Welchen Tipp geben Sie jungen, aufstrebenden Touristikern?

Nicht kopieren, sondern eigene Visionen entwickeln und umsetzen. Fehler machen ist erlaubt und sogar wichtig. Und das Wichtigste: Wer Menschen nicht gernhat, ist im Tourismus definitiv fehl am Platz.

Was zeichnet einen sehr guten Touristiker aus?

Leidenschaft im Beruf, konsequente Gästeorientierung und die Fähigkeit, sich und seine Leistung immer wieder zu hinterfragen und entsprechend zu optimieren.

Was wünschen Sie sich für den Schweizer Tourismus?

Echte Zusammenarbeit aller relevanten Leistungserbringer in den Destinationen – und wo sinnvoll auch über die Destinationen hinweg. Matchentscheidend dabei: alle Massnahmen konsequent auf die berühmte Customer Journey ausrichten.

Der 55-jährige FDP-Politiker ist in Luzern geboren und in Hergiswil (NW) sowie Wolfenschiessen (NW) aufgewachsen. In Zürich studierte er Wirtschaftswissenschaften. Seit 2015 ist er Ständerat des Kantons Nidwalden. 2016 übernahm er das VR-Präsidium der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG. Im Oktober ist er zum neuen Präsidenten von Seilbahnen Schweiz (SBS) gewählt worden. Foto: SBS/Thomas Hodel

Was mögen Sie an Ihrer Branche nicht?

Ganz grundsätzlich: Grabenkämpfe und Intrigen sind Gift für jeden Betrieb – das gilt selbstverständlich auch für die touristischen Betriebe und Verbände.

Wie sieht für Sie ein attraktiver Arbeitsplatz aus?

Ob ein Arbeitsplatz attraktiv ist, zeigt sich daran, dass der Mitarbeitende gerne zur Arbeit kommt und deshalb eine positive Ausstrahlung hat. Dies spürt jeder Gast – und zwar unmittelbar.

Wie begeistern Sie Mitarbeitende für und in Ihrem Betrieb?

Indem ich zusammen mit unseren Kaderleuten die Freude und die Faszination für die Bergbahnbranche vorlebe. Und indem wir den Mitarbeitenden echte Wertschätzung geben.

Wie sorgen Sie für eine Work-Life-Balance?

Ich schaffe mir konsequent Zeitinseln für mich, meine Familie und meine Freunde. Das heisst, dass ich immer mal wieder auch Nein sage bei Terminanfragen.

Welches Lied können Sie im Dauerloop hören?

Stephan Eicher: «Weiss nid was es isch» oder «Hemmige». Mit Stephan Eicher verbinden mich wunderbare Erinnerungen an meine Zeit in Wolfenschiessen und an meine Frau. Seine Songs haben Tiefgang.

Für was würden Sie sich entscheiden: Punk-Musik in einem 5-Sterne-Hotel oder Walzer in einer Jugendherberge?

Weder noch. Eine Jodler-Matinée in einem tollen Gipfelrestaurant passt da eher zu mir.

Was trifft eher zu: ein orgiastisches Bankett wie bei Asterix oder gesunde Karotten, wie Bugs Bunny sie knabbert?

Gegen einen Wildschweinbraten mit Asterix und Obelix in der Macchia von Korsika hätte ich nichts einzuwenden.

Welches Hotel inspiriert Sie und weshalb?

Ich habe kein spezifisches Lieblingshotel. Aber wenn ich mich in einem Hotel zu Hause fühle, beginnt es mich zu inspirieren.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne zu Abend essen?

Mit George Clooney oder John F. Kennedy.

Was darf auf keinen Fall fehlen, wenn Sie auf Reisen gehen?

Mein Handy und mein Sackmesser.

Was wollten Sie als Kind einmal werden?

Autorennfahrer.

Welchen Jugendstreich vergessen Sie nie?

Den Verkauf von alten, wertlosen Flugblättern. Mit dem Ertrag haben wir dann Süssigkeiten gekauft.

In wessen Schuhe möchten Sie einen Tag lang schlüpfen?

F1-Rennfahrer Charles Leclerc. So könnte ich testen, wie risikofreudig ich wirklich bin. Ob ich wirklich diese Verantwortung übernehmen könnte und bei welcher Geschwindigkeit ich ab dem Gas gehen würde. (npa)