Aktuell würden 56 Prozent der teilnahmewilligen Bürgerinnen und Bürger «bestimmt» und weitere neun Prozent «eher» gegen die No-Billag-Initiative stimmen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten zweiten SRG-Trendumfrage hervorgeht.

Damit hat sich die Ablehnung gegenüber der ersten vom Institut gfs.bern durchgeführten Umfrage um fünf Prozentpunkte auf 65 Prozent erhöht.

Gemäss der ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten dritten Tamedia-Trendumfrage würden 58 Prozent Nein und zwei Prozent eher Nein stimmen. Das ergäbe eine Ablehnung von 60 Prozent. In der zweiten Tamedia-Umfrage hatte die Ablehnung noch bei 61 Prozent gelegen.

Auch in anderen Umfragen betrug die Ablehnung jeweils 60 Prozent oder mehr. Ausnahme bildete eine anfangs Jahr veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts marketagent.com, die auf einen Nein-Anteil von lediglich 51,4 Prozent gekommen war.

Ähnliche Entwicklung im Ja-Lager
Bestimmt oder eher dafür sprachen sich in der SRG-Trendumfrage 33 Prozent der Befragten aus, fünf Prozent weniger als in der ersten Umfrage. Lediglich zwei Prozent machten noch keine Angaben zum Abstimmungsverhalten.

In der Tamedia-Umfrage sprachen sich 37 Prozent für ein Ja und zwei Prozent eher für ein Ja aus. Damit hat das Pro-Lager mit insgesamt39 Prozent gegenüber 38 Prozent in der letzten Befragung wieder leicht zugelegt.

Gemäss dem Institut gfs.Bern haben sich die Chancen für ein Nein am 4. März an der Urne erhöht. Denn wenn eine kritische Auseinandersetzung mit den Schwächen einer Initiative einmal eingesetzt habe, könne diese kritische Deutung auch tendenziell befürwortende Kreise erreichen.Das zeige auch die aktuelle Umfrage: Unter den Menschen, die eher Nein stimmen wollen, befänden sich 41 Prozent, die angegeben hätten, zuerst noch Sympathie für die Ja-Seite gehabt zu haben.

Protestvotum im Tessin möglich
Der generelle Eindruck des Verlaufs der Meinungsbildung zum Nein sei ein Deutschschweizer Phänomen, heisst es in der Umfrage von gfs.bern. In der französischsprachigen Schweiz seien die Mehrheitsverhältnisse stabil und gegen die Vorlage gerichtet.

Im Kontrast dazu baue sich in der italienischsprachigen Schweiz derzeit die Sympathie für die Vorlage auf. Es sei denkbar, dass es dort dank Ja-Parolen von Lega und SVP zu einem Protestvotum komme, heisst es weiter.

In der Tamedia-Umfrage haben sich 70 Prozent der SVP-Sympathisanten für ein Ja oder eher für ein Ja ausgesprochen. Bei allen anderen Parteien lag die Zustimmung unter 35 Prozent.

Die Meinungen in Tourismuskreisen zur No-Billag-Abstimmung sind klar: Ein Ja zur Initiative würde die Branche hart treffen, wie die exklusiven Recherchen der htr hotel revue in der Ausgabe vom 8. Februar 2018 zeigen. (sda/htr/npa)