Der Jungkoch des Jahres 2007 und erfolgreiche Gastrounternehmer Simon Adam hat sich aus der Firma Essen+Kunst zurückgezogen, wie «Schaffhauser Nachrichten» und «Radio Munot» meldeten.Gegenüber der Nachrichtenagentur sda bestätigte dies Adams ehemaliger Geschäftspartner Oliver Malicdem. Der 30-jährige Adam sei einige Tage abgetaucht gewesen, aber mittlerweile sei er wieder zurück.

«Er hat sich übernommen und wird zu einem späteren Zeitpunkt zu seiner Person Stellung nehmen», sagte Malicdem gegenüber der sda.Die Geschäftsleitung wolle nach dem Abgang Adams wieder Ruhe ins Unternehmen bringen. Er sagte: «Wir waren ahnungslos und sicher sind wir überrascht und enttäuscht über die Entscheidung».Doch es habe sich schon länger abgezeichnet, dass Adam nicht mehr weitermachen könne wie bisher.

«Wir wollen die 150 Jobs sichern»
Recherchen der Nachrichtenagentur sda zeigen, dass bereits Ende Mai Änderungen im Handelsregister vorgenommen wurden: Simon Adam wurde vom Geschäftsleiter und Gesellschafter zum einfachen Gesellschafter. Damals behielt er noch die Mehrheit von 50 Stammanteilen.Oliver Malicdem erklärte dazu, am 1. Juli nehme ein neuer Geschäftsleiter die Arbeit auf. Schriftlich habe man bereits die Verteilung von Adams Anteilen geregelt.

«Wir haben alle Massnahmen ergriffen und schnell reagiert. Es geht alles weiter wie bisher, wir wollen die 150 Jobs sichern», sagte Malicdem. Das Unternehmen wird alle sieben Restaurants behalten, die eigene Geschäftsführer haben.

Ein Fernsehkoch geht
Nicht alles wird gleich bleiben: Simon Adam trat häufig in den Medien auf, hatte seine eigene Kochshow im Schaffhauser Lokalfernsehen. Noch Ende Mai gastierte der «Samschtigjass» in der «Bergtrotte» Osterfingen, einem Restaurant das zu diesem Zeitpunkt zu Simon Adams Unternehmen Essen+Kunst gehörte.

Das Restaurant «Beckenburg» der Firma hatte 2015 an der SRF-Serie «Mini Beiz, dini Beiz» teilgenommen.Adam hatte 2007 den Kochwettbewerb «La cuisine des Jeunes»gewonnen. 2013 eröffnete er die «Beckenburg» in Schaffhausen, die zuvor ein Jahr leergestanden hatte. Mit Fotoausstellungen und Auftritten von Künstlern sowie einer modernen Küche zog er Gäste an.Im gleichen Jahr übernahm er das Restaurant «Bären» in Langnau im Emmental und führte gleichzeitig das Catering Essen+Kunst. In den folgenden Jahren kamen fünf weitere Restaurants dazu. (sda/og)