Die Zustimmung erfolgte mit «klarem Mehr», wie es in einer Mitteilung der WB vom Dienstag heisst. Die Aktionäre der BLT hatten sich bereits vor zwei Wochen für den Fusionsvertrag ausgesprochen. Die Integration erfolgt rückwirkend auf den 1. Januar 2016. Der Name «Waldenburgerbahn» soll indes weiterverwendet werden.

Beide Unternehmen sind weitgehend in öffentlicher Hand. Bei der BLT - in ihr sind 1974 Birsigtalbahn (BTB), Birseckbahn (BEB), Trambahn Basel-Aesch (TBA) und Basellandschaftliche Überlandbahn (BUeB) aufgegangen - ist der Kanton Baselland grösster Einzelaktionär, gefolgt von den Baselbieter Gemeinden.

Bei der WB lagen die Beteiligungsquoten von Kanton, Bund und Baselbieter Gemeinden bei je 30 Prozent. Der Landrat hatte die Kantonsbeteiligung an der WB im vergangenen Dezember vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen umgewidmet.

Aktienmehrheit erworben
Im Januar hatte die BLT bereits die Mehrheit der WB-Aktien erworben, wie dem BLT-Geschäftsbericht 2015 zu entnehmen ist. Bund, Kanton und Gemeinden hatten ihre Aktien verkauft. Nach der Vornahme eines Aktiensplits hält die BLT seit März 98 Prozent des Aktienkapitals und 96 Prozent der Aktienstimmen.

Die privaten Aktionäre erhalten für ihre Aktien eine Barabfindung von 130 Prozent des Aktiennennwerts, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst.

Hintergrund der Fusion ist die anstehende Erneuerung grosser Teile der Infrastruktur und des gesamten Rollmaterials der WB. Für die auf Etappen aufgeteilten Massnahmen wird mit Gesamtkosten zulasten von Kanton, Bund und Unternehmen von rund 250 Millionen Franken gerechnet. Das Bundesamt für Verkehr hat 170 Millionen Franken eingestellt.

Mit der Rollmaterial-Ersatzbeschaffung verbunden ist auch ein Umbau des Endbahnhofs in Waldenburg. Zwecks Koordination mit SBB-Arbeiten im Bahnhof Liestal ist die WB-Schienenerneuerung für das Jahr 2022 vorgesehen - die WB-Linie sollen dabei ein Jahr still stehen und durch Busse ersetzt werden.

Betrieb bereits integriert
Seit Anfang Jahr wird das Erneuerungsprojekt der WB federführend von der BLT betreut, wie es weiter heisst. Die betriebliche Integration der WB in die BLT sei zudem bereits weitgehend umgesetzt worden. Den 32 Mitarbeitenden der WB waren BLT-Verträge angeboten worden.

Die Baselbieter Regierung hatte vor zwei Jahren eine neue Richtlinie für Anstalten und Unternehmen mit Kantonsbeteiligung beschlossen. Dabei kündigte sie die Veröffentlichung von Eigentümerstrategien mit den mittelfristigen Stossrichtungen und Zielen der Regierung für die jeweiligen Beteiligungen an.

Angestrebt werde eine Konzentration der ÖV-Linien und die Trennung vonEigentümer- und Bestellerrolle, hielt die Regierung 2015 bei der Veröffentlichung der Eigentümerstrategie fest. Mit der Integration der WB in die BLT erhoffe sie sich zudem auch Einsparungen beim Erneuerungsprojekt. Bei der BLT seien für solche komplexen Projekte Fachkompetenzen und praktische Erfahrung vorhanden.

Umbau auf Meterspur
Fahren wird die WB künftig auf einer Einmeter-Schmalspur. Im Dezember hatte der Landrat seinen Entscheid gefällt gegen die heutige Spurbreite von 750 Millimetern. Der Umbau soll tiefere Unterhaltskosten und die einfachere Beschaffung von Rollmaterial ermöglichen. Eine Umstellung auf Busbetrieb wurde vom Parlament dagegen verworfen.

Der Umbau auf die bei Trams in der Schweiz übliche Meterspur und die Fusion bedeuten hingegen das Aus für den touristischen WB-Dampfzug, wie der Dampfzug- Verein im April bekannt gegeben hatte. Die BLT habe den Dampfzug nicht mehr unter ihrem Dach gewollt und den Zug dem Verein schenken wollen.

Der Dampfzug-Verein hätte eine Eisenbahn-Verkehrsunternehmung gründen sollen. Das sei personell unmöglich und würde zudem mehrere Millionen Kosten bedeuten, hiess es. Letztmals gefahren war der WB-Dampfzug Ende 2014.

Das Geschäftsjahr 2015 schloss die WB gemäss Mitteilung aufgrund Sonderabschreibungen und nicht aktivierbarer Investitionen mit einem Verlust von rund 2,1 Millionen Franken ab, der vollständig durch Rücklagen gedeckt werden könne. Die Passagierzahlen nahmen gegenüber 2014 um vier Prozent auf 1,9 Millionen zu. (sda/pt)