Die Hotelplan-Gruppe verzeichnete im letzten Jahr trotz Terroranschlägen, geopolitischen Unruhen und Naturkatastrophen einen Passagierzuwachs von 5.5 Prozent. Der Verkauf von Hotelplan Italia und das markant schwächere englische Pfund haben hingegen den im per 31. Oktober 2017 abgeschlossenen Geschäftsjahr verrechneten Umsatz von Hotelplan Group um 3.9 Prozent auf 1379.4 Millionen Franken reduziert, teilt das Unternehmen in einer Medienmitteilung mit.

Hotelplan Suisse erzielte im Berichtsjahr einen verrechneten Umsatz von 590.4 Millionen Franken. Mit 42.8 Prozent ist die Schweizer Ländergesellschaft die grösste Business Unit der Hotelplan Group. Trotz Naturkatastrophen, wie beispielsweise Erdbeben auf Kos und in Bodrum, sowie Hurrikane in der Karibik und in Florida oder Terroranschlägen, konnte Hotelplan Suisse den Umsatz um leichte 1.4 Prozent steigern. Durch den Trend zu Frühbuchungen und die erneute Reiselust erzielten auch die Kundenzahlen mit 523'000 einen Zuwachs.

Zuwachs bei Ferienwohnungen
In der neu formierten Holiday Home Division mit den beiden Ferienhausvermittlern Interhome und Inter Chalet zeige sich der ungebrochene Trend zu Ferien in einer Ferienwohnung oder in einem Ferienhaus, schreiben die Verantwortlichen in einer aktuellen Medienmitteilung. Dies widerspiegle sich im Vergleich zum Vorjahr in einer Steigerung um 3 Prozent auf einen verrechneten Umsatz von 332.6 Millionen Franken. Auch die Synergien der beiden Vermittler sowie die Nutzung von verschiedenen Online-Absatzkanälen hätten sich positiv auf das Resultat ausgewirkt. 

Der Umsatz von Hotelplan UK steigerte sich in Lokalwährung um 3.2 Prozent, umgerechnet in Schweizer Franken resultierte jedoch ein kleiner Rückgang auf 318.6 Millionen. Die Folgen des Brexits seien vor allem im Skiferien-Bereich spürbar, da die Reisen ins Ausland teurer geworden sind und dieses Kundensegment preissensitiv ist. Grösstes Wachstum in Grossbritannien erzielten demnach der Wander- und Radferien-Spezialist Inntravel und der Soft-Adventure-Anbieter Explore.

Der Geschäftsreise-Spezialist bta first travel ist ein erfolgreiches Element innerhalb der Hotelplan-Gruppe und konnte das Kunden-Portfolio im KMU-Bereich erweitern. So konnte der verrechnete Umsatz im Geschäftsreise-Bereich um 6.2 Prozent auf 124.1 Millionen gesteigert werden. Dies sei unter anderem auch der Technologie des eigenen Buchungsportals «bta online» zu verdanken.

Startup mit Potenzial
Noch sei das Startup «Bedfinder» eine Investition für die Hotelplan-Gruppe, doch mit einem verrechneten Umsatz von bereits 13.7 Millionen habe der Anbieter an Reise-Services grosses Potenzial, heisst es in der Mitteilung. Das Schlüsselwort dabei sei Book-on-Google: Es können damit Reise-Services weltweit gebucht werden, ohne dass die Suchplattform von Google verlassen wird.

Im September 2016 wurden weltweit erstmals Hotels in den USA angeboten, Ende 2016 wurde «Book on Google» in Grossbritannien ausgerollt und die Buchungsplattform «Bedfinder.com» konkret lanciert. 2017 kamen mit Kanada, Neuseeland, Irland, Spanien, Schweden sowie Belgien zusätzliche Märkte hinzu und weitere sollen folgen. Zudem stellt «Bedfinder» interessierten Partnern auch sogenannte White Label-Produkte, Fulfillment-Leistungen oder technologische Hilfe zur Verfügung. Parallel zum Rollout von «Bedfinder.com» sei deshalb auch mit dem Hotel-Suchportal Trivago ein weiterer Absatzkanal erschlossen worden.

Das positive Ergebnis von Hotelplan Group für das Geschäftsjahr 2016/2017 werde auch im aktuellen Berichtsjahr 2017/2018 wieder erwartet: «Zwar werden uns die laufenden Brexit-Verhandlungen vor allem im Skiferien-Geschäft von Hotelplan UK weiter unter Druck setzen. Doch durch den positiven Buchungsstand der Wintersaison 2017/2018 bei der Holiday Home Division und durch die bereits erfreulichen Sommerferien-Buchungen bei Hotelplan Suisse sind wir sehr zuversichtlich. Vor allem unsere jüngste Geschäftseinheit Bedfinder wächst durch neue Kooperationen täglich, erschliesst weitere Märkte und so trägt die stets verbesserte Technologie auch Früchte. Diese Faktoren stimmen uns für 2018 sehr optimistisch», sagt Thomas Stirnimann, CEO Hotelplan Group. (htr/og)