«Preisschock» titelten diverse Medien in den letzten Wochen, nachdem der Benzinpreis plötzlich in ungeahnte Höhen geschnellt war. Zwar blieb dies von kurzer Dauer. Mittlerweile hat sich der Preis wieder ein bisschen stabilisiert. Und doch ist man mit einer Tankfüllung schnell bei 200 Franken. Das tut weh im Portemonnaie. Gerade für Familien mit mittleren oder geringen Einkommen wird das immer mehr zum Problem – aber auch für Unternehmen.

Der Ukraine-Krieg führt aber nicht nur zur Erhöhung der Treibstoffpreise. Auch die Rohstoffpreise sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Die Baubranche meldet, dass vom Nagel bis zum Stahlträger alles teurer geworden sei und auch die Lieferfristen sich verlängert hätten. Die Folge davon: Baustopps und massive Preissteigerungen. Betroffen davon sind Neu- ebenso wie Umbauten. Ein altes oder unfertiges Hotelzimmer ist nur schlecht oder gar nicht vermietbar.

Die Nationalbank wird in der Währungspolitik gefordert sein.

Neben Tanken und Bauen haben wir aber noch eine andere, grössere Herausforderung: die Verteuerung der Lebensmittel. So ist der Preis für Weizen seit Kriegsbeginn beispielsweise um fast 40 Prozent gestiegen. Dass sich dies auf den Brotpreis auswirken wird, ist selbstverständlich. Nicht nur beim Brot werden wir mittelfristig Aufschläge sehen. Auch bei anderen Weizenprodukten wird dies der Fall sein. Ohnehin ist das erst der Anfang. Andere Branchen werden folgen. So sollen bis im Sommer auch Kaffee, Bier oder Fleisch teurer werden. Dies zum Leidweisen der Gastronomie. Hotel- und Restaurantbesuche werden teurer und damit rarer – oder aber die Margen schwinden. Beides sind negative Entwicklungen.

Ich bin überzeugt, dass wir auch diese Krise erfolgreich meistern werden.

Diese negativen Entwicklungen müssen abgefedert werden. Die Politik ist gefordert. Die Fraktion aus Mitte und EVP hat bereits reagiert und verschiedene Vorstösse eingereicht. Darin fordern wir beispielsweise die frühzeitige Auszahlung der CO2-Rückerstattung an die Bevölkerung. Diese soll als kleine vorzeitige Finanzspritze dienen und die Kaufkraft erhalten. Sollte der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Krise noch länger andauern, muss der Bundesrat ein Konjunkturprogramm prüfen, mit welchem der Mittelstand entlastet wird – auch wenn dies halt etwas kostet.[RELATED]

Mit der Entlastung der Bevölkerung können wir jedoch nur einen Teil der Herausforderungen meistern. Gerade der Tourismus ist stark vom Ausland abhängig. Mit dem Wertanstieg des Schweizer Frankens werden Ferien für Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz wieder teurer. Die Nationalbank wird in der Währungspolitik weiterhin gefordert sein. Immerhin, die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass wir als Land gemeinsam mit diesen Herausforderungen umzugehen wissen, und ich bin überzeugt, dass wir auch diese Krise erfolgreich meistern werden.

P.S. Und jetzt leiste ich noch als Privatperson meinen Teil und buche ein verlängertes Wochenende in einem schönen Schweizer Hotel.


Philipp Matthias Bregy ist Nationalrat Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.