In einem Jahr, am 20. Oktober 2019, finden eidgenössische Wahlen statt. Dann entscheidet sich, wer in Bundesbern an den einflussreichen Schalthebeln der Macht sitzt. Wir wissen: Die Bedeutung des Lobbyismus und die Möglichkeit zur unmittelbaren Einflussnahme im Parlament wachsen kontinuierlich. Direkte Zugänge zu Informationen und Entscheiden werden für die Vertretung von Branchenanliegen zunehmend matchentscheidend.

Die Beherbergungsbranche hat seit 30 Jahren keinen eigenen Vertreter mehr im Parlament. Im Wissen um die stetige Bedeutungszunahme der Interessenvertretung muss es unser Ziel sein, über kurz oder lang wieder eigene Vertreter in den eidgenössischen Räten zu haben. Zum Vergleich: Im aktuellen Parlament nehmen 30 Bauernvertreter Einsitz. Auch andere grosse und kleinere Verbände stellen mehrere National- oder Ständeräte.

Doch ins Bundeshaus segelt man nicht im Handumdrehen; vielmehr sind eine gut orchestrierte Kampagne und viel Rückenwind nötig. Hier sind wir Hoteliers und Touristiker gesamthaft gefordert. Nur gemeinsam kann die Beherbergungs- und Tourismusbranche es schaffen, mehr und mehrere Vertreter im Parlament zu platzieren und so den Einfluss in der Schweizerischen Politik zu vergrössern.

Das hat unser Wirtschaftszweig verdient! Der Tourismus generiert 16 Milliarden Franken Einnahmen, was knapp 5 Prozent der gesamten Exporteinnahmen der Schweiz ausmacht. Von den 4,9 Millionen Beschäftigten in der Schweiz fallen 5 Prozent auf das Gastgewerbe. Zudem erfüllen wir als wichtiger Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor in den Berggebieten auch regionalpolitisch eine bedeutende Funktion. Unsere Branche soll sich selbstbewusst und auf direktem Weg in die eidgenössische Politik einbringen können.

Jetzt, ein Jahr vor den Wahlen, ist es an uns allen, unseren Beitrag zu leisten. Wir brauchen die Unterstützung aller Hoteliers und der gesamten Tourismusbranche, wir brauchen eine Welle der Mobilisierung. Im Wahljahr 2019 und darüber hinaus. Ich lade Sie ein – liebe Hoteliers, liebe Touristikerinnen – mitzudenken, mitzumachen und mitzukämpfen: «Wie und wo kann ich einen Beitrag leisten?» Als Ideengeber, aktiver Unterstützer, oder sogar als Kandidatin?

Nationale Wahlen finden in den Kantonen statt. Entscheidend ist daher, was in den Regionen passiert; so auch in Ihrer. Von Bern aus können wir unterstützen, beraten, Rahmenbedingungen setzen – aber die Musik spielt bei Ihnen vor Ort. Nur mit einem schweizweiten Engagement von uns Hoteliers und Touristikern wird es gelingen, stärker direkt im Parlament vertreten zu sein. Dies bereits 2019 zu erreichen, ist ein sehr hohes Ziel und nur mit idealen Bedingungen sowie profilierten Kandidaturen zu erreichen. Nichts ist unmöglich, doch seien wir uns auch bewusst, dass wir mit einer Mobilisierungswelle sowieso gewinnen: Indem wir uns gemeinsam für unsere Branche engagieren und zudem die Basis für zukünftige Wahlen legen – wohlwissend, dass der Aufbau von Kandidaturen Zeit braucht und mehrere Anläufe für die Reise nach Bundesbern nötig sein können.

Die Hotel- und Tourismusbranche hat bei der Fair-Preis-Initiative gezeigt, dass sie mobilisieren kann. In einem grossen Kraftakt haben wir zusammen mit anderen Verbänden über 100 000 Unterschriften gesammelt und das berechtigte Volksanliegen zum Fliegen gebracht. Jetzt beginnt der Abflug Richtung Bundeshaus. Selbst wenn wir die genaue Ankunftszeit nicht kennen, so wissen wir, dass sich die Arbeit einmal auszahlen wird. Ziehen wir deshalb gemeinsam am selben Strick und nehmen wir unser Schicksal mutig in die Hand. Wir freuen uns, im Wahljahr 2019 auf Sie zählen zu dürfen.


Claude Meier ist Direktor von hotelleriesuisse.