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bergbahnen
20.04.2018
Erfolgreiche Rigi Bahnen nehmen sich einiges vor
Kapitalerhöhung, Passagierrekord, Kritik am Masterplan und am Ende ein Gewinnsprung: Die Rigi Bahnen haben ein turbulentes und finanziell erfolgreiches Jahr hinter sich. Auch in Zukunft stehen beim Unternehmen grosse Projekte auf dem Programm.

Die Bergbahnen transportierten 2017 mit rund 850'000 Passagieren so viele Menschen auf die Königin der Berge wie nie zuvor. An keinem Tag wurden weniger als 500 Gäste befördert, sagte CEO Stefan Otz am Freitag vor den Medien in Luzern. Die Frequenzsteigerung betrug gegenüber dem Vorjahr 8 Prozent oder rund 63'000 Personen. Ein Rekord.

Das schlug sich auf den Gewinn der Rigi Bahnen nieder, der um fast 70 Prozent auf 2,5 Millionen Franken anwuchs bei einem Nettoerlös von 27 Millionen Franken. Auch hier konnte das Unternehmen zulegen und zwar um 17 Prozent. Der EBITDA wuchs um 19 Prozent auf 7 Millionen Franken. Die Bardividende soll um 20 Prozent auf 12 Rappen pro Aktie erhöht werden.

Den Grossteil des Umsatzes erwirtschafteten die Rigi Bahnen mit dem Reise- und Güterverkehr, nämlich rund 21 Millionen Franken, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Aber auch die Sparten Handel und Gastronomie legten zu. Die Shoppingangebote warfen 1,4 Millionen Franken ab nach 870'000 Franken im Vorjahr und die Restauration steigerte den Ertrag von 1,4 Millionen auf 2,2 Millionen Franken.

30 Prozent mehr Gruppenreisende
Verantwortlich für den Erfolg war einerseits das Wetter und anderseits die Zunahme bei den internationalen Gruppenreisenden. Hier lag das Wachstum bei 30 Prozent. Auch konnte der Ertrag pro Frequenz – also pro Hin- und Herfahrt – um 4 Prozent gesteigert werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr schlossen die Rigi Bahnen eine Kapitalerhöhung ab. Die 690'000 neuen Aktien brachten 5 Millionen Franken ein, das Aktienkapital liegt nun bei 18 Millionen Franken.

Die Rigi-Bahnen erwarben eigene Aktien und halten damit 244'400 der Wertpapiere. Eine weitere Kapitalerhöhung sei nicht geplant, sagte Verwaltungsratspräsident Karl Bucher.

Er äusserte sich auch zu dem runden Tisch, der nach der Petition von Gegnern der Ausbaupläne der Rigi Bahnen einberufen wurde. Diese hatten im Herbst mit der Petition «Nein zu Rigi-Disney-World» den Masterplan kritisiert. Man sei aus dem Konfrontationsmodus raus, sagte Bucher. Differenzen gebe es zwar etwa bei der Inszenierung des Bergs. Die Rigi Bahnen hätten aber aufzeigen können, dass sie kein ungebremstes Wachstum anstreben, jedoch den Ertrag bräuchten, um Ersatzinvestitionen zu stemmen.

Neue Gondel- oder Seilbahn
So steht etwa der Ersatz der Luftseilbahn von Weggis nach Rigi-Kaltbad an, für den 15 bis 20 Millionen Franken budgetiert sind. Ende Jahr soll der Variantenentscheid fallen, ob neu eine Gondel- oder wieder eine Seilbahn erstellt wird.

40 bis 60 Millionen Franken dürfte der anstehende Teilersatz des Rollmaterials bei der Zahnradbahn kosten, für 15 Millionen Franken soll dereinst die Gipfelankunft auf Rigi-Kulm mit neuen Angeboten ausgebaut werden und rund 3 Millionen Franken würden in ein neues Dienstleistungszentrum in Vitznau fliessen.

Auch auf der Schwyzer Talseite des Bergs haben die Rigi Bahnen einiges im Sinn. Sie will beim Bahnhofsgebiet Arth-Goldau auf eigenem Grund ein Hotel, Dienstleistungs- und Wohnflächen erstellen und Gleisanlagen erneuern. Zudem ist ein Parkhaus mit über 500 Plätzen geplant, auf dem ebenfalls bis zu 10'000 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen könnte.

Chinesisches Geld
Abgeschlossen wurde im vergangenen Jahr die Renovation des Hochperrons Goldau, eine Brücke, die über die Bahngeleise führt und 1897 nach der Bauweise des Eiffelturms erstellt wurde. Darin steckt der Grossteil der 4,5 Millionen Franken Investitionen für Hochbauten. Insgesamt investierten die Rigi Bahnen im vergangenen Jahr 8,25 Millionen Franken, ein Plus von 50 Prozent.

Im laufenden Jahr sei man bis April bei den Frequenzen bis April bereits 3,4 Prozent über dem Vorjahr. Die Zahl der internationalen Gruppenreisenden dürften weiter zunehmen. Hier setzen die Rigi Bahnen unter anderem auf China. So akzeptieren sie künftig die bei Chinesen verbreite Bezahl-App AliPay und sind im sozialen Netzwerk WeChat aktiv. (sda/npa)

  
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