Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der Hotelverband Deutschland (IHA) sind die Gastgeber des diesjährigen Treffens der deutschsprachigen Hotellerie- und Gastronomieverbände vom Montag in Leipzig.

Das Jahrestreffen hat sich zu einer wichtigen Plattform für den länderübergreifenden Erfahrungsaustausch entwickelt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten treffen sich die Spitzenvertreter der Verbände aus Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, der Schweiz (hotelleriesuisse und Gastrosuisse), Südtirol und Deutschland, zum Erfahrungsaustausch über ihre Verbandsaktivitäten und zum Benchmarking.

Im Fokus dieses Jahres standen insbesondere Themen aus dem Bereich «Human Resources»: Dazu gehören Ausbildungsinhalte und -abschlüsse, Mitarbeitergewinnung oder die Integration von Flüchtlingen in den gastgewerblichen Arbeitsalltag. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Koordinierung der jeweiligen Aktivitäten gegen wettbewerbswidrige Klauseln von Online-Buchungsportalen und der gemeinsamen Kampagne «Direkt Buchen». Auch das anstehende «Brexit-Votum» in Grossbritannien war Gegenstand der Beratungen.

Wie kann das Gastgewerbe in Zeiten des demografischen Wandels mehr Nachwuchs finden, begeistern und langfristig binden? Diese Frage stand im Zentrum der Beratungen. «Neben der überfälligen Modernisierung der Ausbildungsinhalte ist auch eine Verbesserung der gegenseitigen Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen und eine branchengerechte Flexibilisierung von Arbeitszeiten eine gemeinsame Forderung aller Verbände», lautet das Fazit von Ernst Fischer, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes. «Gerade in der Internationalität und der Beschäftigung in verschiedenen Ländern und Kulturräumen liegt für viele junge Menschen die Attraktivität unserer Branche. Genau hier liegt ein Pluspunkt für unsere Betriebe im Vergleich zu anderen Branchen, den wir zusammen verstärken wollen.»

Zufrieden zeigten sind die Verbandsvertreter mit den jüngsten Entwicklungen in Sachen Best-Preis-Klauseln der Buchungsportale, wo entweder die Kartellbehörden – wie in Deutschland – oder der Gesetzgeber – in Italien und Österreich – gegen die wettbewerbsbeschränkenden und zugleich die unternehmerische Freiheit beschneidenden Aktivitäten der Plattformen eingeschritten sind.

Drei Tage vor dem Brexit-Votum drückten die Verbände zudem ihre Hoffnung auf einen Verbleib der Briten in der EU aus. Ein Nein würde nicht nur den Briten selbst schaden, sondern könnte auch das restliche Europa in Mitleidenschaft ziehen – gerade auch den gemeinsamen Tourismusstandort, so das Fazit. (htr/it)