Eine grosse Mehrheit der Kommission will nicht nur Preisparitätsklauseln verbieten, sondern auch Verfügbarkeits- und Konditionenparitätsklauseln. Für die Hotelleriebranche ist das sehr erfreulich. Denn mit einem Gesetz, das lediglich die Preisparitäten verbietet – wie in der bundesrätlichen Vorlage zur Änderung des Gesetzes vorgesehen –, ist die unternehmerische Freiheit der Hoteliers und Hotelièren in der Schweiz noch nicht sichergestellt.

Ein Verbot der Preisparitätsklauseln würde es den Hotels zwar endlich erlauben, auf den eigenen Buchungskanälen ihre Zimmer günstiger anzubieten als auf den grossen Online-Plattformen. Die Online-Buchungsplattformen könnten aber auch nach diesem Verbot gerade kleinen und mittleren Schweizer Beherbergungsbetrieben weiterhin Konditionen und Verfügbarkeiten diktieren. Davor müssen die Schweizer Hotellerie und die Konsumenten geschützt werden. Das Verbot soll in einem neuen Artikel im Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verankert werden. In der Frühlingssession wird das Parlament das Geschäft behandeln.

Paritätsklauseln sind auch ein Nachteil für die Schweiz im internationalen Wettbewerb.

Der Blick ins Ausland zeigt, dass es höchste Zeit dafür ist: Die wichtigsten Mitbewerber der Schweizer Beherbergung (Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich, aber auch Belgien und neuerdings Portugal) haben alle Paritätsklauseln bereits verboten. Dieser Standortnachteil lässt die Schweiz im internationalen Wettbewerb hintanstehen und muss dringend behoben werden.

Nach dem Verbot sanken in unseren Nachbarländern die Zimmerpreise auf den hoteleigenen Websites, denn die Hoteliers und Hotelièren machten den eigenen Buchungskanal wieder zum Preis-Leader. Konsumentinnen und Konsumenten profitieren, wenn der Markt transparent ist, von den besten Konditionen und Verfügbarkeiten.[RELATED]

Es ist zwingend erforderlich, dass nach der Rechtskommission anfangs Februar nun auch das Parlament einem Verbot aller Paritätsklauseln zustimmt. Nur so lassen sich das Marktversagen und der Standortnachteil der Schweiz endlich korrigieren und die unternehmerische Freiheit der Hoteliers gegenüber den Online-Buchungsplattformen wiederherstellen.

Christophe Hans ist Leiter Public Affairs, HotellerieSuisse.