Der Regierungsrat erliess den neuen kantonalen Richtplan für das Wanderwegnetz 2016 nach der Überarbeitung und Auswertung der Einwendungen aus der öffentlichen Planauflage definitiv, wie er am Mittwoch mitteilte. Als nächstes entscheidet das Kantonsparlament über die Grundlage für das Wanderroutennetz.

Der gültige Richtplan sei über 20 Jahre alt und entspreche nicht mehr dem aktuellen Stand in der Natur, schreibt der Regierungsrat.Veränderungen bei Alp- und Forststrassen durch Bauten, in der Landschaft infolge von Naturereignissen und der landwirtschaftlichen Nutzung hätten eine Überprüfung und Anpassung notwendig gemacht.

Das geplante neue Netz umfasst insgesamt 1086 Kilometer Wanderwege. Über 53 Prozent davon sind Bergwanderwege. Das neue Wegnetz ist 82 Kilometer kürzer als das alte.

Teils wurde die Linienführung von Wegen aus Sicherheits- und Attraktivitätsgründen optimiert. Das Ziel waren laut Kanton kundenfreundlichere Wanderrouten in einem zusammenhängenden Wegnetz. Einzelne Abschnitte, die zu keiner Route gehörten, entfielen.

Bei der öffentlichen Auflage gingen insgesamt 51 Anliegen zum neuen Wanderwegnetz ein. Während jene von Gemeinden, Verbänden und öffentlichen Institutionen grossmehrheitlich berücksichtigt wurden, wurde auf jene von Privaten und Grundstückbesitzern wegen des öffentlichen Interesses nur im Einzelfall eingegangen.

So war etwa der neue, seeufernahe Wanderweg im Westen des Sarnersees bei Anwohnern umstritten. Der zwischen Ob- und Nidwalden neu als Bergwanderweg definierte, bestehende Weg zwischen Gräfimattstand und dem Storeggpass stiess hingegen vor allem bei Umweltverbänden auf Kritik.

Stimmt der Obwaldner Kantonsrat dem neuen Wanderwegnetz zu, erfolgt die Detailplanung. Neue Routen sollen in den nächsten Jahren auf Kosten der Gemeinden mit neuen Wegweisern signalisiert werden. (sda/mma)