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wintersport
17.02.2017
Die Skisaison in der Schweiz wird immer kürzer
Bis Ende des Jahrhunderts wird die Schneedecke in den Alpen durch den Klimawandel um bis zu 70 Prozent abnehmen. Das berichten Forschende des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und der ETH Lausanne. Die Skisaison wird dabei deutlich kürzer.

Falls es nicht gelingt, den Klimawandel aufzuhalten und klimaschädliche Emissionen zu stoppen, dürften nur noch Skigebiete über 2500 Metern ü.M. noch genug Naturschnee für Wintersport haben, teilte das Forschungsinstitut SLF am Donnerstag mit. «Die Schneedecke in den Alpen wird ohnehin abnehmen, aber unsere Emissionen bestimmen, um wie viel», sagte Studienleiter Christoph Marty gemäss der Mitteilung.

Laut den Modellrechnungen der Forschenden wird die Schneedecke in allen Höhenlagen der Alpen bis Ende des Jahrhunderts abnehmen, am stärksten unterhalb von 1200 Metern. Aber auch oberhalb von 3000 Metern läge der Rückgang noch bei rund 40 Prozent.

Klimaschutz begrenzt Schnee-Verlust
Je nachdem, ob und wie stark die Emissionen reduziert werden können, um die Erwärmung zu begrenzen, fällt der Rückgang der Schneedecke unterschiedlich stark aus. Er könne bei bis zu 70 Prozent liegen, berichten die Forscher. Liesse sich die Erderwärmung aber auf weniger als zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzen, wie es das Pariser Klimaabkommen vorsieht, läge der Rückgang nur bei rund 30 Prozent.

Zwar soll laut Klimamodellen der Niederschlag in den Alpen zum Ende des Jahrhunderts eher zunehmen. Durch die gleichzeitige Erwärmung dürfte er jedoch als Regen anstatt als Schnee fallen, so das Ergebnis der Studie, die im Fachblatt «The Cryosphere» erscheint.

Der Klimawandel trifft die Schweiz hart
Was sich bereits im Dezember 2016 gezeigt hat, wird dann auch mehr und mehr zur Normalität: Der Beginn der Wintersportsaison verschiebt sich weiter und weiter nach hinten, um einen halben bis einen Monat, wie das SLF schreibt. Skifahren über Weihnachten wird vielerorts nicht mehr möglich sein.

Insbesondere Skigebiete in mittleren und tieferen Lagen werden sich neu orientieren müssen. Die Schweiz reagiert besonders empfindlich auf den Klimawandel, wie ein Bericht des Forums Pro Clim der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz kürzlich dargelegt hat.

Die Jahresdurchschnittstemperaturen sind hierzulande in den letzten 150 Jahren bereits doppelt so stark gestiegen wie im globalen Mittel. Eine Erderwärmung um 2 Grad im weltweiten Durchschnitt würde für die Schweiz somit ein deutlich höheres Plus bedeuten. (sda/og)

  
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