Die Interessenten für die Buslinien haben ihre Dossiers bis am vergangenen Donnerstag einreichen müssen. Um wen es sich bei den vier Bewerbern handelte, gab die jurassische Regierung in ihrer Mitteilung vom Montag nicht bekannt.

Die Postauto AG und die Chemins de fer du Jura (CJ) haben indes schon früher ihre Interesse an einer Konzession angekündigt. Die beiden Transportunternehmen betreiben die Buslinien im Kanton Jura schon heute. Auch die französische Gruppe RATP hat ihr Interesse öffentlich kundgetan.

Die jurassische Kantonsregierung hatte die Konzession von Postauto 2017 aus Kosten- und Qualitätsgründen aufgekündigt. Letzten Mittwoch demonstrierten rund 120 Chauffeure und Sympathisanten in Delsberg vor dem jurassischen Parlament gegen die Ausschreibung.
Die Busfahrer befürchten eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen.

Insbesondere wird befürchtet, dass aus Kostengründen ein ausländisches Unternehmen den Zuschlag bekommt, das Dumpinglöhne zahlt. Die Gewerkschaften SEV und Syndicom warfen der Regierung vor, in der Ausschreibung keine wirksamen Kriterien zum Schutz des Personals verankert zu haben.

Verlangt wird laut den Gewerkschaften lediglich der vom Bundesamt für Verkehr (BAV) festgelegte Mindestlohn von 58'300 Franken.
Dieser liege jedoch rund 25 Prozent unter dem Lohnniveau im Kanton Jura.

Einzelne der ausgeschriebenen Buslinien bedienen auch Gemeinden im Kanton Bern. Die neuen Konzessionen werden vom Bund vergeben und sollen im Dezember 2021 in Kraft treten. Gelten werden sie für zehn Jahre. (sda)