Bardhyl Coli, nach sechs erfolgreichen Jahren in den halbjährlich geöffneten Saisonbetrieben Waldhotel Davos und Hotel Vitznauerhof übernehmen Sie und Ihre Frau Maria nun das Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa. Was wird der grösste Unterschied ausmachen?

Den entscheidenden Unterschied sehe ich in der Grösse des Hauses. Mit 109 Zimmern und 140 Mitarbeitern ist das Arosa Kulm fast dreimal so gross wie das Waldhotel Davos oder der Vitznauerhof. Abgesehen davon ähneln sich die Hotels sehr in der Philosophie.

Mit Ihrem Mitarbeiter-Sharing-Modell zwischen den Partnerhotels in Vitznau und Davos setzten Sie 2016 ein starkes Zeichen im Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Branche und waren für einen «Milestone» nominiert. Im «Kulm» wird der Betrieb wegen Um- und Neubauarbeiten über den Sommer bis ins Jahr 2020 «nur» als Winter­betrieb geführt. Wie werden Sie dort versuchen, Ihre Belegschaft über das ganze Jahr hinweg zu beschäftigen?

Bardhyl Coli war von Juni 2012 bis Mai 2018 Gastgeber und Direktor im «Waldhotel» in Davos. Im Mai 2015 übernahm der 34-jährige Schweizer mit kosovarischen Wurzeln zusätzlich die Leitung im «Vitznauerhof». Vor seinem Wechsel in die beiden geschichtsträchtigen 4-Sterne-Superior-Häuser war der diplomierte Hotelier Stellvertretender Direktor im NH Hotel Berlin Mitte. Ab September übernimmt er gemeinsam mit seiner Frau Maria die Leitung des 5-Sterne-Superior-
Hauses Arosa Kulm Hotel & Alpin Spa.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre wird es in der Tat nicht möglich sein, alle Mitarbeitenden während des ganzen Jahres zu beschäftigen. Viele treue Mitarbeitende sind dem «Arosa Kulm» verbunden. Wir werden ihnen helfen, im Sommer eine alternative Stelle zu finden, um dann im Winter wieder zu uns zurückzukommen.

Ende des Jahres planen Sie und Ihre Frau als Gesellschafter der «Gubelhof Suites» in Zug die Eröffnung mit elf Apartments und einem Café. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Projekt?

Uns hat sich die Gelegenheit geboten, dieses Projekt an bester Lage in Zug zu realisieren. Mit den Business Apartments möchten wir Geschäftsreisenden ein zweites Zuhause auf Zeit mit einem Rundum-Wohlfühlservice bieten.

Sie übernehmen die Direktion in Arosa per 1. September, der Hotelbetrieb startet am 1. Dezember in die Wintersaison. Was werden Ihre Hauptauf-
gaben in den ersten drei Monaten sein?

André Salamin und sein Team haben das «Arosa Kulm» während der letzten Jahre sehr gut geführt. Unser Anspruch für die erste Wintersaison ist es, hier anzuknüpfen. Nebst dem möchten wir Arosa und seine Bewohner sowie unsere Gäste kennenlernen.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen sehr guten Hotelier aus?

Die Balance zwischen den Bedürfnissen der Gäste, der Mitarbeiter und der Wirtschaftlichkeit des Hauses zu finden.

Was ist das Faszinierende an Ihrem Beruf?

Die Menschen in allen ihren Facetten.

Wenn Sie als Gast ein Hotelzimmer betreten, worauf achten Sie am meisten?

Auf ein gutes Bett.

Wie sieht Ihr «perfektes» Hotel aus?

Ein Hotel, das sich immer meiner Stimmung anpasst.

Mit welcher historischen Person würden Sie gerne Nachtessen?

Steve Jobs.

Welche menschlichen Werte liegen Ihnen am Herzen?

Ehrlichkeit, Offenheit und Loyalität.

Was empfinden Sie als stillos?

Menschen, die nur von sich erzählen.

Was bringt Sie auf die Palme?

Menschen mit schlechter Laune.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Fussballprofi.

Welchen Jugendstreich vergessen Sie nie?

Da gibt’s so viele … Einmal haben wir die Hausfenster vom Nachbarn mit Eiern beworfen.

Welches Lied zieht Sie am ehesten auf die Tanzfläche.

Mich zieht kein Lied auf die Tanzfläche, sondern meine Frau.

In wessen Schuhe möchten Sie einen Tag lang schlüpfen?

In jene von Karl Lagerfeld. (npa)