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tourismusdestination
11.09.2017
Engelberg geht mit Massnahmenpaket in die Offensive
Die Tourismusdestination Engelberg will sich gegen die wachsende Konkurrenz in der Branche behaupten und erarbeitete dafür ein Strategiekonzept, welches nun präsentiert wurde.

Die Tourismusdestination Engelberg will sich gegen die wachsende Konkurrenz in der Branche behaupten: Nach gut einjähriger Erarbeitung präsentiert die Einwohnergemeinde Engelberg gemeinsam mit sämtlichen wichtigen Akteuren im Ferienort ein Strategiekonzept. Das Konzept beinhaltet ein umfassendes Massnahmenpaket, um den künftigen Herausforderungen im Tourismus wirkungsvoll zu begegnen. Dabei wurde unter anderem abgeklärt, wie sich das kräftig expandierende Andermatt oder das wieder erwachte Bürgenstock Resort auf den Engelberger Tourismus auswirken.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll ein jährliches «Tourismusforum» sowie ein breit abgestütztes Papier mit konkreten Handlungsfeldern aufzeigen, wer welche Schritte bis wann konsequent umzusetzen hat. Schwerpunkt der Arbeit sind vier strategische Ziele mit insgesamt zehn Handlungsfeldern. Alle sollen zügig und konsequent vorangetrieben werden. So der Ausbau des Sporting Parks, die Angebotserweiterung im Bereich Mountain Bike, die Belebung und Vernetzung vom Gebiet Bahnhofareal-Dorfstrasse-Kurpark-Kloster, welche – will man es nachhaltig aufwerten – eine Revision des Baureglements bedingt.

Digitalisierung und Tourismusforum als Schlüssel
Handlungsbedarf wurde im Marketing und in der Zusammenarbeit identifiziert. Die Vermarktungsorganisation soll den Marktbedingungen angepasst werden und Kampagnen sollen besser untereinander abgestimmt werden. Dies unter anderem, weil die Digitalisierung und das Datenmanagement immer mehr zum eigentlichen Schlüssel einer erfolgreichen Wettbewerbspositionierung werden.

Eine zentrale Stellung in der Entwicklungsstrategie erhält ein Tourismusforum. Die Engelberger Bevölkerung und die Tourismusanbieter sollen alljährlich über die touristischen Aktivitäten informiert werden und sich mit Ideen und Stellungnahmen an der touristischen Entwicklung des Klosterdorfes beteiligen können. Das Tourismusforum findet zum ersten Mal am 25. November 2017 statt.

Die Entwicklung des 35-seitigen Konzeptes dauerte rund ein Jahr und verlief zweistufig. Eine elfköpfige Steuerungsgruppe brachte sich zu Beginn mit Ideen und im Verlauf der Detailerarbeitung zweimal mit Beurteilungen in den Erarbeitungsprozess ein. Die Hauptarbeit oblag einer achtköpfigen Projektgruppe, in der alle Schlüsselorganisationen des Engelberger Tourismus, ein Engelberger Gast, sowie ein auswärtiger Fachberater vertreten waren.

Wettbewerbsvorteile eruiert
Zahlreiche Statistiken mit Rückblicken bis ins Jahr 1992 zeigen auf, dass im Klosterdorf diverse Weichen richtig gestellt wurden und der Tourismus auf recht solidem Fundament stehe. Gemäss einer internationalen Vergleichsstudie verzeichnet Engelberg Spitzenwerte im Sommer beim Bergbahnangebot und Defizite in den Bereichen Skigebietsgrösse/Pistenangebot, Spass/Unterhaltung und Wellness.

Die Destination erhielt das Prädikat, erfolgreich in der Nische zu sein, weil sie sich auf Familien, ein jüngeres Outdoor-Publikum und Fernmärkte fokussiere. Herausragend seien auch der internationale Gästemix, die Erreichbarkeit mit PW und ÖV, die Einstellung der Bevölkerung zum Tourismus und der gesunde Zustand der Gemeinde.

Auge auf die Konkurrenz
Auf der Negativseite figurieren unter anderem ein zu wenig attraktives Dorfbild mit der ungenügenden Vernetzung von Bahnhofareal-Dorfstrasse-Kurpark-Kloster, das dringend auszubauende Langlauf- und Bikeangebot und die strategische Abstimmung innerhalb des Ortes in touristischen Fragen. Platz erhält in dieser Standortbestimmung auch der Blick auf das «Erfolgsmodell Engelberg», das den Einheimischen «gute Tourismus-Gene» attestiert und den Titlis als Leuchtturm schlechthin für die Internationalität bezeichnet.

Einen weiteren Schwerpunkt in der Analyse bilden laut der Medienmitteilung Einschätzungen zu Trends und deren Auswirkungen auf den Tourismus, sowie die Beurteilung des Wettbewerbsumfeldes. Wie wirkt sich beispielsweise das kräftig expandierende Andermatt auf den Engelberger Tourismus aus? Oder das wiedererwachte Bürgenstock Resort? Was sucht der Gast von morgen? Diese und weitere Fragestellungen seien von grosser Relevanz, da diese Entwicklungen die zukünftige Position von Engelberg entscheidend beeinflussen können.

Verpflichtung, nicht bloss Absicht
Touristische Konzepte haben den Ruf, schön gestaltet zu sein und viele Wunsch- und «man sollte» Formulierungen zu beinhalten, weisen aber oft wenige Verbindlichkeiten auf. Dies solle im Fall Engelberg nicht passieren: Es sei klar geregelt worden, wer für was in welchen Zeiträumen zuständig ist. Alle involvierten Organisationen bekunden mit ihrem unterzeichneten Commitment die Bekenntnis, ihre Aufgaben zügig voranzutreiben, heisst es in einer entsprechenden Mitteilung. Dieser Umsetzungsprozess laufe bereits und werde im Rahmen eines Monitorings halbjährlich überprüft.

Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass im Erarbeitungsprozess dieses Strategiepapiers nicht sämtliche touristischen Bereiche ausgeleuchtet wurden. Es ging ihnen vielmehr darum, den Stand des touristischen Angebots und des Marketings aufzunehmen – und diesen der gegenwärtigen und der sich abzeichnenden Marktsituation gegenüber zu stellen. Ihnen sei bewusst, dass der Prozess «vom Solisten zum Orchester» mit viel Arbeit verbunden sein wird und diese jetzt erst richtig beginne. (htr/og)

  
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