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Dossier: sharing economy
Das Dossier zum Thema:

sharing economy

Publiziert am 07. Mai 2018

Sharing Economy

Publiziert am 20. September 2018

Airbnb lenkt nach Kritik der EU-Kommission ein

Die Wohnungsplattform Airbnb stellt nach Kritik der EU-Kommission...
Publiziert am 17. Juli 2018

EU-Kommission mahnt Airbnb wegen Regelverstössen ab

Die EU-Kommission nimmt den US-Zimmervermittler Airbnb ins Visier...
Publiziert am 28. Juni 2018

Airbnb: Wachstum und Regulierung in der Schweiz

Airbnb wächst und wächst – auch in der Schweiz. Da ein Grossteil ...
Publiziert am 16. Mai 2018

Bern will Airbnb in der Altstadt Grenzen setzen

Die Berner Stadtregierung will dafür sorgen, dass in der Altstadt...
Publiziert am 01. März 2018

Nationalrat lehnt nationale Abrechnung für Kurtaxen ab

Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Motion von Nationalrat Domin...
Publiziert am 23. Februar 2018

Airbnb prescht weiter in den Hotelmarkt vor

Die Zimmervermittlungsplattform Airbnb baut sein Geschäft mit Hot...
Publiziert am 06. Dezember 2017

HRS Destination Solutions kooperiert mit Airbnb

HRS Destination Solutions, ein deutscher Vermarkter für Ferienunt...
Publiziert am 12. Oktober 2017

Starker Zuwachs an Airbnb-Angeboten in der Schweiz

Ende Juni 2017 wurden in der Schweiz fast 30'000 Airbnb-Objekte m...
Publiziert am 03. Oktober 2017

Airbnb lässt laut Studie Mieten und Liegenschaftspreise steigen

Vermittlungsplattformen für Unterkünfte wie Airbnb wirken sich na...
Publiziert am 11. August 2017

Sharing Economy im MICE wird erwachsen

Spacebase gilt als das Airbnb der MICE-Branche: Die Plattform ver...
Publiziert am 08. November 2016

Uber, Airbnb & Co.: kein Anlass zur Regulierung

Hotellerie und Taxigewerbe wollen Sharing-Angebote wie Uber und A...
Bild: fotolia/blue_island

Dossier: sharing economy

Sharing Economy

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Airbnb lenkt nach Kritik der EU-Kommission ein

Die Wohnungsplattform Airbnb stellt nach Kritik der EU-Kommission die Preise auf der Internet-Seite transparenter dar.
Bild: pixabay/TeroVesalainen
Bild: pixabay/TeroVesalainen

Airbnb habe Änderungen bei bestimmten Punkten zugesagte, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Die Verbesserungen müssten bis Jahreswechsel umgesetzt werden.

Justizkommissarin Vera Jourova hatte im Juli kritisiert, dass bei Airbnb-Angeboten nicht immer der Gesamtpreis einschliesslich Servicegebühren und möglicher Steuern erkennbar ist. Zudem sei nicht klar erkennbar, ob es sich um einen privaten oder einen professionellen Anbieter handele – für beide Kategorien gälten unterschiedliche Regeln. Darüber hinaus sei nicht klar ersichtlich, dass Verbraucher das Recht hätten, vor den Gerichten ihres Wohnsitzlandes gegen Airbnb zu klagen.

«Online-Unternehmen haben die Art und Weise revolutioniert, wie wir reisen, Unterkünfte finden und unseren Urlaub verbringen. Aber sie müssen sich auch voll und ganz an die Vorschriften halten und Verantwortung übernehmen, wenn Dinge schiefgehen», sagte Jourova. «Die EU-Konsumentenrechte gelten sowohl offline als auch online.»

Airbnb wurde 2008 als Plattform für Anbieter von Unterkünften gegründet und hat seinen Sitz in San Francisco. Das Unternehmen vermittelt millionenfach private und gewerbliche Unterkünfte, nach eigenen Angaben in 190 Ländern und mehr als 34'000 Städten weltweit.

Kritiker werfen dem US-Konzern vor, in Touristenhochburgen wie Barcelona oder Berlin für die stark steigenden Mietpreise mitverantwortlich zu sein. (sda/reu/dpa)

 

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EU-Kommission mahnt Airbnb wegen Regelverstössen ab

Die EU-Kommission nimmt den US-Zimmervermittler Airbnb ins Visier: Die Internetplattform verstosse mit teils unklaren Preisangaben und unzulässigen Geschäftsbedingungen gegen EU-Recht und habe bis Ende August Zeit für Korrekturen.
Bild: Open Grid Scheduler / Grid Engine /Flickr
Bild: Open Grid Scheduler / Grid Engine /Flickr

Reiche die Antwort nicht aus, könnte die Kommission einschreiten, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag gemeinsam mit europäischen Konsumentenschutzbehörden.

«Immer mehr Verbraucher buchen ihre Urlaubsunterkunft online und dieser Sektor bietet Urlaubern viele neue Chancen», erklärte Verbraucherkommissarin Vera Jourova. «Aber Erfolg kann keine Entschuldigung dafür sein, sich nicht an EU-Verbraucherschutzregeln zu halten.»

Die Kunden müssten leicht verstehen können, für welche Dienste sie wie viel zu zahlen hätten. Nötig seien zudem faire Regeln bei Stornierung durch den Eigentümer. «Ich erwarte, dass Airbnb rasch die richtigen Lösungen präsentiert», betonte Jourova.

Konkret stossen sich Kommission und Konsumentenbehörden daran, dass bei Airbnb-Angeboten nicht immer der Gesamtpreis einschliesslich Service-Ggebühren erkennbar sei. Ausserdem müsse die Plattform klar ersichtlich darstellen, ob es sich um einen privaten oder professionellen Anbieter handele – denn für beide Kategorien seien jeweils unterschiedliche Verbraucherregeln gültig. Darüber hinaus fordert sie diverse Änderungen in den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters mit Blick auf Klagemöglichkeiten und Schadenersatzfragen.

Airbnb will kooperieren
Airbnb will mit der Kommission kooperieren. «Wir nehmen das Thema sehr ernst und sind bestrebt, für unsere Kunden so transparent wie möglich zu sein», sagte ein Firmensprecher in London. Vor der Bestätigung einer Buchungen würden Gäste über alle anfallenden Gebühren informiert. Man arbeite an einer Klarstellung der Punkte gegenüber der Behörde.

Airbnb wurde 2008 als Plattform für Anbieter von Unterkünften gegründet und hat seinen Sitz in San Francisco. Die Plattform vermittelt millionenfach private und gewerbliche Unterkünfte, nach eigenen Angaben in 34 000 Städten weltweit.

awp/sda/dpa/reu

airbnb

Airbnb: Wachstum und Regulierung in der Schweiz

Airbnb wächst und wächst – auch in der Schweiz. Da ein Grossteil der Gastgeber keine Kurtaxe abliefert, suchen immer mehr Kantone das direkte Gespräch mit der mächtigen Home-Sharing Plattform.
Bild: pixabay
Bild: pixabay

In wenigen Tagen veröffentlicht das Walliser Tourismus Observatorium (WTO) seinen neusten Bericht zur Home-Sharing Economy in der Schweiz. Der htr liegen bereits jetzt die aktuellsten Zahlen vor: Mit 32 761 Objekten und 92 315 Betten dominiert Airbnb auch 2018 klar den Schweizer Home-Sharing-Markt. Zum Vergleich: Bei den Konkurrenten Casamundo und Booking.com finden sich mit je rund 14 000 Objekten jeweils nicht einmal halb so viele Objekte. Das Angebot auf Airbnb nahm damit innerhalb nur eines Jahres, von Januar 2017 bis Januar 2018, schweizweit um mehr als 8000 Objekte zu. Die meisten Objekte befinden sich im Wallis, in Zürich, im Waadtland sowie in Bern und Graubünden (siehe Grafik). Bei der Anzahl Betten liegt ebenfalls das Wallis (28 427) deutlich vorne, gefolgt von Graubünden (11 919) und Bern (10 010).

Der Anteil der Airbnb-Betten in der Schweiz erreicht mittlerweile 34 Prozent des Hotelangebots. Im Januar 2017 waren es erst 25 Prozent. Das WTO stellt einen zunehmenden Trend zur Professionalisierung der Gastgeber fest: Lediglich 54,2 Prozent der Airbnb-Objekte werden von Gastgebern angeboten, die nur ein einziges Objekt auf der Plattform führen. Ein Jahr zuvor waren es noch 60 Prozent. Alle übrigen Anbieter führen zwei, drei oder mehr Objekte. Am oberen Ende der Skala findet sich aktuell ein namentlich nicht genannter Anbieter, der allein 184 Objekte auf Airbnb anbietet.

Angesichts dieser Entwicklungen wächst bei den Hoteliers die Sorge über zunehmende Konkurrenz aus der Sharing-Economy. Zumal für Airbnb-Gastgeber nicht die gleichen Auflagen gelten wie für Hoteliers. Ungleich lange Spiesse herrschen etwa bei der Einziehung der Kurtaxe. Während Hotels die Taxen dem Gast vorschriftsgemäss berechnen und bei der zuständigen Stelle abliefern, tun dies viele private Gastgeber nicht, was den Wettbewerb verzerrt. Eine Motion von Nationalratspräsident Dominique de Buman, die einen automatischen Einzug der Kurtaxe auf den Onlineplattformen forderte, wurde vom Nationalrat in der Frühjahrssession abgelehnt. Tatsächlich stellt eine schweizweite zentrale Abrechnung der Kurtaxe eine Herausforderung dar. Die Steuerhoheit liegt bei den Kantonen, die Bestimmungen bei den Gästetaxen sind höchst unterschiedlich. Während einige Kantone eine einheitliche Taxe kennen, unterscheiden sich die Reglemente in anderen Kantonen von Gemeinde zu Gemeinde. Im Wallis oder in Graubünden wäre eine kantonale Regelung besonders schwierig, da die Kurtaxen zum Teil durch jährliche Pauschalen pro Anzahl Betten oder Quadratmeter Wohnfläche berechnet werden. Ein Kurtaxeneinzug via Airbnb scheint dort wenig sinnvoll.

Auch das Waadtland kennt kein kantonales Kurtaxenreglement. Einzelne Gemeinden, zum Beispiel Lausanne und Montreux, suchen trotzdem das Gespräch mit Airbnb. Bei dem Grossunternehmen sei das Interesse an Einzellösungen mit kleinen Schweizer Destinationen jedoch gering, beklagt man im Kanton, was die Verhandlungen erschwere.

Die Infografik zeigt den aktuellen Stand der Übereinkünfte zwischen Airbnb und einzelnen Schweizer Kantonen. Im Gegensatz zum Ausland sind Verbote in der Schweiz noch die Ausnahme.

Der aktuelle Airbnb-Bericht des WTO erscheint in Kürze auf

tourobs.ch


Baselland

In Baselland zieht Airbnb seit 1. April 2018 bei allen Buchungen im Kanton automatisch die Gasttaxe ein (3.50 Franken pro Gast und Nacht) und leitet sie an Baselland Tourismus weiter. [DOWNLOADS]


Bern

Die Berner Stadtregierung will die temporäre Vermietung von Berner Altstadt-Zweitwohnungen verbieten, um die Mietpreise nicht weiter anzuheizen. Parlament und Volk müssen allerdings noch zustimmen. Auf kantonaler Ebene soll noch diesen Sommer ein Abkommen mit Airbnb zur Einziehung der Taxen (eine Beherbergungsabgabe von 1 Franken pro Gast und Nacht sowie die kommunalen Kurtaxen in unterschiedlicher Höhe) unterzeichnet werden.


Freiburg

Im Kanton Freiburg laufen Gespräche mit Airbnb zur Einziehung der Gästetaxe. Laut der kantonalen Tourismusorganisation Fribourg Region arbeite man aktuell noch an der Lösung von technischen Herausforderungen.


Genf

Bei der Regulierung des Angebots ist Genf in der Schweiz Vorreiter: Seit April 2018 dürfen Mieter ihre Wohnungen nur noch während maximal 60 Tagen pro Jahr über Plattformen wie Airbnb untervermieten. Häufigere Untervermietungen sind untersagt, da es sich ab dann mutmasslich um kommerzielle Angebote handelt. Einen Automatismus zur Sperrung des Angebots auf Airbnb, wie in Amsterdam der Fall, gibt es allerdings noch nicht.


Luzern

Auch der Kanton Luzern verhandelt mit Airbnb über die Einziehung von Beherbergungsabgaben und Kurtaxen. Mit einer Einigung wird noch 2018 gerechnet. Ein Vorstoss der Sozialdemokraten im Luzerner Stadtrat, der auch bei bürgerlichen Politikern Anklang findet, will derweil die Untervermietung von Wohnungen in der Stadt auf maximal drei Monate pro Jahr beschränken.


Schwyz

Gemäss neuem Reglement werden die Kurtaxen in Zukunft nicht länger von den Gemeinden, sondern auf Kantonsebene erhoben. Schwyz Tourismus verhandelt aktuell mit Airbnb über die Einziehung über die Plattform. Nach dem Willen der Tourismusorganisation wird Airbnb künftig die Kurtaxe bei Buchungen über die Plattform erheben und an Schwyz Tourismus überweisen, bevor die Einnahmen anschliessend an die einzelnen Gemeinden gehen.


Tessin

Ticino Turismo und hotelleriesuisse Ticino stehen in Kontakt mit Onlinereservierungs-Plattformen, um die Kurtaxenerhebung zu regulieren. Das Tessin will sich jedoch nicht wie andere Kantone auf das Inkasso von Kurtaxen beschränken. Laut der Tourismusorganisation gehe es auch darum, unfairen Wettbewerb mit Hotels zu verhindern. Ein entsprechender Vorschlag werde derzeit ausgearbeitet und soll dem Kanton zur Abstimmung vorgelegt werden.


Baselstadt

In der Stadt Basel soll noch vor Beginn der Sommerferien ein ähnliches Modell wie in Baselland in Kraft treten: Airbnb soll die Kurtaxe (4 Franken pro Person und Nacht) an das zuständige Amt für Wirtschaft und Arbeit überweisen, welches die Gelder an Basel Tourismus weiterleitet.


Zug

Bereits seit dem 1. Juli 2017 wird die Beherbergungsabgabe in Zug (unterschiedlich von Gemeinde zu Gemeinde) auf Airbnb automatisch über die Plattform eingezogen und an Zug Tourismus weitergegeben. Der Kanton ist der erste, der mit Airbnb eine Lösung gefunden hat.


Zürich

Ab dem 1. August 2018 wird Airbnb die City Tax (2.50 Franken pro Gast und Nacht) für alle Buchungen im Kanton Zürich automatisch einziehen und an Zürich Tourismus weiterleiten. Airbnb geht zudem eine Partnerschaft mit der Tourismusorganisation ein und wird Mitglied.

Das Ausland setzt auf Verbote
Laut Airbnb hat das Unternehmen mit mehr als 370 Ferienorten auf der ganzen Welt Abkommen zum ­Einzug von Gästetaxen geschlossen. Vielerorts stehen die Zeichen dagegen auf Repression. Einige Beispiele.

Niederlande
In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam dürfen Wohnungen nur während maximal 60 Tagen pro Jahr untervermietet werden. Airbnb ist verpflichtet, ein Angebot für den Rest des Jahres zu sperren, sobald dieses Maximum erreicht wurde. Ab 2019 will die Stadtregierung die Anzahl der zulässigen jährlichen Übernachtungen auf 30 halbieren. In bestimmten Vierteln der Stadt könnte die Vermietung an Touristen grundsätzlich verboten werden.

Deutschland
In Berlin wurde im Mai 2018 ein seit zwei Jahren geltendes Kurzmietverbot etwas gelockert. Die zeitweise Vermietung der eigenen Wohnung wird künftig erleichtert. Zweitwohnungen können für bis zu 90 Tage pro Jahr weitervermietet werden. Die Kontrollmöglichkeiten durch die Behörden wurden gleichzeitig jedoch verschärft. Die Hansestadt Bremen will Wohnungsinhabern ebenfalls nur noch drei Monate im Jahr gestatten, ihre Wohnung unterzuvermieten. Auch Frankfurt und Köln kennen Zweckentfremdungsverbote gegen die gewerbliche Vermietung von Wohnraum. Im Fall eines Verstosses drohen Bussgelder. In München ist Wohnraum besonders knapp – dort werden Verstösse mit bis zu einer halben Million Euro gebüsst. Hamburg will seine Gesetzgebung ebenfalls noch verschärfen.

Spanien
Ab Juli 2018 dürfen Wohnungsbesitzer in Palma de Mallorca ihre vier Wände nicht mehr an Touristen vermieten. Ein ähnliches Verbot gilt künftig auch auf der Nachbarinsel Ibiza. Die Touristenmetropole Barcelona hat sämtliche Neubewilligungen für Kurzzeitvermietungen ausgesetzt. Unter anderem Airbnb wurde mehrfach eine Strafe von bis zu 600 000 Euro wegen illegaler Wohnungsvermittlung aufgebrummt. In Madrid soll die Kurzzeitvermietung von Wohnungen auf 90 Tage pro Jahr ­begrenzt werden. Mehrfamilienhäuser, in denen alle Wohnung nur kurzzeitig vermietet werden, sollen die gleichen Auflagen wie Hotels erfüllen müssen. Im Stadtzentrum sollen an Touristen vermietete Wohnungen separate Zugänge haben, getrennt von den Eingängen der ständigen Bewohner. In Valencia gibt es Bestrebungen, Touristenapartments auf das Erdgeschoss oder das erste Stockwerk zu begrenzen, um den schönsten Meeresblick den Einwohnern vorzubehalten.

Vereinigte Staaten
In New York existiert ein ganzer Regelkatalog, der Airbnb-Vermietern das Leben schwer machen soll. Seit Oktober 2016 gilt für Home-Sharing-Websites ein Verbot für Kurzzeitvermietungen. Die Vermietung eines ganzen Apartments für weniger als 30 Tage ist nun illegal. Wer eine entsprechende Unterkunft nur schon anbietet, macht sich strafbar. Auch in der Südstaatenmetropole New Orleans gilt im ältesten Stadtteil seit Oktober 2017 ein Kurzmietverbot. Ganze Wohnungen dürfen zudem nicht länger als 90 Tage im Jahr an Nicht-Stadtbewohner vermietet werden. Eine der landesweit strengsten Regulierung kennt Boston. Anfang Juni verabschiedete der Stadtrat neue Vorschriften zur Entspannung des ausgetrockneten Wohnungsmarkts. Im Fokus des Gesetzgebers steht die nächteweise Vermietung von ganzen Wohnungen über Websites wie Airbnb. Eigenheimbesitzer von Zwei- bis Dreifamilienhäusern, die selber in der Immobilie wohnen, sollen dagegen auch weiterhin einzelne Wohneinheiten vermieten dürfen. Selbst die Heimatstadt von Airbnb, San Francisco, stellt Vermietern hohe Hürden: Die Untervermietung von Häusern durch abwesende Mieter ist auf 90 Tage im Jahr beschränkt. Zweitwohnungen dürfen überhaupt nicht weitervermietet werden. Seit 2015 müssen sich alle Airbnb-Anbieter über ein umständliches Verfahren bei der Stadt registrieren lassen.

Japan
Ein neues Gesetz in Japan verpflichtet sämtliche Airbnb-Gastgeber, sich zu registrieren. Kurz bevor die Regelung Mitte Juni in Kraft trat, kündigte die Regierung an, dass alle Anbieter pünktlich zum 15. Juni eine Lizenz vorweisen müssten, um aktiv zu bleiben. Airbnb musste daraufhin über Nacht Tausende Buchungen stornieren. Seit Ankündigung der Registrierungspflicht ging die Zahl der Objekte auf Airbnb um 80 Prozent zurück. Anbieter dürfen Zimmer zudem nicht mehr als 180 Tage im Jahr untervermieten. Auch gelten für die Unterkünfte die gleichen Sicherheitsregeln wie für Hotels.

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Bern will Airbnb in der Altstadt Grenzen setzen

Die Berner Stadtregierung will dafür sorgen, dass in der Altstadt auch in Zukunft vor allem Einheimische wohnen. Mit einer Revision der Bauordnung will sie unterbinden, dass Wohnungen in Zweitwohnungen umgewandelt und regelmässig für kurze Dauer vermietet werden.

Eine entsprechende Änderung der Bauordnung hat der Gemeinderat zuhanden der öffentlichen Mitwirkung verabschiedet, wie er am Mittwoch mitteilte. Der Wohnraum in der Stadt Bern solle primär der ständig anwesenden Wohnbevölkerung zur Verfügung stehen.

Handlungsbedarf besteht laut Gemeinderat vor allem in der Altstadt.Dort gab es in den letzten Jahren vermehrt Angebote für temporäre Wohnformen, etwa für Geschäftsleute und Airbnb-Kunden.

Mit der Teilrevision der Bauordnung folgt der Gemeinderat einem Auftrag des Parlaments. Der Stadtrat hatte Anfang 2017 eine Motion überwiesen, die sich gegen die Zweckentfremdung von Altstadt-Wohnungen richtete.

Detailhandel, Klein- und Gastgewerbe in den Lauben
Ausserdem soll die untere Altstadt ein lebendiger Ort für deren Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Kundinnen und Kunden der Spezialgeschäfte, der Gastronomie und der Kultur- und Dienstleistungsbetriebe bleiben. Dies setze eine Nutzungsvielfalt ohne Dominanz einzelner Branchen und eine einladende Gestaltung der Schaufenster und Aussenräume voraus, schreibt die Stadtverwaltung.

Das entspricht auch dem Anliegen einer vom Stadtrat überwiesenen Motion. Zu diesem Zweck schlägt der Gemeinderat eine Regelung vor, wonach in den an die Laube angrenzenden Räumen in Zukunft nur noch Detailhandelsgeschäfte, Gast- und Kleingewerbebetriebe sowie kulturelle Nutzungen und quartierbezogene Dienstleistungsbetriebe zulässig sein sollen.

Zudem sieht der Gemeinderat für die ganze Altstadt Vorschriften zur Gestaltung der Fassaden in den Lauben vor. (sda/htr)

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Nationalrat lehnt nationale Abrechnung für Kurtaxen ab

Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Motion von Nationalrat Dominique de Buman abgelehnt. Der Vorstoss verlangt, dass die Kurtaxen bei jeder Buchung automatisch von den Onlineplattformen eingezogen und an eine zentrale Stelle überwiesen werden.

Die Motion von Dominique de Buman «Weniger Bürokratie durch einfache, nationale Abrechnung der Kurtaxen, die bisher nicht eingezogen werden konnten» wurde am Mittwoch vom Nationalrat mit 112 gegen 73 Stimmen bei vier Enthaltungen abgelehnt.

Mit dem Vorstoss soll eine gesetzliche Grundlage für die direkte Einziehung der Kurtaxe durch Buchungsplattformen geschaffen werden, damit diese über eine zentrale Stelle abgerechnet werden kann. Die Einnahmen sollen nach wie vor an die Kantone und Gemeinden zurückerstattet werden. Mit der Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für eine solche direkte Einziehung der Kurtaxe über eine zentrale Stelle kann die Zahlung der Kurtaxe auch mit den neuen Beherbergungsformen sichergestellt werden. Dies würde auch Bürokratie abbauen.

Weniger Bürokratie und gleich lange Spiesse
«Diese Motion ist eine Chance, die Digitalisierung zum Bürokratieabbau zu nutzen. Sie sorgt für gleich lange Spiesse mit der traditionellen Hotellerie im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit», sagte die Luzerner CVP-Politikerin Andrea Gmür-Schönenberger am Mittwoch im Parlament.

Die Befürworter der Motion begründen, dass etwa 30 bis 50 Prozent der Gastgeber im Bereich der Parahotellerie die Kurtaxe nicht oder nur teilweise entrichten – entweder aus Unwissenheit oder mit Absicht. Es entgehen Einnahmen für die Branche von geschätzten 70 Millionen Franken.

Besonders Anbieter auf Online-Plattformen der Sharing Economy wie beispielsweise Airbnb stünden dabei in der Pflicht. Traditionelle Hotels ziehen die Taxe bereits korrekt ab und würden damit benachteiligt. «Ihre Wettbewerbsfähigkeit sinkt, die Online-Anbieter profitieren ungerechtfertigt», ergänzte Andrea Gmür-Schönenberger.

Bundesrat Ueli Maurer: «Eine Vision für in zehn, zwanzig Jahren
Bundesrat Ueli Maurer sieht im Vorstoss keine Lösung, aber dass sie durchaus in die Richtung dieser Motion gehen könnte. «Es gibt bereits Kantone, die mit den Betreibern von Buchungsplattformen im Gespräch sind. Erste Abschlüsse sind erfolgt. Ich denke, dieser Weg wird unserem föderalistischen System gerecht, indem die Kantone mit ihren Gemeinden entsprechende Lösungen finden».

Dass die Motion weniger Bürokratie bedeutet, bezweifelt der Finanzminister. Da die Kurtaxen in der Schweiz unterschiedlich erhoben werden und dieses System «historisch» gewachsen sei, würde laut Maurer die Einführung einer einheitlichen Lösung wohl zu einem fast unüberwindbaren bürokratischen Aufwand führen.

Trotzdem sieht der Vorsteher des Finanzdepartements in der Motion eine Vision für in zehn, zwanzig Jahren. «Das würde ich nicht einmal bestreiten. Aber ich denke, im Moment sollten wir uns nicht die Zähne an etwas ausbeissen, was funktioniert, was historisch gewachsen ist, was auch in den Kantonen immer wieder zu heftigen Diskussionen und zu Abstimmungen führt, und was auch an Gemeindeversammlungen diskutiert wird», sagte Maurer im Nationalrat.

In einer Stellungnahme schreiben die Branchenverbände hotelleriesuisse und Parahotellerie Schweiz, dass mit dem Entscheid der grossen Kammer eine Chance verpasst wird, mithilfe der Digitalisierung Bürokratie abzubauen und den Destinationen zu mehr Einnahmen aus den Kurtaxen zu verhelfen. Diese hätten zur Attraktivitätssteigerung der Destinationen verwendet werden können, wovon der gesamte Tourismusstandort und damit auch die Hotellerie profitiert hätten. (htr)

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Airbnb prescht weiter in den Hotelmarkt vor

Die Zimmervermittlungsplattform Airbnb baut sein Geschäft mit Hotelangeboten und Luxusreisen aus. Künftig sollen nebst hochwertigen Übernachtungsangeboten auch Hotelbuchungen dazu kommen. Damit wird Airbnb grossen Online-Reisefirmen wie Expedia oder Booking ähnlicher.

AirBnb-Mitgründer und -Chef Brian Chesky gab bei der Vorstellung der Pläne am späten Donnerstag in San Francisco das Ziel aus, zum Jahr 2028 auf eine Milliarde Übernachtungen pro Jahr zu kommen.

Für zahlungskräftigere Reisende soll es im Frühjahr die neue Rubrik «Beyond by AirBnb» geben, in der Luxus-Unterkünfte wie Villen oder Penthouse-Wohnungen zu mieten sein werden. Bei «AirBnb Plus» wird die Qualität der Unterkünfte durch den Besuch eines Prüfers der Firma garantiert. Das Angebot startet mit rund 2000 überprüften Standorten.

Zudem soll eine neue und eigene Rubrik für Bed-and-Breakfasts, Ferienwohnungen und Boutique-Hotels geschaffen werden, um die Suche besser einzugrenzen. Nach Angaben der US-amerikanischen Webseite Recode will AirBnb den Gästen künftig auch Hotelbuchungen anbieten. Das Start-Up-Unternehmen aus San Francisco gilt bisher vor allem als Konkurrent der Hotelbranche, weil die Angebote auf der Plattform oft eine günstigere Alternative zu ihren Zimmern bieten. Zugleich lassen aber auch Hotels Zimmer über AirBnb vermitteln – unter anderem weil dort die Gebühren für sie laut Experten deutlich niedriger sind als bei Expedia oder Booking.

Die Vermittlungsplattform plant künftig auch auf ein Treueprogramm für «Supergäste». Diese sollen bei häufiger Airbnb-Nutzung besonders belohnt werden. Bis Ende Jahr soll das Loyalitätsprogramm gestartet werden.

AirBnb sammelte seit dem Start 2008 gut drei Milliarden Dollar bei Investoren ein. Dabei wurde die Firma zuletzt laut Medienberichten insgesamt mit mehr als 30 Milliarden Dollar bewertet – und wäre damit das zweitteuerste US-Start-up nach dem Fahrdienst-Vermittler Uber mit rund 70 Milliarden. Zuletzt soll es von den Geldgebern mehr Druck gegeben haben, AirBnb an die Börse zu bringen und profitabler zu agieren. (sda/htr/npa)

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HRS Destination Solutions kooperiert mit Airbnb

HRS Destination Solutions, ein deutscher Vermarkter für Ferienunterkünfte, Vermittlungsagenturen und Tourismuszentralen, geht eine Kooperation mit Airbnb ein.

HRS Destination Solutions, ein deutscher Vermarkter für Ferienunterkünfte, Vermittlungsagenturen und Tourismuszentralen, arbeitet ab sofort mit Airbnb zusammen. Das Unternehmen führe eine Schnittstelle zu Airbnb ein, das mit bis dato über 260 Millionen Gastankünften zu den größten Unterkunftsportalen der Welt gehört, heisst es in einer entsprechenden Medienmitteilung.

Laut dem Vermarkter können mit der Kooperation Ferienhausbetreiber und Agenturen, welche die Buchungslösung von HRS Destination Solutions verwenden, ihre internationale Reichweite vergrößern. Zudem sollen Sie Zugang zu der Airbnb typischen Kundengruppe erhalten, die auf den klassischen Ferienhausportalen in der Menge und Intensität bisher nicht vertreten war. Nach einer einmaligen Anmeldung des Unterkunftsbetreibers bei Airbnb gebe HRS Destination Solutions die Daten zu den Objekten, Preise und Verfügbarkeiten automatisch weiter.

«Wir freuen uns, mit der Schnittstelle zu Airbnb unseren Unterkunftspartnern einen weiteren reichweitenstarken Vertriebskanal zu bieten, den sie mit unserer Buchungslösung bedienen können», sagt Stephan Wimösterer, Geschäftsführer von HRS Destination Solutions. «Airbnb erweitert unser Netzwerk, zu dem bereits Anbieter wie Homeaway, Best Fewo, Casamundo oder Booking.com gehören.»

HRS Destination Solutions deckt die gesamte Wertschöpfungskette der digitalen Distribution ab und bietet Destinationen, Gastgebern und Agenturen eine «All-in-One-Lösung» zur Erfassung, Pflege und Vermarktung von Ferienunterkünften. Den Bestand von mehr als 500.000 Ferienunterkünften vertreibt HRS an eine Vielzahl reichweitenstarker Plattformen und Netzwerke, unter anderem HRS Holidays, Homeaway, BestFeWo, Casamundo oder Booking.com. Darüber hinaus unterstützt HRS Destination Solutions Tourismusregionen bei der Konzeption und Programmierung von Webseiten, bietet professionelle Buchungsstrecken zur Integration auf der jeweiligen Webseite an und realisiert maßgeschneiderte Online-Kampagnen. (htr/og)

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Starker Zuwachs an Airbnb-Angeboten in der Schweiz

Ende Juni 2017 wurden in der Schweiz fast 30'000 Airbnb-Objekte mit rund 80'000 Betten erfasst, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 11’000 Objekten entpricht. Das Walliser Tourismus-Observatorium rechnet bis Ende 2017 mit 3 Mio. Airbnb-Übernachtungen – etwa 8 Prozent der 35 Mio. Hotelübernachtungen.

Seit 2014 verfolgt das Walliser Tourismus-Observatorium (Tourobs) die Entwicklung des Airbnb-Phänomens in der Schweiz und insbesondere im Wallis. Die in den Jahren 2015 und 2016 beziehungsweise Anfang 2017 durchgeführten Analysen zeigten einen starken Anstieg der Objekt- und Bettenzahlen und recht ausgeprägte territoriale Disparitäten. Eine neue Studie gibt einen Überblick über das aktuelle Airbnb Angebot in der Schweiz, basierend auf den von Tourobs Ende Juni 2017 erhobenen Primärdaten.

Aus den Auswertungen geht hervor, dass Ende Juni 2017 in der Schweiz 29'595 Airbnb-Objekte mit 80'227 Betten erfasst wurden, was einem Durchschnitt von 2,7 Betten pro Objekt entspricht. Dies ist ein Zuwachs von 11'000 Objekten in nur einem Jahr.

Das Wallis bleibt mit 5'150 Objekten und 22'953 Betten an der Spitze der Kantone mit den meisten Airbnb-Objekten und Betten. Die drei Alpentourismus-Kantone Wallis, Graubünden und Bern rangieren in der Rangliste der Kantone mit den meisten Airbnb-Betten an erster Stelle.

Die Rangfolge der Kantone nach der Grösse ihres Airbnb-Angebotes im Verhältnis zu ihrem Zweitwohnpark zeigt eine sehr starke Dominanz von Basel-Stadt (20,3%), gefolgt von Genf (8,8%) und Zürich (6,5%). In diesem Ranking überwiegen die Stadtkantone, die deutlich über dem Durchschnitt von 4,2 Prozent auf Schweizer Ebene liegen.

Für die Schweiz insgesamt scheint sich der Durchschnittspreis pro Bett bei rund 73 Franken zu stabilisieren. Die höchsten Tarife werden von den Stadtkantonen erhoben, wobei Basel-Stadt mit 121 Franken am teuersten ist.

8 Prozent der Hotelübernachtungen
In der Schweiz macht der Anteil der Airbnb-Betten heute 30 Prozent des Hotelangebots aus, was einem Anstieg von 5 Punkten in sechs Monaten entspricht. Der Anteil der Airbnb-Betten am Hotelangebot explodiert im Wallis von 57 Prozent auf 73 Prozent in nur einem Semester.

Gemäss Airbnb-Daten hat die Schweiz im vergangenen Jahr 447'000 Ankünfte in 23'000 Objekten generiert. Unter Berücksichtigung einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 4,5 Tagen könne die Zahl der Airbnb-Nächtigungen für 2016 auf rund 2 Millionen geschätzt werden, wie die Tourbos-Analysten unter der Leitung von Tourismusprofessor Roland Schegg schreiben. Und sie rechnen mit einem weiteren Anstieg: «Wir gehen davon aus, dass Airbnb Ende 2017 35'000 Objekte anbieten wird, und dass Airbnb 2017 drei Millionen Übernachtungen in der Schweiz generieren könnte, was etwa 8 Prozent der 35 Mio. Hotelübernachtungen entspräche».

Trend zur Professionalisierung der Hosts auf der Airbnb-Plattform
Der Anteil der Objekte, die nur von einem einzigen Host verwaltet werden ist seit der letzten Tourobs-Studie vor einem halben Jahr nochmals deutlich gesunken (von 60% auf 56,8% was 16'818 Objekten entspricht).

Eine Analyse der Hosts, die mehr als zehn Objekte managen zeigt folgendes Bild: Es handelt sich um 134 Vermieter, die total 4469 Airbnb-Objekte verwalten (d.h. rund 15 % des Angebots in der Schweiz).

Die eindeutig wichtigsten Player sind Interhome mit 19 Nutzerprofilen und total 1'713 Airbnb Objekten (d.h. 6% des Angebots), gefolgt von Inter Chalet (wie Interhome zur Hotelplan Group gehörend) mit 10 Nutzerprofilen und 241 Objekten. 1’274 Objekte werden durch 49 Hosts (Ferienwohnungsagenturen und Immobilienunternehmen, Privatpersonen) in den klassischen Ferienregionen (Bern, Graubünden, Tessin und Wallis) verwaltet, wobei das Wallis mit 27 Hosts und 581 Airbnb-Objekten erwartungsgemäss stark vertreten ist. (htr/npa)

Zur gesamten Studie

wohnungsmarkt

Airbnb lässt laut Studie Mieten und Liegenschaftspreise steigen

Vermittlungsplattformen für Unterkünfte wie Airbnb wirken sich nachteilig auf Mieter aus. In Schweizer Städten führten sie zum Verlust von Mietwohnungen, warnt der Zürcher Mieterinnen- und Mieterverband. Er fordert deshalb eine Regulierung.

Vermittlungsplattformen wie Airbnb haben negative Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt in Städten, die stark vom Tourismus geprägt sind und eine tiefe Leerstandsquote haben. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Inura-Instituts Zürich im Auftrag des ZürcherMieterinnen- und Mieterverbands (MVZH). Dieser nimmt die Studie zum Anlass, eine stärkere Regulierung der Airbnb-Angebote zu fordern.

Insbesondere im Fokus ist die kommerzielle Nutzung. Mieter sollten weiter ihr Recht zur Untervermietung nutzen können, sagte Walter Angst vom MVZH am Dienstag vor den Medien. Die kommerzielle Vermietung über Airbnb zeige aber Verdrängungseffekte auf dem Wohnungsmarkt und finde in der politischen Diskussion noch nicht statt.

Für einen funktionierenden Wohnungsmarkt wird in Kanada und in den USA von einer Leerstandsquote von 3 Prozent ausgegangen. Die Situation in grossen Schweizer Städten steht da in einem schlechtenVerhältnis: 2015 standen 0,22 Prozent der Wohnungen in der Stadt Zürich leer, Basel kam auf 0,42 Prozent, Genf auf 0,45 Prozent.

Nachfrage in Schweiz stark gestiegen
Die Situation in diesen drei Städten hat die Studie genauer beleuchtet. Beispiel Basel: Zwischen 2013 und 2016 hat sich die Zahl von 293 Objekten auf Airbnb auf 1092 erhöht. Dies entsprach im Jahr 2016 42 Prozent der Anzahl Hotelbetten in der Stadt Basel. Die Google-Suchanfragen nach Airbnb-Unterkünften in der Schweiz entsprechen dieser Entwicklung – seit 2012 sind sie stark angestiegen.

Beispiel Genf: Wie in allen Schweizer Städten beträgt der Anteil von ganzen mietbaren Wohnungen oder Häusern zwei Drittel. Ein Drittel aller Anbieter in Genf haben mehr als eine Unterkunft auf Airbnb gestellt.

Stefan Donati, einer der Autoren der Studie, sagte am Dienstag: «Sobald jemand zwei Unterkünfte anbietet, gehen wir von einem kommerziellen Anbieter aus.» Allerdings könne man auch mit einer Unterkunft kommerziell operieren.

«Kieztourismus» in Zürich
In Genf weisen beinahe die Hälfte der Anbieter mit mehreren Airbnb-Einträgen sogar drei oder vier Unterkünfte auf – zwei Personen sind Spitzenreiter mit 33 respektive 34 Angeboten.Schweizweit an der Spitze lag 2016 ein Anbieter mit 105 Objekten.

Für die Autoren ist klar: In Genf kann von einer regen gewerblichen Nutzung von Airbnb ausgegangen werden. Auch die durchschnittliche Belegung spricht dafür. 71 Nächte sind die Genfer Unterkünfte im Schnitt belegt. Berücksichtigt man nur die häufig gebuchten, kommt man auf durchschnittlich 147 Nächte. Ausserdem sind rund 70 Prozent der Angebote das ganze Jahr über buchbar, was ebenfalls auf eine kommerzielle Nutzung hinweist.

Beispiel Zürich: Hier zeigt sich, was die Autoren der Studie mit «Kieztourismus» beschreiben. 2000 Airbnb-Angebote gab es hier im August 2016. Prozentual am meisten Mietunterkünfte liegen in den Quartieren Rathaus (2 Prozent des Wohnungsbestandes) und Mühlebach(1,7 Prozent) sowie Langstrasse und Seefeld (beide 1,1 Prozent).

Die Nähe zu Sehenswürdigkeiten oder eine hippe Umgebung geben den Ausschlag beim Buchen. Der städtische Durchschnitt an Airbnb-Unterkünften liegt bei 0,4 Prozent.

Steuerliche Aspekte
Die negativen Auswirkungen unter solchen Voraussetzungen können steigende Mieten und Liegenschaftspreise sein. Dadurch entstehen Verdrängungsprozesse. Die Studie führt als ein Beispiel London an, wo 13'000 Wohnungen für kurzfristige Nutzungen verwendet werden und nicht dem Mietmarkt zu Verfügung stehen. In Boston liess sich festmachen, dass in Quartieren, in denen die Anzahl Airbnb-Angebote anstieg, auch die Mieten in der Nachbarschaft teurer wurden.

Die Studie schlägt regulatorische Massnahmen vor wie etwa eine Festlegung der Nutzung auf den Hauptwohnsitz des Anbieters oder eine maximale Zahl an Unterkünften, die ein Teilnehmer anbieten kann. Unabhängig davon empfiehlt die Studie, steuerliche Aspekte ebenfalls zu regeln.

Städte wie Paris und Santa Monica haben direkt mit Airbnb Abmachungen getroffen und befinden sich in einem Datenaustausch. Es sei jedoch unklar, ob die Schweizer Städte dieselbe Verhandlungsmacht besässen, heisst es.(sda/npa)

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Sharing Economy im MICE wird erwachsen

Spacebase gilt als das Airbnb der MICE-Branche: Die Plattform vermittelt Locations, die sonst keiner hat. Mit der Hotellerie will man kooperieren. Und aktiv in die Schweiz 2018.

Erfunden haben die beiden Spacebase-Gründer Julian Jost und Jan Hoffmann-Keining die Sharing Economy in der MICE-Branche nicht. Die beiden haben aber zusammen mit ihrem dritten Partner und Investor Stephan Ekbergh das Modell, vorderhand im deutschsprachigen Raum, auf einen neuen Level gehoben. Bis anhin gab es verschiedene kleine lokale Online-Vermittler – wie zum Beispiel Craftspace für Meetingräume jenseits des Üblichen –, denen aber die Professionalität für das nötige Wachstum fehlte. Diese bringen die Spacebase-Macher nun mit.

Spacebase vermittelt online Räume, die bis anhin in keinem Katalog zu finden sind, «handverlesen» heisst es auf der Website. Dafür schickt Spacebase seine Mitarbeitenden quer durch die Lande auf Suche nach dem Ungewohnten. Die Räume wurden in der Regel bislang gar nicht als Veranstaltungsraum für Externe genutzt.

Kunden buchen sonst bei Hotels
Typisches Produkt ist die Loft einer Kreativagentur. Es kann aber auch ein Boot oder eine Tankstelle sein. Der Kreativität sind in der Raumsuche keine Grenzen gesetzt. Für die Raumbesitzer oder -mieter ist das Weitervermieten meist Neuland. Spacebase beschert ihnen einen neuem Zusatzverdienst. Und ganz generell eine – sinnvolle – Ausnützung bestehender Quadratmeter im immer knapper werdenden urbanen Raum.

So alternativ die Location, so durchdacht der Geschäftsablauf. «Unsere Kunden sind, neben Assistenten und Personalverantwortlichen, Eventplaner und Agenturen, die einen hohen Servicegrad gewohnt sind», betont Julian Jost. «In der Regel buchen diese sonst bei Hotels, die alles aus einer Hand bieten, der Kunde muss sich um nichts kümmern.» Dem Rundumservice-Anspruch will auch Spacebase gerecht werden. Jedem Kunden wird gleich beim ersten Onlinekontakt ein persönlicher Mitarbeiter des Berliner Unter­nehmens zugeordnet. Der Kunde kann online den Raum seiner Wahl direkt buchen oder sich beraten lassen. Merke man bei der Buchung, dass der Raum nicht zum angegebenen Event passt, nimmt der Berater Kontakt mit dem Kunden auf und schlägt Alternativen vor. Gleiches gilt für Zusatzwünsche. «Wir wollen wie ein Hotel alles aus einer Hand bieten.» Spacebase vermittelt das gesamte Tagungs-Equipement bis hin zum Catering. Dafür arbeitet man mit national tätigen Partnern zusammen.

Die Hotellerie sieht Julian Jost sowohl als Mitbewerber als auch als Partner: Bei Eintagesveranstaltungen sei Spacebase klar Konkurrent, bei mehrtägigen und grossen Meetings sei die Hotellerie im Vorteil. «Es ist schwieriger für uns, fünf Räume in einem Haus zu offerieren», so Jost. In der Regel vermittelt Spacebase Räumlichkeiten für Meetings oder Workshops mit idealerweise 30 Personen. Auch kann der Kunde in der Regel nicht am Ort des Events übernachten. Diesen Nachteil möchte man durch direkte Kooperationen mit der Hotellerie auffangen. «Für Partnerschaften mit Hotels sind wir offen», verkündet Jost.

Meetingräume bis 30 Prozent günstiger als in der Hotellerie
Auch wenn sich Spacebase als Teil der Sharing Economy versteht: Der Community überlässt man nicht das Geschäft. Anbieter können innovative Locations vorschlagen – ob sie es auf die Buchungsplattform schaffen, entscheidet aber Spacebase. Das Unternehmen trägt auch das volle Risiko der Raumvermittlung und Abrechnung und ist der entscheidende Vertragspartner zwischen Leistungsnutzer und Leistungs­erbringer. Der Aufwand will honoriert sein. Während für den Mieter keine Zusatzkosten anfallen, zahlen Raumvermieter eine Kommission von 20 Prozent – und dieser Prozentsatz habe durchaus noch Luft nach oben, meint Jost. Preislich sei man sehr attraktiv, ist Jost überzeugt. Im Vergleich zu Meetingräumen in Hotels liege der Preis bei vergleichbarer Raumgrösse rund 30 Prozent tiefer, Kommission bereits eingerechnet. In Deutschland betrage der Durchschnittspreis pro Person und Tag inklusive Verpflegung 40 bis 50 Euro.

Der Preisvorteil sei vor allem dadurch bedingt, dass das Meetinggeschäft für die Vermieter der aussergewöhnlichen Locations ein Nebengeschäft sei. «Wir bekommen die Locations oft für wenig Geld, da diese eigentlich nicht für die professionelle Vermietung bestimmt sind.»

Die Mischung aus besonderer Location, Professionalität und tiefen Preisen hat Spacebase zum Durchbruch verholfen. «Unsere Conversion-Rate ist ungefähr fünfmal höher», vergleicht Jost mit der im Meetingbereich üblichen von eins zu zehn (zehn Anfragen, ein Abschluss). Nach nur zwei Jahren umfasst das Portfolio 2500 Räume in 14 Ländern. Dieses Jahr wagte man den Sprung über den Atlantik und testet aktuell den Standort New York mit bereits 300 Locations. Doch egal wo Space­base Räume vermittelt, die zuständigen Mitarbeitenden sind in Berlin. Man habe versucht zu dezentralisieren, doch das Qualitätsniveau habe gelitten. Wichtigster Markt ist Deutschland, gefolgt von Frankreich, Spanien und England.

Auch in der Schweiz ist man mit den ersten Räumen präsent, aktiv akquirieren will man ab kommendem Jahr. Und dann auch hierzulande nach Partnern in der Hotellerie und im Catering Ausschau halten.

Spacebase: Expandiert wird primär im DACH-Raum
Spacebase, gegründet 2015, ist ein Raumvermittler für firmeninterne Events mit bis zu 50 Teilnehmenden (keine privaten Events); zu den Kunden gehören die Dax-30-Unternehmen. Locations aktuell: total 2500 in 14 Ländern, davon 1100 in Deutschland. Expansionsschwerpunkt bleibt der DACH-Raum. Zentraler Sitz in Berlin mit 18 Vollzeitmitarbeitenden für das weltweite Geschäft; Mitarbeiter bearbeiten täglich 30 bis 50 Meetings.Conversion-Rate: rund 50%.
spacebase.com


Hotel Sales & Pricing Day: Wie man online richtig verkauft

Julian Jost, Gründer & CEO Spacebase, referiert am Hotel Sales & Pricing Day 2017 am 5. September im Park Hyatt Zürich. Weitere Highlights: MICE-Gesprächsrunde unter anderem mit Felix Undeutsch, Expedia, und Christian Badenhop, Meetago, sowie das Referat von Ali Mahlodji, Founder & CEO Whatchado.

Neu im Programm: Workshops.

Veranstalter: Premium Conferences GmbH. Die htr hotel revue ist Medienpartner des Hotel Sales & Pricing Day.

hotel-sales-pricing-day.ch

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Uber, Airbnb & Co.: kein Anlass zur Regulierung

Hotellerie und Taxigewerbe wollen Sharing-Angebote wie Uber und Airbnb stärker regulieren und so für «gleich lange Spiesse» sorgen. Im SECO trifft diese Forderung nicht überall auf Gegenliebe. Stattdessen ist dort die Rede von «gleich kurzen Spiessen».

«Abermillionen Menschen» profitierten täglich vom Angebot der Unternehmen, die wie die Vermittlungsplattformen Uber und Airbnb Technologie und Dienstleistungen geschickt kombinierten. «Solche Innovationen bringen die Volkswirtschaft als Ganzes weiter», sagte der zuständige Chefbeamte Eric Scheidegger im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Interview mit den Zeitungen «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» vom Dienstag.

Im Departement von Bundesrat Johann Schneider-Ammann (FDP) wird an einem Bericht «Digitale Wirtschaft» gearbeitet, in dem die neuen Plattformen diskutiert werden. Politiker, die mit Vorstössen neue Regulierungen verlangen, dürfte das Papier aber enttäuschen:«Rechtliche Überprüfungen scheinen zurzeit nur in wenigen Bereichen nötig», sagte der Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik.

Zumeist sind die gesetzlichen Grundlagen im Schweizer Recht laut Scheidegger offen genug, um die neuen Geschäftsmodelle abzudecken.Ein mögliches Digitalisierungsgesetz würde seiner Ansicht zu einem «Regulierungsmonster».

«Gleich kurze Spiesse»
Auf Forderungen des traditionellen Gewerbes angesprochen, das «gleich lange Spiesse» fordert, entgegnete Scheidegger, das sei ein abgedroschenes Bild. «Gerade das Beispiel Uber zeigt, wie neue Technologien althergebrachte Regulierungen infrage stellen. Die Antwort kann in solchen Fällen ‹gleich kurze Spiesse› lauten.»

Wie sich Scheidegger den Regelabbau vorstellt, zeigt er am Beispiel des Fahrtenvermittlers: Der Grund für Regulierungen im Taxigewerbe sei der Konsumentenschutz; Taxifahrer sollten ortskundig und ausgeruht sein und ihre Autos verkehrstüchtig. Diesen Schutz bietet Uber laut Scheidegger auch: «Dank Identifikations- und Bewertungssystem haben schlechte Fahrer keine Chance.»

Reaktion «typisch»
Dass Taxifahrer und Hotellerie auf Apps wie Uber und den Unterkunftsvermittler Airbnb verärgert reagieren, ist für Scheidegger eine «typische» Reaktion, «wenn ein technologischer Schub etablierte Branchen herausfordert».

Von der Forderung aus Tourismuskreisen, dass der Bund bei Airbnb direkt Kurtaxen eintreiben soll, rät Scheidegger beispielsweise ab:«Ausser unnötiger Zentralisierung gewinnt man damit nichts.» Er verweist auf die förderalistische Realität, das ein regional differenziertes Vorgehen ermögliche: Heute gebe es in manchen Kantonen Kurtaxen, andere überliessen dies ihren Gemeinden.

Für andere Kritikpunkte, etwa strenge Klauseln in Verträgen der Buchungsplattform Booking.com, verweist Scheidegger auch auf das geltende Recht: «Missbrauchsvorwürfe können mit den bestehenden Grundlagen untersucht und geahndet werden.» (sda/pt)