Der Direktor von Schweiz Tourismus zeigte sich beeindruckt von derentspannten Grosszügigkeit, mit der etwa dieTourismusverantwortlichen in Zermatt (VS) auf das «Eingeschneitsein»reagiert hätten, sagte Nydegger in einem Interview mit der «Sonntagszeitung».

Er gehe aber nicht so weit, zu behaupten, dass die SituationZermatt genützt habe. «Wenn die Bergbahnen geschlossen sind, istdas sicher nicht gut für die Erträge.» Positiv sei aber, dass inder Schweiz der Glaube an den grossen Schnee zurückgekehrt sei.

Preiserhöhungen nicht sinnvoll
Seiner Meinung nach wäre es nicht klug, die Preise jetzt wiederanzuheben. Sie seien in den letzten Jahren gesenkt worden. Man habedie Lehren aus der Diskussion über das Hochpreisland Schweizgezogen. «Im Übrigen sind die Preise ja auch gesunken, weil dieKosten heruntergefahren wurden», so Nydegger.

Ob die Billigstrategie der Bergbahnen finanziell aufgehe, könne ernicht beurteilen. «Aber: Wie eng die Skigebiete kooperiert haben,um eine gemeinsames Ticket zu lancieren – etwa den Magic-Pass in derWestschweiz (...), da kann ich nur sagen: Chapeau!»

Nydegger löste zu Jahresbeginn Jürg Schmid als obersten Touristikerder Schweiz ab. Auf die Frage, was sich damit ändere, sagte er,dass die Tatsache, dass ein interner Kandidat gewählt worden sei,zeige, dass die strategische Richtung stimme und weiterentwickeltwerde. «Jetzt geht es ums ‹Finetuning›. Ich plane auch kein neuesLogo», so Nydegger.

Eigene Produkte
Schweiz Tourismus müsse aber vermehrt eigene Produkte entwickelnund nicht nur das vorhandene Angebot abbilden. Nydegger verwies auf «First Ski Experience». Hier seien Skiausrüstung, Bergbahnticketund Skilehrer in einem Produkt gebündelt. Für das nächste Projektfür Fahrradfahrer «Ride the Alps» sollen im nächsten Sommer für 13Veranstaltungen Pässe tageweise für den Autoverkehr gesperrtwerden.

Das Marketing von Schweiz Tourismus soll nach dem Willen vonNydegger künftig weniger gefällig, sondern kantiger werden.Beispielsweise zeige der neue Prospekt zur Sommerkampagne «eine mitSchlamm bespritzte Mountainbikerin». Frauen würden in den Familienoft die Reiseentscheide treffen, sagte Nydegger dazu. (sda)