Die Schweizer Jugendherbergen mussten einen Rückgang der Logiernächte von 1,3 Prozent auf 714’455 (Vorjahr 723’951) verzeichnen und erwirtschafteten einen Umsatz von 43,6 Millionen. Dies entspricht einem Minus von 2,5 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Dieses Ergebnis sei auf die temporäre Schliessung der Jugendherberge Bern, welche sich derzeit im Um- und Neubau befindet, sowie den Netzwerkaustritt von Fribourg zurückzuführen. Ohne den Wegfall dieser Bettenkapazitäten (minus 254 Betten) hätte die SJH mit einer positiven Logiernächtebilanz abgeschlossen, heisst es in einer aktuellen Medienmitteilung des Unternehmens.

Auch die Anpassung der Kinderpreise hatte laut der Non-Profit-Organisation einen Einfluss auf die Umsatzeinbusse. Dies jedoch mit dem positiven Effekt, dass die SJH damit ihre Attraktivität und die Anzahl der Übernachtungen bei den Familien steigern konnte. «Mit der Senkung der Kinderpreise sind wir den Bedürfnissen der Familien entgegenkommen und haben damit als sozialtouristische Organisation ein wichtiges Zeichen gesetzt, welches sich sehr positiv auf die Logiernächte des Gästesegmentes Familien ausgewirkt hat», resümiert Fredi Gmür, CEO SJH.

Erfreulich sei zudem der Mitgliederzuwachs um 2,6 Prozent, wie auch die leichte Zunahme der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf 2,02 Tage. Die Aussichten für das Geschäftsjahr 2018 versprechen laut den SJH aufgrund des schneereichen Winters eine positive Entwicklung. Zudem stimme die Wiedereröffnung des Betriebes in Bern Ende März 2018 positiv, die neue Jugendherberge gilt als Leuchtturmobjekt des Netzwerkes der SJH. Darüber hinaus mache der Aufschwung der Konjunktur, sowohl im Inland als auch im europäischen Raum, und die Stärkung des Euros die Schweiz als Reiseland wieder attraktiver. Dies spüren auch die SJH, sie verzeichnen bereits jetzt einen guten Buchungsstand für das Geschäftsjahr 2018.

Herkunftsländer der Gäste
Der Anteil Schweizer Gäste hat erneut leicht zugenommen (+0,4 Prozent) und macht die Schweiz als Herkunftsland mit 67,4 Prozent weiterhin zum absoluten Spitzenreiter. Auf Platz zwei befindet sich Deutschland, auf tiefem Stand jedoch stabil mit 8,4 Prozent, gefolgt von Südkorea mit 4,2 Prozent.

Weitere wichtige Herkunftsländer sind nach wie vor die USA, Frankreich, Grossbritannien und China. Die Ankünfte aus Europa blieben mit insgesamt 18,9 Prozent Gästeanteil unverändert.

Verändertes Angebot und Dynamic Pricing
Den Herausforderungen der Tourismusbranche begegnen die SJH mit neuer Preispolitik und Investitionen in Angebot und Digitalisierung. Im Juni startete die neue Jugendherberge Crans-Montana Bella Lui in die erste Sommersaison. Im Dezember öffnete der Franchise-Betrieb Trin im Bergwaldzentrum Mesaglina seine Türen und am 29. März 2018 wird die Jugendherberge Bern nach einem umfassenden Um-/Neubau eröffnet. Nicht mehr länger vertreten im SJH Netzwerk sind hingegen die Jugendherberge Figino und der Franchise-Betrieb Gersau.

Mit der im Dezember eingeführten, dynamischen Preisstrategie reagiert die SJH auf den sich immer schneller wandelnden Markt. «Das Buchungsverhalten unserer Gäste ist deutlich flexibler geworden. Mit dem Dynamic Pricing können wir unser Angebot aufgrund der Nachfrage optimal gestalten», erklärt Fredi Gmür, CEO der Schweizer Jugendherbergen. (htr/og)