Im Parlament wogen am Montagnachmittag die Pro und Contras zum Projektierungskredit hin und her. Fraktionen und Votanten zeigten sich gespalten. Am Schluss entschied der Rat mit 62 zu 51 Stimmen, die 7 Millionen Franken des Kantons an die Planungskosten von 12 Millionen Franken nicht zu sprechen. Die Chancen, dass die vom Lucerne Festival aufgebrachte Idee für ein neuartiges Musiktheater doch noch Realität wird, liegen damit praktisch bei Null.

Michael Haefliger, Intendant von Lucerne Festival und geistiger Vater der Salle Modulable, sagte gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz von Radio SRF1, er sei enttäuscht und entsetzt. Er könne nicht nachvollziehen, dass man ein solches Projekt einfach bachab schicken und eine solche Vision kaputt machen könne. Er wolle sich nun in Ruhe die nächsten Schritte überlegen.

Bei der Salle Modulable handelt es sich um ein flexibles nutzbares Theater. Lucerne Festival wollte dieses, um sich Richtung Oper weiterentwickeln zu können. Die Salle Modulable hätte aber auch die neue Heimat des Luzerner Theaters und der freien Szene werden sollen. Vor allem das Luzerner Theater bräuchte ohnehin neue Räumlichkeiten.

Nein als Chance sehen
Die siegreichen Gegner des Projektes hatten in der Debatte beteuert, dass ihr Nein kein Nein zu einem neuen Theater in Luzern sei, sondern die Chance, ein abgespecktes Projekt neu zu starten.

Die gleiche Stossrichtung hat die Reaktion der Luzerner IG Kultur.Die Salle Modulable sei gescheitert, nicht aber die Pläne für ein neues Theater, das im konstruktiven Miteinander von etablierter und alternativer Kultur erarbeitet werden könne, teilte sie mit.

Kritik am Trust
Das Nein zum Salle-Modulable-Projekt des Kantonsrat kam nicht überraschend. Den Initianten war es nie gelungen, die Begeisterung für das Projekt zu wecken. Die Salle Modulable blieb ein wenig fassbares Elitevorhaben. Dazu kam der umstrittene Standort am Ufer des Vierwaldstättersees, die desolate Lage der kantonalen Finanzen und ein Rechtsstreit zwischen dem Mäzenen Butterfield Trust und der Stiftung Salle Modulable.

Der Butterfield Trust auf den Bermudas hatte sich 2014 in einem Vergleich schliesslich bereit erklärt, unter gewissen Bedingungen80 Millionen Franken an die Baukosten von 208 Millionen Franken beizusteuern. Von der öffentlichen Hand hätten 93 Millionen Franken gezahlt werden sollen, den Rest hätten Private einbringen sollen.

Befürworter und Gegner kritisierten im Parlament die Rolle des Trusts. Er habe mit seinem engen Zeitplan und seinen Vorgaben undemokratisch und intransparent agiert, hiess es. (sda/mma)