Nicht mehr ganz so streng: Die Stadt Thun will untergewissen Bedingungen wieder neue Aussensitzplätze von Gastrobetrieben auföffentlichem Grund bewilligen. Dies aber nur dann, wenn es die baurechtlichenBestimmungen und die Platzverhältnisse zulassen.Auf die Lockerung der Bewilligungspraxis einigten sich Interessengruppen und Gemeinderat Peter Siegenthaler (SP) an einem Runden Tisch zum Thema Nachtleben, wie die Stadt am Freitag mitteilte.

Die Thuner Altstadt ist ein beliebter Treffpunkt für Café-, Bar-,Club- und Restaurantbesucher. Vor allem seit die Ausgehmeile auf dem Selve-Areal Ende der Nullerjahre einer Überbauung wich, verlagerte sich das Nachtleben in die Innenstadt. Dies führte vermehrt zu Konflikten mit der Anwohnerschaft und Gewerbetreibenden.

Im Jahr 2010 lancierte die Stadt deshalb das Projekt «Nachtruhe».Dieses beinhaltete unter anderem auch die Vorgabe, dass der Gemeinderat keine zusätzlichen Strassencafés mehr bewilligt. 2016 einigte sich der Runde Tisch bereits auf längere Restaurant-Öffnungszeiten im Sommer, sogenannte «mediterrane Nächte». Ab sofort lässt die Stadt nun auch Gesuche für Aussensitzplätze auf öffentlichem Grund wieder zu. Die Öffnungszeiten dauern bis 0.30 Uhr.

Im Perimeter Obere Hauptgasse (ab Kreuzgasse), auf dem Mühleplatz und auf dem Rathausplatz sind neue Aussensitzplätze nur tagsüber zu den ordentlichen Ladenöffnungszeiten möglich. Dieses Gebiet im historischen Stadtkern, nahe der Aare, ist ein Hotspot der Thuner «Nachtschwärmer», namentlich in lauen Sommernächten. «Ich bin überzeugt, dass das Gleichgewicht zwischen Arbeiten, Wohnen und Ausgehen mit der gelockerten Bewilligungspraxis auch in Zukunft erhalten wird», wird SP-Gemeinderat Peter Siegenthaler in der Mitteilung der Stadt zitiert. (sda/og)