HNA, der chinesische Mutterkonzern der Gategroup, sitzt nach einer grossen Einkaufstour auf einem riesigen Schuldenberg. Deswegen und wegen seiner undurchsichtigen Eigentümerstruktur hat der Konzern derzeit einen schweren Stand.Mit Verkäufen will der chinesische Mischkonzern wieder zu Geld kommen. Dabei kommt auch ein erneuter Börsengang von Gategroup in Frage. HNA hatte den Flugzeugcaterer 2016 für 1,4 Milliarden Dollar übernommen. Ende November bestätigte Gategroup, dass HNA einen erneuten Börsengang des Bordverpflegers in Betracht ziehe. Letzten Sonntag meldete nun die «NZZ am Sonntag» mit Berufung auf mehrere involvierte Parteien, bereits im März solle es soweit sein.

In der Medienmitteilung vom Mittwoch mit den Jahreszahlen erwähnte das Unternehmen den möglichen Börsengang jedoch mit keinem Wort. Im Jahresbericht schreibt Verwaltungsratspräsident Adam Tan, HNA stehe weiterhin zu Gategroup in der langen Frist. «Gemeinsam mit dem Verwaltungsrat freue ich mich, unsere Reise gemeinsam fortzusetzen.» Laut Medienberichten könnte HNA rund die Hälfte von Gategroup an die Börse bringen.

Fortschritte bei Turnaround
Jedenfalls dürften die gemeldeten Gewinn- und Umsatzsteigerungen von Gategroup HNA gelegen kommen. Diese untermauerten markante Fortschritte bezüglich der Ziele der Strategie Gateway 2020, schreibt der Bordverpfleger.

Die ehemalige Swissair-Tochter musste in den letzten Jahren einige Turbulenzen durchfliegen: Auf rote Zahlen folgten Sparprogramme und Restrukturierungen, unzufriedene Investoren verlangten mehr Einfluss. 2015 stellte das Management schliesslich den Gateway 2020 genannten Turnaround-Plan vor. Mit diesem Plan sieht sich Gategroup nun auf Kurs. Knapp die Hälfte der Strategie habe Gategroup inzwischen umgesetzt, bilanzierte Unternehmenschef Xavier Rossinyol in der Mitteilung.

Expansion mit Zukäufen
Die Strategie basiert auf vier Säulen: Fokus auf das Kerngeschäft, geographische Expansion und die Kombination von kommerzieller Innovation, Standardisierung und Effizienzsteigerung. So expandierte Gategroup in der Region Asien-Pazifik, etwa mit einem strategischen Joint-Venture über 30 Jahre mit Asiana Airlines am koreanischen Flughafen Incheon Airport. In der Region stieg der Umsatz 2017 um 10,5 Prozent auf 345,2 Millionen Franken. Noch kräftiger ging es in Lateinamerika nach oben: Der Umsatz wuchs um30,5 Prozent auf 330,0 Millionen Franken.

Mit der Übernahme der Air-France-Flugverpflegungseinheit Servair schuf Gategroup zudem die neue Region Südeuropa und Afrika. Diese erwirtschaftete einen Umsatz von 982,2 Millionen Franken. Grösste Region bleibt die Region Europa und Naher Osten mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Franken (+3,5 Prozent), gefolgt von Nordamerika mit 1,1 Milliarden Franken (+4,6 Prozent). Insgesamt sei 2017 ein Jahr erheblicher Investitionen und Akquisitionstätigkeiten gewesen, die dazu dienten, die Gruppe für zukünftiges Wachstum zu positionieren, wirbt Gategroup in der Mitteilung. Gategroup hat sich in dieser Zeit selbst stärker verschuldet. Die Nettoverschuldung von Gategroup verdoppelte sich 2017 auf 712,4 Millionen Franken von 352,1 Millionen Franken im Vorjahr. (sda/og)