Die Exportindustrie befinde sich auf Erholungskurs, schreibt Economiesuisse am Donnerstag in einem Communiqué. Dank der Verbesserung der Weltkonjunktur steige die Nachfrage nach Schweizer Produkten und Dienstleistungen.

Wichtig für die Schweiz sei vor allem die wirtschaftliche Erholung in Europa. Die meisten EU-Staaten wachsen - auch wirtschaftliche Sorgenländer wie Frankreich, Portugal und Spanien.

Dies und der Ausgang der Präsidentschaftswahlen in Frankreich haben laut Economiesuisse dazu beigetragen, dass der Druck auf den Franken etwas nachgelassen hat.

2018 soll das BIP sogar um 2,0 Prozent wachsen. Mit dieser Schätzung zählt Economiesuisse zu den optimistischeren Konjunkturauguren. Die Credit Suisse etwa rechnet 2018 mit 1,7 Prozent, die UBS mit 1,6 Prozent und die ZKB mit 1,5 Prozent.

Economiesuisse sei tatsächlich etwas optimistischer als andere, sagt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, in einerTelefonkonferenz: «Wir sind überzeugt, dass verschiedene Branchen zulegen können.» Dies, obwohl der überbewertete Franken für viele Unternehmen noch immer eine Herausforderung darstelle.

Industrie schafft neue Stellen
«Besonders 2018 können Sorgenkinder wie die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie wieder kräftiger zulegen und auch ein Beschäftigungswachstum wird möglich sein», sagt Minsch. Seit dem «Frankenschock» seien im verarbeitenden Gewerbe zuvor etliche Stellen abgebaut worden. Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie soll im nächsten Jahr wieder neue Stellen schaffen.

In der Uhren- und Textilindustrie sowie in der Hotellerie erwarten die Experten hingegen auch im nächsten Jahr noch kein Beschäftigungswachstum. In der Bankenindustrie und bei den Versicherungen werde die Beschäftigung tendenziell sinken, da in diesen Branchen strukturelle Anpassungen dominierten.

Economiesuisse erwartet für dieses Jahr eine durchschnittliche Quote der Arbeitslosigkeit von 3,2 Prozent für dieses Jahr und von3,0 Prozent für nächstes Jahr.

In der Binnenwirtschaft wird das Gesundheitswesen weiter kräftig zulegen, wie der Wirtschaftsdachverband mitteilt. Und auch die Beratungsdienstleistungen sowie die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen würden wieder ansteigen.

Der Konsum der privaten Haushalte wird laut Economiesuisse dieses und nächstes Jahr jeweils rund ein Prozent zulegen. Eine dynamischere Entwicklung werde etwa durch die rückläufige Einwanderung, schwächelnde Binnenbranchen und Einkäufe im Ausland verhindert.

Zinswende wäre positiv
Ein BIP-Wachstum von 2,0 Prozent im Jahr 2018 sei durchaus erreichbar, sagt Minsch. Allerdings gäbe es viele Unwägbarkeiten, wie ein Wiederaufflammen der Eurokrise oder eine Wachstumsverlangsamung in den USA. Dies würde den Treiber des schweizerischen Wirtschaftswachstums, die Exportindustrie, belasten.

Was das monetäre Umfeld anbelangt, geht der Dachverband davon aus, dass es locker bleibt und die Europäische Zentralbank (EZB) die expansive Geldpolitik bis ins nächste Jahr fortführt. Entsprechend könne auch die Schweizerische Nationalbank ihre Zinsen noch nicht erhöhen. «Jeder Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen in Europa wäre für die Schweizer Konjunktur aber positiv», sagt Minsch. (sda/pt)