Die Arbeitslosenquote sank von 3,2 Prozent im Mai auf 3,1 Prozent im Juni, wie das Seco am Freitag mitteilte. Der saisonbereinigte Wert stagnierte bei 3,3 Prozent. 139'127 Arbeitslose waren Ende Juni in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 5651 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent oder 5871 Personen. Da aber gleichzeitig mehr Personen eingestellt wurden, verringerte sich relativ gesehen die Arbeitslosenquote.

Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, spricht von einem überraschend freundlichen Ergebnis. Die Abnahme sei zwar saisonbedingt erwartet worden, die Deutlichkeit übertreffe aber die Erwartungen. Vor allem in den stark saisonal geprägten Branchen Gastronomie, Tourismus und Baugewerbe fanden Stellensuchende im Juni Arbeit. Im Gastgewerbe waren im Juni noch 12'348 Personen als arbeitslos gemeldet, 1377 oder 10 Prozent weniger als im Vormonat. In der Berufsgruppe Gastgewerbe und Hauswirtschaft sind 2505 Personen langzeitarbeitslos, 0,6 Prozent weniger als noch im Mai 2016, aber 8,8 Prozent mehr als im Juni 2015.

Erstmals seit Monaten ist ein kleiner Teil der verbesserten Lage auch konjunkturell bedingt. Von den 5108 Personen weniger, die gegenüber dem Vormonat eine Stelle suchten, fanden rund 300 Personen aufgrund der anziehenden Konjunktur eine neue Arbeitsstelle.

Viele Unsicherheiten
Es sei aber zu früh, um von einer Trendwende zu einer nachhaltigen Erholung des Arbeitsmarkts zu sprechen. Zu gross seien die Unwägbarkeiten, insbesondere das Brexit-Votum mit dem sich abkühlenden Investitionsklima berge Gefahren für den hiesigen Arbeitsmarkt.

Auch in Sachen Jugendarbeitslosigkeit erwartet das Seco beispielsweise durch im Sommer anstehende Bildungs- und Lehrabschlüsse eine erneute Zunahme der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen zwischen 15 und 24 Jahren verringerte sich im Juni um 5,6 Prozent auf 15'791. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang von 0,4 Prozent.

Insgesamt wurden 201'131 Stellensuchende registriert, 5108 weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresperiode stieg diese Zahl um 5,3 Prozent auf 10'041 Personen. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 249 auf 11'269. (sda/htr/dst)