Welche drei Ereignisse während Ihrer neunjährigen Präsidialzeit bei Hotellerie Bern+ Mittelland würden Sie besonders hervorheben?

Highlights waren sicherlich die Einführung des Bern Tickets, der gemeinsame Austritt aus dem Preferred-Programm von Booking und die Direktbuchungskampagne closertobernhotels. Dass in der Geschäftsleitung und im Vorstand von hotelleriesuisse (hs) der Frauenanteil 0% ist, muss leider auch hervorgestrichen werden. Und dass ich seit neun Jahren im Beirat von hs die einzige Frau als Präsidentin eines Regionalverbandes bin. Dass am Dienstag Corina Gilgen als meine Nachfolgerin gewählt wurde, darauf dürfen wir Berner stolz sein.

Wie begeisterten Sie Mitarbeitende für und in Ihrem Betrieb?

Für mich waren die Mitarbeitenden mindestens so wichtig wie die Gäste.

Beatrice Imboden-Engler wechselte nach der Ausbildung zur Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin HHF in die Hotellerie. Sie absolvierte das SHV-Unternehmerseminar. Ab 1989 übernahm sie die Direktion der beiden Hotels Bären und Bristol in Bern und ab 2006 mit ihrem Mann die Pacht. Seit 2017 geniesst die 62-Jährige das Leben ohne aktive Hotellerie. Sie ist im Verwaltungsrat von Bern Welcome und im Stiftungsrat vom Schloss Burgdorf.

Wie sorgten Sie für eine Work-Life-Balance?

Ferien mit meinem Mann Hannes auf dem Hausboot, verbunden mit Velofahren, waren für uns Erholung pur.

Welchen Tipp geben Sie jungen, aufstrebenden Hoteliers/Hôtelièren?

Selbstsicher und mit guten rhetorischen Fähigkeiten ins Berufsleben einsteigen.

Was zeichnet sehr gute Hoteliers/Hôtelièren aus?

Gästen und Mitarbeitern zuhören zu können.

Was mögen Sie an Ihrer Branche nicht? 

Unfähige Kolleginnen und Kollegen, die dem Image unserer Branche schaden.

Was ist das Faszinierende an Ihrem Beruf?

Das unglaublich (manchmal fast unheimlich) Abwechlungsreiche.

Wie sieht für Sie ein attraktiver Arbeitsplatz aus?

Einer mit viel Selbstbestimmung.

Für was würden Sie sich entscheiden: Punk-Musik in einem 5-Sterne-Hotel oder Walzer in einer Jugi?

Walzer in einer Jugendherberge, weil für mich Johann Strauss und Fredi Gmür beides Vorbilder sind.

Welche besondere Fähigkeit würden Sie gerne beherrschen?

Musik machen und in einem Orchester mitspielen.

Was trifft eher zu: ein orgiastisches Bankett wie bei Asterix oder gesunde Karotten, wie Bugs Bunny sie knabbert?

Mittags Karotten und abends ein orgiastisches Bankett.

Was darf auf keinen Fall fehlen, wenn Sie auf Reisen gehen?

Meine Familie und Freunde würden jetzt sagen: das «Aromat».

Was machen Sie als Erstes, wenn Sie als Gast ein Hotelzimmer betreten?

Schauen, wo ich die Koffer hinlegen kann, damit ich sie nicht auspacken muss.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne Nachtessen?

Ich würde gerne mit der schwedischen Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zusammensitzen und ihr meine Unterstützung zusichern.

Welches Hotel inspiriert Sie und weshalb?

Ich bin sowohl vom Hotel Fafleralp im Lötschental als auch vom «Gupf» im Appenzellerland begeistert. Herzlichkeit und Gastfreundschaft hängen definitiv nicht von der Anzahl Sterne ab.

Welches Lied steht zurzeit auf Ihrer Playlist zuoberst?

Edith Piaf mit «Non, je ne regrette rien». Weil ich das selber auch sagen kann, und ich meinen erster Vortrag über Edith Piaf hielt.

Welchen Jugendstreich vergessen Sie nie?

Im Konflager, als alle im Zivilschutzraum auf Luftmatratzen schliefen, setzte ich den Raum unter Wasser.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Verantwortliche für einen Grossbetrieb. Wobei ich damals eher an Spitäler, Heime oder Personalrestaurants dachte. (npa)