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10.01.2018
BLS lanciert Ticket-App «lezzgo» schweizweit
Ab sofort können ÖV-Nutzer mit der Ticket-App «lezzgo» schweizweit und über Grenzen der Tarifverbunde hinweg reisen – mit einem elektronischen Ticket mit nachträglicher Bezahlung und bestmöglichem Tagespreis.

Ab dem 10. Januar 2018 ist die Ticket-App «lezzgo» für alle Fahrgäste nutzbar, die mit dem öffentlichen Verkehr reisen – und zwar in der ganzen Schweiz (GA-Bereich) und über Verbundsgrenzen hinweg. Die App steht ab sofort in den Stores von iOS und Android zum Download bereit. Anfang Februar integriert die BLS die «lezzgo»-Funktion auch in die App BLS Mobil; somit können Kunden künftig über BLS Mobil nicht nur den Fahrplan abfragen und Tickets im Voraus lösen, sondern auch mit einem elektronischen Ticket mit nachträglicher Bezahlung reisen.

«Lezzgo ist inzwischen sehr ausgereift und wir sind stolz, dass wir diese nun den ÖV-Nutzern für ihre Reise in der ganzen Schweiz anbieten können», hält BLS-Vertriebsleiter Daniel Hofer fest. Mit «lezzgo» wird die Reise automatisch aufgezeichnet und der Kunde erhält mit einem Wisch das korrekte Ticket, das ihm nach der Reise den bestmöglichen Tagespreis verrechnet. Dazu muss er sich lediglich einmal registrieren und vor der Reise auf der App einchecken.

Die Möglichkeit der automatischen Reiseerfassung auf nationaler Ebene entspreche einem Kundenbedürfnis, schreiben die Verantwortlichen in einer aktuellen Medienmitteilung. Dies habe eine Befragung von 200 Kunden im Rahmen des nationalen Tests «lezzgoPlus» ergeben. Die Nutzer lobten demnach die einfache Bedienung der App und schätzten die Möglichkeit, das Ticket nicht im Voraus kaufen zu müssen und die Route im öffentlichen Verkehr spontan zu wählen.

Regeln gemeinsam mit Postauto und SBB entwickelt
Die Branche nutze die Digitalisierung, um den ÖV in der Schweiz einfacher, effizienter und attraktiver zu gestalten, steht in der Pressemitteilung. Die App «lezzgo» sei zwar eine Eigenentwicklung der BLS, aber dennoch keine Einzellösung. Die dahinter liegenden Regeln und Standards für die einheitliche Preisberechnung und die einheitliche Kontrolle wurden im nationalen Test «lezzgoPlus» gemeinsam mit Postauto und SBB erarbeitet. Der Test habe gezeigt, dass die automatische Reiseerfassung schweizweit technisch funktioniert.

Mit der Lösung zur automatischen Reiseerfassung werde die BLS nicht andere Vertriebskanäle wie Billettautomaten oder bediente Schalter ersetzen, heisst es in der Mitteilung. Die ÖV-Nutzer werden auch in Zukunft ihr Ticket über sämtliche Vertriebskanäle lösen können. Die BLS halte die Datenschutzbestimmungen ein und gebe keine Daten von «lezzgo»-Nutzern an Dritte weiter, heisst es weiter.

Weiterer Player
Schweizweit wird seit einiger Zeit an diversen Ticket-Apps herumgetüftelt. Neben «lezzgo» ist «Fairtiq» ein weiterer grösserer Player am Markt. Was die SBB in Sachen Ticket-App machen, ist derzeit noch offen. Ein Systementscheid sei noch nicht gefallen, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig am Mittwoch auf Anfrage sagte. Das Unternehmen wolle sowohl an «Fairtiq» wie an «lezzgo» zu Testzwecken partizipieren.

Im ersten Quartal 2018 wollen die SBB Fairtiq in ihre Mobile Preview App aufnehmen. Dort können Kunden neue Features testen und ihre Erfahrungen zurückmelden. Bevor die BLS «lezzgo» lancierte, fand vergangenes Jahr unter dem Namen «lezzgoplus» ein Versuch statt, an dem auch SBB und Postauto beteiligt waren. Dabei ging es vor allem darum, das Regelwerk hinter den Applikationen über die Verbundsgrenzen hinaus zu testen, etwa bei Preisberechnungen. (sda/htr/og)

  
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