des Frauenstreiktages verstehe und mehrheitlich auch unterstützen kann, ging ich meinen Verpflichtungen als Staatssekretärin für Wirtschaft nach, unter anderem am Hospitality Summit. Ich bin sowieso eher die Frau der manchmal durchaus leisen Taten, anstelle von lauten Worten.

Ursprünglich wollten Sie Hotelière werden. Warum haben Sie sich anders entschieden?
Während der Handelsmittelschule absolvierte ich eine Schnupperlehre in einem Zürcher Hotel. Dies gefiel mir derart, dass ich unbedingt im Hotelfach bleiben wollte. Ich bin rein zufällig damals als Assistentin beim EDA gelandet. Es hätte durchaus auch anders kommen können.

Und wie sähe Ihr Hotel aus?
Mein Hotel wäre wohl eher Boutique als ein grosser Kasten, entweder in den Bergen oder am Meer, ausgestattet mit Betten mit einer Kissenauswahl, hoffentlich mit einem guten Restaurant, etwas Cachet – historisch oder bunt-modern – und einige lauschige Ecken zum Verweilen. Dies sind die Elemente, die ein Hotelerlebnis für mich als Vielreisende ausmachen.

Welche Ihrer Eigenschaften als Staatssekretärin könnten Sie auch als Hotelière verwenden? Wo bestünde noch Nachholbedarf?
Als Staatssekretärin verkaufe ich mein Land, die Schweiz. Ich bin oft auch Gastgeberin bei offiziellen Treffen. Dem Gegenüber ein Gefühl von Respekt und Wertschätzung zu vermitteln, kann ich also schon. Da ich nicht gerne Alkohol trinke und eine schwierige Esserin bin, müsste ich sicherlich in der Kulinarik noch stark zulegen. Auch die eine oder andere Weltsprache wie Arabisch oder Chinesisch fehlt mir.

In seiner Tourismusstrategie setzt sich der Bund unter anderem das Ziel, das Unternehmertum zu fördern. Was sind die Brennpunkte?
Einerseits der touristischn Arbeitsmarkt. Wie auch in anderen Branchen ist der Tourismus vom Personal- und Fachkräftemangel betroffen. Dies stellt die Branche vor grosse Herausforderungen. Andererseits der Strukturwandel und damit verbunden Nachfolgeregelungen und Marktfähigkeit der Betriebe.

Woher rühren diese Problematiken?
Der Personal- und Fachkräftemangel betrifft aktuell viele Branchen. Die Pandemie hat das Phänomen noch beschleunigt, da das Gastgewerbe sehr stark von den Corona-Massnahmen betroffen war. Das hat dem Ruf der Branche geschadet. Die Attraktivität der Berufe im Tourismus gilt es nun zu stärken und das Image der Branche zu verbessern.

Weiter stehen viele Geschäftsführer im Gastgewerbe vor der Pensionierung und suchen eine Nachfolgeregelung, die sich aus unterschiedlichen Gründen als herausfordernd gestalten kann. Dabei gilt es insbesondere frühzeitig die Nachfolgeplanung anzugehen und bei Bedarf auch professionelle Beratung beizuziehen. Hier ist darauf hinzuweisen, dass die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit SGH Unterstützung von Jungunternehmern und der betrieblichen Nachfolge beispielsweise mittels Information, Beratung oder vorteilhaften Darlehenskonditionen anbietet. Auch das Coaching-Programm von HotellerieSuisse fördert die Strategie- und Marktfähigkeit von Betrieben.

Ein Strukturwandel braucht Zeit. Können wir uns diese in Anbetracht des internationalen Wettbewerbs leisten?
Das Tourismusland Schweiz ist wettbewerbsfähig, das hat die rasche Erholung nach Pandemie bewiesen. Der Strukturwandel findet statt: Zwischen 2012 und 2021 ist die Anzahl Beherbergungsbetriebe um 13 Prozentgesunken, bei praktisch gleichbleibendem Zimmerangebot. Die durchschnittliche Hotelgrösse ist somit angestiegen. Das Seco unterstützt den Strukturwandel. So wird beispielsweise die Förderung der SGH noch stärker darauf ausgerichtet. Auch erleichtert die Digitalisierung die Bildung von Kooperationen, womit Strukturverbesserungen erreicht werden.

Wir sind herausgefordert: Damit die Schweiz wettbewerbsfähig bleibt, zählt die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Daueraufgabe.

Der Erfolg der Zukunft basiert auf dem Nachwuchs. Das duale Bildungssystem der Schweiz ist vorbildlich. Warum greift es nicht?
Im internationalen Vergleich ist die Ausbildungsbeteiligung der Betriebe in der Schweiz hoch. Die Berufsbildung ist attraktiv, ihre Vorzüge sind aber nicht allen bekannt: Für die Unternehmen gilt es, sich als attraktiven Lehrbetrieb zu positionieren. Beispielsweise können sie ihren besten jungen Berufsleuten die Chance bieten, sich national und international an Berufsmeisterschaften zu messen. Dann ist aus Sicht der Jugendlichen und Eltern entscheidend, dass die Berufsbildung auch Karriereperspektiven bietet – wie die Berufsmaturität und die höhere Berufsbildung. Ein wichtiges Ziel von Bund und Kantonen ist die Förderung von Mobilität und Austausch in der Bildung. Die von der öffentlichen Hand getragene nationale Agentur Movetia stellt auch für Lernende in der beruflichen Grundbildung zahlreiche Mobilitätsangebote im In- und Ausland bereit.

Während der Coronakrise kritisierte der Gewerbeverband, dass dem Seco  die Nähe zur Wirtschaft fehle. Halten Sie dagegen?
Ja, definitiv. Die Unterstützungsmassnahmen während der Pandemie standen den Unternehmen schnell und unbürokratisch zur Verfügung. Das Seco setzt sich unabhängig der aktuellen Herausforderungen – sei es Corona, Ukrainekrieg oder potenzielle Energieknappheit – für wirtschaftlichen Wohlstand ein. Das Ziel ist ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, hohe Beschäftigung und faire Arbeitsbedingungen. Das sind natürlich hohe Ziele, die wir in der Schweiz zum Glück ziemlich zuverlässig erreichen.  Mir ist wichtig, dass sich das Seco stets für die Gesamtwirtschaft einsetzt.. Hierfür stehen wir beispielsweise in ständigem Kontakt mit den Sozialpartnern und intensivieren ihn in Krisensituation.

Dann stimmen die wirtschafts- und tourismuspolitischen Rahmenbedingungen? Wo liegt das Problem?
Hier möchte ich zuerst darauf hinweisen, dass die Rahmenbedingungen in der Schweiz sehr gut sind. Aber es stimmt, wir sind herausgefordert: Damit die Schweiz international wettbewerbsfähig bleibt, zählt die Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Daueraufgabe, die das Seco sehr ernst nimmt. Dafür ist der Austausch mit der Branche sehr wichtig. Beispielsweise im Rahmen des Tourismus Forum Schweiz bietet das Seco eine nationale Plattform an, um den Wissensaustausch und Netzwerkaufbau in der Branche zu fördern.

Wie hilft das Seco konkret bei der Bewältigung des Fachkräftemangels?Allein im Verlauf des letzten Jahrs meldeten sich 26'000 Personen die im Gastgewerbe gearbeitet hatten bei einem RAV zur Stellensuche an, rund 32'000 Personen meldeten sich wieder vom RAV ab. Die öffentliche Arbeitsvermittlung leistet einen gewichtigen Beitrag zur Befriedigung der Arbeitskräftenachfrage – gerade auch in Branchen mit einer hohen Personalfluktuation. In erster Linie stehen aber die Unternehmen und Branchenverbände in der Verantwortung, dem Fachkräftemangel in ihrem Bereich entgegenzuwirken. Der Bund sorgt in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik für geeignete Rahmenbedingungen. Etwa eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Damit das Fachkräftepotenzial von Eltern noch besser genutzt wird. Oder bei der Schaffung von Anreizen zur Erwerbstätigkeit bis zum Rentenalter und darüber hinaus. Hingegen bildet der Staat nicht die Fachkräfte aus und er schreibt den Unternehmen auch nicht vor, wie sie ihre Arbeitsbedingungen ausgestalten müssen.

Innerhalb des Tourismussektors wird befürchtet, dass bei den touristischen Förderinstrumenten Innotour, Neue Regionalpolitik und Schweiz Tourismus bei der Standortförderung 2024-2027.gespart werden wird. Können Sie den Sektor beruhigen?
Der Bundesrat hat im Januar die Botschaft Standortförderung 2024-2027 verabschiedet. Es liegt nun am Parlament entsprechende Finanzbeschlüsse zu fällen. Das aktuell finanzpolitische Umfeld ist bestimmt herausfordernd, doch ich bin überzeugt, dass das Parlament die Wichtigkeit des Tourismus für die Schweiz anerkennt und die Relevanz der tourismuspolitischen Förderinstrumente zu schätzen weiss.

Ihr Versprechen an die Hotellerie?
Wir lassen nicht nach, uns beim Seco auch in Zukunft mit Leidenschaft und Herzblut für die Schweizer Hotellerie einzusetzen.


Zur Person

Vielseitige Botschafterin

Am 1. August 2022 trat die gebürtige Dübendorferin Helen Budliger Artieda ihr Amt als Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco an. Während des Bewerbungsprozesses setzte sie sich gegen 38 Mitbewerberinnen und -bewerber durch. Vor ihrer Rückkehr nach Bundesbern war Budliger Artieda Botschafterin in Bangkok und in Pretoria. 2008 ernannte Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Budliger Artieda zur ersten weiblichen Amtsdirektorin im EDA. Von 2008 bis 2015 war sie Direktorin der Direktion für Ressourcen im Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und Mitglied der Geschäftsleitung. Budliger Artieda ist verheiratet und lebt im luzernischen Eich. Ihren Mann Alex Artieda de la Sotta lernte sie als junge Mitarbeiterin im konsularischen Dienst in Peru kennen.

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Der Hospitality Summit 2023 ist eröffnet

Die Beherbergungsbranche trifft sich heute und morgen am dritten Hospitality Summit in Zürich Oerlikon und diskutiert die Herausforderungen von morgen.
Hospitality Summit 2023
HotellerieSuisse-Präsident Andreas Züllig begrüsst die Gäste des dritten Beherbergungskongresses.
HotellerieSuisse-Präsident Andreas Züllig begrüsst die Gäste des dritten Beherbergungskongresses. Bild: Philipp Schmidli
Bild: Philipp Schmidli

Es ist wieder soweit: In Zürich Oerlikon trifft sich die Hospitality-Branche zur dritten Auflage des Schweizer Beherbergungskongresses unter dem diesjährigen Motto «Gemeinsam die Zukunft gestalten» statt.  Über 1'300  Führungskräfte, Gastgeberinnen und Gastgeber, Fachleute und Partner aus der Beherbergungsbranche diskutieren Themen wie der Fachkräftemangel, Chancen der Nachhaltigkeit, Auswirkungen des digitalen Wandels, die Mobilität der Zukunft, erfolgreiche Positionierungs- und Vermarktungswege sowie die grössten touristischen Hausforderungen und Trends.

Wissenstransfer und Experten-Inputs zeigen Perspektiven und helfen dabei Chancen zu erkennen und Massnahmen zu entwickeln, damit Hotelièren und Hoteliers sich auf die Zukunft vorbereiten können. In der Netzwerkarena stehen Austausch, Inspiration und Innovation im Mittelpunkt. Dort präsentieren auf über 4500 Quadratmetern über 90 Partner ihre Ideen, Konzepte und brancherelevante Lösungen. 

Neu: Education Day
Neu gibt es am zweiten Kongresstag - ergänzend zum regulären Programm – Inputs für das operative Management. Referenten wie Thomas Zurbuchen, Schweizerisch-US-Amerikanischer Astrophysiker, Thomas Mack, Managing Partner Europa-Park Erlebnis-Resort oder Dr. Steffi Burkhart, Expertin New Work, Gen Y & Z, Changemanagement, sorgen am Anlass für Wissenstransfer und zeigen Chancen und Lösungen für die Branche auf. 

Die htr hotelrevue begleitet den Schweizer Beherbergungskongress mit Bildern, Live-Übertragungen, Videos und redaktionellen Beiträgen.

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Hospitality Summit 2023

Manchmal braucht es nur ein paar clevere Kniffe zum Erfolg

Der Education Day am Hospitality Summit fördert den Wissensaustausch unter den Führungskräften aus dem operativen Management. Ausgewiesene Expertinnen und Experten beraten mit praktischen Tipps und Know-how.
Daria Haas
Hiltl und Schwede
Veggie-Pionier Rolf Hiltl und Digital Strategist Mike Schwede (v. l.) geben am Education Day am 15. Juni ihre Einsichten zu den Themen «Food & Beverage» und «Sales & Marketing» ans operative Branchenmanagement weiter.
Veggie-Pionier Rolf Hiltl und Digital Strategist Mike Schwede (v. l.) geben am Education Day am 15. Juni ihre Einsichten zu den Themen «Food & Beverage» und «Sales & Marketing» ans operative Branchenmanagement weiter. Bild: htr hotelrevue
Bild: htr hotelrevue
Hospitality Summit
Bild: Susanne Keller
Bild: Susanne Keller

Erstmals findet am Hospitality Summit parallel zum Kongressprogramm der Education Day für Führungskräfte aus dem operativen Management statt. Am zweiten Kongresstag wird zu den Themen «Food & Beverage», «Sales & Marketing» und «Berufsbildung» ein separates Tagesprogramm angeboten. Die Themenvielfalt am Hospitality Summit wird damit breiter abgestützt und weiteren Branchenfachleuten zugänglich gemacht. Pro Themenfeld werden Workshops, Keynote-Speeches und Sessions in Kleingruppen angeboten.

Fokus Food & Beverage mit Wassmer, Hiltl & Co.
Die Neuerung stösst auf positives Feedback. Laut Sven Wassmer, Culinary Director im Grand Hotel Quellenhof und Referent am Education Day, steht und fällt die Branche mit dem Nachwuchs. Es liegt ihm deshalb am Herzen, während seines Führungsworkshops für F&B-Managerinnen und -Manager den Menschen in den Fokus zu rücken. «Dazu gehört auch, dass man den Leuten Achtsamkeit sich selbst gegenüber vermittelt. Nur so kann ein maximaler Output geleistet werden», erklärt Wassmer. Nebst einem konstruktiven Austausch freut er sich auf spannende Menschen sowie neue Ideen und Inputs. F&B-Managerinnen und -Manager erhalten in einer Break-out-Session Einblicke in den Veggie-Markt von Autor und Unternehmer Rolf Hiltl. How-tos und Praxistipps helfen, die wichtigsten Online-Marketing-Disziplinen um digitale Kanäle und Prozesse effizienter zu steuern und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Das Küchenmanagement beleuchtet in einer weiteren Break-out-Session Konzeptberater, Koch und Küchencoach Urs Leuthold. Mittels Prozessoptimierung lässt sich die Mitarbeitenden-Flexibilität erhöhen, die Qualität und Frische verbessern und die Küchenrendite steigern.

Berufsbildung, Gesundheit und Performance
Der Mensch steht auch beim Themenfokus Berufsbildung im Vordergrund. Claudia Meier, Beraterin für die berufliche Eingliederung bei der Stiftung IPT, war selbst über zehn Jahre in der Hotellerie tätig. Sie diskutiert am Education Day mit den Teilnehmenden darüber, wie wichtig ein leistungsförderndes Arbeitsumfeld zwischen Ausbildnern und Lernenden ist. Beim Deep Dive von Anne-Julie Ansermet wird zudem die psychische Gesundheit thematisiert. Denn motivierte, loyale und leistungsfähige Mitarbeitende sind nicht bloss ein Traum. Doch um Höchstleistungen zu erbringen, benötigt es Balance und Vertrauen in die (Selbst-)Führung. «Obwohl in der heutigen Zeit immer öfter über psychische Gesundheit gesprochen wird, ist mir in der Praxis aufgefallen, dass die Menschen im Allgemeinen nicht wissen, was sie «tun» müssen, um psychisch gesund zu sein und zu bleiben», betont die Psychologin.

Hands-on-Qualitätscheck für Sales & Marketing
Digital Strategist, Entrepreneur und Dozent Mike Schwede erläutert den Sales & Marketing-Managerinnen und -Managern, welche Touchpoints und Marketingkanäle für Hotels relevant sind. Oft entscheiden kleine Details wie ein Button oder das richtige Wording über 50 Prozent mehr oder weniger Umsatz. Schwede sagt, welche Onlinemarketing-Disziplinen die Wirtschaftlichkeit erhöhen. «Ich möchte konkrete Tipps geben, wie das operative Management mehr rausholen kann. Was letztes Jahr als Erfolgsrezept gegolten hat, stimmt für 2023 schon nicht mehr.»


Im Austausch mit hochkarätigen Referenten aus Politik, Forschung und Wirtschaft

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Der diesjährige Hospitality Summit vom 14. bis 15. Juni steht im Zeichen von «moving forward». Während zweier Tage liegt der Fokus auf dem Wissenstransfer und dem Austausch untereinander.

Zur Eröffnung stellt Helene Budliger Artieda, Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) die Tourismusziele des Bundes vor. Sie erläutert in ihrem Referat, mit welcher Strategie es gelingt, den Tourismusstandort Schweiz im internationalen Wettbewerb attraktiv und leistungsfähig zu positionieren.

Wie bereits letztes Jahr moderiert SGH-Direktor Peter Gloor das Finanzforum am Hospitality Summit. Am Mittwoch, 14. Juni, tauschen sich Branchenvertreter mit Experten über kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungsfragen in der Beherbergungsbranche aus und stellen im Plenum auch konkrete Projekte vor.

Aymo Brunetti, Professor für Wirtschaftspolitik und Regionalökonomie an der Universität Bern, spricht am ersten Forumstag über die Wirtschaftslage und die Aussichten für den Tourismus. Seine Konjunkturprognose nimmt Bezug auf Inflation, Auslandnachfrage und Wechselkursentwicklung.

Aus der Sicht der Generationen Y und Z spricht die deutsche Generationenforscherin Steffi Burkhart am Donnerstag, 15. Juni. Sie setzt den Fokus auf die Zukunft der Arbeit und den gesellschaftlichen Wertewandel und liefert unter anderem Antworten auf die Frage: Wie muss eine Unternehmenskultur aussehen, um künftige junge Talente zu finden, zu binden und zu motivieren?

ETH-Klimaforscher Reto Knutti diskutiert am zweiten Forumstag mit Experten über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergregionen. Was können Tourismusregionen tun, um ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Ressourcen zu schonen?

Über Leadership, interkulturelles Management, wertschätzende Führung und Teamwork referiert, ebenfalls am Donnerstag, 15. Juni, der Berner Thomas Zurbuchen, Astrophysiker und ehemaliger Nasa-Wissenschaftsdirektor.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet die Besucherinnen und Besucher am ersten Forumsabend. Bereits zum dritten Mal in Folge findet anlässlich des Hospitality Summit die Awardverleihung «Hotelier des Jahres» mit einem feierlichen Gala-Abend statt.

Sichern Sie sich jetzt die letzten Plätze!
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Auf die Teilnehmenden am Education Day am 15. Juni wartet nicht nur eine geballte Ladung Wissen, sondern auch viele Tipps und Tricks, um den Alltag in der Hotellerie zu erleichtern und zu bereichern. An den themenspezifischen Sessions zu «Food & Beverage», «Sales & Marketing» und «Berufsbildung» wirken die Teilnehmenden aktiv mit. Die Anzahl Teilnehmerplätze ist begrenzt. Das Ticket für den Education Day wird zu 50 Prozent von HotellerieSuisse finanziert und ist bereits ab 140 Franken erhältlich. Nebst dem interaktiven Weiterbildungstag am 15. Juni können die Teilnehmenden auch die Referate und Keynotes im Plenum besuchen. Sichern Sie sich Ihren Platz mit dem Rabattcode «Education Day 2023».

Tickets sind online unter hospitality-summit.ch erhältlich. Der Hospitality Summit findet am 14. und 15. Juni in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon statt.Mehr Informationen zu Tickets und Programm:
hospitality-summit.ch

Daria Haas

Hospitality Summit 2023

Die Arbeitswelt von morgen fängt bereits heute an

Die deutsche Autorin und Speakerin Steffi Burkhart ist das Sprachrohr der Generationen Y und Z. Sie plädiert am Hospitality Summit für den Generationendiskurs auf Augenhöhe und mehr Denk-Diversität in Unternehmen.
Nora Devenish
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Laut Generationenforscherin Steffi Burkhart entsteht Erfolg nur durch Vielfalt und Vernetzung.
Laut Generationenforscherin Steffi Burkhart entsteht Erfolg nur durch Vielfalt und Vernetzung.
Laut Generationenforscherin Steffi Burkhart entsteht Erfolg nur durch Vielfalt und Vernetzung.

Für Steffi Burkhart ist es eine Herzensangelegenheit, sich für die Bedürfnisse, Fragen und Ängste junger Menschen einzusetzen. «Sie sorgen für einen Kultur- und Wertewandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur – sie sind unsere Zukunft», sagt die Kölnerin. Am 15. Juni referiert Deutschlands bekannteste Millennials-Expertin am Hospitality Summit von HotellerieSuisse in Zürich-Oerlikon.

Burkhart plädiert für mehr Generationen- und Geschlechtermix in Unternehmen. In nicht mehr allzu ferner Zukunft ist der Mangel an Arbeitskräften laut der Generationenforscherin die grösste Wachstumshürde. «Arbeitskraft wird zum mangelnden Rohstoff der Zukunft.» Heute zeichne sich der «Kampf um Talente» unter den Unternehmen weltweit ab. Darauf vorbereitet scheint kaum jemand zu sein. Obwohl der «War for talent» bereits vor 20 Jahren von der international renommierten Unternehmensberatung McKinsey prognostiziert worden ist.

Austausch und Dialog statt Burger und Bier
Ein gesamtheitliches Umdenken sei notwendig, sagt Burkhart, denn: «Motivierte und talentierte Mitarbeitende werden zum wichtigsten Kapital einer Organisation und unseres Landes.» Während die Politik schlafe, wache die Wirtschaft erst allmählich auf. Für die Folgen ihrer Versäumnisse findet Burkhart klare Worte: «Fehlender Nachwuchs bremst unsere Unternehmen in Performance, Umsatz und Wachstum aus.»

Mögliche Lösungsansätze sieht Steffi Burkhart einerseits in der erhöhten Flexibilität der eigenen Betriebsstrukturen, andererseits auch in einer Jugendquote – in Politik und Wirtschaft und auf allen Etagen, bis in die Geschäftsleitungen. Bislang fehle den Millennials das Mitspracherecht. «Der Entscheider-Prototyp ist männlich, älter als 50 Jahre und sehr konservativ. Es fehlt an Denk-Diversität.» Ein Diskurs auf Augenhöhe finde nicht statt. Burkharts Forderung: «Die Regierung auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene muss endlich anfangen, mit uns in einen echten Dialog zu treten, statt nur Jugendverbände oder Jugendvertreter einmal im Jahr zu Craft-Bier und Burger einzuladen und einzulullen.»

Meine Generation will Wow-Momente on top, so viele wie möglich.

Diese gelebte Partizipation führe dereinst zu Netzwerken statt Hierarchien. Richtig genutzt sieht Burkhart in diesen neuen Organisationen ein grosses Potenzial für agile und zukunftsfähige Unternehmen. Im besten Fall mit «Multi-Generationen-Büros», wo Mikromanagement ein Fremdwort ist, Leadership aber grossgeschrieben wird.

Für Steffi Burkhart ist Führung eine Frage der Persönlichkeit und nicht der zur Verfügung stehenden Tools. «Es reicht heute nicht mehr aus, nur Compliance zu erzeugen – heute geht es um Commitment. Und das geht langfristig nur, wenn man Menschen wirklich mag.» Führung ist somit People-Business. Als dessen Expertin hat die Hospitalitybranche demnach beste Voraussetzungen, Zeichen zu setzen.

Nicht nur die Arbeits-, sondern auch die Kaufkraft von morgen
Noch nie habe es so viele gut ausgebildete junge Leute gegeben wie heute, die so viele Praktika gemacht und Auslandserfahrungen gesammelt hätten, sagt Burkhart. Deshalb handle es sich bei den Millennials um die leistungsorientierteste Generation aller Zeiten. Bekanntlich werfen die Gen-Y- und Z-Vertreter alte Statussymbole gerne über Bord. Die Work-Life-Balance nimmt für sie eine zentrale Rolle ein. Was wiederum die Übergangsphase von der Produkt- und Dienstleistungsökonomie zur Erlebnisökonomie erklärt.

«Meine Generation will Wow-Momente on top, so viele wie möglich und hochgradig individualisiert», sagt die 37-Jährige. Anbieter sollten sich deshalb die Frage stellen: «Welche Services kann ich meinen Kunden bieten, die das Digitale nicht liefern kann?» Burkhart sieht den Wert einer Marke in den Emotionen, den sensorischen Erfahrungen und dem persönlichen Kontakt. Sie rät: «Fokussieren Sie sich auf positive Emotionen, auf grossartige Erlebnisse und Wow-Momente für Ihre Kunden. Millennials sind Sensation-Seeker.» Wer sein Geschäftsmodell nicht nach erlebniswirtschaftlichen Kriterien umstelle, werde im Konkurrenzkampf untergehen, prophezeit die deutsche Millennials-Expertin.

Alte Denkmuster über Bord werfen und neue Skillsets fördern
Teamwork, Kreativität, soziale Intelligenz, Selbstkompetenz und digitale Kompetenz gehören zu den Arbeitsrequisiten für den Erfolg von morgen. Steffi Burkhart plädiert deshalb für mehr Potenzialentfaltung an Schulen, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Sie sieht es als unsere Aufgabe, gängige Denkmuster und Ratschläge zu überdenken, statt am herkömmlichen Leistungsvergleich und Belohnungssystem festzuhalten. «Wir müssen junge Menschen dazu befähigen, mit und neben Maschinen zu arbeiten, die immer intelligenter, immer stärker vernetzt sein werden, statt zu glauben, mit ihnen konkurrieren zu müssen. Denn diesen Konkurrenzkampf werden wir verlieren – definitiv.»

Die Starke Stimme der Millennials
Die 37-jährige Steffi Burkhart forscht und spricht über den gesellschaftlichen Wertewandel – immer aus der Sicht der Millennials. Die ehemalige Leistungssportlerin (rhythmische Sportgymnastik) weiss, wovon sie spricht: Sie hat zwei Jahre unglücklich in einem Grosskonzern gearbeitet, wechselte danach in ein Start-up, wo sie eine Führungskräfte-Akademie mit aufgebaut und geleitet hat, und gehört selbst zur Generation Y. Die Kölnerin gilt als Deutschlands bekannteste Millennials-Expertin, ist Dozentin und Autorin («Die spinnen, die Jungen!») und wird pro Jahr zu über 120 Veranstaltungen eingeladen, am 15. Juni an den Hospitality Summit in Zürich-Oerlikon. 

Der Hospitality Summit 2023
Am Beherbergungskongress von HotellerieSuisse  treffen sich am 14. und 15. Juni in der Halle 550 (Zürich Oerlikon) Führungskräfte, Gastgeberinnen und Gastgeber, Fachleute und Partner. Es werden wieder branchenrelevante Themen wie der Fachkräftemangel, Chancen der Nachhaltigkeit, Auswirkungen des digitalen Wandels, die Mobilität der Zukunft, erfolgreiche Positionierungs- und Vermarkungswege sowie die grössten touristischen Hausforderungen und Trends diskutiert. Wissenstransfer und Experten-Inputs zeigen Perspektiven und potenzielle Massnahmen für die Branche. [IMG 2]

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Nora Devenish

Hospitality Summit 2023

Spannende Themen, hochkarätige Referenten

Wüest Partner präsentiert am Finanzforum des Hospitality Summit 2023 einen speziell auf die Hotellerie ausgerichteten Report. Der interaktive «Hospitality Report Schweiz 2023» wird in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum der Schweizer Hotelförderung SGH erstellt.
Abt Ueli
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Andrea Roman Bernhard
Bild: Andrea Roman Bernhard, Direktor von Wüest Partner AG, wird auch bei der diesjährigen Ausgabe des Hospitality Summit dabei sein.
Bild: Andrea Roman Bernhard, Direktor von Wüest Partner AG, wird auch bei der diesjährigen Ausgabe des Hospitality Summit dabei sein.

Erstmals wird das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner am Finanzforum einen speziell auf die Hotellerie ausgerichteten Report präsentieren. Der in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) erstellte «Hospitality Report Schweiz 2023» wird mit interaktiven Elementen online verfügbar sein. Besuchende des Hospitality Summit werden als Erste über einen QR-Code Zugang zum Bericht erhalten. 

Laut Andrea Roman Bernhard, Direktor bei Wüest Partner, steht im Bericht das Thema Nachhaltigkeit, beziehungsweise ESG, im Zentrum. Die Abkürzung steht für Environmental Social Governance. Damit sind betriebliche Standards betreffend Umwelt, Soziales und Unternehmensführung gemeint. «ESG ist für Hotels fundamental. Wenn Betriebe nicht darauf achten, hat das zunehmend einen negativen Einfluss auf den Umsatz und den Ruf des Hotels wie auch auf den Wert der Immobilie als Ganzes», sagt Bernhard.

Mit dem Report und dessen Präsentation am Forum gibt Wüest Partner zunächst einen Marktüberblick, was Auslastungen, Zimmerpreise und Immobilienwerte anbelangt. Die SGH ergänzt den Bericht mit der Schilderung einer konkreten Hotelprojektfinanzierung. «Mit dem Fokusthema ESG wollen wir zusammen mit der SGH alle ansprechen, die ein Hotel betreiben, eines besitzen oder sich überlegen zu investieren. Wir wollen somit die Brücke schlagen und Betrachtungen sowohl aus der Investoren- wie auch aus der Betreiberperspektive in einem Bericht zusammenbringen», so Bernhard weiter.

Wirtschaft, Klima, Raumfahrt
Das von SGH-Direktor Peter Gloor (siehe Interview oben) moderierte Finanzforum ist dabei nur eines von zahlreichen attraktiven und informativen Podien des Hospitality Summit. Viele weitere hochkarätige und spannende Referentinnen, Referenten und Gäste stehen am diesjährigen Hospitality Summit auf der Bühne:

Seco-Direktorin Helene Budliger Artieda wird über die Tourismusziele des Bundes sprechen. Sie erläutert in ihrem Referat, mit welcher Strategie es gelingt, den Tourismusstandort Schweiz im internationalen Wettbewerb attraktiv und leistungsfähig zu positionieren.

In seiner Keynote spricht Aymo Brunetti über die aktuelle Wirtschaftslage und die globalen und Schweizer Aussichten für den Tourismus. Dabei gibt er Einblick in die Entwicklung von Inflation, Auslandnachfrage und Wechselkursentwicklung.

Steffi Burkhart forscht und spricht aus der Sicht der Generationen Y und Z über die Zukunft der Arbeit und den gesellschaftlichen Wertewandel. Wie muss eine Unternehmenskultur aussehen, um künftige junge Talente zu finden, zu binden und zu motivieren?

ETH-Klimaforscher Reto Knutti diskutiert mit Experten über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergregionen und erklärt, was Tourismusregionen tun können, um ökologische, soziale, kulturelle und ökonomische Ressourcen zu schonen.

Thomas Zurbuchen, Astrophysiker und ehemaliger Wissenschaftsdirektor der Nasa, spricht in seinem Vortrag über Leadership und seinen Weg zum Erfolg durch interkulturelles Management, wertschätzende Führung und Teamwork.

Frank Marrenbach ist CEO der Ameron Hotels. Zusammen mit weiteren Experten diskutiert er im Rahmen eines Podiums, wie es gelingt, Innovationen, Visionen, neue Ideen und Konzepte im Alltag einzubinden und in der Unternehmenskultur zu etablieren. 

Mehr Informationen zu Tickets und Programm: hospitality-summit.ch.


Highlight am Hospitality Summit

Das Finanzforum der Schweizerischen Gesellschaft für Hotelkredit (SGH) ist ein fester Bestandteil des Hospitality Summit. Es findet dieses Mal am 14. Juni von 14 bis 15.30 Uhr statt. Die Teilnehmenden diskutieren Finanzierungsfragen in der Beherbergungsbranche und tauschen sich zusammen mit Experten über aktuelle Herausforderungen aus. Patronatspartner des Finanzforums sind die Bank WIR, die RMB Group sowie Wüest Partner.  [IMG 2]

Am Finanzforum können die Teilnehmenden mitreden und wertvolle Kontakte mit Menschen knüpfen, denen die Zukunft der Hospitality-Branche am Herzen liegt. Tickets sind online erhältlich. Der Hospitality Summit findet am 14. und 15. Juni in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon statt.

Hospitality Summit 2023

«Der Hospitality Summit hat All-Inclusive-Charakter»

Ein hochkarätiges Speaker-Line-up, viel Zeit zum Networken und ein Gala-Abend in festlichem Ambiente. Das Programm des diesjährigen Hospitality Summit vom 14. und 15. Juni steht. Claude Meier, Direktor von HotellerieSuisse, verrät, worauf sich die Teilnehmenden freuen dürfen.
Nora Devenish
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Porträt Claude Meier
HotellerieSuisse-Direktor Claude Meier freut sich auf ein Wieder­sehen am Hospitality Summit.
HotellerieSuisse-Direktor Claude Meier freut sich auf ein Wieder­sehen am Hospitality Summit. Bild: Susanne Keller
Bild: Susanne Keller

Der diesjährige Hospitality Summit von HotellerieSuisse findet am 14. und 15. Juni in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon statt. Am wichtigsten Kongress der Hospitality-Branche treffen sich mehr als 1300 engagierte Führungskräfte, innovative Gastgeber, motivierte Fachleute und starke Branchenpartner. [IMG 2]

Im Gespräch mit der htr hotelrevue erklärt HotellerieSuisse-Direktor Claude Meier die Bedeutung des Hospitality Summit und welche Themen dieses Jahr in den Fokus gerückt werden.

Herr Meier, die dritte Ausgabe des Hospitality Summit steht an. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Durchführungen?
Die Beherbergungsbranche hat auf diesen Kongress gewartet. Am Hospitality Summit trifft sich eine breite Trägerschaft aus Wirtschaft, Politik, Hotellerie und Gastronomie sowie aus dem Tourismus. Auf 2000 Quadratmetern bieten über 90 Partner ihre Ideen, Konzepte und branchenrelevanten Lösungen an, die für das Daily Business wichtig sind. Am Hospitality Summit bietet sich HotellerieSuisse die Möglichkeit, den Puls der Zeit zu fühlen und den persönlichen Kontakt zu unseren Verbandsmitgliedern und Partnern zu pflegen. Nur so können wir uns und unsere Leistungen weiterentwickeln.

Wir können gemeinsam die Zukunft der Branche mit­gestalten.

Was steckt hinter dem diesjährigen Forumsmotto «moving forward»?
Die Beherbergungsbranche ist in Aufbruchstimmung. «moving forward» gibt die Stossrichtung an. Mit diesem Vorwärtsgedanken setzen wir uns für die Branche ein. Gemeinsam können wir so ihre Zukunft gestalten. «moving forward» steht aber auch sinnbildlich für alle Themen, welche die Branche aktuell interessieren. Am Hospitality Summit diskutieren wir Fragen rund um die Fachkräftethematik, die Digitalisierung, den Tourismus, die internationalen Märkte sowie die Nachhaltigkeit. Neben spannenden Podiumsdiskussionen und interaktiven Workshops bleibt selbstverständlich genügend Zeit fürs Networking.

Was sind die Programmhighlights am kommenden Hospitality Summit?
Was auf keinen Fall verpasst werden sollte, ist die Keynote des Astrophysikers und ehemaligen führenden Nasa-Wissenschaftlers Thomas Zurbuchen zum Thema Leadership. Des Weiteren haben wir mit der deutschen Generationenforscherin Steffi Burkhart die Generation-Z-Spezialistin vor Ort. Die Schwerpunkte Wintertourismus und Klimawandel werden an einer spannenden Podiumsdiskussion mit ETH-Klimaprofessor Reto Knutti diskutiert. Interessieren dürften auch die Podiumsdiskussion zum Fachkräftemangel oder die Expertendiskussion zum Thema «Attraktivität steigern als Arbeitgeber». Das Abendprogramm mit dem Gala-Abend «Hotelier des Jahres» bleibt selbstverständlich bestehen. Sie sehen: Der Hospitality Summit ist ein Kongress mit All-Inclusive-Charakter. Er bietet Gastgeberinnen und Gastgebern aus der Stadt- und der Ferienhotellerie interessante Programmpunkte.

Praxisorientierter Education Day
Am Hospitality Summit findet parallel zum Forumsprogramm am 15. Juni ein Weiterbildungstag mit themenspezifischen und interaktiven Sessions für Mitarbeitende aus dem operativen Management statt.

- Der Education Day bietet ein individuell zugeschnittenes Forumsprogramm für Food & Beverage- und Sales & Marketing-Manager sowie für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner.

- Der Education Day umfasst Workshops, Themenvertiefungen in Kleingruppen sowie interaktive Meet-the-Master-Sessions, unter anderem mit Vegi-Pionier Rolf Hiltl.

- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von HotellerieSuisse-Mitgliederbetrieben erhalten 50 Prozent Rabatt auf das Education-Day-Ticket mit dem Promo-Code «Education Day 2023».

- Der Education Day gilt als Weiterbildungstag und somit als bezahlter Arbeitstag nach L-GAV.

Fachkräfte und Bildung – Themen, welche die Branche beschäftigen.
Und gerade deshalb haben wir diese Themen fest im Hospitality-Summit-Programm verankert. Wir legen den Fokus auf die Bedürfnisse der Beherbergungsbranche und gehen darauf ein. Die Teilnehmenden erhalten beispielsweise Einblicke, wie sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern können. Auch im politischen Rahmen wird das Thema diskutiert. Zusammen mit Markus Venzin, CEO der EHL-­Gruppe, gebe ich Auskunft über die neue Bildungslandschaft. Ich freue mich bereits jetzt auf den Austausch mit den Anwesenden zu diesem für die Beherbergungsbranche enorm wichtigen Thema.

Neu gibt es am Hospitality Summit den Education Day mit welchem Ziel?
Mit dem Education Day bieten wir einen noch grösseren Mehrwert. Die praxisorientierten und themenspezifischen Sessions sprechen Food & Beverage-, Sales & Marketing-Manager, aber auch Berufsbildnerinnen und Berufsbildner an. Der Education Day gilt nach L-GAV als «bezahlter Arbeitstag». Er kann als Weiterbildungstag genutzt werden. HotellerieSuisse unterstützt den Education Day und übernimmt 50 Prozent der Teilnahmekosten. Selbstverständlich haben die Teilnehmenden des Education Day auch Zutritt zur Networking-Arena in der Halle 550 in Zürich-Oerlikon. Die baldige Anmeldung lohnt sich, denn die Plätze sind begrenzt.

Worauf freuen Sie sich am Hospitality Summit besonders?
Ich freue mich sehr darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen, mich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und Gespräche mit Partnern und Unterstützern zu führen. Mein persönliches Programm-Highlight ist die Keynote von Thomas Zurbuchen. Ich bin gespannt, was wir vom ehemaligen Nasa-Spezialisten lernen und für unsere Branche mitnehmen können. 

Der Hospitality Summit 2023
Am Beherbergungskongress von HotellerieSuisse  treffen sich am 14. und 15. Juni in der Halle 550 (Zürich Oerlikon) Führungskräfte, Gastgeberinnen und Gastgeber, Fachleute und Partner. Es werden wieder branchenrelevante Themen wie der Fachkräftemangel, Chancen der Nachhaltigkeit, Auswirkungen des digitalen Wandels, die Mobilität der Zukunft, erfolgreiche Positionierungs- und Vermarkungswege sowie die grössten touristischen Hausforderungen und Trends diskutiert. Wissenstransfer und Experten-Inputs zeigen Perspektiven und potenzielle Massnahmen für die Branche.

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