Der scheidende Verbandspräsident Rolf Büttiker bezeichnete am Donnerstag vor den Medien in Zürich das Fleischjahr 2017 als «kein einfaches»; und dies, obwohl die Grillsaison und das Jahresendgeschäft «im Grossen und Ganzen erfolgreich verliefen».

Seit Jahren zu schaffen machen der Fleischbranche gemäss Büttiker nämlich der nach wie vor grosse Margendruck, die faktisch einseitig offenen Landesgrenzen für Fleischeinkäufe, die häufige Instrumentalisierung des Fleischkonsums in der Öffentlichkeit sowie der anhaltende Fachkräftemangel.

Dem Motto «Wahlfreiheit statt Bevormundung» folgend stehe die Fleischbranche jedoch der Entwicklung offen gegenüber, dass die Konsumentinnen und Konsumenten vermehrt auf Qualität statt Quantität setzten und zunehmend auch das breite Sortiment an Fleischalternativen nutzten, sagte Büttiker weiter.

In diesem Kontext sei es nicht erstaunlich, dass der erfasste Pro-Kopf-Konsum im Vergleich zum Vorjahr über nahezu alle Fleischarten hinweg im Mittel um 1,9 Prozent auf 50 Kilogramm abgenommen habe.

Berücksichtige man dabei aber auch die schwer einschätzbaren und daher nicht erfassten Fleischmengen des Einkaufstourismus und des Fleischschmuggels, dann dürfte sich der Pro-Kopf-Konsum hierzulande mit schätzungsweise gegen 60 kg pro Kopf und Jahr (ohne Fische undKrustentiere) auf einem «nach wie vor hohen Niveau» bewegen.

Einsatz für Cervelat und Chrampfer
Nach elf Jahren gibt der Solothurner alt Ständerat Rolf Büttiker(FDP) sein Amt als SFF-Präsident ab. Vor den Medien zog er deshalb eine kurze Bilanz.

Unvergesslich sei für ihn die Solidarität der Bevölkerung mit der Metzgerzunft, als die Nationalwurst Cervelat wegen Problemen mit Rinderdärmen aus Brasilien in die Krise geriet und eine Cervelat-Task-Force ins Leben gerufen wurde. Schliesslich konnte das Problem gelöst werden.

Ungelöst ist hingegen weiterhin das Nachwuchsproblem in den Metzgereibetrieben. Lediglich 300 Lehrlinge nehmen den Metzgerberuf pro Jahr in Angriff, 20 Prozent brechen die Lehre wieder ab. Dies bereite ihm grosse Sorgen, sagte Büttiker.

Insgesamt arbeiten rund 24'000 Personen in Metzgereibetrieben. Von den rund 1000 SFF-Mitgliedern sind rund 800 Kleinbetriebe. Als Kleinbetrieb gilt, wo bis zu 9 Mitarbeiter tätig sind. Oft seien dies Familienbetriebe, wo alle «wahnsinnig chrampfen». Sich für diese Leute einzusetzen, habe ihn während der letzten elf Jahre stets motiviert, sagte Büttiker. (sda)