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bärenschutz-zentrum
16.04.2018
Erster Bewohner des Arosa Bärenlandes steht fest
Im Sommer 2018 wird das Arosa Bärenland eröffnet. Jetzt steht fest, wer der erste Bewohner des Bärenschutzzentrums im Kanton Graubünden sein wird: der letzte Zirkusbär Serbiens.

Der letzte Zirkusbär Serbiens soll in die Schweiz transferiert werden, um im neu eröffnenden Arosa Bärenland ein neues Zuhause zu finden. Der noch namenlose Bär ist eine Kreuzung aus Europäischem Braun- und Eisbär und wurde bereits im November 2016 von serbischen Behörden unter logistischer Mithilfe von der Tierschutz-Organisation «Vier Pfoten» konfisziert. Untergebracht ist er seither temporär im serbischen Zoo Palic. Der Transfer nach Arosa wird voraussichtlich im Juli 2018 stattfinden.

Bis zu seiner Rettung Ende Oktober 2016 habe der zukünftige Bewohner des Arosa Bärenlandes unter schrecklichen Verhältnissen im heute geschlossenen serbischen Zirkus Corona in der Stadt Srbobran gelebt, heisst es in einer entsprechenden Mitteilung. Das Rettungsteam fand ihn und zwei Braunbären, die heute im Bärenwald Müritz leben, damals in winzigen, verrosteten und vermüllten Metallkäfigen vor, die keinerlei Schutz vor Regen und Sonne boten. Der gross gewachsene Bär konnte sich in seinem Käfig nicht einmal aufrichten – und das vermutlich jahrelang. Denn da es in Serbien bereits seit 2009 ein Wildtierverbot in Zirkussen gibt, ist anzunehmen, dass er über Jahre nicht aufgetreten ist und seinen Käfig kaum verlassen konnte. Nun, da das behördliche Verfahren um die endgültige Unterbringung der konfiszierten Tiere abgeschlossen ist, kann der Bär im Sommer 2018 in das Arosa Bärenland einziehen.

Im Zoo Palic, wo der Bär übergangsweise lebt, habe er sich bislang sehr aktiv gezeigt und er habe ein freundliches Wesen, auch gegenüber Artgenossen in benachbarten Gehegen. Er bringt derzeit rund 350kg auf die Waage, durch die gesteigerte Bewegungsaktivität hat er seit seiner Konfiszierung deutlich an Muskelmasse zugelegt. Der 11-jährige Bär war bei seiner Konfiszierung in einem relativ schlechten gesundheitlichen Zustand. Vor allem seine Zähne haben durch die jahrelange Fehlernährung stark gelitten. Er benötige dringend eine Zahnbehandlung, ein Teil seines Kiefers scheint stark beschädigt zu sein.

Neues Zuhause in den Bündner Bergen
Das Arosa Bärenland wird dem Bären und weiteren Artgenossen auf rund drei Hektaren artgemässe Gehege mit zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten, mehreren Teichen, Sträuchern, Bäumen und Weiden bieten. Im Arosa Bärenland sowie in sämtlichen weiteren Bärenschutzzentren von VIER PFOTEN stehen jedem Bären rund 5000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.

Auch Carsten Herwig, «Vier Pfoten»-Bärenexperte und Vizepräsident der Stiftung Arosa Bären ist hocherfreut über den anstehenden Transfer: «Ich habe die schlimmen Bedingungen, unter denen der Bär leben musste, erstmals 2010 erlebt. Dass wir ihn im Sommer dieses Jahres nun endlich ins Arosa Bärenland transferieren können, ist nach den jahrelangen Qualen des Bären ein wahres Happy End. Wir freuen uns sehr, dass dem Tier nun noch viele Jahre in artgemässer Unterbringung inmitten der Bündner Berge bevorstehen».

Derzeit sind die Bauarbeiten aufgrund der Wintersaison in Arosa unterbrochen. Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, wird weiter an der Realisierung des Bärenschutzzentrums gearbeitet. Geplant ist die Eröffnung des Arosa Bärenlandes im August 2018. Der erste Bewohner wird kurz vorher in seinem neuen Zuhause eintreffen. Dort wird er dann auch seinen offiziellen Namen erhalten. (htr/og)

  
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