Internationale Buchungsplattformen wie Airbnb sind in den letzten Jahren sehr stark gewachsen.Gemäss Analyse des Walliser Tourismus Observatoriums (WTO) hat sich das Angebot vonAirbnb in der Schweiz zwischen 2014 und 2015 mehr als verdoppelt. Ende Juni 2016 zählte dasWTO schon rund 18'500 Objekte auf der Plattform. Das Walliser Tourismus Observatorium schätztdas durch Airbnb generierte Logiernächtevolumen in der Schweiz auf mindestens 1,35 MillionenLogiernächte im Jahr 2015, wobei das Volumen weiter wächst.

Airbnb bietet die Möglichkeit, die Kurtaxen direkt durch das Buchungssystem von den Gästeneinzuziehen und weiterzugeben. Dieses System war im Mai 2016 bereits in einer Vielzahl vonStädten und Ländern eingeführt, zum Beispiel Chamonix, Paris, Amsterdam, Lissabon, Indien, Floridaund San Francisco. Gemäss Angaben von Airbnb hat das Unternehmen weltweit 190Vereinbarungen mit Behörden abgeschlossen. In der Schweiz fehlt jedoch eine gesetzlicheGrundlage für das direkte Einziehen der Kurtaxe durch Buchungsplattformen.

Experten schätzen, dass heute im Bereich der Parahotellerie rund 30 bis 50 Prozent der Gastgeber in derSchweiz die Kurtaxe nicht oder nur teilweise entrichten, da sie die gesetzlichen Grundlagen derGemeinden in Sachen Kurtaxen nicht kennen oder umgehen. Eine direkte, nationale Abrechnungschliesst diese Lücke. Gastgeber wie auch Gemeinden würden vom administrativen Aufwandbefreit und die Kurtaxen bei jeder Buchung automatisch eingezogen und an eine zentrale Stelleüberwiesen.

Um dieses Ziel zu erreichen hat CVP-Nationalrat Dominique de Buman, Präsident des Schweizer Tourismus-Verbandes,und weitere Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Herbstsession die Motion «Sharing economy:Weniger Bürokratie durch einfache, nationale Abrechnung der bisher entgangenen Kurtaxen» im Nationalrat eingereicht. (htr/dst)