Das sei keine Trotzreaktion, beteuert Gemeindepräsidentin Sonja Reichen-Geiger (FDP): «Ohne genehmigtes Budget dürfen wir nur Ausgaben tätigen, die gebunden sind.»

Die Oberhofner müssen aber nicht auf dem Trockenen sitzen, wie das «Thuner Tagblatt» am Freitag berichtete. Bewohner gründeten spontan ein überparteiliches Komitee und sammelten genügend Geld für den Umtrunk am Neujahrsvormittag. In einem Flugblatt heisst es aber auch, der Entscheid des Gemeinderats sei «bei der Bevölkerung gar nicht gut angekommen».

Am 20. November hatten die Stimmberechtigten kurz vor Mitternacht beschlossen, die Gemeindeversammlung ohne Genehmigung des Budgets abzubrechen. Das soll an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 22. Januar nachgeholt werden.

Hinter vorgehaltener Hand wurde zuletzt die Arbeit des Gemeinderats kritisiert. Oberhofen war lange Zeit die Gemeinde mit dem tiefsten Steuerfuss in der Region. Inzwischen liegt der Steuerfuss mit 1,64 Einheiten im Mittelfeld, und laut Finanzplan steigen die Schulden in den nächsten Jahren auf zwölf Millionen Franken. (sda)