«Die Neulancierung einer 1819 geschaffenen Marke ist immer ein Risiko», sagte Alessandro Rigoni, der bei Nestlé für die Schokolade Verantwortliche gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Um dieses zu minimieren, habe Nestlé jedoch die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten ganz genau abgeklärt.Die Überarbeitung des Schokoladerezepts habe darum zwei Jahre gedauert. Dabei wurden unzählige Publikumstests durchgeführt, mit dem Resultat, dass die neue Cailler-Milchschokolade weniger Zucker enthält.

«Wir haben ein Schokoladerezept entwickelt, das ausgewogener ist und bei dem der Geschmack der Milch und des Kakaos stärker zum tragen kommt», sagt Rigoni.Nestlé hat sich der Milchschokolade angenommen, weil es die am weitesten verbreitete Schokolade ist. 60 Prozent der in der Schweiz verkauften Schokolade ist Milchschokolade. Das neue Rezept und die neue gestaltete Verpackung sind dabei aber nicht nur ein Jubiläumsprojekt. Sie sollen auch helfen, den Absatz von Cailler-Schokolade wieder anzukurbeln.

Partnerschaft mit Amazon
Nestlé gibt zwar keine Absatzzahlen zu Cailler bekannt. Doch der Konzern räumt ein, dass auch Cailler unter dem starken Franken leidet. Dieser hat für die Schokoladenmarke gleich zwei negative Effekte. So hat der Frankenschock den Einkaufstourismus angekurbelt, gleichzeitig verlor die Schweiz für Touristen an Attraktivität.Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Cailler verstärkt auf das Internet. Damit hofft Nestlé, auch in neue Märkte wie China oder die arabischen Staaten vorstossen zu können.

«Wir haben in unserem Maison Cailler in Broc (FR) sehr viele Besucher aus diesen Regionen, die zurück zu Hause unsere Produkte übers Internet bestellen», sagt Rigoni.Um diese Nachfrage zu decken, ist Cailler mit Amazon eine Partnerschaft eingegangen. In der USA und in China bietet Amazon Cailler Schokolade an. Rigoni geht zudem davon aus, dass künftig ein beachtlicher Teil der Nahrungsmittel über Online-Kanäle gekauft werden. «Für Amerikaner und Chinesen ist es bereits völlig normal, die täglichen Einkäufe über das Internet zu tätigen», sagt er.

Um den Absatz von Cailler Schokolade zu steigern, ist die Schokoladenmarke zudem eine Partnerschaft mit dem Nachhaltigkeitslabel IP-Suisse eingegangen. So wird künftig alle von Cailler verarbeitete Milch nach den IP-Richtlinien produziert sein müssen. Die rund fünfzig Lieferanten erfüllen dabei bereits die Anforderungen.Beim Kakao setzt Cailler auf das Label UTZ. Die Schokolade enthält auch kein Palmöl. Der Verkaufsstart der neuen und neugestalteten Schokolade ist für Mitte Juli geplant. (sda/og)