Rund drei Viertel der Schweizer nutzen ein mobiles Endgerät, um im Netz zu surfen. Nur 2 Prozent aller Websites sind jedoch für diese Geräte optimiert. So wird der Tourist beispielsweise auf den mobilen Seiten von Schweiz Tourismus vorbildlich empfangen, landet dann aber bald auf der Page der Gemeinde X oder des Museums Y, wo er nichts mehr lesen kann, weil sich die Seite auf seinem Smartphone oder Tablett nicht anpasst.

«Informationen sind zunehmend Express-Ware»
Aber, «der Kunde will hier und jetzt Infos und Angebote», waren sich die Referenten und Referentinnen von SBB, Google Schweiz, Swisscom und Uepaa an der Première des «Mobile Day - Tourism» einig. Es werde oft direkt vor Ort nach Restaurants, Hotels oder kulturellen Angeboten gesucht – meist via Smartphone. Daher sollten die Anbieter wissen, was der User will und ihm in diesem Moment genau das bieten, hielten die Experten fest.

Ein übersichtlicher Seitenaufbau und ein schneller, reibungsloser Datenabruf werden immer wichtiger. «Informationen sind zunehmend Express-Ware», so Alexandra Reich von der Swisscom und ergänzt: «1989 dauerte es 3 Stunden, bis die Welt vom Mauerfall erfuhr. Im 2009 reiste die Nachricht von der Landung eines Passagierflugzeugs auf dem Hudson River in 180 Sekunden um den Globus».

Ideen und Umsetzungsvorschläge
Um die Touristiker auf diese Herausforderungen vorzubereiten, rief das Berner Unternehmen Mobile Day Association die praxisnahe Informationsveranstaltung Mobile Day - Tourism ins Leben, die am vergangenen Dienstag im Hotel Freienhof in Thun stattfand. Neben spannenden Referaten erhielten die rund 80 Teilnehmenden an drei verschiedenen Workshops einen vertieften Einblick in Fallbeispiele aus der Praxis. Gemeinsam mit den Experten aus der Mobile- und Tourismus-Branche wurden Strategien auf eigene Problemstellungen angewendet. Auch Apps mit denen die Anbieter vor Ort ein Tourismuserlebnis durch interaktive Elemente anreichern können, um die Kundenbindung zu fördern, gehörten zu den Tagungs-Themen.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema «Tourismus macht mobil – Chancen und Hürden der neuen Zeit» bildete den Abschluss des informativen Teils der Veranstaltung. Ein abschliessendes Apéro bot den Besuchern die Möglichkeit sich über die neu erworbenen Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

«Wir sind sehr zufrieden mit der ersten Durchführung und die Stimmung war sehr sympathisch», sagt Deependra Pandey, Präsident und Gründer der Mobile Day Association, die den Event organisierte, auf Anfrage von htr.ch. Nächstes Jahr will Pandey und sein Team, aufgrund der postiven Rückmeldungen, einen weiteren «Mobile Day Tourism» in Bern durchführen. (htr/npa)